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Test zu Away: Journey to the Unexpected - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Away: Journey to the Unexpected
  • USA USA: Away: Journey to the Unexpected
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
07.02.2019
Vertrieb
Plug In Digital
Entwickler
Plug In Digital
Genre
Adventure, Action, 3D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Tolles Konzept, mäßige Umsetzung

Von Florian McHugh () Wenn uns die Historie der Indie-Games eines bewiesen hat, dann, dass kleine Entwicklerteams Großes erschaffen können, ohne dass dahinter gleich ein riesiges Studio stehen muss. Vorzeigeprojekte in dieser Kategorie sind u.a. Stardew Valley und Undertale, welche beide von nur einer Person entwickelt wurden. Bei Away: Journey to the Unexpected stehen ebenfalls nur zwei Entwickler hinter dem gesamten Projekt, die das Spiel mit Hilfe der Unity Engine ganz alleine auf die Beine gestellt und einen sehr humorvollen und frischen Weg eingeschlagen haben. Ob das First-Person-RPG letztendlich wirklich überzeugen kann? Lasst uns dieser Frage gemeinsam auf den Grund gehen.

Zusammen mit Robotern und einem toten Wassereis gegen den Feind

Das Spiel beginnt ziemlich verheißungsvoll, nämlich mit einem vollkommen animierten Intro, wie man es aus Animes der 90er-Jahre kennt. Darin wird einem der Inhalt des Spiels sehr grob vermittelt: Ihr spielt einen (namenlosen) Jungen, der von einer plötzlichen Explosion aufgeweckt wird und feststellt, dass seine Eltern fort sind und Monster die Ländereien heimsuchen. Von nun an ist es eure Aufgabe, herauszufinden, was mit euren Eltern geschehen ist, woher die Explosion gekommen ist und wie es die ortsansässige Firma „Labiworks“ schaffen konnte, dass besagte Ungeheuer auf die Welt losgelassen wurden. Ihr werdet sofort ins Geschehen geworfen und lange Zeit werdet ihr einen roten Faden vermissen, was aber angesichts der sehr seichten Handlung – die letztendlich nicht mehr als ein simpler Aufhänger dafür ist, dass ihr euch auf die Suche nach euren Eltern macht – kein wirkliches Problem darstellt.

Solche schrägen Zeitgenossen sind keine Seltenheit im Spiel.

Away: Journey to the Unexpected zu spielen ist eine sehr überschaubare und vergleichsweise kurze Angelegenheit. Ihr könnt damit rechnen, dass ihr für das Meistern der insgesamt vier Welten beim ersten Mal nicht länger als drei bis vier Stunden brauchen werdet. Die einzelnen Welten sind dabei alle nach dem gleichen Prinzip aufgebaut: Ihr könnt euch durch eines der vier Gebiete – Wald, Wüste, Strandparadies und Schneewüste – bewegen und versucht letztendlich drei Hebel zu betätigen, welche den Zugang zum finalen Dungeon öffnen. Während ihr euch in den Wald- und Wüstenwelten dazu wenigstens noch durch einige generische Mini-Gewölbe schlagen dürft – manche bestehen wortwörtlich wirklich aus einem langen Gang und dem Hebel am Ende – bieten die beiden anderen Welten noch weitaus weniger Abwechslung. Das Spiel wirft euch dabei einige Monster entgegen, die zwar allesamt in einem sehr schönem Anime-Stil gestaltet wurden, jedoch letztendlich alle, bis auf eine einzige Ausnahme, nach dem gleichen Schema vorgehen: Sie sehen euch, stürmen auf euch zu und lassen dann nicht mehr ab. Habt ihr einmal durchschaut, zu welchem Zeitpunkt ihr den Angriff-Button drücken müsst, stellen selbst mehrere Gegner gleichzeitig kein Problem für euch dar. Die Kämpfe driften so ins Bedeutungslose ab. Am Ende einer jeden Welt erwartet euch ein Bossgegner, der nicht großartig anders agiert. Einzig einer der Endgegner, eine riesige Spinne, muss fernab der einfachen Hau-Drauf Taktik besiegt werden.

Es ist jedoch auch möglich, etwas Abwechslung in die drögen Kämpfe zu bringen. Und hier kommt eine Mechanik ins Spiel, die Away sich im Vorfeld groß auf die Fahne geschrieben hat. Ihr könnt nämlich im Spiel mehrere Monster und andere Charaktere, die in den einzelnen Welten verteilt sind, zur Zusammenarbeit überreden und für euch kämpfen lassen. Und hier scheint das Potenzial durch, das Away zu einem wirklich großartigen Spiel hätte machen können. Euch schließen sich nämlich bis zu vier Mitstreiter an und diese haben es oft in sich. Alle potentiellen Gefolgsleute strotzen nur so vor (dunklem) Humor und originellen Ideen. Sei es nun der Geist eines geschmolzenen Wassereises oder eine unsterbliche Fledermaus, deren Herz jedes Mal nachwächst, nachdem es sich dieses herausreißt, nur um es euch als Lebenspunkte zu spendieren. Nicht nur spielt sich jeder dieser Mitstreiter anders – sei es nun als Fernkämpfer, Nahkämpfer oder Unterstützer – das ganze visuelle Design der Egoperspektive ändert sich grundlegend. Rekrutieren wir z.B. einen alten Magier, der eine zerbrochene Brille auf seiner Nase sitzen hat, und wählen ihn im Kampf aus, ist das Sichtfeld durch die vielen Risse im Glas leicht verzogen. Als wir in die mechanische Haut eines Roboters schlüpfen, blicken wir plötzlich durch ein Infrarotvisier auf die Welt. Dieser kleine Kniff schafft sehr viel Atmosphäre und ermöglicht es euch, den Rollentausch tatsächlich besser mitzuerleben. Im Allgemeinen holt Away: Journey to the Unexpected viel aus der Unity Engine heraus und erschafft ein visuelles Design, das sehr an Anime-Größen wie die alte Dragonball Serie erinnert. Man merkt den Entwicklern an, dass sie sowohl in das Artdesign als auch den Humor der Serie einiges an Herzblut gesteckt haben. Alle Charaktere zeichnen sich durch eine Absurdität und Schrägheit aus, die einfach nur erfrischend ist. Und gerade in diesen beiden Punkten kann Away punkten, was leider bei Weitem nicht ausreicht.

Details wie die zersprungene Brille unseres Magiers geben Away sein gewisses Etwas.

Wie bereits erwähnt, kann man den ersten Durchgang des Spiels in wenigen Stunden hinter sich haben. Ersten Durchgang? Ja, und damit wären wir beim nächsten Kritikpunkt, der gehörig frustrieren kann. Ohne zu viel vorweg nehmen zu wollen: Habt ihr die arktische Kälte hinter euch gelassen, steht ihr kurz vor dem Oberbösewicht und die Antworten auf all eure Fragen sind plötzlich zum Greifen nah. Das Problem ist, dass euch das Spiel erst ab diesem Moment darüber aufklärt, dass ihr mindestens acht Verbündete gesammelt haben müsst, damit ihr euren Weg fortsetzen könnt. Ist dies nicht der Fall, und das wird es beim ersten Mal selten sein, bleibt einem keine andere Wahl als zum Hauptmenü zurückzukehren und das Spiel erneut zu beginnen. Euer Fortschritt in Bezug auf rekrutierte Verbündeten wird dabei zwar, genau wie nach jedem Bildschirmtod, gespeichert, ihr müsst jedoch noch einmal durch dieselben repetitiven Welten und seid gezwungen, nach zusätzlichen Verbündeten zu suchen. Doch selbst wenn ihr diese finden solltet, gibt es noch genug Frustpotenzial. Wollt ihr nämlich einen neuen Mitstreiter für eure Sache gewinnen, müsst ihr diese in einem Dialog überzeugen, sich euch anzuschließen. Dabei ist jedoch nicht immer so richtig ersichtlich, welche der Multiple-Choice Antworten euch nun zum Erfolg verhelfen und welche euren Gegenüber verstimmt. Letzteres bedeutet nämlich automatisch, dass das Gespräch abgebrochen wird und ihr das Spiel neustarten müsst, um einen erneuten Versuch unternehmen zu können. Das hat bei meinem Test dazu geführt, dass ich für den achten Verbündeten geschlagene drei Anläufe gebraucht habe und mich dafür dreimal durch die immer gleichen Dungeons kämpfen musste. Zwar kriegt ihr nach jedem Neustart Boni, wie mehr Lebensenergie, spendiert, doch ändern diese nichts daran, dass das Spiel so künstlich in die Länge gezogen wird. Habt ihr dann endlich alle acht Verbündeten gesammelt, erwartet euch zu allem Überfluss auch noch einer der antiklimatischsten und spielerisch anspruchslosesten Endkämpfe, die ich je in meiner Spielerkarriere erleben durfte.

Away: Journey to the Unexpected hat auf dem Papier viel Potenzial, verschenkt es jedoch bei den spielerisch einfachsten Kernelementen. Das schöne Design, welches sich auf der Nintendo Switch übrigens sehr flüssig spielen lässt, kann zusammen mit dem Charakterdesign leider nicht darüber hinwegtäuschen, dass euch ein dröges und einfallsloses Leveldesign, Gegner, die nach dem immer gleichen Schema angreifen, und eine künstliche Verlängerung der Spielzeit erwarten. Ist das Spiel nun also ein totaler Reinfall? Die abschließende Antwort ist trotz allem: nein. Wer ein kurzweiliges First-Person-RPG sucht und auf schräge Charaktere steht, wird definitiv seine Freude an Away: Journey to the Unexpected haben. Alle anderen sollten sich gut überlegen, ob das Geld die letztendlichen vier bis fünf Stunden Spielzeit wirklich wert ist.

Redaktionswertung

5

Für Genre-Fans

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Unser Fazit zu Away: Journey to the Unexpected

Meinung von Florian McHugh
Seit der Ankündigung von Away: Journey to the Unexpected war ich heiß auf das Spiel. Die Prämisse, vermeintliche Feinde für die eigene Sache zu rekrutieren, hat mich mehr als neugierig gemacht. Umso ernüchternder war der Moment, als mir klar wurde, dass hinter dem tollen Charakter- und dem schönen Artdesign leider ein sehr inhaltsloses Spiel steckt. Trotz allem habe ich die Spielzeit letztendlich nicht bereut und hatte durchaus meinen Spaß. Rein objektiv betrachtet muss man jedoch leider sagen, dass die Prämisse des Zwei-Mann-Projekts nicht wirklich aufgegangen ist.
Mein persönliches Highlight: Das coole Intro und all die herrlich skurrilen Charaktere

Kommentare 18

  • Splatterwolf Flop-Weltstar seit 1889 - 10.02.2019 - 20:19

    Schlechter als One More Dungeon kann ich mir nicht vorstellen, das war schon eher Durchschnitt.

    Naja, gekauft wird es trotzdem irgendwann mal. :D
  • BANJOKONG Turmfürst - 10.02.2019 - 20:31

    echt schade, ich hatte schon Interesse gehabt auf das Spiel.
    hat sich erledigt :dk:
  • KarniMarc Turmbaron - 10.02.2019 - 21:04

    War persönlich kein Fan des Charakterdesigns, war aber interessiert, wie es letztendlich wird. Schade für die, die wohl darauf gewartet hatten.
  • Lockenvogel Dumm aber klug! - 11.02.2019 - 00:09

    Sehr schade, denn den Artstyle finde ich nämlich schon ziemlich cool...
  • Spiderwork Zocker-Spinne - 11.02.2019 - 00:27

    Hätte es mir auf Grund der Grafikwucht fast gekauft! Sehr schade, dass es doch so verhunzt wurde.
  • qinn Turmritter - 11.02.2019 - 01:36

    Vielleicht mal im Sale, das Konzept klingt schon ganz cool. Und schlechter als ein Spiel wie Hollow kann es nicht sein. :D
  • LaNoir I bleed Pixel - 11.02.2019 - 03:57

    Klingt nach einer Enttäuschung à la Little Dragons Cafe, sehr schade denn interessant sah es aus.
  • BANJOKONG Turmfürst - 11.02.2019 - 05:34

    @qinn

    Hör auf mit hollow :fu:
    Da hätte ich lieber pit fighter oder e.t. gekauft :shigeru:
  • Florian McHugh Lektor und Redakteur - 11.02.2019 - 06:20

    @Spiderwork Verhunzt ist das falsche Wort. Aber ja, es war für mich auch deutlich vielversprechender und gerade die Tatsache, dass man öfters mal neustarten muss und immer dieselben Gegner in den immer gleichen Dungeons zu besiegen ist für ein so kurzes Spiel wirklich frustrierend. Gibt halt auch viele Punkte, die es spielenswert machen (siehe Humor, Charakter- und Artdesign), sonst wäre es letztendlich keine 5 sondern eine 3 oder 4 geworden.
  • Zarathustra Handheld-Enthusiast - 11.02.2019 - 08:18

    Bei dem Spile ärger ich mich über mich selbst, da hätte ich warten sollen auf Tests, so hab ich vorbestellt nur um schon zwei Tage früher zu wissen das das Ding höchstens ne 5 ist, leider.

    Sehr schade, aussehen tut es wirklich sehr gut.
  • min-Bekker Turmbaron - 11.02.2019 - 11:26

    Wow! Ein Text-/Wertungsverhältnis wie in Spielemagazinen der frühsten 90er ^^ Bedenkt bitte auch, dass das Spiel nur knapp 16€ und keine 60€ kostet :D Schon allein dafür ist's definitiv ganz große Klasse geworden.
  • Florian McHugh Lektor und Redakteur - 11.02.2019 - 14:54

    @min-Bekker 16€ hin oder her, wenn Mehrwert und Spielspaß (auch im Vergleich zu anderen Indie Spielen in der Preisklasse) einfach nicht gegeben sind, dann kann man dem Spiel keine viel höhere Wertung geben. Und für das, was man letztendlich erhält, ist die Wertung meiner Meinung nach gerechtfertigt. Letztendlich ist es mitunter auch eine subjektive Entscheidung.
  • qinn Turmritter - 11.02.2019 - 19:40

    @min-Bekker Hollow Knight hat 15 Euro gekostet. Just. Sayin'. :dk:
  • min-Bekker Turmbaron - 12.02.2019 - 09:41

    Genau, die Geschmäcker sind verschieden - was auch gut so ist. Der "Goat Simulator" (!!) kostet fast doppel soviel wie AWAY und wurde von nTower auch besser bewertet. ^^ Alles klar.
  • Marco Primmer Moderator - 12.02.2019 - 10:58

    @min-Bekker
    Goat Simulator und Away lassen sich nicht miteinander vergleichen, da beide Spiele vollkommen andere Zielgruppen ansprechen UND völlig verschiedene Spiele sind. Vor allem in Bezug auf das Genre.

    Ein Tester sollte nie die Wertungszahlen mit anderen Spielen vergleichen, da käme nur Schwachsinn raus.
    Und wie schon angesprochen, Geschmäcker sind verschieden und ein Tester geht an ein Spiel anders heran, als jemand der nur aus lust an der Freude spielt. Da übersieht man vielleicht ein paar Fehler oder arrangiert sich mit Dingen, die einem nicht so gefallen.

    Aber wenn du der Meinung bist, dass das Spiel weitaus mehr Anerkennung verdient hätte. Könntest du hier, anstatt zu meckern, dass die Wertung zu niedrig ist, Argumente bringen die deine Kritik unterstützen? Oder du schreibst gleich einen eigenen User-Test, das würde allen anderen noch mehr helfen. :)
  • min-Bekker Turmbaron - 12.02.2019 - 11:33

    Natürlich :) Spielwertungen lassen sich bei unterschiedlichen Genres nicht miteinander vergleichen, weshalb ja auch Metacritic so hervorragend funktioniert und ich bin am rummeckern :D Dreht euch das doch einfach weiter so, wie ihr's braucht, und gut.
  • Florian McHugh Lektor und Redakteur - 12.02.2019 - 20:57

    Zitat von min-Bekker:

    Spielwertungen lassen sich bei unterschiedlichen Genres nicht miteinander vergleichen, weshalb ja auch Metacritic so hervorragend funktioniert
    Du meinst Metacritic, welches dem Spiel sowohl bei der PS4 als auch bei der XboxOne im Durchschitt eine 55 (oder 46 bei der PS4 Version) von 100 gibt? Also eine 5 von 10? Die Switch Version sieht übrigens ähnlich aus mit bisher zwei Wertungen, die auf den gleichen Durchschnitt kommen.

    Sorry, ich lass mir ja vieles vorwerfen, aber nicht, dass ich mir die Dinge zurechtdrehe. Und ich scheine ja nicht alleine auf der Welt mit meiner Meinung zu sein. Dass Goat Simulator eine bessere Wertung einfahren konnte, ist übrigens eine Sache des jeweiligen Testers. Aber gerne nochmal: Die Wertung ist mein persönliches Fazit, welches sich aus (diversen) Pro- und Contra Punkten ergeben hat und die Contra Seite hat da nun einmal überwogen. Daher auch die entsprechende Wertung. Wenn du es anders sieht, ist es doch dein gutes Recht, welches ich dir ganz sicher nicht abstreite. Gleichzeitig solltest du aber auch akzeptieren, wenn man deine Meinung eben nicht teilt, ohne jemanden gleich vorzuwerfen, dass man sich Dinge zurechtdreht. Ich wollte dem Spiel wirklich eine Chance geben, hatte mich sogar darauf gefreut, e szu testen. Letztendlich ist es aber mehr ernüchternd als alles andere.
  • Zarathustra Handheld-Enthusiast - 13.02.2019 - 07:43

    @Florian McHugh

    Mach dir nix draus, mir gehts genau gleich, wollte das Spiel auch unbedingt mögen aber dafür macht es einfach zu viele Fehler im Gameplay.