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Test zu When Ski Lifts Go Wrong - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: When Ski Lifts Go Wrong
  • USA USA: When Ski Lifts Go Wrong
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
23.01.2019
Vertrieb
Curve Digital
Entwickler
Hugecalf Studios
Genre
Puzzle, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Do-It-Yourself-Skiurlaub

Von Daniel Kania () Puzzle-Spiele sind auf der Nintendo Switch mittlerweile gut vertreten und reichen von spannenden Puzzle-Platformern bis hin zu knackigen Rätselspielen, bei denen jede Aktion wohlüberlegt sein will. Selbst Fans von physikbasierten Puzzles sind auf der Nintendo Switch bisher nicht zu kurz gekommen, so bieten immerhin die Spiele „Poly Bridge“ als auch „Build a Bridge!“ klassisches Brückenbau-Gameplay, bei dem Köpfchen gefragt ist. In diese Reihe gesellt sich nun auch „When Ski Lifts Go Wrong“, eine etwas andere Brückenbau-Simulation, bei der es weniger um Brücken und mehr um Skilifts geht. Ob sich der Do-It-Yourself-Skiurlaub auch wirklich lohnt, erfahrt ihr in diesem Test.

Über Berg und Tal

Da der Fokus von „When Ski Lifts Go Wrong“ auf den Physik-Rätseln liegt, kommt das Spiel natürlich ohne Story oder anderem Schnick-Schnack aus und präsentiert sich stattdessen in sauberen, einfach zu verstehenden Menüs, aus denen man sein Wunschlevel der Kampagne wählt. Größer hätte der Bildschirmtext zwar schon sein können, aber mit Ausnahme der anfänglichen Tutorials gibt es im Spiel sowieso nicht viel zu lesen. Drücken wir an der Stelle ein Auge zu. (Aber hoffentlich das, mit dem wir besser sehen können.)

Aus der Ferne betrachtet sieht das Gameplay doch eigentlich schön simpel aus. Wir haben einen Start, ein Ziel und ein oder später mehrere Figürchen, die wir da durchlotsen müssen. Da die Figürchen aber faul sind – wie wir Menschen eben auch –, muss mit einem clever gebauten Skilift für Abhilfe gesorgt werden. Das Trageseil spannt man am besten so, dass eure Passagiere nicht gleich mit Vollkaracho in den nächstbesten Baum hineinstürzen, sonst wird es blutig. Auch wenn die Optik auf der eher bunten, fantasiereichen Seite des Spektrums veranlagt ist, könnte dieses Detail den ein oder anderen Spieler stören. In den Einstellungen können jegliche Bluteffekte aber ganz einfach angepasst werden.

Hier seht ihr einen sogenannten Schlepplift. Bei diesem muss dafür gesorgt werden, dass die Figürchen wortwörtlich bodenständig bleiben.

Seil gespannt, Skilift fährt los und... schon ist euer Fahrgast mit dem Gesicht im Schnee gelandet. Da lief etwas schief! Wo drückt denn der Schuh? Ach ja, hier: Eure Konstruktion ist nicht stabil gebaut worden. Man könnte versuchen, ein robusteres Material zu verwenden, aber auch das hilft euch nicht weiter, wenn einer der tragenden Pfeiler einfach einknickt. Derartige Fehler werden dem Spieler im toll gelungenen Tutorial des Spiels nähergebracht. Hier läuft nämlich nicht gleich alles wie am Schnürchen, stattdessen wird durch praktische Erfahrung erlernt, welche Fehlerquellen es gibt und wie man diese ausmerzen kann. Eure Konstruktion profitiert etwa von einer Dreieck-Bauweise, diese erweist sich als äußerst stabil und somit als beste Lösung beim Bauen.

Fehlkonstruktionen erkennt ihr im Baumodus an der Farbe eurer gebauten Elemente. Das Stück, welches beim Testversuch als Erstes nachgegeben hat, wird rot markiert. Nun gilt es, an dieser Stelle stabiler zu bauen, etwa mithilfe gerade genannter Dreiecke. Sollten eure Fahrgäste nun immer noch nicht sicher an der Piste ankommen, kann sich Schritt für Schritt vorangetastet werden. Keiner hat gesagt, dass das Baumeister-Leben einfach sein würde. Lediglich der Einstieg in die Grundmechaniken von „When Ski Lifts Go Wrong“ ist noch wenig anspruchsvoll, schon bald darauf dämmert einem aber, dass die übliche Faustregel für Brückenbau-Simulationen auch hier gilt: Leicht zu erlernen, schwierig zu meistern.

Überraschenderweise fällt das Bauen selbst aber gar nicht mal so schwer. Man würde meinen, einen „komplexen“ Bau-Editor mit einem Controller zu verwenden sei anstrengend, aber nein, ganz im Gegenteil. Das Spiel bietet eine überschaubare Anzahl an platzierbaren Elementen, sodass das Rotieren zwischen den Bauelementen nie allzu lästig wird. Noch dazu ist das Bauen, Abreißen oder Nachjustieren so simpel, wie es nur geht. Mit einem Cursor bewegt ihr euch durch das Level und visiert den Punkt an, von dem aus ihr etwas bauen oder modifizieren wollt – und in den meisten Fällen geht das gut von der Hand. Die Steuerung via Touchscreen im Handheld-Modus der Nintendo Switch ist bei Weitem nicht so intuitiv wie das Steuern per Knöpfe.

All-inclusive-Paket

Anders als man vom Spieletitel erahnen würde, hat man es nicht nur mit Skilifts zu tun, sondern trifft hin und wieder auch auf andere Transportmittel. Gewöhnliche Skier, ein Schneemobil, sobald der Schnee geschmolzen ist auch einmal auf ein Mountainbike oder Motorrad. Diese Level unterscheiden sich insofern, als dass man hier gleich zwei Etappen bewerkstelligen muss. Zuerst muss der Weg zum Ziel geebnet werden, danach muss man selbst Hand anlegen, um sein Figürchen ins Ziel zu fahren. Anstelle von Trägern und Spannseilen baut man nun Rampen und gegebenenfalls auch ganze Brücken – kommt ganz drauf an, was man sich ausdenkt. Und dann, wenn man meint, ein sicheres Konstrukt vor sich zu haben, drückt man in Kontrolle der Spielfigur selber einmal auf die Tube, um über den Abhang zu düsen. Mal geht das gut aus, mal nicht. Dann geht es zurück ans Zeichenbrett.

Im Probelauf könnt ihr die Kamera relativ frei bewegen. Statt in 2D, spielt sich das Geschehen dann in einer 3D-Landschaft ab.

Man sollte das Entwicklerteam dafür loben, was es aus dem eigentlich lange etablierten Brückenbau-Gameplay alles herausholen konnte. Jedes Level basiert auf der gleichen Grundidee, aber keines spielt sich genau gleich. Immer wieder werdet ihr vor neuen Herausforderungen stehen, immer wieder wird euch ein neuer Kniff vor die Füße geworfen. Ihr werdet sagen: „Oh, das ist aber nicht wie letztes Mal.“ und schon muss euer bisheriges Konzept über den Haufen geworfen und ein neues erdacht werden.

Später müssen etwa nicht nur Skilifts, sondern auch sogenannte Schlepplifts gebaut werden. Die Besonderheit: eure Fahrgäste sind bereits auf ihren Skiern und halten sich an einem Seil fest, welches sie den Berg hoch fahren lässt. Führt sie das Seil zu hoch, lassen sie los und sausen hinunter – oft ungewollt. Wiederum in anderen Leveln sind an eurer Bahn Gondeln befestigt, in denen gleich mehrere Personen Platz nehmen können. Diese eignen sich vor allem für längere Strecken. Nachteil für euch als Baumeister: die Gondeln brauchen mehr Freiraum und mehr Stabilität. Ihr seht schon, um den Wünschen eurer Urlauber gerecht zu werden, müsst ihr besonders raffiniert sein. Für Puzzle-Fanatiker ein Hochgenuss, für Unerfahrene ein Alptraum.

Je nach Geschick werden euch die Level einiges an Zeit und Hirnschmalz abverlangen. Glücklicherweise sind nicht absolut alle Level direkt erforderlich. Wenn ihr einfach zu keiner Lösung kommt, könnt ihr euch erst einmal an andere Level wagen und dort euer Glück versuchen. Oder aber ihr ignoriert manche der Bonus-Herausforderungen, die jedes Level zu bieten hat, und konzentriert euch auf das reine Lösen. Diese Bonus-Herausforderungen reichen von simplen Sammelgegenständen bis hin zu einem Kostenlimit, welches beim Bauen nicht überschritten werden sollte. Auch für eine sichere Konstruktion gibt es eine Belohnung in Form von Trophäen. Weitere Spielwelten schaltet man glücklicherweise durch das bloße Lösen von Leveln frei, die Bonus-Herausforderungen sind also wirklich nur für wahre Profis.

Manche Level sind wirklich knackig. Da hilft nur, immer wieder feine Anpassungen vorzunehmen und ein wenig zu tüfteln.

Für die Kreativen unter euch ermöglicht das Spiel sogar das Erstellen eigener Level. In einem recht übersichtlichen Baukasten lassen die Macher einem freien Lauf über alle Spielmechaniken eines Levels. Wie soll die Landschaft aussehen? Wo befinden sich Hindernisse? Mit welchen Materialen darf gearbeitet werden? Was für Transportwege stehen zur Verfügung? Während die Funktion an sich ganz nett ist und für zumindest manche Spieler die Langzeitmotivation erhöhen wird, ist es doch etwas schade, dass Level nicht online geteilt werden können und man auf seinen Kreationen lokal sitzen bleibt. Da fragt sich, für wen man eigentlich bauen soll. Für sich selbst? – Aber dann kennt man doch bereits alle Levelkniffe! Für jemand anderes? – Wie oft passiert es schon, dass man einen Spielpartner findet, der heiß darauf ist, seine Kreationen in „When Ski Lifts Go Wrong“ zu spielen?

Technisch und audiovisuell ist das Spiel ziemlich gut. Die Steuerung per Controller ist überraschend intuitiv, per Touchscreen eher nicht zu empfehlen. Grafisch sieht es hübsch aus und hat einen eigenen, charmanten Stil, der vor allem mit der frei beweglichen Kamera zur Geltung kommt. Für die Ohren gibt es zwar meist ein immer gleiches Gedudel, aber das ist immerhin nicht nervig, höchstens auf Dauer etwas wenig musikalische Abwechslung.

Redaktionswertung

8

Spiele-Hit

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Unser Fazit zu When Ski Lifts Go Wrong

Meinung von Daniel Kania
„When Ski Lifts Go Wrong“ ist ein wahrlich einzigartiger Ableger des Brückenbau-Simulationgenres. Während zwar klassische Elemente wie der Fokus auf physikbasierte, clevere Puzzle vorhanden sind, wird das Gameplay um einzigartige, thematisch passende Neuerungen bereichert. Das Bauen von Skilifts oder Schneemobil-Pisten gibt eine eigene Würze, welche für Abwechslung sorgt und immer wieder neue Überraschungen bereithält. Das Spielkonzept ist dank pfiffiger Tutorials einfach zu erlernen, aber schwierig zu meistern, was Spieler nicht zuletzt bei den äußerst knackigen Levels zu spüren bekommen. Da sieht man so schnell kein Land. Die Bedienung des Editors ist unerwartet intuitiv und sollte für wenig Frust sorgen. Wer sich kreativ austoben möchte, der kann im Sandbox-Modus sogar eigene Level-Kreationen zaubern, diese aber leider nicht online teilen.
Mein persönliches Highlight: Das Gefühl, wenn man sich mit irgendeiner verrückten Konstruktion durch das Level gemogelt hat

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