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Test zu Constructor Plus - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Constructor Plus
  • USA USA: Constructor Plus
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
28.02.2019
Vertrieb
System 3 Software
Entwickler
System 3
Genre
Simulation
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Was lange währt wird endlich gut

Von Dirk Apitz () Ach, die 90er. Das war noch eine tolle Zeit für Aufbauspiele oder Wirtschaftssimulationen. Die Grafik hat auch heute noch Charme und war, im Gegensatz zu den meisten modernen Vertretern, übersichtlich. Ich spiele beispielsweise noch immer gern Industrie Gigant 2 auf meinem PC. Doch damals, in den 2000ern, gab es auf einer CD einer Computer-Zeitschrift das Spiel Constructor, welches mich ebenfalls lange fesseln konnte. Vor zwei Jahren wurde dann Constructor HD angekündigt und kam mit Verzögerung auch für den PC. Die Nintendo Switch-Version wurde gestrichen, denn die Hybridkonsole sollte stattdessen eine Mischung aus Remake und Remaster erhalten. Das Ganze nennt sich Constructor Plus, wobei auch dieser Titel mehrmals verschoben wurde und immer wieder gab es Gerüchte, dass das Spiel gar nicht mehr erscheint. Doch siehe da, Constructor Plus ist nicht nur fertig, es startet sogar tatsächlich auf der Nintendo Switch und ich freue mich wirklich wahnsinnig, dass ich diesen Test endlich schreiben darf.

Am Anfang geht es noch ruhig los. Vielleicht schafft ihr auch so ein Großstadtbild.

Doch was ist Constructor eigentlich? Und über welche Art von Unternehmen übernehmt ihr hier die Leitung? In Constructor betreibt ihr eine Bau- oder Immobilienfirma. Neben Mietwohnungen und Häusern baut ihr noch Sägewerke oder eine Betonfirma, damit ihr auch mit eigenen Ressourcen bauen könnt. Dabei kümmert ihr euch auch darum, wer bei euch in die Wohnungen einzieht und müsst dabei beachten, dass sich eure Mieter untereinander vertragen und auch nicht zu viel Lärm aushalten müssen. Das wäre alles nicht so schwierig, wenn es da nicht noch die Konkurrenz geben würde, die euch das Geschäft streitig machen, dabei nicht vor illegalen Mitteln zurückschrecken und unter anderem eure Gebäude in die Luft jagen. Dagegen könnt ihr euch auf nicht immer ganz legalem Wege wehren. So schließt ihr Deals mit der Mafia oder anderen Gruppierungen ab, um das Leben eurer Konkurrenz schwer zu machen. Wie wäre es zum Beispiel mit Hippies, die vor der gegnerischen Nachbarschaft eine Straßenparty veranstalten, dadurch die Mieter ausziehen und ihr so den Geldstrom für den Gegner negativ beeinflusst? All das und noch viel mehr ist in diesem Spiel möglich.

Starten solltet ihr zunächst aber mit dem sehr ausführlichen Tutorial. Hier wird nicht nur das Grundprinzip des Spiels erklärt, sondern auch die komplexe Steuerung. Mit etwas Eingewöhnung habt ihr diese letztlich auch gut drauf, allerdings werdet ihr am Anfang immer wieder die Hilfe aufrufen, um zu gucken, wie ein Befehl genau ausgeführt wird, wo ihr einen gewissen Menüpunkt findet oder was noch einmal genau der Hotkey für eine bestimmte Aktion ist. Nach dem Tutorial gibt es noch viele Missionen, die ihr meistern könnt und euch etwas näher an das System und die Steuerung heranführt und viele Mechaniken vertieft. Dass der Ursprungstitel auch auf der PlayStation erschien, merkt der Spieler sofort. Denn Constructor zeigte zu jener Zeit schon eindrucksvoll, dass dieses Genre nicht nur auf dem PC funktioniert, sondern eben auch von Konsoleros gespielt werden kann. Daran hat sich heute kaum was geändert.

Wie zuvor erwähnt, beinhaltet der Titel ein recht komplexes System. Am Anfang habt ihr einen Arbeitertrupp inklusive Anführer. Diesen könnt ihr anleiten, Gebäude zu bauen und auch selbst darin tätig zu werden. So habt ihr also anfänglich ein Sägewerk und könnt damit die ersten Holzobjekte bauen, wie zum Beispiel eine Hütte für die ersten Mieter. Diese könnt ihr wiederum selbst bestimmen. Sollen es sogenannte Asoziale sein? Die nehmen es mit regelmäßigen Mietzahlungen nicht ganz so ernst und regen sich schnell auf, dafür geben sie sich mit so einer Bruchbude aber auch zufrieden. Ihr könnt dabei nicht nur die Miete bestimmen, sondern auch den Babywunsch fördern, sodass neue zukünftige Arbeiter heranwachsen. Dafür solltet ihr die Wohnung renovieren. Ein neues Schlafzimmer kann zum Beispiel dazu führen, dass es schneller neue Kinder gibt. Wollt ihr hochwertige Wohnungen und Gebäude bauen, braucht ihr wiederum eine Zementfabrik. Dann könnt ihr auch anspruchsvollere Mieter suchen, wie zum Beispiel reiche Schnösel. Die zahlen viel und pünktlich, sind aber leichter zu verärgern.

An zu wenig Action wird es euch in diesem Spiel nicht mangeln ...

Eine weitere Geldquelle könnten auch Konsumgüter sein, wofür ihr allerdings Geschäfte braucht. So langsam solltet ihr zudem auch mehr Bautrupps einstellen und einen Hausmeister, der sich um Reparaturen kümmert. Hach, jetzt wollen selbst die Asis aus der Papphütte noch einen Zaun. Wobei das auch in eurem Interesse liegt, denn ein Zaun verhindert, dass der Gegner das Grundstück so einfach einnehmen kann. Als ob das noch nicht genug wäre, fangen die Mieter auch noch an, sich über den Krach zu beschweren. Ihr müsst nämlich darauf achten, dass eure Fabriken wie das Sägewerk nicht zu nah an den Mietern gebaut werden, denn sonst ist das Geschrei groß. Ebenfalls nicht unwichtig ist, dass sich die Mieter untereinander verstehen. Andernfalls ziehen sie aus oder sehen es nicht ein, die Miete zu bezahlen und neue Arbeit… ähm, Kinder könnt ihr dann auch nicht erwarten. Ganz nebenbei müsst ihr dann ja auch noch gegen die anderen Firmen in den Geschäftskrieg ziehen und euch mit gegnerischen Demonstrationen oder Partys herumschlagen. Unter Umständen müsst ihr zudem das Hauptquartier vor Dieben oder gar Anschlägen schützen. Auch das Ziel des Spiels kann unterschiedlich ausfallen. Entweder müsst ihr alle Gegner ausschalten, alle Bezirke unter eure Gewalt bringen oder richtig viel Geld scheffeln. Bei den Missionen habt ihr noch spezifische Aufgaben, wie eine bestimmte Anzahl an Fabriken zu zerstören oder ihr müsst eine bestimmte Geldmenge durch Mieter ansammeln. Ein Endlosspiel gegen Computer ist selbstverständlich auch möglich. Schade ist allerdings, dass es gar keinen Multiplayer gibt.

Remake? Remaster? Fortsetzung?!

Aber wofür steht nun das „Plus“ im Namen? Nun, im Grunde gibt es von allem mehr. So gab es früher 43 Gebäude - heute sind es 138. Waren es vorher noch fünf Welten, haben wir nun 17 und sogar andere Planeten wie den Mars könnt ihr nun bebauen. Dazu gesellen sich wieder 15 Missionen und 65 vorgefertigte Städte. So haben auch die Kenner des Originals weiterhin viel Spaß mit dem Spiel und können sehr viel entdecken. Für alle Neulinge gibt es so oder so viel zu tun und die Langzeitmotivation ist recht hoch. Allein die 15 Missionen sind wirklich richtige Zeitfresser. Dabei werdet ihr auch immer wieder ins Schmunzeln geraten. Das Tutorial ist bereits sehr lustig erzählt, aber allgemein ist dieses Spiel mit einem schwarzen Humor ausgestattet, der vor allem auf die sozialen Unterschiede abzielt. Aber auch das Gewerbe selbst bekommt sein Fett weg. Geht es am Anfang noch seriös zu, entwickelt sich der Titel im späteren Verlauf fast zu einem Strategie-Kriegs-Spiel, wo ihr nur noch sabotiert oder Kredite bei der Mafia aufnehmt.

Ihr könnt sogar andere Planeten bebauen. Wie wäre es mit dem Mars?

Auch grafisch hat sich im Vergleich zum Original einiges getan. Das Artdesign ist so weit gleich geblieben und sieht auch noch heute charmant aus. In der höheren HD-Auflösung wirkt das Ganze aber doch schon um einiges besser und moderner. Auf dem großen TV sieht das Spiel richtig hübsch aus. Selbst wenn man direkter heranzoomt, fallen so gut wie keine Pixel auf und es freut mich, dass die Entwickler nicht nur die Auflösung höher skalierten, sondern auch die einzelnen Grafiken etwas glatter schliffen. Die Portraits der Einheiten sind zudem teils komplett neu gestaltet worden. Richtig gelungen ist dabei im Übrigen auch die Synchronisation, im Gegensatz zum zwei Jahre alten HD-Remake allerdings nicht in deutscher Sprache, die den bissigen Humor wunderbar einfängt. Dieser geht auch durch die übersetzten Texte nicht verloren. Dafür lässt dort die Rechtschreibung zu wünschen übrig, denn es fanden sich hier und da Tippfehler. Aber das ist ein kleines Detail, was mich kaum störte. Selbstverständlich ist das Spiel auch im Handheld-Modus gut zu spielen und selbst im späteren Verlauf ruckelt der Titel nicht und läuft stets flüssig. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber wir haben ja auch schon andere Beispiele erlebt. Auch die Ladezeiten halten sich in Grenzen und der Spielspaß für unterwegs ist damit garantiert. Denkt aber an eure Kopfhörer damit ihr den stimmigen Soundtrack nicht missen müsst.

Redaktionswertung

8

Spiele-Hit

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Unser Fazit zu Constructor Plus

Meinung von Dirk Apitz
Ein Multiplayer fehlt! Das war es dann aber auch schon mit der größeren Kritik. Ansonsten sind es Kleinigkeiten wie die fehlerhaften deutschen Texte oder die etwas längere Eingewöhnungszeit. Insgesamt ist Constructor Plus jedoch ein gelungenes Remake, was alte Hasen wie auch Neulinge für viele Stunden begeistern wird. Der aufgehübschte Look tut da sein Übriges. Die lange Wartezeit und die frustrierenden Verschiebungen haben sich also gelohnt, sodass wir heute ein gutes und rundes Produkt für alle Aufbaufans vorliegen haben!
Mein persönliches Highlight: Der unglaublich bittere, aber auch witzige Humor.

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