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Test zu V.O.I.D. - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: V.O.I.D.
  • USA USA: V.O.I.D.
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
28.02.2019
Vertrieb
JanduSoft
Entwickler
Nape Games
Genre
Action, Platformer, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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PLOIDs gegen Aliens!

Von Given () In einer fernen Zukunft, in der Außerirdische die Erde attackieren, schließen sich eine Truppe von Wissenschaftlern und PLOIDs (übernatürliche Menschen mit entwickelter Technologie in ihrer DNA) zusammen, um den Frieden wiederherzustellen. Damit dieses Ziel gelingt, müssen machtvolle Kristalle aus verschiedenen Zeitepochen, wie der Eiszeit oder dem Mittelalter, geborgen werden. Den Widerstandskämpfern dicht auf der Spur, haben auch die Eindringlinge aus einer fernen Galaxie Wind von den energiegeladenen Festkörpern bekommen. Können die PLOIDs das Rennen gegen die Zeit gewinnen?

Visuell sind die Level aufgrund der Prämisse mehr als abwechslungsreich.

Bei V.O.I.D. handelt es sich um ein schnelles Sidescrolling-Jump-’n’-Run im klassischen 16-Bit-Gewand. Dabei schlüpft ihr in die Rolle der zwei PLOIDs Omega und Alpha, beide mit jeweils eigenen Vor- und Nachteilen ausgestattet. Alpha ist der wesentlich flexiblere Charakter. Ihr flottes Tempo in Kombination mit einem Dreifachsprung erlaubt es euch weite Abgründe und höher liegende Plattformen mit Leichtigkeit zu erreichen. Im Gegensatz dazu steht aber ihre enorme Gebrechlichkeit. Gerade einmal ein Treffer hält das humane Superwesen aus, offensive Optionen fallen komplett weg, bis auf einen Kopfsprung auf die Oberseite eines Gegners. Zum Glück steht ihre bessere Hälfte Omega dem PLOID stets zur Seite und gleicht ihre Schwächen aus. Ausgestattet mit einer Armkanone, ähnlich wie bei Mega Man, ist Omega in der Lage, Gegner mit seinen Energieschüssen zu beseitigen. Ein einfacher Doppelsprung, sehr viel mehr Lebensenergie und eine geringere Mobilität machen Omega zu einem defensiven, sicheren Charakter.

Relativ offensichtlich ist die Tatsache, dass es sich bei den zwei Protagonisten um spielbare Schwierigkeitsgrade handelt. Zu Beginn eines jeden Levels dürft ihr euch euren bevorzugten PLOID auswählen. Eine kurze Beschreibung am unteren Bildschirmrand vergleicht die jeweiligen Attribute, wie Geschwindigkeit oder Sprungkraft, miteinander und gibt genug Informationen preis, um eine überlegte Wahl zu treffen. Während Alpha ein reines Jump-’n’-Run-Erlebnis bietet, bekommt ihr mit Omega dank seiner Schusskanone und dem veränderten Spielstil eine ganz andere Gameplayerfahrung, was den Wiederspielwert enorm steigert. Grundsätzlich dürfte Omega für Anfänger und Einsteiger geeignet sein. Sein gemäßigtes Lauftempo verhindert unerwartete Überraschungen und erlaubt es euch langsam voranzuschreiten, ohne jedes Mal stoppen zu müssen, in der Angst, dass ein Gegner plötzlich auftauchen sollte. Trifft dieser Fall jedoch ein, verhindert die Kanone jegliche Kollision mit Bösewichten und schützt Omegas frontale Körperseite. Der träge Doppelsprung macht dafür enge und knifflige Sprungeinlagen um einiges schwieriger, hier kommen Omegas Defizite besonders hervor.

Einfaches Platforming auf dünnen Flächen taucht viel zu oft auf und funktioniert nicht immer.

Habt ihr die Grundlagen und das Spielgefühl verinnerlicht, könnte Alpha für geübte Spieler oder Speedrunner besonders schmackhaft sein. Ihre enorme Flexibilität kommt nach einiger Übung und dem Kennenlernen der Level super zur Geltung. Passend dazu steht die hohe Risikobereitschaft, die wegen ihrer geringen Lebenspunkte entsteht und ein schlechtes Manövrieren der Spielfigur sofort mit dem Tod bestraft. Wenn wir schon beim Tod und der damit verbundenen Strafe sind: Innerhalb eines Levels steht euch eine begrenzte Anzahl an Leben zur Verfügung. Ist dieser Vorrat aufgebraucht, startet das Spiel von vorne. Richtig gelesen, nicht nur die Grafik soll an alte Tage erinnern, die Entwickler ließen es sich nicht nehmen, das gesamte Spielgefühl der ersten Heimkonsolen zu rekonstruieren. Allerdings klingt dies frustrierender als es ist. Nach jedem abgeschlossenen Level erhaltet ihr ein Passwort in Form von fünf Farben, die ihr in einem speziellen Raum eingeben könnt, um dort wieder anzufangen, wo ihr zuletzt aufgehört habt. Inwiefern dieses System noch wirklich nötig ist und es die Immersion eines modernen Klassikers unterstützt, darf jeder selbst beurteilen. Trotzdem sollte gesagt sein, dass Tode aufgrund des doch recht knackigen Schwierigkeitsgrads häufig vorkommen und das immer wieder Eingeben eines Passworts doch anfangen könnte zu stören. (Kleiner Tipp: Hierfür eignet sich die Screenshot-Funktion der Nintendo Switch!)

Um die verschiedenen Spielstile der Charaktere in einem einheitlichen Leveldesign unterzubringen, fällt die Struktur der verschiedenen Kurse recht simpel aus. Einfaches Platforming auf dünnen Flächen ist oftmals die Grundessenz des Leveldesigns, andere Elemente kommen so gut wie gar nicht vor. Kleine Kristalle fungieren als Sammelobjekte für weitere wertvolle Leben. Sammelt ihr 100 Stück, erhaltet ihr ein weiteres Leben, diese werden aber nicht ins nächste Level übernommen. Die häufigsten Hindernisse sind Gegner, von denen es tatsächlich eine kreative Bandbreite an unterschiedlichen Variationen gibt. Egal ob Dinosaurier, Schleime, Tornados oder ferngesteuerte Raketen – für die kurze Spieldauer von ungefähr drei Stunden ist es beachtlich, dass man in fast jedem Level auf neue Gegner trifft. Einzig der Standard-Alienschurke zieht sich wie ein roter Faden durch das Spiel, aber auch hier passt sich das Design immer an das zugehörige Ambiente optisch etwas an. Weniger erfreulich sind die teilweise übertriebenen Hitboxen mancher Gegner. Manchmal erscheinen diese etwas zu unerbittlich, erst recht, wenn ihr mit Alpha spielt und euch auf gezielte Kopfsprünge konzentrieren müsst.

Der Filter und die für das Spiel frische Idee macht dieses Level außergewöhnlich.

V.O.I.D. präsentiert euch keine Levelauswahl in Form einer Weltenkarte. Stattdessen beginnt ihr das Abenteuer in einem kleinen Labor, ausgestattet mit mehreren Zeitmaschinen. Ein netter Zug sind kleine Visualisierungen außerhalb der Maschinen, die euch etwas andeuten, zu welchem Ort ihr reisen werdet. Ob jetzt Weltenkarten oder kleine Oberwelten besser sind, ist jedem selbst überlassen, doch bringen solche kleinen Zufluchtsorte ein Gefühl einer Heimat hervor, in der man sicher fühlt und nie wirklich aus dem Gameplayfluss gerissen wird. Die wenigen Nebencharaktere befinden sich ebenfalls im Labor, geben kleine Kommentare ab oder kommentieren die bevorstehenden Level mit Tipps. Selbst innerhalb der Kurse tauchen sie auf, entweder ohne Grund oder um euch eine Mechanik eines Levels zu verdeutlichen, zum Beispiel den fehlenden Doppelsprung in einer Eis-Welt. Die dadurch entstehende Zusammengehörigkeit gibt der Gruppe ein wenig Charme, auch wenn es natürlich nie irgendwie tiefgründig wird.

Bosskämpfe gibt es nicht wirklich. Bis auf einen finalen Kampf und zwei nicht nennenswerten Ausnahmen wird es nie zu richtigen Konfrontationen mit mächtigen Gegnern kommen. Grafisch ist das Spiel überraschend überzeugend. Wo das Leveldesign oft zu simpel und inspirationslos ist, gleichen die Grafik und die Hintergründe den monotonen Levelverlauf deutlich aus. Da die Levelthematiken extrem divers ausfallen, ist es jedes Mal ein Vergnügen zu sehen, wie sich die Atmosphäre vom vorherigen Level unterscheidet. Selbst musikalisch erwartet euch hier in jedem Level ein neues Stück, was keine Selbstverständlichkeit ist.

Redaktionswertung

5

Für Genre-Fans

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Unser Fazit zu V.O.I.D.

Meinung von Kevin Becker
Das Verkaufsargument von V.O.I.D. ergibt sich fast ausschließlich aus seinen zwei spielbaren Schwierigkeitsgraden Alpha und Omega, welche aufgrund ihrer divergenten Spielstile unterschiedliche Spielertypen ansprechen und verschiedene Ansprüche an euch stellen. Während Omega wesentlich besser für Anfänger geeignet ist, was an seinem langsameren, vorsichtigeren Gameplay liegt, dürften geübte Spieler deutlich mehr Spaß an der Glaskanone Alpha haben. Auch wenn die Grafik absolut überzeugend ist und jedem Level eine ganz besondere Aura verleiht, fällt das Leveldesign mehr als reizlos aus und traut sich bis auf einfaches Platforming nie ausgefallene Ideen zu. Ein diskutables Speichersystem will nicht so recht mit der Schnelllebigkeit – und damit verbunden mit dem garantiert oft auftretenden Tod (aufgrund des relativ hohen Schwierigkeitsgrads) – harmonieren. Optisch ausgefallene und abwechslungsreiche Gegner funktionieren zwar oft ähnlich, gleichen sich aber so gut wie nie in ihrer Erscheinung, wohingegen die Hitboxen einen Feinschliff vertragen könnten. Selbst unter seiner Fassade ist V.O.I.D. nicht mehr als ein simpler Plattformer. Trotzdem versprüht das interessante Konzept des Spiels dank seines gelungenen Soundtracks und der netten Charaktere tatsächlich einen überraschend angenehmen Charme, welcher zu wesentlich mehr hätte führen können, als zu einem einfachen, simplen Zeitvertreib an einem Freitagnachmittag.
Mein persönliches Highlight: Der überraschend gelungene Soundtrack

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