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Test zu Power Rangers: Battle for the Grid - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Power Rangers: Battle for the Grid
  • USA USA: Power Rangers: Battle for the Grid
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
26.03.2019
Vertrieb
nWay
Entwickler
nWay
Genre
Kampf
Spieleranzahl
Lokal: 2 - Online: 2
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Zeit zum Verwandeln!

Von Kevin Becker () Ich hatte nie wirklich etwas mit den Power Rangers zu tun. Bis auf wenige Folgen, die manchmal nebenbei liefen, konnte mich das an die Super Sentai-Serie angelehnte Franchise nie richtig abholen. Nicht zu verneinen ist jedoch die abgedrehte Action, die von den ausdrucksstarken Figuren unterstrichen wird. So ist es nicht verwunderlich, dass man dieses Konzept in ein geeignetes Videospiel zu verpacken versucht. In Form eines neuen Beat ‘em up versammeln sich Helden und Schurken in einem Kampf um die Erde, der sich nun auch auf der Nintendo Switch austrägt. Schaffen es die Rangers auch Neueinsteiger abzuholen oder bleibt es ein eigenständiges Vergnügen ausschließlich für richtige Fans? Finden wir es heraus.

In einem Team aus drei Kämpfern tretet ihr gegen Spieler sowohl lokal als auch online an.

Power Rangers: Battle for the Grid ist ein klassisches Kampfspiel angelehnt an Ikonen wie Street Fighter oder Tekken. In der 2D-Ansicht verprügelt ihr euren Gegner so lange, bis die feindliche Lebensanzeige aufgebraucht ist. Dabei stehen euch zahlreiche Angriffsmöglichkeiten zur Verfügung. Von schweren, mächtigen Attacken bis hin zu schnellen, flotten Kombostartern – ganz wie in anderen Genrevertretern gilt die Regel: Einfach zu lernen, schwierig zu meistern. Neben den normalen Angriffen stehen euch außerdem kräftige Spezialattacken und Kolosse, wie Mega Goldar oder Dragonzard, zur Verfügung. Zum Ausführen dieser Techniken muss vorerst eine Energieleiste durch erfolgreiche Treffer aufgeladen werden. Steckt ihr doch in der Bredouille, ist es möglich, sich per Block zu wehren. Doch aufgepasst: Ein Griff annulliert den Schutz, sowie der normale Angriff einen Wurfversuch verhindert.

Bevor ein Kampf beginnt, wählt ihr insgesamt drei Charaktere, die in die Schlacht ziehen sollen. Das System funktioniert dabei ähnlich wie in Dragon Ball FighterZ oder Pokémon Tekken: Ist ein Charakter besiegt, erscheint augenblicklich der nächste, bis alle drei Kämpfer kampfunfähig sind. Das Drücken der L- oder der R-Taste erlaubt es euch, einen der Partner für einen kurzen Angriff auf das Feld zu schicken. Drückt ihr während der schnellen Attacke ein weiteres Mal die gleiche Taste, wechselt ihr die Position mit dem frisch erschienenen Kämpfer, was nicht nur dynamische Stil- und Strategiewechsel erlaubt, sondern auch Platz für einzigartige, lang anhaltende Kombinationen bietet. Ist ein Kämpfer ausgeschieden, könnt ihr durch das zeitgleiche Drücken der Schultertasten als Trumpfkarte beispielsweise Mega Goldar rufen, der (genau wie Dragonzard und Dino Megazord) für wenige Sekunden brachiale Flächenangriffe über das Kampffeld verteilt.

Das Gameplay funktioniert und überzeugt, doch bieten die Ranger mehr als actionreiche Kämpfe?

Ein leider sehr umfangarmes Tutorial im Hauptmenü bringt euch diese Grundlagen nur dürftig bei. Das grundsätzliche Gameplay wird zwar vermittelt, auf Einzelheiten, die kampfentscheidend werden können, legt das Spiel jedoch keinen Fokus. Dabei ist es für den vollen Spielspaß essenziell zu wissen, wie der Charakterwechsel oder Mega Goldar und Dragonzard funktionieren. Woher soll der Spieler zum Beispiel wissen, ab wann er einen der Kolosse rufen kann? Wieso wird ihm nicht vermittelt, dass er während des Kampfes den Charakter wechseln kann? Es scheint, als wisse das Spiel nicht um sein eigenes Potenzial, wenn eigentlich interessante Mechaniken überhaupt nicht thematisiert werden. Glücklicherweise schafft eine Steuerungsliste hier Abhilfe. Während eines Matches ist es jederzeit möglich, im Start-Menü alle Angriffe eines Charakters genaustens zu studieren. Selbst die Tastenbelegung lässt sich frei individualisieren – ein wichtiges Feature in Kampfspielen. Ansonsten funktioniert die Steuerung wie sie soll, es gab zu keinem Zeitpunkt ernsthafte Input-Probleme oder Verzögerungen, selbst nicht im Online-Modus.

Nutzt die Stärken eures Charakters immer zu eurem Vorteil!

Doch was wäre ein Kampfspiel ohne das Herzstück seines Genres: die spielbaren Charaktere. Mit nur neun Kämpfern zum Zeitpunkt des Tests ist die Auswahl bei solch einem charakterstarken Franchise leider mehr als mager. Zeitnah sollen drei kostenlose Kämpfer nachgereicht werden – weitere werden in Form von kostenpflichtigen DLCs erscheinen. Dies ändert aber nichts an der Tatsache, dass es definitiv mehr Auswahl hätte geben sollen. Es entsteht der Eindruck, dass das Spiel voreilig auf den Markt geworfen wurde – ein Gedanke, der sich durch das ganze Erlebnis zieht. Nichtsdestotrotz bieten die bereits vorhandenen Charaktere abwechslungsreiche Spielstile, ohne dass auch nur ein Kämpfer ein Klon eines anderen darstellt. Dabei werden verschiedene Spielertypen bedient. Massive und langsame, aber dafür umso stärkere Charaktere wie Goldar hauen zwar ordentlich rein und halten viel aus, bewegen sich aber äußerst schwerfällig. Ausgewogene Allrounder, wie der originale rote Ranger Jason Lee Scott, sind mit ihren balancierten Attributen besonders für Anfänger geeignet. Alternative Kostüme ändern das Erscheinungsbild eines Kämpfers. Stellt sich ein Matchup nicht als vorteilhaft für euch heraus, wechselt ihr einfach im Kampf den Charakter – das Spiel balanciert das Kräfteverhältnis der Charaktere im Grunde in seinem eigenen Gameplay, wodurch kein Charakter als zu stark oder unfair bezeichnet werden kann.

Obwohl eine Storykampagne mittlerweile versprochen wurde, ist von einer Handlung zum jetzigen Moment noch keine Spur. Stattdessen könnt ihr euch in den Arcade-Modus stürzen, in welchem ihr euch sieben Gefechten gegen computergesteuerte Gegner stellt. Eine Pointe gibt es nicht – der Arcade-Modus fungiert lediglich als Training der Charaktere. Jeder besitzt einen Level, der sich langsam nach erfolgreichen Kämpfen füllt. Was genau dieser Level bewirkt, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht klar, vielleicht wird auch hier ein zukünftiges Update dem Ganzen etwas Sinn verleihen. Ansonsten wird keinerlei Einzelspielerinhalt geboten, das Spiel fokussiert sich ausschließlich auf die Mehrspielererfahrung, was nicht unbedingt schlecht sein muss. Doch fällt der generelle Inhalt nicht weniger schmächtig aus. Wer also nicht vorhat, der nächste stärkste Power Ranger zu werden, wird nicht lange Freude an der Prügelei finden.

Goldar bereitet seine verherrende Spezialattacke vor.

Wie in den meisten Kampfspielen stellt das Online-Gefecht mit menschlichen Spielern den Mittelpunkt da. Im Standard-Modus geht es rein um den Spaß, weder eine Niederlage noch ein Sieg spielen eine Rolle. Der Rang-Modus hingegen dürfte für ehrgeizige Spieler schmackhaft sein, hier erhöht ihr euren persönlichen Level und messt euch dank Cross-Play-Funktion nicht nur mit Switch-, sondern auch mit PC- oder Xbox-Spielern. Das Online-Erlebnis lief so gut wie immer flüssig genug, weder Lags noch Verzögerungen trüben die Kämpfe. Um einen ungefähren Eindruck eures Spielstils zu visualisieren, könnt ihr Titel sammeln, die in eurem Profil angezeigt werden. Sollte aber ein Freund persönlich vorbeikommen, ist es natürlich auch möglich, lokal gegeneinander zu spielen.

Mit nur fünf Arenen (vier, wenn man die Training-Stage nicht dazu zählt) wird auch bezüglich der Schlachtfelder nicht viel Abwechslung geboten. Hinzu kommt die triste und ausdruckslose Optik der Arenen, denen es an Stimmung und Details mangelt. Die Animationen der Charaktere könnten auch etwas natürlicher und weniger steif sein. Löblicherweise hält das Spiel seine 60 Bilder pro Sekunde konstant, sowohl im Handheld- als auch TV-Modus. Musikalisch hat man hier genauso wenig Eindruck hinterlassen: Der Soundtrack ist absolut zum Vergessen und unterstreicht das Geschehen in keiner Art und Weise stimmungsvoll. Generell fehlt an vielen Ecken der Feinschliff. Musik spielt in Ladebildschirmen (die sich gerne Zeit lassen) entweder zu spät oder zu früh ein und fehlendes Voice-Acting passt absolut nicht zum Typ des Spiels. Es ist viel zu eindeutig, dass ein voreiliger Release den ersten Eindruck stark trübt.

Redaktionswertung

5

Für Genre-Fans

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Unser Fazit zu Power Rangers: Battle for the Grid

Meinung von Kevin Becker
Power Rangers: Battle for the Grid ist in seinem Kern ein absolut gelungenes Kampfspiel mit funktionierenden Ideen und einem sicheren Gameplay. Die Team-Mechanik erlaubt dank des schnellen und dynamischen Charakterwechsels komplexe Kombinationen und balanciert unvorteilhafte Matchups mit zwei Tastendrücken aus. Abwechslungsreiche Charaktere spielen sich alle unterschiedlich, besitzen aber durch steife Animationen und fehlendem Voice-Acting nicht genug Ausdruck. Generische Musik, viel zu wenige Kampfarenen und Charaktere, detaillose Hintergründe und eine trostlose Grafik sprechen für eine überstürzte Veröffentlichung, die dem Spiel und seinen Fans nicht gerecht wird. Versprochene DLCs fügen in Zukunft weitere spielbare Charaktere und eine Storykampagne hinzu, die den Einzelspielermodus ausgewogener machen soll – jetzt ist Power Rangers: Battle for the Grid allerdings lediglich ein solides Fundament ohne Gerüst, an dem Fans des Franchise definitiv ihren Spaß finden werden, Quereinsteiger sollten jedoch noch etwas warten.
Mein persönliches Highlight: Die spielerisch abwechslungsreichen Charaktere!

Kommentare 9

  • Soran Turmheld - 10.04.2019 - 23:29

    Naja, so schlecht find ich das Spiel nicht. Grafikmässig ist es nicht gerade umwerfend aber noch akzeptabel, musik ist generisch dass stimmt schon. Das größte Problem ist aber vorallem der Umfang. Mit 9 Kämpfer und 4 Stages schafft es nichteinmal den Umfang eines SNES Game und erinnert eher an eine Demo...
    Da das erweitert werden soll denk ich man kann hier zurecht sagen, dass man hier das Grundgerüst eines soliden Beat'm up für fans hat, aber mal sehen wie es am ende aussieht
  • Sib Master of Desaster - 10.04.2019 - 23:52

    @Soran
    Naja, das erste Smash Bros. hatte 10 Chars, andere Prügelspiele kamen selbst zu SNES oder N64/PSX Zeiten nicht weit hinaus
  • Soran Turmheld - 11.04.2019 - 00:05

    @Sib Smash Bros hatte dafür auch noch mehr stages und drumherum, selbst im ersten... Auch auf dem SNES hatten viele eben mehr zu bieten, und da die dann auch meistens 1 gegen 1 waren sah man nciht immer andauernd die selben Charactere... Hier benutzt jedes Team immer 1/3 der Kämpfer! Wie gesagt, ich find das Spiel imprinzip nicht schlecht, nur den Inhalt extrem mager.
  • Princess_Rosalina Turmheldin - 11.04.2019 - 02:59

    Damals, (96) jeden Samstag ab 10 Uhr Power Rangers Mighty Morphin. Das waren noch Zeiten :)

    So gute Power Rangers wird es nie wieder geben. Darum finde ich es schade, dass der Weiße Ranger und die 2 bekanntesten Bösewichte aller Zeiten, Lord Zedd und Rita Repulsa nicht in diesem Spiel dabei sind.

    Habe sogar ein Autogramm von Jason David Frank (Green/White Ranger) ich war damals so verknallt ihn ihm :D
  • Soran Turmheld - 11.04.2019 - 09:56

    @Princess_Rosalina@'Princess_Rosalina'
    Hätte den Weißen auch besser gefunden als den Grünen... Schon weil wir MMPR Chars haben haben (der weiße bassiert ja eigentlich den Dairangern während die anderen MMPR ja auf den Zyurangern bassierten)
    Naja vielleicht kommt er ja noch als Skin
  • Pyro Ranger Dai Shogun - 11.04.2019 - 11:21

    Hab das Spiel auch und muss sagen das Gameplay selber ist gut gelungen. Auch online läuft das Spiel wenn man nen Gegner findet ohne Probleme.

    Die Schwächen des Spiels sind aber das man online kaum Gegner findet weils halt n Nischentitel ist und für Solospieler gibts einfach nicht genug zu tun. Das Wort der Stunde heißt "Umfang".

    Wenn allerdings in der Zukunft wirklich noch gratis Updates hinterhergeschoben kommen mit neuen Charakteren und Modi dann kann man sichs überlegen. Allerdings find ich auch hier wieder das man Fan der Serie oder der vorhandenen Charaktere sein muss. Wenn man nämlich in seinem Leben nur Power Rangers Samurai gesehen hat und da auf nen Charakter hofft dann schaut man in die Röhre.

    Ich selbst hätte mir das Game wohl nicht zum Vollpreis gekauft wenn nicht einer der Charaktere aus Gokaiger im Spiel wäre. Und in meinem Kopf ist es Gokai Yellow und nicht Super Megafarce Ranger! :cursing:
  • Kurojin Sammler und Streamer - 12.04.2019 - 12:27

    Ich habe das Spiel jetzt einige Stunden gespielt und es auch geschafft einige Online-Matches zu spielen. Ich finde das System des Spiels sehr gut und zeigt ganz deutlich, dass es keine Finger verrenkenden Eingaben bedarf um ein gutes Fighting Game mit tiefem System zu erschaffen. Lediglich der Umfang ist zu knapp, weswegen das Spiel eher an eine Early Access-Version erinnert. Der Story Mode sollte schon zu Release enthalten sein, was sie offensichtlich nicht geschafft haben, aber er wird noch nachgereicht. Es werden noch weitere Charaktere im Laufe der Zeit hinzu kommen. Ich hoffe nur, dass es dann auch noch weitere Stages geben wird. Ich würde es gerne noch weiter zocken, jedoch findet man leider kaum ein Online-Match. Dabei ist das Spiel, meiner Meinung nach, aufgrund des guten Systems nicht nur für Fans des Franchises etwas. So ist es leider ein weiteres spaßiges Kampfspiel, das in der Onlinehölle landet...sehr schade.
  • Soran Turmheld - 12.04.2019 - 20:48

    Okay, was ich jetzt gemerkt hab: Das Spiel kann man nicht ohne Internetverbindung starten, sprich unterwegs imzug oder so spielen geht nicht... Was soll das ?
  • Kurojin Sammler und Streamer - 12.04.2019 - 22:28

    Doch man kann es auch ohne Internet spielen...wenn das System meckert, dass keine Verbindung zum Internet hergestellt werden konnte einfach auf Abbrechen drücken und es geht weiter. Man kann dann halt nur Lokal-Versus (Gegen), Arcade und Training spielen.