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Test zu Warparty - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Warparty
  • USA USA: Warparty
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
28.03.2019
Vertrieb
Crazy Monkey Studios
Entwickler
Crazy Monkey Studios
Genre
Action, Strategie
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Ein Spiel aus der Steinzeit

Von Dirk Apitz () Auf der Nintendo Switch gibt es mittlerweile sehr viele Strategiespiele und auch Aufbauspiele. In Sachen Strategie war es allerdings so, dass es überwiegend rundenbasierende Spiele gibt. Mit Warparty kommt aber ein Titel, der an die alten Echtzeitstrategiespiele erinnert und da anknüpft. Ein Genre, das gerade auf dem PC ziemlich populär war, nur heute eher in die Bedeutungslosigkeit verschwindet. Auf Konsolen fristet dieses Genre so oder so ein Nischendasein, obwohl Microsoft bereits mit Halo Wars 2 bewies, dass solche Spiele auch auf der Konsole problemlos zu spielen sind. Warparty dagegen wird nicht alle Erwartungen erfüllen und ist für diesen Bereich leider keine gute Werbung.

Auf in die Schlacht – mit Soldaten aus der Urzeit und Dinos!

Ich werde in diesem Test sehr oft den Vergleich zu meinem absoluten Liebling aus diesem Genre, Warcraft 3, ziehen, denn es gibt viele Ähnlichkeiten. So gibt es auch in Warparty verschiedene Fraktionen und damit drei verschiedene Kampagnen. Die drei Fraktionen werden von drei verschiedenen Anführern repräsentiert. Mika, die Anführerin der menschlichen Wildländer, will einen starken und mächtigen Stamm. Vithara sieht nichts gutes in den Menschen und will diese Rasse ausrotten. Damit hat sie etwas mit der dritten Fraktion gemeinsam, den Untoten Necromas, die von Char angeführt werden. Im Gegensatz zu Warcraft bauen die Geschichten kaum aufeinander auf und so ist es auch völlig egal, mit welcher Kampagne ihr anfangen wollt. Allgemein ist die Story rund um Warparty sehr flach und beschränkt sich nur darauf, dass es Menschen gibt und zwei weitere Fraktionen, die keine Menschen mögen. Hin und wieder überschneiden sich die Fraktionen in den Kampagnen, aber eine richtig fortlaufende Story werdet ihr richtig vermissen. Das Intro von diesem Spiel verrät aber auch, dass es besser so ist. Denn es wirkt sehr lieblos und eigentlich ist von Anfang an die Geschichte egal.

Dabei hätte es durch das Setting mit den Dinos und der Fantasy-Steinzeit nun wirklich interessanter sein können. Das gilt auch für die drei Fraktionen. Echtzeit-Strategiespiele der früheren Jahre zeichneten sich oft dadurch aus, dass sie nicht zu komplex und die Grundmechaniken relativ leicht zu erlenen sind. Gleichzeitig spielen sich aber die unterschiedlichen Fraktionen sehr unterschiedlich und haben eigene verschiedene Stärken und Schwächen. In Warparty wirkt es auf den ersten Blick auch so. Hier und da kosten Einheiten weniger und der Stil der einzelnen Fraktionen sieht komplett unterschiedlich aus. Auch können die Untoten zum Beispiel ihre Armeen durch die Wiedererweckung von gestorbenen Soldtaten vergrößern und die Weisen, angeführt von Vithara, können die Dinos auf ihre Seite ziehen. Die einzelnen Anführer haben zudem sehr unterschiedliche Zauber wie Heilung oder einen mächtigen Blitz, den ihr im Kampf einsetzen könnt. Diese werden aufgeladen, indem ihr eben kämpft und entwickelt. Ihr müsst dazu im Kampf per Knopfdruck das Magierad aufrufen und eben den gewünschten Zauber auswählen. Dafür sind die Gebäude und die Einheiten aber, bis eben auf das Aussehen, in ihrer Funktion gleich. Egal ob die einfachen Berserker der Menschen sind oder die Dinos der Weisen, sie haben die gleichen Attribute und spielen sich genau gleich. So gesehen sind die Unterschiede kaum zu erkennen und fast schon nichtig. Dadurch laufen auch die einzelnen Partien fast immer gleich ab.

Bau auf, bau auf! Eure Basis wird viel Platz einnehmen.

Kommen wir nun aber wieder zu den Kampagnen zurück. In Warcraft 3 oder auch in den meisten anderen Strategiespielen aus der Zeit, gab es immer wieder tolle Missionen und auch verschiedene Wege. Doch in Warparty ist allein schon das Tutorial miserabel gestaltet. So erkennt das Spiel nicht, dass ihr bereits eine Einheit gebaut oder ausversehen einen Gegner zu früh besiegt habt, da dieser zu nah an euren Einheiten dran stand. Das führt dazu, auch dann in den einzelnen Kampagnen, dass ihr die Mission gar nicht mehr beenden könnt, und schon dürft ihr wegen so einem gravierenden Fehler die Mission neu starten. Das wäre noch halbwegs ok, wenn ihr zwischendurch speichern könntet. Aber auch diese Funktion gibt es nicht, was natürlich für den mobilen Aspekt der Nintendo Switch so oder so ein Problem ist. Diese Funktion gibt es dafür, warum auch immer, im Skirmish-Modus, auf den ich gleich zu sprechen komme. Ansonsten gibt es noch verschiedene Schwierigkeitsgrade und dadurch, dass sich manche Missionen kreuzen und ihr es nur von einer anderen Seite seht, wiederholen sich die Missionen auch. Zudem ist die KI leider nicht wirklich glaubwürdig und eine richtige Strategie ist nicht zu erkennen.

Warparty hat dafür aber auch noch andere Einzelspieler-Modi. Da wäre zum Beispiel ein Hordenmodus, in dem ihr mehrere Wellen von Gegnern aufhalten müsst und so lange wie möglich überleben wollt. Ein weiterer Modus ist der bereits angesprochene Skirmish-Modus. Hier könnt ihr auf verschiedenen Maps gegen die KI antreten und frei gegen sie spielen. Ziel ist es einfach, dass die Gegner besiegt werden. Durch die geringe Anzahl der Maps, die sich voneinander dann auch noch kaum unterscheiden, fehlt es auch hier an Abwechslung. Das schlimmste an diesem Spiel ist es aber, dass der Multiplayer auf der Nintendo Switch, im Gegensatz zur PC-Version, völlig fehlt. Weder einen Online-Modus gibt es, noch ist lokal ein Multiplayer möglich. Das ist ärgerlich, denn solche Spiele sind doch gerade im Online-Modus sehr witzig und auf Dauer wird so ein Spiel gegen die KI, besonders wenn sie nicht sonderlich klug ist, schnell langweilig.

Der Blitz ist nur eine von vielen Fähigkeiten.

Kommen wir zur Steuerung. Diese ist für ein Strategiespiel auf der Konsole ja nicht unwichtig. Wenn ihr mit dem Controller die A-Taste drückt, tut sich ein Kreis auf, der immer größer wird. Lasst ihr den Kreis los, sind alle Einheiten innerhalb dieses Kreises ausgewählt. Das ist ziemlich unpräzise und nicht immer habt ihr dann Einheiten dabei, die ihr wollt. Warum ihr nicht einfach den Cursor und einen Rahmen selbst erstellen könnt, verstehe ich nicht. Gebäude oder manche Einheiten haben die Möglichkeit, dass ihr über die Schultertasten noch ein Fenster extra öffnet, um zum Beispiel neue Einheiten zu produzieren. Am Anfang könnt ihr noch nicht so viele Einheiten bauen und müsst erst in den Gebäuden neue Technik-Stufen auswählen. Die wichtigste Ressource sind dabei Kristalle und Nahrung, wofür ihr diverse Arbeiter beschäftigen könnt. Bis auf die Auswahlmöglichkeit der Einheiten funktioniert die Steuerung ganz gut und auch das System ist jetzt nicht wirklich herausragend, aber völlig ausreichend.

Grafisch ist dieses Spiel nun wirklich keine Augenweide und wirkt an vielen Stellen nicht lebendig. Klar, wir haben ein Steinzeitsetting und überwiegend Wüste. Allerdings darf es ruhig mehr Objekte geben, damit die Karte auch wie eine Welt wirkt. Der zeitlose Comiclook erinnert dagegen sehr stark an Warcraft 3 und auch wenn wir es hier nicht mit modernen Grafiken zu tun haben, so behält es auch bei diesem Titel etwas Zeitloses und stört kaum. Im Gegenteil, es hat sogar etwas Charme. Das Spiel ruckelt allerdings ein wenig und so ist kein sauberer Spielfluss vorhanden. Zwar stört es kaum, allerdings sind solche Titel nun wirklich nicht aufwendig. Vorher habe ich euch erzählt, wie ärgerlich es ist, dass ihr in der Kampagne nicht zwischendurch speichern könnt und dies für den Handheldmodus ärgerlich ist. Die Wahrheit ist allerdings auch, dass ihr dieses Spiel im Handheld so oder so nicht spielen solltet. Die Texte sind viel zu klein und können kaum gelesen werden und die Grafik wirkt etwas verwaschen. Dazu kommt, dass die Objekte manchmal zu sehr verwischen und ihr dadurch nicht immer alles erkennt. Das kann bei dem Gewusel und den vielen Einheiten auch schnell zum Problem werden. Auch der Soundtrack wirkt nicht immer komplett rund. So gibt es hier und da wirklich nette Untermalungen und tolle Soundeffekte. Auf der anderen Seite, besonders bei den Synchronsprechern, erwartet euch hier auch nichts Besonderes und teils sogar sehr nervige Töne.

Redaktionswertung

4

Erträglich

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Unser Fazit zu Warparty

Meinung von Dirk Apitz
Warparty ist neu und dennoch schlecht gealtert. Das liegt daran, dass andere Genrevertreter es auch auf den Konsolen besser machen und dieses Spiel in fast jedem Bereich nicht rund wirkt. Ja – das Spiel erinnert sehr stark an Warcraft 3 und auf dem ersten Blick geht dieser Plan auch fast auf. Lieber schlecht kopiert, als schlecht selbst gemacht. Doch je mehr ihr euch mit diesem Spiel beschäftigt, desto mehr wird klar, dass dieses Spiel einfach zu viele Mängel hat und nicht zu 100 % ausgereift wirkt. Noch problematischer ist, dass Warparty nicht für die Nintendo Switch optimiert wurde und im Handheld-Modus fast schon unbrauchbar ist. Der fehlende Multiplayer-Modus, den es bei der PC-Version gibt, ist dann der Gipfel des Eisbergs.

Kommentare 6

  • Klitsch Turmknappe - 10.04.2019 - 19:05

    Sehr schade... Hätte mich sehr über ein Spiel dieses Genres gefreut. Bei dieser Wertung lasse ich aber besser die Finger von. Bleibt nur zu hoffen das noch weitere Spiele dieser Art auf die Switch kommen
  • Weird Turmbaron - 10.04.2019 - 19:35

    Hmm wirkt ja doch schon etwas vernichtend. Holen will ich es mir dennoch irgendwann. Selber ausprobieren ist halt nach wie vor noch am Besten, vor Allem, da es auf der Switch ja leider keinerlei Alternative bisher gibt, was diese Art von Spiel anbelangt... Blizzard wird das neue Warcraft 3 Remake wohl kaum für Switch bringen, was ich nicht wirklich nachvollziehen kann aber naja.
    Ich warte hier auf jeden Fall dann mal auf nen guten Sale. Ich glaube der Preis war ja ohnehin etwas zu hoch angesetzt für ein Download only Spiel. Daher hätte ich wohl eh gewartet. Vielleicht erscheint vorher ja doch noch eine weitere Alternative. Ich glaube aktuell ist Warparty ja leider wirklich das einzige Spiel dieser Art für die Switch
  • qinn Turmritter - 10.04.2019 - 20:22

    Hatte mir das letztens blind über MMOGA geholt, wo es für Switch 50% günstiger war aus irgendwelchen Gründen. Sah eben sehr interessant aus und da ich in letzter Zeit viel Paraworld auf dem PC gespielt habe, dachte ich, hier etwas ähnliches auf der Switch zu bekommen.. Weit gefehlt, bin recht enttäuscht worden aus oben genannten Gründen. Die Steuerung ist wie befürchtet sehr unpräzise, Gruppen kann man zwar erstellen, sind aber so blöd implementiert, dass es schneller geht, einfach alle Truppen auf einmal loszuschicken. Leider finden diese dann sehr oft den Weg nicht, laufen unnötige Umwege, die ihnen nicht selten das Leben kosten und die Hälfte der Armee erreicht feindliche Gebäude nicht, weil sie sich nicht richtig um diese verteilen kann und sich alle gegenseitig behindern.
    Der Gipfel war ein Skirmish-Gefecht, welches über 3 Stunden andauerte, in dem der Gegner sich derart ausgebreitet hatte, dass ich durch die genannten Probleme und den geringen Einheiten-Cap nicht mehr in der Lage war, seine unzähligen Gebäude dauerhaft zu dezimieren, da er sich stets wieder aufgebaut hatte, sobald ich neue Einheiten losschicken konnte. Gleichzeitig hat es der Gegner aber auch nicht geschafft, mich mal gescheit anzugreifen, hatte Trupps über die Map verteilt, aber eben kaum Angriffe gestartet. Die Schlacht wurde dann schließlich von einem "unbekannten Software-Fehler" entschieden, welcher das Spiel komplett abgeschossen hat. Sehr frustig also.
    Der Multiplayer soll im Übrigen laut Entwickler aber wohl bald nachgereicht werden.

    Übrigens, stammen eure Bilder tatsächlich von der Switch-Version? Ich habe nämlich keine Schatten ingame, wodurch alles sehr reduziert aussieht.
  • Dirk Apitz Problemkind - 10.04.2019 - 20:51

    @qinn

    Nein von Nintendo.de

    Jetzt wo du es sagst...
  • qinn Turmritter - 10.04.2019 - 21:45

    @Dirk Apitz Schon bedenklich, welche Ausmaße es annimmt, dass Screenshots im eShop nicht das tatsächliche Produkt repräsentieren... Zwar kein Totalausfall wie Xenon Racer oder Ark, aber ich wurde gerade etwas stutzig, ob ich nicht vielleicht ein Update verpasst habe; denn so gut und zeitlos, wie dadurch suggeriert, sieht es nicht aus auf der Switch.

    Edit: Switch-Gameplay im Video, man sieht schon drastische Unterschiede, im TV-Modus natürlich umso deutlicher.
  • Dirk Apitz Problemkind - 10.04.2019 - 21:51

    @qinn

    Mir ist das mit dem Schatten gar nicht aufgefallen, weil ich auch während des Spielens nicht verglichen habe bzw die Bilder kannte. Danke aber für den Hinweis. Manchmal übersieht man einfach Sachen, besonders wenn mich ganz andere Sachen stören :D