Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

Test zu The Padre - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: The Padre
  • USA USA: The Padre
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
18.04.2019
Vertrieb
Feardemic
Entwickler
Shotgun with Glitters
Genre
Adventure, 3D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
Besitzt du dieses Spiel?
Anmelden
Magst du dieses Spiel?
Jetzt kaufen und ntower unterstützen
eBay

Ich bin Priester Alexander, Dämonenjäger.

Von Aeroek () Horrorspiele sind auf der Nintendo Switch inzwischen auch mit großen Namen sehr breit vertreten. Spiele wie Outlast oder Layers of Fear haben alle schon ihren Platz auf der Hybridkonsole gefunden. Nach einer spielbaren Demoversion für den Heimcomputer und einer erfolglosen Finanzierung über Kickstarter, hat die Veröffentlichung nun doch geklappt und The Padre gesellt sich ebenfalls dazu. Wie so viele Spiele von Independent Entwicklern versucht sich auch dieses zu behaupten, indem es Ideen abseits des Genres einbringt und dennoch den Charme des Gewohnten beibehält. Ob das auch hier gelingt, lest ihr in den folgenden Zeilen.

Irgendwas kommt dem Priester seltsam vertraut vor.

Im Spiel schlüpfen wir in die Rolle des Priesters Alexander, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, arme Seelen vor der Versuchung der Sünde zu bewahren. Denn neben seiner Tätigkeit als Diener Gottes ist er auch noch ein sehr schlagfertiger Dämonenjäger mit großer Klappe und ordentlich Muskelkraft. Eines Tages bekommt er einen Brief, in dem steht, dass der Kardinal Benedictus verschwunden ist und man seine Hilfe benötigt, um ihn wieder zu finden. Darüber ist der Priester allerdings gar nicht so erfreut, denn der Kardinal hat nicht den besten Ruf. Dennoch macht er sich auf die Reise, um seine Suche zu beginnen. Seine Waffen und Ausrüstung zur Dämonenjagd lässt er erst mal zurück, denn er wird sie schon nicht brauchen, um einen alten Mann zu finden. Leider hat er damit unrecht, denn auf der Suche nach einem Bett und Nahrung kommt er an einem alten Anwesen vorbei, was ihm irgendwie bekannt vorkommt. Hier wird ihm schnell klar, dass er nicht so allein ist, wie er anfangs dachte. Es fängt ziemlich harmlos damit an, nachdem er überall Briefe von Personen findet, die einst in diesem Haus gefangen waren. Unter einer verschlossenen Luke hört er Klopfgeräusche, kurz darauf überkommt ihn in einer dunklen Wäschekammer das Gefühl, dass die Kleidungsstücke, die auf den Kleiderbügeln hängen, anfangen sich zu bewegen und etwas Unsichtbares in ihnen steckt. Eine Rüstung im Flur scheint deutlich lebendiger, als der erste Blick vermuten lässt. Es kommt ihm so vor, als würde sie sich nach ihm umdrehen, wenn er ihr den Rücken zu wendet. Um all diese gruseligen Geschehnisse zu kompensieren, hat der Priester immer einen schlagfertigen Spruch auf den Lippen. Doch es bleibt nicht bei den beweglichen Objekten…

Gib acht, wenn das Böse erwacht!

Die dunklen Mächte fangen schnell an sich zu manifestieren. Alle möglichen Unterweltler, wie Dämonen, Untote und Geister, wollen dem Priester ans Leder. Doch der weiß sich zur Wehr zu setzen und dafür braucht es manchmal mehr als pure Muskelkraft. Zwar findet er neben verschiedenen Schusswaffen und Munition auch ein Brecheisen, das er liebevoll „Gordon“ nennt, mit dem sich schwache Zombies schnell erledigen lassen. Aber habt ihr schon einmal versucht einen Geist zu erschlagen? Damit diese wandelnden Seelen ihren Frieden finden, muss der Priester seine Hirnmasse nutzen und manchmal auch ein wenig schummeln. Ein Geist, der auf ewig auf seine verschwundene Liebe wartet, muss erlöst werden, indem der hinterlassene Abschiedsbrief mit einer Feder und etwas Blut als Tinte verändert wird. Der Inhalt entspricht nun vielleicht nicht mehr ganz der Wahrheit, aber der Geist kann endlich seinen Frieden finden und behindert den Protagonisten nicht mehr auf seiner Rettungsmission. Doch es gibt noch eine andere dunkle Macht, die ihm begegnet und sie ist näher, als er denkt.

Auch das Böse benötigt mal ein Bad.

The Padre legt sehr viel Wert auf den Hauptcharakter, die Präsentation und Details. Schade ist, dass die Geschichte dabei leider in den Hintergrund rückt und fast ein bisschen erzwungen wirkt. Die Spielwelt, die in einer schicken Voxel-Optik gehalten ist, wirkt sehr abwechslungsreich und düster, denn kein Raum gleicht dem anderen. Schade ist hier, dass das Spiel hin und wieder deutliche Ruckler aufweist. Das passiert vor allem in den Zwischensequenzen und in Räumen, die sehr viele Animationen beinhalten. Es gibt viele Rätsel und Minispiele, die das Gameplay auflockern. Eines, was dem Spieler immer wieder begegnet, ist eine abgewandelte Form der "Lights Off"-Spiele, bei denen alle Felder denselben Zustand annehmen müssen. Doch wird ein Feld verändert, geschieht das auch bei den umliegenden Feldern. So müsst ihr sehr oft auch den Kopf anstrengen, anstatt nur stumpf mit dem Brecheisen zuzuschlagen. Überall im Spiel findet ihr Anspielungen an verschiedene Genres. Der Name des Brecheisens ist beispielsweise ein Easter Egg zu Gordon Freeman aus Half Life. Darunter sind natürlich auch Horrorklassiker wie Resident Evil oder Alone in the Dark, die Inspiration für das Spiel waren. Das merkt man vor allem an der Steuerung und der Kameraperspektive. Es gibt in jedem Raum einen festen Kamerawinkel, von dem aus der Protagonist und der Raum betrachtet wird. Gesteuert wird ganz klassisch mit dem Analog-Stick und die Aktionstasten sind dafür da, verschiedene Aktivitäten, wie Objekte betrachten oder aufnehmen, auszuführen. Der Hauptaspekt besteht darin verschiedene Objekte mit der Umgebung interagieren zu lassen, um einen neuen Gegenstand zu erlangen, einen Gegner zu vertreiben oder in den nächsten Raum zu gelangen.

Spieglein, Spieglein hier im Raum, ich hoffe es ist nur ein Traum.

Dabei solltet ihr aber aufpassen, denn überall lauern Gefahren, die das Leben kosten können und das hat einen hohen Preis. Denn nicht nur die Monster trachten danach, dass ihr den letzten Atemzug nehmt. Es gibt auch verfluchte Gegenstände, die den direkten Tod bedeuten. Ebenso gibt es Räume, die nach dem Betreten verschlossen und erst dann geöffnet werden, wenn eine bestimmte Aktion durchgeführt wurde. Nun kann es sein, dass der richtige Gegenstand noch nicht gefunden wurde und der Priester sein Leben lassen muss. Ist das passiert, hat das Spiel eine eigene Mechanik, um die verbleibenden Leben zu simulieren. Nach dem ersten Tod bekommt ihr eine Flasche mit Engelstränen. Denn um den Priester zu retten, vergießen die Engel ihre Tränen, so landet er in der Zwischendimension und kann von hier aus in einem beliebigen Raum wieder starten. Wenn die Flasche aber voll ist, gibt es kein zurück mehr. Er bleibt in der Dimension gefangen, der Speicherstand ist verloren und das Spiel muss neu begonnen werden.

Grafisch macht das Spiel einen sehr guten Eindruck. Die Voxelgrafik, wie man sie beispielsweise von Minecraft kennt, ist vielleicht nicht jedermanns Sache und doch funktioniert sie sehr gut mit einem Horrorsetting. Besonders die Lichteffekte, wie Kerzenschein und Kaminfeuer, tragen dazu bei, dass das Spiel einen ganz eigenen Stil bekommt. Priester Alexander selbst ist sehr sympathisch dargestellt. Die teils sehr trockenen und von schwarzem Humor durchzogenen Sprüche, die er in verschiedenen Situationen von sich gibt, sind ein guter Kontrast zum ansonsten düsteren Spielgeschehen und bringen so manchen Lacher zum Vorschein. Die sehr gute, englische Synchronisation wertet diesen Aspekt noch einmal auf. Wer der englischen Sprache nicht mächtig ist, der bekommt zumindest deutsche Untertitel, wobei hier die Witze manchmal etwas verloren gehen. Auch die zahlreichen Textstücke, die zu finden sind, wurden alle mit deutschen Texten versehen. Doch auch die restliche Vertonung muss sich nicht in der dunklen Ecke verstecken und ist sehr gut gelungen. Düstere Melodien und gruselige, wenn auch klischeehafte, Geräusche verfeinern die finstere, bedrückende Atmosphäre noch umso mehr.

Redaktionswertung

8

Spiele-Hit

Zum Wertungssystem

Unser Fazit zu The Padre

Meinung von Thomas Kurth
The Padre ist ein sehr guter Vertreter des Oldschool-Survival-Horrors. Vor allem Spieler, die mit den ersten Resident Evil-Teilen oder Alone in the Dark aufgewachsen sind, sollten sehr viel Spaß haben. Das Spiel nutzt viele klassische Horrorelemente, wie Klopfgeräusche oder sich bewegende Gegenstände, um eine tolle Atmosphäre aufzubauen. Abgerundet wird das Ganze durch eine sehr gute Vertonung. Die Tatsache, dass man nach zu vielen Toden das Spiel neu beginnen muss, ist ein guter Anreiz, um viel vorsichtiger mit Gegnern und auch Gegenständen umzugehen. Wer sich an der Voxel-Optik nicht stört und über die aufgesetzte Story und die Ruckler hinwegsehen kann, der wird für etwa 20 € ein paar schöne Stunden zwischen Gänsehaut und Grinsen verbringen.
Mein persönliches Highlight: Der trockene Humor des Priesters Alexander.

Kommentare 4