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Test zu Ostwind: Aris Ankunft - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Ostwind: Aris Ankunft
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
11.04.2019
Vertrieb
EuroVideo, Wild River
Entwickler
Aesir Interactive
Genre
Simulation
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Das beste Pferdespiel auf der Nintendo Switch?

Von Ilja Rodstein () Das Münchener Studio Aesir Interactive war mit Ostwind: Das Spiel bereits vor etwa zwei Jahren auf der Nintendo Switch vertreten. Nun erscheint das zweite Spiel, welches wie der vierte Film den Namen Ostwind: Aris Ankunft trägt. Während der erste Teil noch viele Schwächen im Spielablauf und einige relativ langgezogene Gameplay-Passagen hatte, haben die Entwickler auf die Fans gehört und jede Menge Verbesserungen eingebaut.

Das Charakterdesign wirkt stellenweise unfreiwillig angsteinflößend.

Mehr Fokus auf die Geschichte als im ersten Teil merkt man schon direkt zu Beginn. Die düstere Anfangssequenz zeigt, wie die Protagonistin aus dem ersten Teil Mika von ihrem Pferd Ostwind aus einem großen Feuer gerettet wurde. Mika, die verheerende Brandverletzungen davontrug, wird anschließend in ein künstliches Koma versetzt. An ihre Stelle tritt Ari, die neu auf dem Hof Gut Kaltenbach ist und anfangs zwar nicht so gut mit den Menschen auf dem Hof klarkommt, dagegen aber ziemlich schnell eine vertraute Bindung zu Ostwind aufbaut. Dieser ist durch die Abwesenheit von Mika sehr bestürzt, wird von Ari darüber hinaus aber gerettet, denn die anderen Hofmitglieder behandeln Ostwind alles andere als gut. Im Spielverlauf entwickelt sich die Beziehung von Ari und Ostwind weiter und auch ein Bösewicht entpuppt sich als sehr gefährlich.

Selbst wenn man nicht alle Ostwind-Filme gesehen hat, ist die Geschichte sehr zugänglich und vollständig synchronisiert. Es orientiert sich zwar grundlegend an dem aktuellsten Film, die Entwickler wollten aber dennoch eine eigene Geschichte erzählen. Besonders die Synchronisation ist sehr wichtig, denn junge Spieler wären bei zu viel Text überfordert gewesen. Auch wenn für die Vertonung nicht die Originalstimmen aus dem Film vorstellig wurden, ist diese dennoch gelungen und die Stimmen sehr passend gewählt. Auch an der begleitenden Musik und der Soundkulisse ist nichts auszusetzen, alles wirkt angenehm und passend zum Spielprinzip.

Gut Kaltenbach kann frei mit Ostwind erkundet werden, euch sind keine Grenzen gesetzt.

Dass die Grafik der Nintendo Switch-Version weitaus schlechter ist als auf den anderen Konsolen war zu erwarten. Die Entwickler haben den Schwerpunkt mehr auf ein flüssiges Spielerlebnis als auf eine hochauflösende Optik gesetzt, sind dabei aber womöglich etwas über das Ziel hinausgeschossen. Das Spiel läuft zwar meistens sehr flüssig und Ruckler sind kaum zu bemerken, die Grafik hat jedoch wirklich stark gelitten. Es wirkt so, als wäre das Spiel unfertig veröffentlicht worden – die Bäume, die Objekte, ja selbst die Spielcharaktere sind sehr pixelig und plötzlich auftauchende Gegenstände sind ebenfalls keine Seltenheit. Hier hätte das Team deutlich mehr Arbeit reinstecken sollen, denn im aktuellen Zustand ist das Spiel optisch mehr Fluch als Segen. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass gerade jüngere Spieler wenige Probleme damit haben sollten. Nur erfahrene Zocker, die deutlich hübscheres gewohnt sind, werden mit dieser Optik wohl zu kämpfen haben.

Was dieses Spiel wiederum vom Vorgänger abhebt, ist das Gameplay, das mit deutlich mehr Tiefe ausgestattet wurde. Eine riesige Spielwelt wartet nur darauf, von euch erkundet zu werden. Die Aufträge sind nicht nur die typischen „Gelange in einer bestimmten Zeit von A nach B“-Missionen, die Entwickler haben sich bemüht, viel Abwechslung einzubauen. Die selbst vom jüngeren Publikum ungeliebten Pferde-Wasch-Minispiele aus dem ersten Teil wurden entfernt. Stattdessen sind die Missionen in die große frei erkundbare Welt integriert und können nahtlos nacheinander abgearbeitet werden, es gibt also auch keinen wirklichen Schnitt mit langen Ladezeiten mehr.

Mindestens zehn Spielstunden zum Durchspielen kann der Spieler erwarten, je nach Niveau sogar mehr. In der linken oberen Ecke des Bildschirms kann der Spieler zudem jederzeit sehen, welche Mission derzeit ansteht. Ein Kompass im oberen Teil des Bildschirms hilft bei der Suche nach dem entsprechenden Ziel. Leider werden diese zusätzlichen Funktionen nicht im Spielverlauf erklärt, nur grundlegende Steuerungsmöglichkeiten. Die Steuerung funktioniert im Übrigen präzise und fühlt sich ziemlich flüssig an.

Leider befindet sich das Spiel technisch auf keinem hohen Niveau
Neu ist nicht nur die Möglichkeit, sich zu Fuß zu bewegen, sondern auch Pfeil und Bogen in die Hände zu nehmen. Diese ermöglichen eine neue Art, die Missionen auszuführen. Anfangs dürft ihr noch im Stehen schießen, im späteren Spielverlauf sollt ihr auch beim Reiten bestimmte Ziele treffen. Die Schwierigkeit dazu steigt mit den unterschiedlichen Missionen kontinuierlich an. Die Vorteile daraus, sich zu Fuß bewegen zu können, haben sich mir nicht ergeben. Auf dem Pferd machen die Missionen mehr Spaß, einige Orte können aber nur zu Fuß erreicht werden, weshalb man dann mehr oder weniger über das Spielfeld „rollt“. Die Bewegungsanimation ist nämlich faktisch nicht vorhanden und es sieht sehr merkwürdig aus, wie Ari sich bewegt.

Mika befindet sich zwar im Koma, redet im Verlauf aber trotzdem mit Ari. Wie ist das möglich?

Das größte Problem des Spiels sind aber die zahlreichen Bugs, welche ein echtes K.O.-Kriterium für den Erwerb des Spiels darstellen. Oftmals ist mir Ostwind an bestimmten Stellen hängen geblieben und mir blieb keine andere Möglichkeit, als das gesamte Spiel neuzustarten. Weil mir das nicht nur an einer Stelle passiert ist, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass Kinder darüber sehr frustriert sein würden eine Mission immer und immer wieder zu wiederholen, nur weil das Spiel eine Fehlfunktion hat. Die vielen fliegenden und fehlplatzierten Objekte sind da fast schon nur das i-Tüpfelchen. Auch der erste Patch, der kurz nach dem Release des Spiels ausgespielt wurde, hat wenig geholfen. Die Entwickler müssten ein umfangreicheres Update veröffentlichen, damit diese Probleme behoben werden. Es wirkt so, als hätten die Qualitätstester nur den linearen Pfad der Mission getestet. Ostwind beinhaltet jedoch eine frei erkundbare Spielwelt, man kann als Spieler also überall hin, aber sie ist letztlich leider nicht dafür ausgelegt, dass der Spieler überall hin kann. Der Titel hätte deutlich mehr Entwicklungszeit gebraucht. Damit wäre aber auch der Kinostart des dazugehörigen Films deutlich verfehlt worden, was den Entwicklern einen enormen Zeitdruck verschafft hat.

Redaktionswertung

4

Erträglich

Zum Wertungssystem

Unser Fazit zu Ostwind: Aris Ankunft

Meinung von Ilja Rodstein
Eigentlich hätte ich dem Spiel gerne eine gute Wertung geben, denn es ist das mit Abstand beste Pferdespiel auf der Nintendo Switch. Die technischen Probleme sind allerdings immens und haben mich mehrmals dazu gezwungen, das Spiel neuzustarten. Dies ist ein absolutes Ausschlusskriterium, weshalb ich das Spiel vorerst nicht empfehlen kann. Die Entwickler haben da noch sehr viel Arbeit vor sich, um das Spiel mit zusätzlichen Updates zu stabilisieren. Es ist wirklich schade, denn auch wenn der Titel keine grafische Perle ist, hat sich das Spielprinzip im Vergleich zum ersten Teil ordentlich verbessert. Mein Tipp an die Eltern: Greift lieber zum Vorgänger Ostwind: Das Spiel. Auch dieses hatte anfangs mit technischen Problemen zu kämpfen, die aber nach und nach behoben wurden. Ich denke, dass auch Ostwind: Aris Ankunft irgendwann wesentlich besser laufen wird, jedoch könnte dies noch eine lange Zeit dauern.

Kommentare 7

  • puo Turmritter - 19.04.2019 - 13:12

    Ein großes Update ist für das nächste Wochenende geplant mit vielen neuen Missionen und auch Beheben vieler Fehler. Übrigens: Ein Trick wenn Ostwind stecken bleibt und es ist keine Mission auf Ziet: Absteigen, mit Ari etwas gehen und dann Ostwind rufen. Denn dann respownd Ostwind neu und es geht weiter. Aber das mit dem Gesicht ist wirklich schade. Darum warte ich auf das Update und mache dann einen neuen versuch das zu spielen. Auf dem PC bin ich begeistert und ganz so schlecht finde ich es auf der Switch auch nicht.
  • Masters1984 Matchet1984 - 19.04.2019 - 14:31

    Bitte macht einen Nachtest, nachdem der große Patch da ist.
  • Rocco von Morrashow Turm-Ork - 19.04.2019 - 15:53

    Wenigstens bewerben die das Spiel nicht mit Fake geschönten Bildern.
  • Ilja Rodstein Redakteur - 19.04.2019 - 17:33

    @Rocco von Morrashow Haben die aber beim Vorgänger sogar gemacht
  • link82 Turmbaron - 19.04.2019 - 17:44

    ich bin ein pferdebegeisterter Junge/Mann, aber ich reite lieber weiterhin im RealLife <3

    die OstwindFilme werde ich mir aber vielleicht irgendwann mit meiner Tochter anschsuen sobald sie alt genug idt :)
  • Masters1984 Matchet1984 - 19.04.2019 - 17:54

    @link82
    Die Filme sind wirklich großartig. Ich interessiere mich eigentlich überhaupt gar nicht für Pferdefilme, aber Ostwind ist echt gut umgesetzt worden. Es fehlen leider einige Handlungsstränge aus der Buchvorlage, dennoch sind das echt sehenswerte Filme.
  • Rocco von Morrashow Turm-Ork - 20.04.2019 - 01:34

    @Ilja Rodstein Das war halt das aller erste an was ich gedacht hatte, als ich die verschwommenen Bilder im Eshop sah.
    So sieht man genau wie das Spiel im Endeffekt aussieht. Nicht wie bei diesem Xenon Racer vor kurzem.