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Test zu Bird Game + - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Bird Game +
  • USA USA: Bird Game +
  • Japan Japan: Bird Game +
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
03.05.2019
Vertrieb
Ratalaika Games
Entwickler
Ratalaika Games
Genre
Action, 3D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Dem Himmel so fern

Von Roman Dichter () Frei sein wie ein Vogel, durch die Lüfte schweben und die Sorgen des Alltags in unbedeutender Ferne unter sich zurücklassen – das wünschen wir uns doch alle, oder? Da ist es nur logisch, dass es auch das eine oder andere Videospiel gibt, in dem wir in die Rolle eines fliegenden Wesens schlüpfen dürfen, um das spektakuläre Flugerlebnis zu simulieren, von dem wir sonst nur träumen können. Ob wir in Bird Game + den ersehnten Flug in die Freiheit erleben dürfen oder ob der Vogel doch schmerzhaft gegen eine symbolische Fensterscheibe donnert, wollen wir jetzt im Test herausfinden.

Der schwarzweiße Grafikstil fällt direkt ins Auge.

Dann strecken wir mal die Federn aus und fliegen los. Schnell wird klar: Unser Ausflug beschert uns nicht die grenzenlose Freiheit, die viele von uns mit dem Fliegen verbinden. Tatsächlich haben wir sogar nur äußerst eingeschränkte Bewegungsmöglichkeiten. Der auf dem Bildschirm dargestellte Vogel fliegt – permanent und automatisch. Es gibt keine Möglichkeit sich auf einen Ast zu setzen, nicht einmal einen richtigen „Start“. Wir sind von Anfang an direkt im Vorwärtsflug. Für die Art des Gameplays wäre es fast sinnvoller gewesen, stattdessen eine Art Flugzeug darzustellen, zumal meine erste Assoziation die mit klassischen Flügen in Star Fox war – allerdings ohne jegliche Art von Waffen. Ihr könnt also keine 3D-Umgebung frei erkunden, sondern bewegt euch in einer Art unsichtbarem Schlauch geradeaus voran. Das Ziel ist es dabei, den euch entgegenkommenden Pflanzen, Tieren und Gegenständen auszuweichen.

Grundsätzlich funktioniert das Ganze und ist auch eine Zeit lang unterhaltsam. Allerdings klappt es nicht ganz so gut, wie ich es mir wünschen würde, und damit sind wir beim Thema Steuerung. Positiv ist anzumerken, dass ihr jederzeit per Knopfdruck zwischen Bewegungssteuerung und klassischer Stick-Steuerung wechseln dürft – die Wahl zu haben ist immer super! Ich habe mich schnell für letztere Art und Weise entschieden, wurde aber unterm Strich nicht ganz glücklich damit. Präzise Ausweichmanöver – um die es beim Gameplay von Bird Game + geht – konnte ich gefühlt nicht durchführen. Sicher funktioniert es grundsätzlich, den Vogel in die gewünschte Richtung zu steuern, aber besonders das Navigieren am Rand des erwähnten unsichtbaren Schlauchs fühlt sich doch sehr unpräzise an. Gut, dass eine einzelne Kollision den Vogel noch nicht komplett ins Jenseits schickt, sondern ein gnädiger Energiebalken dafür sorgt, dass die Reise weitergeht.

Auf eurem Flug weicht ihr Hindernissen wie diesen beweglichen Spinnen aus.

Was besonders für den Eindruck einer unpräzisen Steuerung sorgt, ist die Grafik. Diese ist eigentlich wirklich hübsch und kreativ. Dank ihr sticht Bird Game + aus der großen Masse an Spielen aus dem Nintendo eShop heraus, denn der schwarzweiße Zeichenstil ist zwar nicht komplex oder aufwendig, aber strahlt eine gewisse Ästhetik aus, die auch mich im ersten Moment dazu motivieren konnte, mir das Spiel zur Brust zu nehmen. Etwas geschmälert wurde die Freude schon, zumal die dargestellten Objekte, wie windmühlenartig kreisende Blätter oder kleine umherfliegende Käfer, sich häufig wiederholen. Somit weicht die Freude über den einmal etwas anderen Stil nach nicht allzu langer Zeit dem Gefühl der Eintönigkeit. Neben dem rein ästhetischen Empfinden ist da aber auch noch die Auswirkung der Grafik auf das Gameplay. Offensichtlich wurde das Spiel mit einem Fokus auf ansprechende Optik designt, denn die nach und nach aus dem Hintergrund auftauchenden Hindernisse schaffen es nicht, einen guten räumlichen Eindruck zu vermitteln. Zwar werden sie größer, was das Annähern an den Vogel verdeutlicht, doch ein präziser räumlicher Eindruck, wann genau sich beides auf einer Ebene befindet, wird von Bird Game + nicht vermittelt.

Versteht mich nicht falsch, dieser Titel ist nicht unspielbar, aber Schwächen im Gameplay sind nicht zu bestreiten. Hinzu kommt die relative Eintönigkeit des Spielprinzips. Neben dem reinen Ausweichen und damit Überleben gibt es keine Aufgabe für die Spieler. Hin und wieder lassen sich Gegenstände einsammeln, die den Energiebalken auffüllen, ansonsten gibt es keine Sammelaufgaben und zu entdeckende Geheimnisse halten sich sehr in Grenzen. Auch gibt es nur drei Levels, die aber immerhin nicht ganz kurz ausfallen. Zum Glück passiert ihr hin und wieder Checkpoints, denn die eine oder andere Stelle könnte sonst auch zu leichtem Frust führen. Beispielsweise bin ich durch einen hohlen Baumstamm geflogen, an dessen Ende aber keine Öffnung zu finden war, sondern ein Pfeil nach links deutete. Das „Vogel-gegen-Fensterscheibe“-Prinzip brachte mich zurück zum letzten Checkpoint. Mein Gedanke war dann, dass man wohl in letzter Sekunde eine scharfe Linkskurve fliegen müsse, um elegant durch eine versteckte Öffnung zu gelangen. Nach einigen weiteren Fehlversuchen wurde mir dann klar, dass der Pfeil wohl lediglich ein Hinweis sein sollte, beim nächsten Versuch gar nicht in den Baumstamm zu fliegen, sondern links daran vorbei. Solche Sackgassen, die zwangsläufig mit dem Ableben enden, halte ich für eine schlechte Entscheidung der Entwickler – ein Beispiel für das nicht wirklich überzeugende Leveldesign.

Die Bossgegner wie dieser Frosch bieten eine gelungene Abwechslung.

Doch bevor jemand behauptet, in diesem Test würde nur gemeckert, kommen wir doch zu etwas Positivem: An jedem Levelende erwartet euch ein Bosskampf. Diese Auseinandersetzungen sind echte Highlights und sorgen für gute Abwechslung. Beispielsweise müsst ihr es mit einem Frosch aufnehmen, der euch mit seiner klebrigen Zunge ans Gefieder will und mit Sprüngen ins Wasser gefährliche Wellen erzeugt. Etwas mehr Kreativität dieser Art in den Levels vorher hätte dem Spiel gutgetan. Wer nach den drei Abschnitten noch nicht genug von Bird Game + hat, darf die Spielzeit in einem Endlos-Modus beliebig in die Länge ziehen, es erneut in einem schwierigeren Modus schaffen oder eine Handvoll von Herausforderungen abhaken. Letztere beziehen sich aber darauf, Level und Bosse in verschiedenen Schwierigkeitsgraden zu überstehen, sind also letztlich nichts Besonderes. Gleiches gilt wohl auch für Online-Bestenlisten, in denen ihr eure Zeit für das Beenden der Level mit anderen vergleichen könnt.

Die musikalische Untermalung hält sich eher ruhig im Hintergrund, sorgt mit ihren durchaus gelungenen Klängen entspannender Art gemeinsam mit dem oben besprochenen Grafikstil, dem ich auf Dauer dann aber doch einen Hauch Farbe gewünscht hätte, für eine insgesamt gelungene Atmosphäre. Technisch gibt es keine fatalen Fehler zu vermelden, aber gerade der Übergang zwischen zwei Levels ist schon etwas zweifelhaft gelöst. Anstelle eines Ladebildschirms friert das Bild für eine Weile ein, sodass man meinen könnte, dass die Konsole abgestürzt sei. Gäbe es keine Bossgegner, würde ich auch kaum merken, dass inzwischen ein neues Level erreicht ist, zumal es auch keine entsprechenden Einblendungen oder Ähnliches gibt. Doch auch das ist nur eine Randnotiz, die verdeutlicht, dass wir ein nettes kleines Spiel mit guten Ansätzen besprechen, das aber in vielerlei Hinsicht nicht wirklich überzeugen kann.

Redaktionswertung

4

Erträglich

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Unser Fazit zu Bird Game +

Meinung von Roman Dichter
Bird Game + fällt durch seinen herausstechenden, wie live gezeichnet wirkenden Grafikstil ins Auge, der wirklich nett gemacht ist, auf Dauer dann aber doch etwas eintönig wirkt und dem Farbe nicht wirklich geschadet hätte. Das Gameplay kann wegen seiner unpräzisen Steuerung und seiner Abwechslungsarmut weniger überzeugen. Während ihr in schlauchförmigen Levels Hindernissen ausweicht, fühlt ihr euch nicht wirklich frei wie ein Vogel. Nach nur drei Levels ist der Spaß auch schon vorbei, was mir persönlich dann auch gereicht hat. Wer anders empfindet, wird sich aber über eine Verlängerung der Spielzeit im Endlos-Modus freuen. Besonders die gelungenen Bossgegner bringen Abwechslung ins Spiel, sodass ich phasenweise doch ganz gut unterhalten wurde. Unterm Strich konnte mich Bird Game + aber nicht überzeugen, da wirken andere kleine Titel einfach ausgereifter und bieten ein runderes Spielerlebnis.
Mein persönliches Highlight: Die Bossgegner bringen zumindest im übertragenen Sinn Farbe ins Spiel.

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