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Test zu Thief Simulator - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Thief Simulator
  • USA USA: Thief Simulator
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
16.05.2019
Vertrieb
Forever Entertainment
Entwickler
Forever Entertainment, Noble Muffins
Genre
Adventure, 3D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Ein diebischer Spaß

Von Kevin Franke () Der Indie-Titel Thief Simulator, welcher vom polnischen Entwickler Noble Muffins stammt, konnte schon bei seiner Erstveröffentlichung Ende 2018 auf Steam für Aufmerksamkeit sorgen. Ein Spiel, das dem geneigten Spieler in einem Open World-Setting die Möglichkeit bietet, sich ein Leben als Dieb vorzustellen und spielbar zu machen, ist mir in der Form noch nicht untergekommen. Thief Simulator wirkt wie eine spielgewordene GTA-Mission, in der man ein Haus ausrauben muss. Um solch ein Konzept interessant zu gestalten, kommt es natürlich auf die Details an, doch man hatte bei Noble Muffins anscheinend ein erschreckend gutes Verständnis davon, was das Diebesleben so ausmacht. Wie gut, das erfahrt ihr in unserem folgenden Test zum Spiel.

Gewusst wie!

Schon nach den ersten Diebeszügen wird klar, dass es in Thief Simulator auch genau darum geht. Auf eine tief gehende Handlung wurde hier ganz im Sinne des Gameplays verzichtet. Euer Charakter heißt Buchstäblich "The Thief" und der hat nun mal nur eines im Sinn: Raubüberfälle. Was die Spielwelt angeht, solltet ihr zudem nicht die Ausmaße eines üblichen Open-World-Spiels erwarten, vielmehr bewegt ihr euch in einer Handvoll von Nachbarschaften voller ahnungsloser Bürger, die nur darauf warten, beklaut zu werden. Doch selbst wenn die Welt nicht riesig ist, könnt ihr euch innerhalb der gesteckten Grenzen nach Lust und Laune austoben und es werden euch erstaunlich viele Möglichkeiten geboten, mit der Spielwelt zu interagieren.

Die Simulation wird ausschließlich in der Ich-Perspektive gespielt und ihr werdet am Anfang langsam mit den leicht zu erlernenden Mechaniken des Spiels vertraut gemacht. Müsst ihr anfangs noch mit einem Brecheisen ein Fenster zerschlagen und ein paar Wasserkocher und Töpfe stehlen, so lernt ihr später, einfache Schlösser zu knacken und euch damit Zugang zu Häusern zu verschaffen, ohne viel Lärm zu machen. Ist das einmal erlernt, erhaltet ihr mit der Zeit auch das nötige Equipment, um ein Haus auszuleuchten, die Bewohner zu markieren, um ihre Routinen auszuspähen und mit sperrigeren Gegenständen wie zum Beispiel einem Fernseher unbemerkt davonzukommen.

Thief Simulator bietet eine Menge solcher Kleinigkeiten und leistet eine sehr gute Arbeit, sie euch in einem motivierenden Tempo vorzustellen. Nach und nach öffnet sich das Spiel für euch immer mehr und zeigt euch die Vielzahl an Optionen auf, mit denen ihr euch als Dieb durchschlagen und mit der Zeit professionalisieren könnt. Erledigt ihr euren Job anständig, erhaltet ihr dadurch wertvolle Erfahrungspunkte, mit denen ihr eure Fähigkeiten verbessern könnt. Dieses System macht nicht nur bei besserer Ausrüstung halt, euer Körper ist ein wichtiges Gut und die Erfahrungspunkte sind auch hier gut angelegt, um etwa höhere Zäune erklimmen zu können. Das Stehlen von Gegenständen und der Verkauf im örtlichen Pfandleihgeschäft bringt euch dann auch das nötige Kleingeld, um euch von einem dubiosen Informanten sogar wertvolle Informationen über bestimmte Orte zu erkaufen. So erfahrt ihr beispielsweise, ob eine bestimmte Immobilie über Kameras verfügt. Das Gleiche gilt für eure Ausrüstung. Ihr könnt zum Beispiel Minikameras platzieren oder Glasschneider kaufen. Das Beste an Thief Simulator ist, dass ihr eure eigenen Methoden entwickeln könnt, die eurer favorisierten Herangehensweise beim Hausraub am ehesten entsprechen. Schnell wird klar, dass man das ursprüngliche Konzept konsequent zu Ende gedacht hat, euch das Gefühl zu vermitteln, tatsächlich in die Rolle eines Diebes zu schlüpfen.

Da ist keine Nachbarschaft mehr sicher.

Natürlich ist erst dann für echte Spannung gesorgt, wenn auch die Gefahr besteht, erwischt zu werden. Habt ihr die Bewohner eines Hauses markiert, könnt ihr den Bewegungsablauf der Silhouetten verfolgen. Spannend wird es dann, wenn sich diese genau dann nähern, während ihr gerade dabei seid, die Schränke auszuräumen, denn dann heißt es schnell in Deckung zu gehen. Doch es wird der Moment kommen, wo ihr erwischt werdet. Löst ihr beim Einschlagen eines Fensters versehentlich die Alarmanlage aus oder lasst euch auf offener Straße mit einem gestohlenen Fernseher sehen, kriegt ihr es mit der Angst zu tun. Natürlich spielt auch die Polizei eine große Rolle in Thief Simulator und hier gilt es, genauso geschickt bei der Flucht zu sein, wie bei einem Einbruch. Die naheliegendste Wahl wäre ein Auto, mit dem ihr eure Verfolger abschütteln könntet, doch hier offenbart sich leider eine kleine Schwäche des Spiels. Wie sich herausstellt, ist Thief Simulator kein Fahrsimulator. Die Steuerung von Fahrzeugen ist sehr schwammig und nur allzu häufig hat mich dieser Umstand um meine harte Arbeit gebracht. Der Polizei mit einem Auto zu entkommen, kann tatsächlich frustrierend sein. Glücklicherweise kann man jedoch auch zu Fuß flüchten und sich in der nächstgelegenen Mülltonne verstecken, bis sich die Lage beruhigt hat. Das beste Gegenmittel gegen solche Unannehmlichkeiten ist es, sich einfach nicht erwischen zu lassen, und Thief Simulator bietet euch dazu genügend Möglichkeiten.

Auch wenn Thief Simulator insgesamt einen guten Eindruck hinterlässt, sind einige Schwächen nicht von der Hand zu weisen. Die einfachen Charakter-Designs, das verbesserungswürdige Handling der Fahrzeuge und die begrenzte Auswahl an Nachbarschaften lassen den Schluss zu, dass wie schon bei der Story weniger Wert auf Optik und Performance gelegt wurde als auf das Gameplay. Doch selbst wenn das vonseiten der Entwickler so beabsichtigt war, hätte es in der Hinsicht doch ein bisschen mehr sein dürfen. Performance-Einbußen dürften demnach auch weniger auf die Portierung für die Nintendo Switch zurückzuführen sein, als auf das Spiel selbst. Die gute Nachricht ist, dass Nintendo Switch-Besitzer zumindest ein ähnliches Erlebnis präsentiert bekommen, wie bei der PC-Version.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

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Unser Fazit zu Thief Simulator

Meinung von Kevin Franke
Als kurzfristiger Zeitvertreib macht Thief Simulator durchaus viel Spaß. Verbringt man aber erstmal ein paar Stunden mit dem Spiel, stellt man fest, dass sich bestimmte Muster mit der Zeit wiederholen. Doch der Nervenkitzel, wenn man seine neue Ausrüstung das erste Mal ausprobiert und ein noch unbekanntes Szenario studieren muss, um an wertvolle Gegenstände zu kommen, wirkt bei mir auch jetzt noch positiv nach. Schade, dass sich das wirklich solide Gameplay nach längerer Zeit etwas verbraucht. Hinzu kommen ein paar Design- und Performance-Schwächen, die Thief Simulator leider nicht ganz zum Spiele-Hit machen.

Kommentare 3

  • Loco4 ❣ 8-bit era ❣ - 22.05.2019 - 09:17

    Klasse! :)
    da werden sich meine nachbarn freuen, wenn ich zukünftig nicht mehr bei ihnen einbreche, sondern das gemütlich auf der couch mit meiner switch erledigen kann! :thumbup:
  • Pyro Ranger Dekiru koto ga dekiru - 22.05.2019 - 09:36

    Danke für den Test. ^^ Ein wenig reizt mich das Spiel. Mal schaun ob ichs mir noch irgendwann mal zulege, im Moment bin ich anderweitig aber noch beschäftigt
  • Splatterwolf Weg seit 1889 - 22.05.2019 - 09:38

    Solche Spiele laufen immer mehr schlecht als recht auf der Switch. Ich hab mir da mal Guts & Glory geholt und das war ein fps-Fiasko. Vermutlich sollte man so ein Game eher auf dem PC spielen.