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Test zu Koral - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Koral
  • USA USA: Koral
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
16.05.2019
Vertrieb
Carlos Coronado
Entwickler
Carlos Coronado
Genre
Adventure, Puzzle, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Ein Spiel zum Eintauchen

Von Daniel Kania () Es ist ein gewöhnlicher, trüber Wochentag. Man kommt geschafft nach Hause. Nicht unbedingt, weil die eigene Arbeit anstrengend war, sondern weil man der immer gleichen Arbeit müde geworden ist. Man sehnt sich nach Abwechslung und Entspannung. Man will eintauchen und sich ablenken. Und „eintauchen“ ist bei diesem Spiel auch schon das richtige Stichwort.

Licht aus und Rollo runter. Nintendo Switch an und Füße hoch. Ich lande in einem simplen Menü, starte ein Neues Spiel und schon beginnt meine Reise in die Tiefen unserer Erde. Koral heißt das Spiel und wenn ihr Titel wie Abzû oder auch Endless Ocean kennt, dann könnt ihr euch bereits gut vorstellen, mit welcher Art Spiel wir es hier zu tun haben. Koral gehört eindeutig zu den Erfahrungen, die man möglichst ungestört erleben sollte. Wer also vorwiegend im Handheld-Modus spielt, der darf ruhig auch einmal seine Kopfhörer einstöpseln.

Der Anfang des Spiels. Direkt erfährt man von den Untaten der Menschheit.

In Koral macht ihr euch auf, um verschiedene wundersame Umgebungen unserer noch so unbekannten Unterwasserwelt auf der Erde zu erkunden. Von einer echten „Spielfigur“ ist hier weit und breit nichts zu sehen. Stattdessen steuert ihr ein undefiniertes Etwas, das ich stets als Strömung interpretiert habe. Steht ihr still, ist euer steuerbarer „Unterwassergeist“ sogar förmlich unkenntlich. Warum? Na, weil es hier nicht um euch geht, sondern um unsere Welt.

Die Umgebungen sind das A und O von Koral. In bildhübscher Optik präsentieren sich die verschiedensten Unterwasserwelten und Lebensbereiche von Fischen, Quallen, Korallen und mehr. Verwendet werden hier hauptsächlich Silhouetten beziehungsweise Umrisse von echten Objekte. Nur an bestimmten Stellen sieht man mehr Einzelheiten. Das gibt dem Ganzen einen eigenen Look, der für derartige Spiele mittlerweile auszeichnend geworden ist.

Besonders eindrücklich wird die Szenerie durch die spektakulären Licht- und Schattenspielchen sowie Partikeleffekte. Während sich das Gameplay lediglich in der zweiten Dimension abspielt, wird die Spielewelt dreidimensional dargestellt. Es ist, als würde seitlich in ein Aquarium reingesehen werden. Damit lassen sich nahe der Kamera zahlreiche liebevolle, wunderschöne Details erkennen. Und wenn etwas die Sonnenstrahlen verdeckt, so verdunkelt sich auch eure gesamte Ansicht. Mit Ruhe in einem abgedunkeltem Zimmer ist die Immersion hervorragend. Auch die musikalische Untermalung ist meistens gut getroffen und kann für Gänsehaut-Momente sorgen.

Jetzt muss allerdings betont werden, dass Koral nicht bloß ein „Walking-Simulator“ ist. Ihr bewegt den Stick nicht nur andauernd nach rechts, schaut euch die hübschen Orte an, macht ein paar Screenshots davon und vorbei ist die Spielerfahrung. Nein. Dahinter verbirgt sich tatsächlich auch ein Puzzle-Spiel. Immer wieder werdet ihr Levelabschnitte erreichen, wo es für euch erst einmal nicht weiter geht. Eine Wand von giftiger Substanz verhindert den weiteren Fortschritt. In solchen Fällen gilt es, sich in der näheren Umgebung umzusehen und nach roten Energiequellen zu suchen. Habt ihr die ausreichende Menge gefunden, könnt ihr verkommenen Riffs wiederherstellen, welche schließlich die Giftwand beseitigen.

Obwohl sie ähnlich sind, unterscheiden sich Bereiche oftmals durch den Farbton.

Praktisch jeder Bereich, der eure grauen Zellen fordern will, beruht auf dieser simplen Formel. Spätere Level fügen zusätzliche Rätsel-Bausteine hinzu, etwa maritime Pflanzen, welche euch schneller machen, Algen-Schalter, die Konstrukte bewegen, und besondere Lichter, die nur mit Fingerspitzengefühl unter einem Zeitlimit erlangt werden können. Die Lernkurve ist nicht besonders steil und viele Umgebungspuzzle sind leicht zu durchschauen. Schwieriger, manchmal leider auch etwas frustrierend, wird es jedoch beim Bewältigen der Herausforderungen. Die Steuerung der Strömung ist gerne einmal etwas fummelig. Gerade dann, wenn ihr an Tempo zunehmt, ist ein Kontrollverlust nicht selten.

Lobenswert an der Stelle sind aber die verschiedenen Optionen in den Spieleeinstellung und die Tatsache, dass das Spiel auch nur allein mit einem Stick gespielt werden kann. Hier wurde explizit auf Zugänglichkeit geachtet, um Menschen mit Behinderungen nicht zu benachteiligen. Klasse Sache!

Im Laufe eures, zugegebenermaßen recht kurzen, Abenteuers durchstreift ihr mehrere Kapitel, seht verschiedene Umgebungen der Tiefen und lernt dabei vielleicht sogar etwas Neues. Immer wieder lassen sich besondere Stellen in der Spielelandschaft finden, bei denen ein Informationstext auftaucht. Koral versucht also nicht nur, euch audiovisuell die Unterwasserwelt näherzubringen, sondern erklärt anhand mehrerer Texte auch vor allem, wie die Menschheit diese allmählich zerstört. Das Spiel kann als Weckruf an alle Menschen verstanden werden, unsere kostbaren Meere zu schützen. Spätestens nach dem Spielen von Koral werdet auch ihr davon überzeugt sein, dass der Erhalt der Tiefseewelt erstrebenswert und nötig ist.

Koral wurde von einer kleinen Gruppe auf einem Boot entwickelt. Man tauchte durch das Meer, um Referenzmaterial zu sammeln, welches für das Projekt verwendet werden könnte. Koral ist nicht nur ein Liebesbrief an das Leben im Wasser, sondern auch eine Kritik an die Taten von uns Menschen. Wenn euch die Entstehung des Spiels interessiert, schaut euch doch das „Making of“-Video an.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

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Unser Fazit zu Koral

Meinung von Daniel Kania
Kurz und knackig zeigt sich die Unterwasserwelt von Koral. Puzzle- und Erkundungs-Gameplay wird hier von atemberaubender Optik und toller musikalischer Untermalung unterstützt. Die Rätsel sind nie besonders fordernd, sorgen aber für einen angenehmen Spielefluss, der nur durch gelegentliche Schwierigkeiten mit der fummeligen Steuerung gestört wird. Auf der Reise erfährt man zudem ein bisschen etwas über die Tiefseewelt und wie wir Menschen dieser schaden. Dabei wird man mit teils erschreckenden Fakten konfrontiert, welche als Weckruf dienen sollen und die allgemeine Botschaft des Spiels formen. Rettet die Ozeane!
Mein persönliches Highlight: Die letzten Minuten des Spiels sind besonders erinnerungswürdig. Absolute Gänsehaut!

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