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Test zu Selma and the Wisp - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Selma and the Wisp
  • USA USA: Selma and the Wisp
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
31.05.2019
Vertrieb
Ultimate Games
Entwickler
Toucan Studio
Genre
Platformer, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Fang das Licht!

Von Thomas Kurth () Das Beet der Indie-Spiele ist auf der Nintendo Switch bereits reich bepflanzt. Es ist schwer den Überblick über die Spiele zu behalten, die nicht dem AAA-Segment angehören. Mit einzigartigen Konzepten oder Anlehnungen an bekannte Spiele möchten sich viele Titel beweisen. Darunter auch die französischen Entwickler von Toucan Studio, die nun ihr düsteres Erstlingswerk, das bereits 2016 für den PC erschien, auf die Nintendo Switch bringen. Eine ehrenvolle Verbeugung vor der Inspiration Limbo oder doch nur eine Kopie ohne eigene Seele? Finden wir es gemeinsam heraus.

In der Dunkelheit lauert die Gefahr!

Der Spieleinstieg findet sehr schnell und ohne effektreiche Filmsequenzen statt. Wir sehen die kleine Selma, wie sie ängstlich in ihrem Bett liegt. Unter ihrem Bett lauern Monster, die nur darauf warten sie zu schnappen, wenn sie aus dem Bett aufsteht. Doch es gibt Hoffnung, denn ein kleines Irrlicht eilt zur Hilfe und befreit Selma von den Ungeheuern, die unter ihr auf sie warten. Selma ist zwar ängstlich, doch dem kleinen, blau funkelnden Irrlicht traut sie und läuft ihm blind in den großen, gruseligen Wandschrank nach. Und hier beginnt das Abenteuer der kleinen Selma und ihrem Irrlicht.

Jetzt fahr'n wir übern See, übern See...

In einem kurzen Tutorial werdet ihr in die Grundlagen des Spiels eingeführt. Hier seht ihr auch gleich die Besonderheit des Spiels. Denn ihr steuert nicht Selma direkt, sondern fliegt mit dem Analog-Stick das kleine Irrlicht durch die Umgebung. Da die Protagonistin so angetan von diesem kleinen Funken ist, folgt sie ihm auf Schritt und Tritt. Selbst das Erklimmen von Vorsprüngen und das Herabspringen von Abgründen ist kein Problem für die sportliche Selma. Doch die Welt, in die sich die Zwei da begeben haben, ist gefährlich und überall lauern tödliche Fallen, die nur darauf warten zuzuschnappen. Hierfür kann das leuchtende Lichtlein per Knopfdruck seine Farbe auf rot ändern und Selma weiß, dass sie sich nicht mehr von der Stelle bewegen soll. So können die vielen Rätsel gelöst werden, die sich auf dem Weg befinden, ohne Selma zu gefährden. Und doch macht es euch das Spiel nicht einfach, denn alles geschieht unter Zeitdruck. Denn das Licht der Kugel erlischt immer mehr und mehr und hüllt die Umgebung in tiefste Dunkelheit. Glücklicherweise schweben überall kleine Orbs durch die Gegend, die aufgesammelt werden können. So wird die Leuchtkraft, die durch eine Leiste am oberen Bildschirm dargestellt wird, immer wieder etwas aufgefüllt, und Selma bleibt am Leben.

Denn auch Selma kann sterben, wenn die Dunkelheit sie umgibt. Ein Herz in der rechten, oberen Ecke des Bildschirms zeigt ihren aktuellen Zustand an. Ist es rot, geht es eurer Freundin gut, wenn es allerdings seine Farbe in Richtung schwarz verändert, ist es Zeit, sich ihr wieder zuzuwenden. Auch wenn ihr euch zu weit entfernt, bekommt sie Angstzustände. Das erkennt ihr auch am Wimmern und Stöhnen, das Selma dann von sich gibt. Sobald es ihr wieder besser geht, könnt ihr euch wieder dem aktuellen Rätsel zuwenden, die mit der Zeit immer kniffliger werden und doch immer lösbar sind.

Das Leben ist ein Hamsterrad, kleine Selma.

Zum Lösen der Rätsel benötigt ihr immer mal Gegenstände, die das kleine Irrlicht mit sich herumtragen kann. Doch es ist ihm nur möglich einen einzigen Gegenstand gleichzeitig zu tragen. Das sonst so friedliche Irrlicht kann allerdings auch ganz anders. Per Knopfdruck könnt ihr es explodieren lassen. Damit lassen sich unüberwindbare Felsen oder Kisten einfach aus dem Weg sprengen. Die kleine Selma wird dabei aber nicht ernsthaft verletzt, sollte sie einmal getroffen werden. Jedoch solltet ihr sparsam mit den Explosionen umgehen, denn jedes Mal verliert ihr damit einen Teil eurer Leuchtkraft. Nach zwei bis drei Stunden voller Hirn-anregender Rätsel, kommt das Abenteuer auch schon zu seinem Ende. Einen wirklichen Wiederspielwert hat das Spiel leider nicht, da es keine sammelbaren Gegenstände oder alternative Enden gibt.

In Sachen Grafik macht nicht nur Selma sondern das ganze Spiele eine sehr gute Figur. Die Charaktere und Umgebungen sind in einem groben, minimalistischen Polygon-Stil gehalten. Die Animationen sind dabei flüssig und schön anzusehen. Die physikalischen Verhaltensweisen von Gegenständen, wie Ketten, die man beiseiteschieben muss oder Steinen, die herunterfallen, sind plausibel dargestellt. Die Farbpalette beschränkt sich dabei hauptsächlich auf dunkle Farben, die der düsteren Atmosphäre sehr zugute kommen. Auch die abwechslungsreiche aber sehr bedrückende Musik steigert diese Stimmung noch zusätzlich.

Leider sind hin und wieder ein paar kleine Fehler aufgetreten. So blieb Selma beispielsweise vertikal, beim Klettern, an einer Kante hängen, konnte nicht mehr weiterlaufen und ich musste vom letzten Checkpoint neu starten. Da diese aber sehr großzügig gesetzt sind, wird der Spielspaß nicht so sehr gedrückt.

Redaktionswertung

8

Spiele-Hit

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Unser Fazit zu Selma and the Wisp

Meinung von Thomas Kurth
Dass Selma and the Wisp ganz klar eine Anlehnung an Limbo ist, lässt sich schwer bestreiten. Schon allein der grafische Stil ist dem sehr ähnlich. Und doch schafft es der Entwickler etwas eigenes zu Erschaffen. Die Tatsache, dass man die Protagonistin nur indirekt steuert und ständig aufpassen muss, dass ihr nichts passiert, gibt dem Spiel eine ganz eigene Note. Die vielen Rätsel bringen das Hirn zum Kochen und lassen euch auch so manchmal scheitern. Die grafische Darstellung, gepaart mit der Musik, passt sehr gut in das Setting und ergibt eine düstere Stimmung. Die kleinen Fehler sind zwar ärgerlich, können durch die gut gesetzten Checkpoints aber etwas ausgebügelt werden. Zudem hätte das Spiel auch gern noch ein bis zwei Stunden länger gehen können.
Mein persönliches Highlight: Die düstere Atmosphäre.

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