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Test zu Timespinner - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Timespinner
  • USA USA: Timespinner
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
04.06.2019
Vertrieb
Chucklefish
Entwickler
Lunar Ray Games
Genre
Adventure, Action, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 2 - Online: 0
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Auf den Spuren der 90er

Von Kevin Franke () In Timespinner schlüpft ihr in die Rolle von Lunais, einer talentierten jungen Magierin. Um ihren Clan vor möglichen Gefahren schützen zu können, wird Lunais zur Zeithüterin ausgebildet. Das Zeitportal ermöglicht es bestimmten Menschen zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her zu reisen. Ausgerechnet an ihrem Geburtstag taucht plötzlich der Imperator Nuvius aus dem Reich Lachiem auf, der besessen von diesem Portal ist. Es kommt zu einem Konflikt, bei dem nicht zur das Zeitportal zerstört wird, sondern auch die Mutter von Lunais auf tragische Weise ums Leben kommt. Nur Lunais konnte sich noch rechtzeitig in das Portal retten und wird daraufhin nach Lachiem geschickt, wo sie Rache an Nuvius schwört.

Lunais bei ihrem verzweifelten Versuch, das Portal vor der Zerstörung zu retten und die nahende Katastrophe abzuwenden.

Die große, miteinander verbundene Weltkarte wird durch eine dichte und gut realisierte Hintergrundgeschichte ergänzt. Dabei wird euch diese nicht aufgezwungen, sondern entfaltet sich nach und nach über sammelbare Dokumente, die Erinnerungen enthalten. Gerade Komplettisten werden es genießen, diese aufzuspüren und damit tiefer in die Welt von Timespinner einzudringen. Für den Erkundungsdrang ist damit auf alle Fälle gesorgt.

Optional gibt es noch andere Aufgaben, die sich hauptsächlich darum drehen, eine Beziehung zu einer kleinen Gruppe von Soldaten aufzubauen. Die Interaktionen mit diesen Soldaten helfen dabei, dem fremden und sonst menschenleeren Reich Lachiem ein Gesicht zu geben. Timespinner erfüllt mit einer sehr verschachtelten Welt, fantastischer Pixel-Grafik und einem ordentlichen Soundtrack zudem die Mindestanforderungen eines Metroidvanias und machen das Spiel damit zu einem akzeptablen Genrevertreter. Es ist aber auch festzustellen, dass Timespinner in den angesprochenen Punkten nicht zu jeder Zeit brilliert. Stimmungsvolle Gebiete wechseln sich an der ein oder anderen Stelle mit eintönigen Bereichen ab und auch wenn die Grafik zu überzeugen wusste, habe ich mich etwas am Design der Charaktermodelle gestört, die immer dann zum Vorschein kommen, wenn Textboxen mit Dialogen eingeblendet werden und optisch nicht so recht zum Rest des Spiels passen wollten. Man muss dem Spiel aber zugutehalten, dass es mit einer ausgefallenen Zeitreise-Mechanik und der originellen Geschichte versucht, eine eigene Identität zu entwickeln und über weite Strecken auch Erfolg damit hat. Was die Spielzeit angeht, bewegt sich Timespinner mit runden zehn Stunden eher am unteren Ende des Spektrums. Wer allerdings den Drang verspürt, die Spielwelt gründlich zu erkunden und tiefer in die Geschichte einzutauchen, wird mit verschiedenen Endsequenzen belohnt. Außerdem sorgen nach Beenden des Spiels das New Game Plus und ein höherer Schwierigkeitsgrad für einen erhöhten Wiederspielwert.

Die Zeitmanipulation kann äußerst hilfreich sein und macht dazu auch Spaß.

Wer hauptsächlich auf Action- und Platformer-Elemente Wert legt, kommt mit Timespinner auf jeden Fall auf seine Kosten. Wie schon erwähnt, sind die Handlungsstränge insgesamt unaufdringlich und lassen so genug Raum für die, die auf durchgehend solides Gameplay hoffen. Die Welt ist voller Power-ups und hält ein ähnliches Level-up-System bereit, wie seiner Zeit die beiden Perlen Castlevania: Aria of Sorrow und Castlevania: Harmony of Dissonance.

Lunais kämpft mit einem Paar schwebender Kugeln, die magischen Orbs. Während eures Abenteuers werdet ihr verschiedene Arten von Orbs entdecken und könnt diese aufwerten und zu mächtigen Angriffen kombinieren. Im Menü könnt ihr zu jeder Zeit drei Orbs ausrüsten und diese über die Schultertasten schnell und unkompliziert wechseln. Bestreitet ihr viele Kämpfe, wird so nicht nur euer Charakter stärker, auch die ausgerüsteten Orbs gewinnen an Kraft. Da eure Gegner oft bestimmte Resistenzen aufweisen können, ist die Wahl eurer Orbs sehr wichtig. Doch es macht auch unglaublich viel Spaß, die Kräfte neuer Orbs freizusetzen und verschiedenste Typen von Attacken über den Bildschirm fliegen zu sehen. Noch dazu könnt ihr euch mit mysteriösen Kreaturen namens Familiars befreunden und diese trainieren. Es ist für einen zweiten Spieler sogar möglich, die Kontrolle über solch einen Familiar zu übernehmen, um euch im Kampf zur Seite zu stehen. Sicherlich eine interessante zusätzliche Komponente.

Um euren Gegnern stets einen Schritt voraus zu sein, erlernt Lunais auch ständig neue Möglichkeiten, sich fortzubewegen. Zu dem standardmäßigen Dash, den wir ebenfalls aus der Castlevania-Reihe kennen, gesellt sich später der obligatorische Doppelsprung, oder die Fähigkeit, kurzeitig zu gleiten. Eine der wichtigsten Mechaniken dürfte aber ganz klar das kurzzeitige Einfrieren der Zeit sein. Setzt ihr diese Fähigkeit ein, könnt ihr euch damit zum Beispiel einen Vorsprung gegenüber euren Feinden verschaffen, während diese bewegungsunfähig sind. Vor allem bei Bosskämpfen kann dies äußerst hilfreich sein. Leider wird diese Mechanik eher selten genutzt, um das eigentliche Gameplay aufzuwerten. Nur selten wird das Einfrieren der Zeit benötigt, um an einer bestimmten Stelle im Spiel weiterzukommen. Hier haben sich die Entwickler die Möglichkeit entgehen lassen, eine wirklich innovative Idee konsequent umzusetzen.

Redaktionswertung

8

Spiele-Hit

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Unser Fazit zu Timespinner

Meinung von Kevin Franke
Timespinner hat im Grunde nur eine wirkliche Schwäche: Es ist nur „gut“. Gerade im Genre der Metroidvanias, das so gut auf der Nintendo Switch repräsentiert ist, hat es ein Spiel besonders schwer, sich durch Einzigartigkeit auszuzeichnen. In gewisser Weise machen einige andere Spiele dieser Art es in vielen Punkten dann doch noch etwas besser als Timespinner. Und dennoch kann man dem Spiel nicht absprechen, dass es über weite Strecken sehr viel Spaß macht – es ist schön anzusehen, hat eine ansprechende Geschichte und besticht durch ein anspruchsvolles Kampfsystem. Und in einem Punkt weiß sich Timespinner dann doch ganz besonders hervorzuheben: Es ist eine liebevolle Umsetzung von Action-Platformern der 90er-Jahre, und genau diese sucht man auf der Nintendo Switch dann doch meist vergeblich. Ich habe mich sehr gefreut, mal wieder in den Genuss eines solchen Spiels zu kommen.

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