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Test zu Persona Q2: New Cinema Labyrinth - Nintendo 3DS

  • Deutschland Deutschland: Persona Q2: New Cinema Labyrinth
  • USA USA: Persona Q2: New Cinema Labyrinth
  • Japan Japan: Persona Q2: New Cinema Labyrinth
Plattform
Nintendo 3DS
Erscheinungsdatum
04.06.2019
Vertrieb
Atlus
Entwickler
Atlus
Genre
RPG
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Ein würdiger letzter Titel für die Nintendo 3DS-Familie

Von Thomas Steidle () Persona war lange Zeit eine Reihe, die es ausschließlich auf Sony-Konsolen gegeben hat. Diese Regel wurde gebrochen, als 2014 Persona Q: Shadow of the Labyrinth für Systeme der Nintendo 3DS-Familie erschienen ist. Mittlerweile ist auch Teil 2 namens "New Cinema Labyrinth" erhältlich, nachdem es bereits letztes Jahr in Japan veröffentlicht wurde. In diesem Spiel oder besser gesagt in dieser Spin-Off-Reihe kommen alle möglichen Persona-Charaktere aus Persona 3, 4 und 5 zusammen und erleben gemeinsam eine völlig neue Geschichte. Wie sich das Abenteuer so schlägt, erläutere ich im Folgenden.

Für Persona-Neulinge kann der Anfang aufgrund der vielen Charaktere und Informationen etwas überladen wirken.

Im Fokus des Spiels stehen eindeutig die Charaktere aus Persona 5 – dem beliebtesten und bekanntesten Teil der Reihe. Als Joker beginnt euer Tag wie gewohnt in der Shujin Academy, bis ihr am Ende vom Schultag nach Hause geht und euch mit den anderen Mitgliedern der sogenannten Phantom Thieves trefft. Anschließend stattet ihr Mementos – dem kollektiven Unterbewusstsein der Menschheit – einen Besuch ab. Allerdings geht nicht alles mit rechten Dingen zu, wie ihr schnell bemerkt. Ihr verliert die Kontrolle über Morgana, eine Katze mit einer Autoverwandlung im Metaverse, und rast geradewegs auf eine Kinoleinwand zu. Im nächsten Moment befindet ihr euch bereits in einer scheinbar völlig anderen Welt. So beginnt euer Abenteuer im ersten Film, der sich um Kamoshidaman in Kamo City dreht.

Auch wenn die Charaktere aus Persona 5 im Vordergrund stehen, begegnet ihr bereits im ersten Film anderen Charakteren – zum Beispiel der Protagonistin aus Persona 3 Portable.

Bereits jetzt werden einige von euch merken, dass euch Persona Q2: New Cinema Labyrinth mit vielen Informationen über die Charaktere und Orte sowie mit so einigen Begriffen bewirft. Und tatsächlich kann es für den einen oder anderen Spieler schwierig werden, sich schnell einzufinden, wenn man kein Persona (5) gespielt hat. Dafür macht es umso mehr Spaß, wenn man die Charaktere und ihre Persönlichkeiten kennt – und auch wenn es, wie in meinem Fall, nur jene aus Teil 5 sind. Nichtsdestotrotz können auch Neulinge ihren Spaß haben, insbesondere umso weiter sie spielen.

Im Grunde dreht sich das Spiel um eure Flucht aus dieser anderen Welt. Ihr befindet euch hauptsächlich im bereits genannten Kino, aus dem es erst einmal kein Entkommen gibt. Immerhin entdeckt ihr eine mit mehreren Schlössern verriegelte Tür, welche ihr öffnen wollt, da ihr dahinter eure Freiheit vermutet. Die Schlüssel dafür erlangt ihr allerdings nur mit viel Arbeit. Euer Ziel ist es nämlich, innerhalb der verschiedenen Filme einen Weg zu finden, das Ende von diesen zu verändern. Dadurch erhaltet ihr die nötigen Schlüssel vom stummen Doe – eine seltsame Kreatur, welche in diesem mysteriösen Kino die Filme abspielt. Auch die Charaktere Hikari und Nagi, welche bereits bei eurer Ankunft im Kino als Zuschauer auf euch warten, scheinen eine wichtige Rolle einzunehmen. Welche Rolle diese neuen Charaktere spielen und wie sich die Geschichte entwickelt, ist für euch lange ein großes Geheimnis und motiviert, immer weiter zu spielen. Die zahlreichen Dialoge wissen zu überzeugen und können euch oft zum Schmunzeln bringen. Die japanische Synchronisation von storyrelevanten Stellen erzeugt ebenso einen guten Eindruck.

Hauptsächlich spielt sich das Gameplay in den Filmen – auch Labyrinthe genannt – ab. Ihr bewegt euch hier mit Hilfe des Steuerkreuzes Feld für Feld in der First-Person-Perspektive durch Räume und Gänge. Währenddessen ist es ratsam mit verschiedenen vorgefertigten Symbolen die Karte auf dem Touchscreen zu vervollständigen, um so beispielsweise Abkürzungen und Schatztruhen zu markieren. Die Dungeons sind jeweils in mehrere Ebenen unterteilt und haben ihre ganz eigenen Themen, Ideen und Schauplätze – beispielsweise die oben genannte Großstadt Kamo City oder Junessic Land in einem Dinosaurierdschungel. Am Ende wartet, wie immer, ein Boss auf euch. Bis ihr dorthin gelangt, gibt es immer wieder Dialoge zwischen den Charakteren oder Events, wodurch ihr neue Teammitglieder und Charaktere kennenlernt. Auch erwarten euch des Öfteren bestimmte Mechaniken, wie das An- und Ausschalten von speziellen Suchlichtern im ersten Labyrinth, wodurch ihr euren Weg entsprechend bahnen müsst. Insgesamt ist also für Abwechslung gesorgt, insbesondere wenn man noch die Kämpfe miteinbezieht. Ein Countdown zeigt euch am unteren Bildschirmrand an, wann ihr in etwa mit dem nächsten Kampf rechnen könnt.

Euch stehen zahlreiche Möglichkeiten zur Individualisierung zur Verfügung

Bevor ich aber näher darauf eingehen kann, muss zuerst geklärt werden, was überhaupt diese "Persona" sind, die der Spielereihe ihren Namen verleihen. Kurz gesagt sind sie Personifikationen der Gefühle eines jemanden und sind ein wenig mit den sogenannten "Yōkai" aus der japanischen Mythologie vergleichbar. Von ihnen gibt es eine ganze Palette mit unterschiedlichen Attacken, Fähigkeiten und Elementen. In Persona Q2: New Cinema Labyrinth besitzt jeder Charakter sein Hauptpersona, welches jederzeit aktiv ist und nicht gewechselt werden kann, sowie ein "Sub Persona", welches ihr nach Herzenslust tauschen könnt.

In den Labyrinthen müsst ihr insbesondere vor den "FOEs" Angst haben. Diese starken Gegner treten als einzige nicht durch Zufallskämpfe auf und legen in den Dungeons festgelegte Routen zurück.

Nachdem wir das aus dem Weg geräumt haben, kann ich näher auf die Kämpfe eingehen. Diese sind vom Grundprinzip ähnlich zu Persona 5. Mit fünf Charakteren stellt ihr euch einer variierenden Anzahl von Gegnern in einem rundenbasierten Kampfsystem. Im Unterschied zum neuesten Hauptspiel wählt ihr zuerst alle einzusetzenden Attacken aus. Daraufhin greifen sowohl eure Charaktere als auch die Gegner bis zum Rundenende an. Jede Attacke kostet euch hierbei wertvolle KP oder SP, je nachdem ob die Attacke physisch oder magisch ist. Es ist zudem wichtig, auf eure Aufstellung zu achten, da diese bei euch und den Gegnern aus zwei Reihen besteht. Daher können beispielsweise nur die vorderen Charaktere beide Reihen mit physischen Attacken treffen, während dies bei der hinteren Reihe nur mit den vorne stehenden Gegnern möglich ist. Dieses Prinzip zwingt euch dazu, ein paar weitere Gedanken zur Teamaufstellung zu sammeln. Ansonsten greift ihr mit den verschiedenen Attacken der Persona an und versucht herauszufinden, welche Elemente die Schwächen der Gegner sind, um mehr Schaden anzurichten. Die Schwächen und Resistenzen müsst ihr euch übrigens nicht merken, da ihr einen Gegner immer analysieren könnt und diese dort aufgelistet sind, sobald ihr sie entdeckt habt.

Solltet ihr die richtige Attacke eingesetzt haben, liegt euer Gegner für diese Runde betäubt auf dem Boden. Schafft ihr das mit allen Gegnern, steht einer "All-out-Attack" nichts mehr im Weg, womit ihr alle Gegner gleichzeitig angreift und ihnen moderaten Schaden hinzufügt. Statusveränderungen wie Schlaf oder Vergiftung durch spezielle Angriffe helfen euch dabei, bestimmte Gegner vorerst auszuschalten oder ihnen stetig Schaden zuzufügen. Des Weiteren lassen sich mit anderen Manövern Werte von euch und den Gegnern, beispielsweise der Angriff, beeinflussen. Am Ende vom Kampf bekommt ihr verschiedene Schätze, Erfahrungspunkte zum Aufleveln eurer Charaktere und manchmal neue "Sub Persona", die ihr wie bereits erwähnt beliebig einem Charakter zuweisen könnt. Es gibt zwar noch ein paar weitere Feinheiten in den Kämpfen, allerdings dürfte bereits jetzt klar werden, dass euch viele Kampfansätze und Entscheidungen zur Auswahl stehen.

Damit hört es aber noch nicht auf, da ihr eure Charaktere beliebig mit Waffen, Rüstungsteilen und Accessoires ausstatten könnt. Diese schaltet ihr insbesondere dadurch frei, dass ihr bestimmte Schätze aus den Labyrinthen im Shop verkauft und dadurch freischaltet. Die benötigten Materialien können an bestimmten Stellen gesammelt oder, wie erwähnt, nach Kämpfen erhalten werden. Des Weiteren könnt ihr mit euren "Sub Persona" noch einige weitere Dinge anstellen. So könnt ihr sie im "Velvet Room" fusionieren. Das bedeutet: Aus zwei Persona entsteht ein neues mit anderen Attacken und Werten. Dabei bekommt ihr die Möglichkeit, vorherige Attacken zum neuen Persona zu übertragen. Außerdem könnt ihr eure kleinen Unterstützer opfern, wodurch ihr einem anderen Persona Erfahrungspunkte schenkt. Das ist zum Beispiel sinnvoll, wenn ein Persona zu schwach für eure Charaktere ist. Zusammengefasst bietet euch das Spiel viele Möglichkeiten zur Individualisierung an, wodurch ihr euer Team für das ausgeklügelte Kampfsystem ganz so gestalten könnt, wie ihr wollt. Falls ihr mit dem Kampfsystem und den vielen Optionen etwas überfordert seid, könnt ihr auch einen der niedrigeren Schwierigkeitsgrade auswählen. Gleichzeitig stehen Experten die Türen offen, um das perfekte Team zu erstellen.

Die gelegentlichen Animationen ergänzen die Ingame-Zwischensequenzen und Dialoge an besonderen Stellen der Geschichte.

Ein weiterer großer Pluspunkt sind die vielfältigen, vielschichtigen, lustigen und zahlreichen Charaktere aus Persona 3, 4 und 5. Jeder Charakter hat eine andere Persönlichkeit und eigene Merkmale, wodurch ihr sie sehr zu schätzen lernt. Sei es Morgana, der immer als Katze bezeichnet wird, obwohl er es jedes Mal fauchend verneint, oder Yusuke, der verzweifelnd ans Essen denkt, während ihr eine Schatztruhe öffnet: "I hope that's food ..." Persona 5-Spieler werden wissen, was ich meine. Generell wird Fan-Service bei den Dialogen sehr großgeschrieben.

Zuletzt möchte ich noch auf die Musik und Grafik eingehen. Generell können sich Fans von Persona 5 erneut auf einen sehr starken Soundtrack gefasst machen. Nicht nur ist dieser vom Stil sehr ähnlich, auch schaffte es beispielsweise das berühmte "Life Will Change" als Bosskampfmusik im ersten Dungeon ins Spiel. Auch für die normalen Kämpfe stehen im Laufe des Abenteuers weitere Musikstücke zur Auswahl, welche englische Songtexte aufweisen. Insbesondere das Lied "Road Less Taken" vom Opening-Video kann nicht oft genug gehört werden. Grafisch glänzt Persona Q2: New Cinema Labyrinth mit detaillierten Umgebungen, insbesondere in den Labyrinthen – auch wenn oftmals die gleichen Texturen genutzt werden. Die Animationen der Charaktere sind einwandfrei und sehen lebendig aus. Als zusätzliches Schmankerl erwarten euch ab und zu handgezeichnete, animierte Sequenzen – so beispielsweise das Opening-Video zum Spielstart oder an wichtigen Punkten der Geschichte. Zwar sind diese eher minimalistisch gehalten, dies mindert aber nicht groß die Qualität und die dadurch entstehende Abwechslung.

Redaktionswertung

9

Geniales Spiel

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Unser Fazit zu Persona Q2: New Cinema Labyrinth

Meinung von Thomas Steidle
Mit Persona Q2: New Cinema Labyrinth erhält der Nintendo 3DS seinen letzten großen Titel. Und was soll ich sagen? Das Ende des Handhelds könnte fast nicht besser sein. Insbesondere Fans von Persona (5) können hier ein grandioses Spiel mit einer mysteriösen Geschichte und altbekannten, aber genialen, Charakteren erwarten. Neulinge werden allerdings einige Schwierigkeiten haben, alle Begrifflichkeiten, Gespräche und Charaktere nachvollziehen zu können, da das Wissen aus den Hauptspielen fehlt. Die Geschichte selbst kann aber von jedem genossen werden. Das ausgeklügelte Gameplay ist spaßig, das gesamte Konzept mit den Filmen als Dungeons stimmig und der Soundtrack wie gewohnt perfekt.
Mein persönliches Highlight: Die Musik begeistert mich genauso sehr wie in Persona 5.

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