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Test zu Irony Curtain: From Matryoshka with Love - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Irony Curtain: From Matryoshka with Love
  • USA USA: Irony Curtain: From Matryoshka with Love
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
27.06.2019
Vertrieb
Artifex Mundi
Entwickler
Artifex Mundi
Genre
Adventure, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Ein Hoch auf den Kapitalismus

Von Niels Uphaus () Politik ist immer ein kompliziertes Thema. Viel zu unterschiedlich sind die Meinungen, um jemals auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Videospiele sind da eine interessante Möglichkeit, diese Gräben zu überbrücken. So versucht sich Irony Curtain: From Matryoshka with Love nun an einer sarkastischen Interpretation des Kalten Krieges. Ob das Point-and-Click-Adventure auf der Nintendo Switch überzeugen kann?

In dem kommunistischen Matryoshka trefft ihr auf viele hungernde Menschen.

Es ist 1950. Ihr seid Evan, Journalist und ein großer Fan des kommunistischen Matryoshka, angelehnt an die frühere Sowjetunion. Ihr selbst lebt jedoch im Westen, wobei eure Eltern aus dem diktatorischen Land stammen. Nach zahlreichen „Zwischenfällen“ erfahrt ihr, dass der „Große Anführer“ in Gefahr ist. Dank der schönen Anna McAdler landet ihr über Umwege in dem kommunistischen Land. Von hier aus erlebt ihr das wahre Gesicht des korrupten Staates und erfahrt, dass das idealistische Bild von Evan nichts weiter als eine Isolation ist. Ihr selbst habt beispielsweise nur einen US-Dollar bei euch, bekommt dafür jedoch über 500.000 Geldeinheiten der heimischen Währung und seid damit steinreich. Überall lässt sich auch die Angst vor der Geheimpolizei spüren, deren Lieblingsspruch bei Verhaftungen „Du hast keine Rechte“ ist. So erkundet ihr nach und nach verschiedene Orte, trefft ausgehungerte Bewohner und erfahrt, warum der Große Anführer in Gefahr ist. Das Ganze wird euch auf eine sarkastisch Weise mit viel schwarzem Humor vermittelt. Ohne Frage ein Highlight des Titels.

Das Gameplay von Irony Curtain: From Matryoshka with Love entspricht einem typischen Point-and-Click-Adventure. Ihr klickt verschiedene Dinge in der Oberwelt an und könnt euch optional auch anzeigen lassen, mit welchen Gegenständen ihr interagieren könnt. Ihr könnt Items analysieren, sie mitnehmen oder sie benutzen. Eingesammelte Gegenstände könnt ihr zusammensetzen, um neue Items zu erhalten, die ihr dann zur Interaktion mit der Oberwelt verwenden könnt. Ansonsten sprecht ihr mit Menschen und versucht, diverse Rätsel zu lösen. Ihr seid beispielsweise gefangen? Dann entfernt aus einem Revolver eine Kugel und erhitzt sie mit einer Brille und der Sonne so lange, bis sie explodiert und die Tür aufgeht. Ab und an gibt es auch kurzweilige Minispiele wie ein Hütchenspiel. Nichts Besonderes, aber ohne Frage eine nette Abwechslung. Das war im Großen und Ganzem das gesamte Gameplay.

Anna habt ihr es zu verdanken, dass ihr die letzte Hoffnung seid, den Großen Anführen zu retten. Doch wollt ihr das wirklich?

Während mir das Weltendesign von Irony Curtain: From Matryoshka with Love wirklich gefällt, hat das Spiel auf der Nintendo Switch ansonsten schwerwiegende Probleme. Wie würdet ihr beispielsweise „String“ in Verbindung mit einem Ballon übersetzen? „Schnur“ wäre die richtige Antwort, aber „Zeichenkette“ ist die Variante von Irony Curtain. Solche Fauxpas passieren dem Spiel häufiger. Noch schlimmer ist jedoch die Performance des Adventures. Der Titel ruckelt enorm. Grafisch ist das Spiel eigentlich nicht sonderlich fordernd, der GameCube wäre wohl ebenfalls in der Lage, den Titel abzuspielen, dennoch bricht die Framerate manchmal so stark ein, dass ihr für einige Sekunden ein Standbild habt. Das betrifft selbst die Zwischensequenzen, sodass es zu kuriosen Situationen kommt, in welchen die Sprachausgabe weiter als das gezeigte Bildmaterial ist. Und wir wollen nicht die diversen Bugs vergessen, die besonders gerne auftauchen, wenn ihr kurz zurück ins Home-Menü der Nintendo Switch geht. Speicherfehler (das Spiel speichert automatisch), fehlende Optionen, Echos und mehr. So konnte ich während meines Tests nicht einmal die Endsequenz sehen, da das Spiel ungünstig gespeichert hat und ich so in einem Softlock feststecke. Ich habe Irony Curtain dabei keinem Stresstest unterzogen, die Fehler tauchen auch beim normalen Spielen regelmäßig auf. Ich verstehe nicht, wie Nintendo den Titel so im Nintendo eShop freischalten konnte. Ich habe im Übrigen Version 1.0 gespielt – es ist also durchaus möglich, dass die Fehler irgendwann behoben werden. Kein Bug, aber dennoch störend, ist die Tatsache, dass sich euer Hauptprotagonist extrem langsam bewegt. Selbst wenn ihr rennt, würde euch wohl jeder Rentner am Krückstock noch überholen. So konnte ich das Spiel zwar nach gut sechs Stunden abschließen, eine Stunde hätte ich aber sicherlich bei einem schnelleren Evan einsparen können.

Grafisch ist Irony Curtain: From Matryoshka with Love als durchaus solide einzuschätzen. Zwar haben die Charaktermodelle eine sehr niedrige Auflösung, dafür sehen die verschiedenen Karten schön aus. Auch die Sprachausgabe ist gelungen. Der Titel ist ursprünglich auf dem PC erschienen, was auch die fehlende Touchscreen-Unterstützung im Handheld-Modus erklären könnte. Im Nachhinein betrachtet aber eine schwere Enttäuschung, bietet sich die tastenlose Steuerung doch gut für Point-and-Click-Adventures an.

Redaktionswertung

5

Für Genre-Fans

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Unser Fazit zu Irony Curtain: From Matryoshka with Love

Meinung von Niels Uphaus
Irony Curtain: From Matryoshka with Love hat so viel Potenzial. Die Story ist unterhaltsam, die Rätsel sind fordernd und die Charaktere liebenswert. Aber die technischen Mängel sind zu groß, als dass ich sie hier verschmerzen kann. Framerateeinbrüche und fehlerhafte Spielstände sind nur eine kleine Auswahl der Probleme. Ich kann nicht verstehen, wie der Entwickler und Nintendo den Titel in diesem Zustand im Nintendo eShop veröffentlichen konnten. Das Spiel wirkte sehr vielversprechend, doch zumindest die Nintendo Switch-Version wird dem nicht gerecht. Schade.

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