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Test zu Senran Kagura: Peach Ball - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Senran Kagura: Peach Ball
  • USA USA: Senran Kagura: Peach Ball
  • Japan Japan: Peach Ball: Senran Kagura
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
09.07.2019
Vertrieb
Marvelous
Entwickler
Honey Parade Games
Genre
Pinball
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Ein Pinball-Spiel, in dem nicht nur der Pinball umhergeschleudert wird

Von Daniel Kania () Senran Kagura gehört mitunter zu den exotischsten Serien, welche auf Nintendo-Konsolen zuhause sind. Das fast achtjährige Multimedia-Franchise von Marvelous hat sich schon an einigen Genres und Gameplay-Konzepten versucht. Traditionell handelte es sich um Beat 'em-up-Spiele, bei denen verschiedene Ninja-Mädchen gegeneinander antraten und auch sonstige Fieslinge vermöbelten. Später waren sich die jungen Damen aber wohl nicht zu schade Leckereien zu kochen, an Wasserpistolen-Schlachten mitzumachen oder sich massieren zu lassen. Für alle genannten Aktivitäten wurden entsprechende Spin-off-Titel erdacht – und mit Senran Kagura: Peach Ball kommt ein weiterer abwegiger Ableger hinzu.

Und plötzlich waren alle wild

Wie hat es das Team rund um Producer Kenichiro Takaki geschafft, dass wir uns im Senran Kagura-Universum vor den Pinballtisch setzen? Alles begann mit einem faden Tag, an dem Haruka sich ins Bad der Arcade-Halle schlich, in der sie arbeitet, um ein Gebräu zu entwickeln, welches sie „Beastall“ nannte. Es soll den Körper all derjeniger ändern, die mit der ominösen Mixtur auch nur in Berührung kommen. Und nicht nur das, die Wirkung schien auch noch ansteckend zu sein. Ein gefährliches Gut, welches Haruka vorsichtshalber im obersten Regal versteckt hatte. Ehe sie sich versah, waren allerdings auch schon andere Ninja-Mädchen der Serie damit infiziert worden. Ryōna wurde zum Hund, Asuka zum Hasen, Yomi zum Tanuki, Murasaki zum Bär und Yumi zur Katze. Es ist eine tierische Vielfalt geboten.

Der „Peach Ball“ kann all unsere Probleme auf wundersame Weise lösen.

Der einzige Weg, um die Ninja-Mädchen in ihr altes Ich zurückzuverwandeln, ist das Spielen mit dem magischen „Peach Ball“. Dieser soll eine Essenz aussenden können, welche die Tiergestalt rückgängig macht. Klingt aus der Luft gegriffen? Aber sicher doch. Nichtsdestotrotz findet sich ein freiwilliger Besucher der Arcade-Halle, nämlich der Spieler selbst, um im Schlamassel auszuhelfen.

Die Geschichte des Spiels entfaltet sich anschließend im Story-Modus. Hier kann zwischen fünf Kampagnen gewählt werden, je eine pro Shinobi. Jede Kampagne bietet fünf verschiedene Level, welche sich – oh, wer hätte es gedacht – je einem Ninja-Mädchen widmen. Kurzum heißt das: egal welche Kampagne ihr wählt, die Ereignisse sind stets gleich, werden allerdings abgewandelt erzählt. Abhängig von der gewählten Hauptfigur erlebt man Ereignisse aus einer anderen Perspektive. Die Frage ist eher, ob man diese erleben möchte.

Es ist so: Ich kann mir wohl vorstellen, dass Serienkenner und Liebhaber der einzelnen Shinobi Freude an den kleinen Geschichtlein haben werden. Immerhin geizt Marvelous hier nicht mit Referenzen zu den eigentlichen Hintergrundgeschichten der Mädchen und zeigt zudem schicke CG-Bilder. Aber wer sich nicht so gut im Senran Kagura-Universum auskennt, für den ist es nichts. Die Dialoge und Erzählungen sind träge, klischeebehaftet, belanglos, ja fast schon lächerlich. Mir kam selten ein so einfallsloses, billiges Skript unter die Augen. Und nicht nur das. Selbst wenn man die Texte tatsächlich lesen möchte, werden sie teilweise dermaßen lieblos auf dem Bildschirm wiedergegeben. Der Text der Erzählerstimme taucht einfach über den ganzen Bildschirm verteilt auf, anders als Dialoge, welche in Visual Novel-Manier in Textboxen erscheinen und von animierten Charakteren begleitet werden. Dabei hat man sich nicht darum geschert, den Text gut sichtbar zu machen. Er wird einfach über dem Hintergrund angezeigt, sodass die Schrift teils mit Hintergrundobjekten verschmilzt und schwer zu entziffern ist. Selbst die Hintergründe haben nicht viel Liebe abbekommen und wirken eher schludrig dahingeklatscht.

Reizüberflutung

Machen wir uns nun ans Eingemachte, dem Herzstück des Spiels. Was taugt das Pinball-Gameplay? Im Großen und Ganzen ist es Pinball, wie man es kennt und liebt. Durch die Schultertasten hat man Kontrolle über die Flipperhebel, welche sich primär an der Unterseite des Spielfelds befinden und die Aufgabe ist es, den Pinball möglichst lange im Spiel zu halten, um massig Punkte einzuholen.

Nach einem „After Break“ liegt die Shinobi erstmal flach.

Peach Ball: Senran Kagura versucht das Pinball-Gameplay mit einigen Systemen und Gimmicks aufzuwerten. Zu nennen wären Mechaniken beziehungsweise Ereignisse wie „Hustle Time“, „Fever Time“ und „Super Fever Time“. Diese können ausgelöst werden, indem „PEACH Missions“ abgeschlossen werden. Beim Pinball-Gameplay ist der Spielbildschirm zweigeteilt. Links seht ihr das Spielgeschehen, rechts werden euch Aufträge und weitere nützliche Angaben aufgelistet. Einige Aufträge haben dabei mit einem der Ninja-Mädchen zu tun, welches sich als Hindernis auf dem Pinball-Tisch befindet. Die tierischen Damen posieren, bis sie schließlich von Pinball-Tisch-Mechaniken überwältigt werden und regungslos am Boden liegen. Das ist für den Spieler die beste Gelegenheit, um Punkte einzuheimsen, denn Treffer gegen Intimbereiche der wilden Tiere bringen besonders viel aufs Punktekonto.

Während die „PEACH Missions“ gut gemeint sind, fördern sie den Spielspaß nur geringfügig. Man ist mit den Augen praktisch kontinuierlich auf dem Hauptgeschehen und hat gar keine freie Sekunde, um sich eben die aktuellen Ziele durchzulesen. Besonders nicht bei einer so kleinen, schwer leserlichen Schrift. Da wirkt es eher wie Zufall, wenn man einen guten Spielfluss erreicht und Aufgabe nach Aufgabe erledigt. Wobei Pinball-Spiele mit wenig Geschick so oder so zum Zufall werden, da sich der Pinball nur schwierig kontrollieren lässt. Die zahlreichen visuellen Effekte, bunten Lichter und blinkenden Anzeigen helfen da auch nicht, die volle Spielekontrolle zu bewahren. Es endet schlichtweg in einer Reizüberflutung.

Hat man den Ball lang genug im Spiel behalten, Punkte gesammelt und Events ausgelöst, ist die sogenannte „Sexy Challenge“ aufgeladen, welche nur von der anschließend folgenden „Super Sexy Challenge“ getoppt werden kann. Trefft ihr die aktive Shinobi dann im Spielfeld, wird sie in ein Zirkuszelt hineingezogen, wo ein Minispiel auf euch wartet. Diese erfordern etwas Geschick mit den Flipperhebeln und Präzision mit dem Pinball. Je nachdem, wie gut ihr euch in diesen Minispielen angestellt habt, gibt es einen Rangbonus auf euren Punktestand. Diese Minispiele helfen, das Gameplay abwechslungsreicher zu gestalten, werden aber schnell eintönig.

Dieses Bild braucht keine Worte. Ihr seht, was ihr seht.

In der „Super Sexy Challenge“ treibt man es auf die Spitze und lässt euch hautnah an die Ninja-Mädchen ran. Da wird der Pinball direkt gegen Po-Backen und Oberweite des gegenüberliegenden Fräuleins geschossen, nur um das jeweilige Körperteil anschließend mit den Flipperhebeln weichzuklopfen. Es ist verrückt, vielleicht ja gar geschmacklos, aber das muss jeder für sich selbst beurteilen. In jedem Fall erklärt es gut, wie die strenge Altersfreigabe bei diesem erotischen Pinball-Titel zustande kam. Habt ihr die „Super Sexy Challenge“ bewältigt, ist ein Level des Story-Modus abgeschlossen. Zusätzlich können dabei optionale Ziele erreicht werden, die Prämien einbringen.

Insgesamt ist der Story-Modus eine herbe Enttäuschung. Kaum interessante Inhalte, schnell alt werdendes Gameplay, ein unstimmiges Missionskonzept, welches den Spieler eher überfordert, als dazu anregt, Verschiedenes auszuprobieren. Umso bitterer ist es, dass der „Free“-Modus sich mit Ausnahme von zusätzlichen Individualisierungsmöglichkeiten nicht vom Gameplay des Story-Modus unterscheidet. Die gleichen Probleme, die gleichen Schwächen. Und noch dazu ist der Umfang läppisch gering, ganze zwei Pinball-Tische gibt es. Diese kommen zwar in drei Variationen daher, um jeweils eine andere Atmosphäre zu bieten, aber auch das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es einfach zu wenig ist.

Nebenbeschäftigung nur für echte Fans

Neben dem Pinball-Gameplay bietet Senran Kagura: Peach Ball auch wieder einiges an Nebenbeschäftigung, wenn man sich dafür denn begeistern lässt. Wie man es aus anderen Ablegern kennt, erlaubt Marvelous das individuelle Einkleiden, Positionieren und Inszenieren der Ninja-Mädchen. Kleidungsstücke können freigeschaltet sowie gegen In-Spiel-Währung oder gegen Echtgeld gekauft werden. In der westlichen Version spendiert man uns dabei mehr Kleidungsstücke, als im japanischen Basisspiel enthalten waren. Nette Geste, aber das rettet nicht viel, sollte man nicht dafür zu haben sein, sich durch zahlreiche klobige Menüs durchzuschlagen und mühselig Szenen zusammenzustellen. Fans werden sich vielleicht die Mühe machen und ein paar schicke und schlüpfrige Bilder erstellen, alle anderen können getrost darauf verzichten. Die individuelle Kleidung lässt sich übrigens auch für das Pinball-Gameplay aktivieren, was eine coole Funktion ist, wenn man seine Lieblings-Shinobi in einem bestimmten Outfit auf dem Pinball-Tisch sehen möchte.

Wer gut spielt, wird mit viel nackter Haut belohnt.

Tatsächlich hat es auch die Massierfunktion aus Senran Kagura Reflexions als nebensächlicher Modus in dieses Spiel geschafft. Es passiert zwar buchstäblich gar nichts und wirkt mehr wie eine Tech-Demo, aber die Möglichkeit ist da, sich davon einen Eindruck zu verschaffen. Diese Funktion ist in Senran Kagura Reflexions deutlich ausgereifter umgesetzt und „sinnvoll“ ins Gameplay integriert, anders als in Senran Kagura: Peach Ball.

Als eines der wenigen Nintendo Switch-Spiele, versucht Marvelous auch bei Senran Kagura: Peach Ball wieder einmal von der HD-Vibration Gebrauch zu machen, wie es schon beim Vorgängerspiel für die Nintendo Switch der Fall gewesen ist. Wirklich Pinball-mäßig fühlt sich von der Vibration aber nichts an. Es sorgt für ein recht angenehmes, responsives Spielgefühl, aber Immersion? Fehlanzeige. Das ist im Massage-Spin-off besser gelungen. Audiovisuell ist das Spiel solide und kann mit einem durchaus charmanten Anime-Stil punkten. Wirklich oft und lange kann man diesen aber nicht bewundern, sonst landet der Pinball wieder im Aus.

Übrigens: Das Spiel ist nur mit Kenntnissen der englischen Sprache voll zu genießen. Deutsche Bildschirmtexte gibt es wie gewohnt nicht.

Redaktionswertung

4

Erträglich

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Unser Fazit zu Senran Kagura: Peach Ball

Meinung von Daniel Kania
Bei Senran Kagura: Peach Ball hat Marvelous daneben gegriffen. Ein unstimmiges Pinball-Gameplay trifft auf eine belanglose, träge Geschichte, die kaum spielerischen Mehrwert bietet. Skript und Präsentation des Story-Modus sind billig und einfallslos. Dem Spiel fehlt es an Umfang und Substanz. Da, wo es spannende Pinball-Tische, eine gesunde Herausforderung und spielerische Vielfalt geben sollte, regiert der geschmacklose Fanservice und die fragwürdige Sexualisierung der Spielefiguren. Erotisch würde ich das Spiel nicht nennen, eher peinlich. Das meiste, was Fans der Figuren ansprechen könnte, sind die Nebenbeschäftigungen wie das Ankleiden und Inszenieren und diese sind längst nichts Neues für die Serie.
Mein persönliches Highlight: „Woof, woof, woof!“ *lick* *lick*

Kommentare 4

  • billy_blob aka DelPadio - 09.07.2019 - 10:42

    Wie erwartet eine plumpe Kombi aus Senran Kagura Franchise, übertriebene nackidei Figuren und blödem Gameplay.

    Das Senran Kagura Reflexions war schon ein maßloser Witz ohne Spielinhalt, hier dachte ich zumindest Pinball zu bekommen.

    Und bei dem Preis brauch man echt überhaupt nichts mehr zu sagen.

    Aber hey, warum bringen die nich die normalen Senran Kagura "Spiele" da kann man wenigstens von Spiel reden. :thumbdown:
  • Hakurymon M&M - Minish Mage - 09.07.2019 - 12:46

    Aw, und ich hatte gehofft das Spiel taugt was bis endlich mal ein neues Pokemon Pinball kommt... :(
  • DarkStar PC & Switch - 09.07.2019 - 13:33

    Mich stört eigentlich nur der Umfang (zwei Tische und nur fünf Shinobi) und damit verbunden natürlich auch der Preis, besonders für die Importversion. :/
  • Rosalinas Boyfriend Sterngucker - 09.07.2019 - 14:04

    also wie immer bei SK, Fanservice zu sehr im Fokus, Gameplay zu wenig oder öde... :mm: