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Test zu Super Neptunia RPG - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Super Neptunia RPG
  • USA USA: Super Neptunia RPG
  • Japan Japan: Brave Neptunia: Sekai Yo Uchuu Yo Katsumoku Seyo!! Ultimate RPG Sengen!!
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
28.06.2019
Vertrieb
Reef Entertainment, Idea Factory
Entwickler
Artisan Studios
Genre
RPG
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Das nicht ganz so super RPG

Von Marco Kropp () Super Neptunia RPG ist ein Rollenspiel des amerikanischen Entwicklers Artisan Studios in Zusammenarbeit mit dem japanischen Team Compile Heart. Der Titel nimmt Charaktere und allgemeine Grundstimmung der Hyperdemension Neptunia-Serie und verpackt diese in ein 2D-Rollenspiel mit Seitenperspektive, anders als die Hauptserie, die in einer 3D-Umgebung spielt. Und auch die Handlung steht soweit für sich, lediglich die Charaktere, die allgemeine Stimmung und der Humor der Serie wurden übernommen. Dabei stellen die vier Hauptcharaktere der Ausgangsserie Verkörperungen von Videospielkonsolen dar. Neptune ist so beispielsweise die Verkörperung einer unveröffentlichten SEGA-Konsole. Es existieren noch weitere Verkörperungen, welche direkt im Tutorial in ihrer Gottform sichtbar waren: Purple Heart (alias Neptune), Black Heart (alias Noire, die Verkörperung der PlayStation), White Heart (alias Blanc, die Verkörperung der Wii) und Green Heart (alias Vert, die Verkörperung der Xbox). Das Tutorial zeigt diese vier Gottheiten im Kampf gegen einen mysteriösen Schatten, der das Vierer-Gespann nicht entkommen lassen will.

Neptunes Referenzen zu Videospielen sind allgegenwärtig und stehen oft im Fokus der Dialoge.


Nach diesem Einführungskampf erlebt ihr die schlafende Neptune, bis sie von einem Mitglied von Bombyx Mori geweckt wird. Diese Gruppierung treibt Steuern in Form von 2D-Spielen auf Cartridges ein und hat die Kontrolle über Gameindustri übernommen, der Welt, in der sich Neptune befindet. Da Neptune sich, außer an ihren Namen, an nichts erinnern kann (und Neptune dies auch nicht klischeehaft findet), wird sie prompt von Bombyx Mori angeheuert. Sie nimmt das Angebot an, in der Hoffnung, dass sie so ihr Gedächtnis wiedererlangen kann und etwas zu Essen bekommt. Doch schnell stellt sich heraus, dass Bombyx Mori nicht die Guten sind und Neptune verbündet sich mit der mysteriösen Chrome, die von Bombyx Moris Anführerin, Lady Filyn gesucht wird. Chrome überreicht ihr dann ein Buch, das Histoire, welches Neptune Freunde erkennen lassen soll und verschwindet auch schon wieder recht schnell. Durch eine Mission und die Hilfe des Buches trefft ihr auch auf die im ersten Absatz erwähnten Blanc, Noire und Vert, welche ebenfalls bis auf ihren Namen über keine Erinnerungen mehr verfügen.

Schnell wird klar, dass der Humor der Ausgangsserie auch in diesem Ableger wieder eingefangen wird. Nicht nur heißt die Spielwelt Gameindustri, sondern auch das Thema Videospiele wird oft behandelt. So beschweren sich die Bürger, dass sie als Steuern für Bombyx Mori stets Spiele mit den gleichen veralteten Designs verwenden müssen. Auch Neptune ist nicht davon überzeugt, dass beispielsweise Cartridges die Fortschrittlichste aller Technologien sind. Der Humor ist zeitgleich Stärke aber auch Schwäche des Spiels. Denn es wird einfach zu oft referenziert, dass es sich hier um ein Spiel handelt. Angefangen bei der Vorstellung Neptunes als Serienprotagonist bis hin zum dauernden Bruch der vierten Wand. Auch Neptunes Charakter an sich ist eher der eines typischen Anime-Charakters. Sie erkennt zwar recht schnell, dass etwas mit Bombyx Mori faul ist, dennoch scheint ihre einzige Motivation das Essen zu sein und so bleibt sie bei dieser Gruppe, bis sie Neptune als Köder nutzen. Und dass sie ein Held ist, wird ihr auch schnell klar, als sie den ersten feindlich aussehenden NPC mit einem Stock angreift. Die Handlung unterhält und der Humor hat mich stellenweise zum Lachen gebracht, doch leider ermüdete er mich über die Zeit auch, da er einfach zu häufig genutzt wurde.

Ein weiterer Kritikpunkt ist das generelle Gameplay und Level-Design. Zwischen den Ortschaften gibt es größere Gebiete, die man stellenweise auch mit Dungeons vergleichen könnte, die in Abschnitte unterteilt wurden. Mal entspricht ein Abschnitt einen Bildschirm, mal muss die Kamera sich mit euch bewegen, wodurch Neptune und ihre Gegner in dem groß wirkenden Abschnitt nahezu winzig wirken. Manche Abschnitte müssen auch mittels Sprüngen bewältigt werden, in manchen ist einfach nur eine Ebene, in der Monster hin und her wandern und es auch ansonsten nicht viel zu sehen oder tun gibt. Ein paar versteckte Truhen und Aufgaben sind ebenfalls vorhanden. Auch gibt es Missionsgeber in den Abschnitten, die euch diverse Nebenmissionen geben. Diese findet ihr aber vor allem in den Ortschaften und leider bieten sie auch kaum einen großen Mehrwert, außer dass ihr mehr Geld verdienen könnt. Außerhalb der Ortschaften hilft euch eine Karte dabei, den Überblick über die Gebiete zu behalten, da ihr sonst möglicherweise nicht genau erkennt, wo ihr lang müsst. Und auch die Grafiken verdecken manchmal die Sicht auf die Gegner, sodass ich auch ab und an unbeabsichtigt in die Gegner hineingelaufen bin.

Im Kampf bekommt jeder Charakter eine entsprechende Aktionstaste zugeordnet, zudem kann jederzeit deren Positionierung geändert werden.

Der Kampf gegen Monster bietet ein interessantes Grundkonzept, bei welchem der Funke jedoch nicht wirklich überspringen möchte. So werden eure vier Teammitglieder jeweils einer Aktionstaste (A,B,X,Y) zugeordnet. Dabei müsst ihr warten, bis genug Aktionspunkte angesammelt wurden, die über die Zeit hinweg erzeugt werden. Oft bedeutet das, zu Beginn eines Kampfes warten zu müssen, bis ihr genug Aktionspunkte habt, damit ihr eine Angriffswelle auf die Gegner loslassen könnt. Leider gibt es keine wirkliche Abwehr, jedoch Items, die eure Teammitglieder beispielsweise heilen oder dem Gegner Elementarschaden zufügen. Für den Einsatz von Items bedarf es zum Glück keinerlei Aktionspunkte. Zudem ist es euch auch möglich, aus einem Kampf zu fliehen, indem ihr ein paar Sekunden wartet und dann entkommen könnt. Natürlich können die Gegner euch jedoch während dieser Wartezeit angreifen und entsprechend Schaden zufügen.

Während ihr im Kampf Gelegenheit habt, die Positionen der Charaktere zu tauschen, könnt ihr außerhalb der Kämpfe deren Positionierung im Menü anpassen. So könnt ihr außerdem Skills festlegen, die euer Charakter an der jeweiligen Position ausüben kann, wobei standardmäßig immer ein normaler Angriff ausgeführt wird. Dies bietet euch allerhand strategische Möglichkeiten, jedoch können Skills nicht im Kampf gewechselt werden. Da heißt es entweder gut planen oder hoffen, dass ihr die richtigen Skills ausgerüstet habt. Das Kampfsystem wirkt deswegen auf den ersten Blick einfach, allerdings auch teils undurchdacht. Die Wartezeit, bis eure Aktionspunkte aufgefüllt sind, kann etwas dauern und all zuviel Taktik braucht ihr in den Kämpfen ebenfalls nicht, wodurch die Kämpfe manchmal recht langweilig ausfallen. Ein Hämmern auf die Angriffstaste ist ebenfalls möglich, weil durch verschiedene Angriffe und Aktionen sehr schnell die Aktionspunkte pro Angriff wiederhergestellt werden. Doch leider macht dies kaum einen Reiz aus und wirklich viel Spaß kam bei mir in den Kämpfen eher selten auf. Selbst die Break Attack, die dem Feind enormen Schaden zufügt, wenn eine entsprechende Anzeige gefüllt ist, macht kaum einen relevanten Unterschied, außer dass der Kampf schneller vorbei ist.

Es gibt auch größere Widersacher, meistens in Form von Bossgegnern, in diesem Spiel. Meist erwarten sie euch am Ende eines Gebietes.

Grafisch ist das Spiel hübsch anzuschauen, die Hintergründe sind allesamt schön gezeichnet und auch die Charaktere und deren Design ist im Allgemeinen gut gelungen. Manchmal werden Hintergründe erneut verwendet, beispielsweise bei den Häusern der verschiedenen Ortschaften. Das Zusammenspiel zwischen Grafik und Gameplay fällt manchmal fraglich aus. So können Abstände teilweise schlecht abgeschätzt werden und manche Collider sind auch nicht gut erkennbar gesetzt. Auch erlebte ich leider eine unschöne Mechanik bei der Flucht aus einem Kampf: Ich wollte über einen Gegner am Rande eines Abschnittes springen und es kam durch die Berührung des Gegners zu einem Kampf. Da ich nicht gegen ihn kämpfen wollte, setzte ich Flucht ein und floh nach einer gewissen Wartezeit erfolgreich. Allerdings setzte mich das Spiel wieder direkt an der Landeposition, wo auch der Gegner war und nicht neben ihn, wodurch eine Spirale entstand, bis ich den Gegner schließlich doch besiegen musste. An anderer Stelle, an denen es keine Wände gab, hat mich das Spiel auch etwas weiter vom Gegner weg gesetzt.

Ansonsten fällt das Spiel recht solide, technisch jedoch nicht ganz ausgereift aus. Auch scheint die Steuerung mancherorts nicht richtig reagieren zu wollen. So hatte ich oft das Problem, dass Neptune bei den vereinzelt eingebauten Sprungabschnitten nicht springen wollte und stattdessen mit Anlauf in den Abgrund rannte. Ob dies an meinen Joy-Con lag oder an der Software, kann ich nicht beurteilen. Und auch in den Menüs kommt es oft zu Verzögerung, bis eine Eingabe seine Wirkung zeigt. Die Musik ist ebenfalls in Ordnung, wenn auch nicht weltbewegend. Leider gibt es gefühlt nur drei Sieges-Aussagen von Neptune (unter anderem die Final Fantasy-Siegesfanfare als La-La-La) und drei Ausrufe seitens Neptune beim Springen, was auf Dauer ebenfalls nervig ist (und zwar „Jump!“, „Boing!“ und „Like a Kangaroo!“). Mehr Abwechslung hätte hier gut getan. Wenigstens erlebte ich so einen eher witzigen Ausruf, als ich sprang und Neptune im Level aufgestiegen ist: „Boing! I am getting stronger! Lika a Kangaroo!“ Doch leider gibt es nach einem Kampf und Level-Aufstieg auch Momente, in denen plötzlich die Stimmen völlig durcheinanderredeten und ich kein Wort verstand. Das Spiel bietet neben der englischen Sprachausgabe auch eine japanische Vertonung, deutsche Texte braucht ihr jedoch nicht zu erwarten.

Redaktionswertung

6

Überzeugend

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Unser Fazit zu Super Neptunia RPG

Meinung von Marco Kropp
Super Neptunia RPG ist ein solides Rollenspiel und dürfte Fans von Neptunia Hyperdemension sicherlich gefallen, wenn sie auf diese Art an 2D-Spielen stehen. Die Handlung ist gut, der Humor ist stellenweise lustig, aber dennoch recht eigen. Leider ist das Gameplay nicht ganz so erfrischend und stellenweise langweilig. Wer 2D-Rollenspiele aus der Seitenperspektive mag oder bereits mit Hyperdimension Neptunia in Berührung gekommen ist, wird an diesem Spiel seine Freude haben. Wem der Humor und das Brechen der vierten Wand zu viel ist oder lieber ein anspruchsvolleres Kampfsystem haben möchte, der sollte lieber andere Spiele anschauen.
Mein persönliches Highlight: Manche Zwischensequenz vor allem zu Beginn des Spiels.

Kommentare 4

  • Pyro Ranger Dekiru koto ga dekiru - 27.07.2019 - 07:44

    Technisch ist das Spiel wirklich schwach. Damit meine ich in erster Linie die Performance. Die Menüs brauchen teilweise bis sie laden und im Kampf ist bei mir die Framerate gerne mal arg abgesunken sodass es aussah als würde das Spiel laggen.

    Der letzte Patch hat da zwar geholfen, aber trotzdem sollte das Spiel auf der Switch doch besser laufen können.

    Story und Optik fand ich aber grandios als Fan der Reihe und auch die Musik war klasse. Ich mags :)
  • EdenGazier Prinzipal der Spiele - 27.07.2019 - 12:09

    Ich hab es auch nicht zu Ende gespielt

    Technisch genauso eine Katastrophe wie Bloodstained

    Bei beiden schaffte ich 4 Stunden und hab sie entnervt weg gepackt
  • Princess_Rosalina Turmbaronin - 27.07.2019 - 12:35

    Echt schade, was wieder mal die Technik betrifft, mittlerweile ist doch jedes 2. Switch Spiel betroffen. Haben die Entwickler keinen Bock oder sind die einfach nur unfähig und dämlich ?

    Ich habe das spiel hier noch original verpackt liegen, hatte noch nicht mal Zeit es zu spielen.
  • Blackikun 雷帝 - 27.07.2019 - 14:59

    So sehr ich Neptunia liebe, doch mit dem Spiel hatte ich bisher nicht wirklich meinen Spaß... ein paar nette Momente bisher gab es zwar, aber da bevorzuge ich doch ehr die 3D Neptunia Games