So viele bunte Farben.

Drogen sind nicht gut! Deswegen sollte man die Finger davon lassen. Damit ihr dennoch erleben könnt, wie es sich wohl anfühlt, wenn man sich bewaffnet im Rausch eines Drogentrips befindet, hat der Entwickler Ratalaika Games den Ego-Shooter-Plattformer Bouncy Bullets entwickelt und auf die Nintendo Switch gebracht. Wie sich die quietschbunte Hüpferei mit Schusseinlagen spielt, erfahrt ihr im folgenden Test.


Diesem Gegner müsst ihr mit einem rosa Geschoss den Garaus machen.

Der Trip beginnt, nachdem du auf einer kleinen Insel ein Level ausgewählt hast. Diese ist von einer pinken Flüssigkeit umgeben, in der riesige Ringe schwimmen. Sie erinnern dich an diese bunten, runden Cornflakes, die du als Kind gern gegessen hast. Aber das ist nicht die einzige Süßigkeit, die du sehen kannst. In einiger Entfernung ragt ein köstlich aussehender Eisberg aus dem rosa Meer. Genau genommen ist es ein Softeisberg, der eigentlich nur darauf wartet von dir verspeist zu werden. Nachdem auch noch große Marshmallows auftauchen und in der pinken Brühe schwimmen, die dich umgibt, bekommst du Hunger. Am Ende einer Reihe von mehreren bunten Plattformen, die sich vor dir erstrecken, siehst du ein Portal. Mit grummelndem Magen machst du dich auf den Weg zu deinem Ziel. Eine Sache passt allerdings überhaupt nicht in die Kulisse, denn du trägst eine Waffe und die wirst du noch brauchen.


Nach diesem ersten Einblick in die bunte, kulinarische Welt von Bouncy Bullets geht es dann richtig los. Ihr bewegt euch mit dem linken Analogstick über die Plattformen und dreht euch mit dem rechten. Mit dem A-Knopf könnt ihr über die Abgründe zwischen den Plattformen springen. Natürlich ist auch die Waffe, die ihr mit euch führt, nicht ohne Nutzen. Mit den unteren Schultertasten könnt ihr jeweils entweder eine rosa oder eine gelbe Kugel abschießen. Wie der Name des Spiels es schon verrät, haben die Kugeln eine Besonderheit, denn sie prallen an Oberflächen ab und bewegen sich in die entgegengesetzte Richtung fort. Leider wird diese Mechanik im Laufe des Spiels nie wirklich gefordert, um weiterzukommen. Meist reicht es aus, stumpf nach vorn zu ballern.


Bunte Ballerei


Die Farbe der Geschosse bringt hingegen etwas Taktik ins Spiel, denn ihr könnt die Gegner, auf die ihr trefft, nur dann bezwingen, wenn ihr sie mit einer Kugel der gleichen Färbung trefft. Ebenfalls kommen im Laufe des Spiels farbige Wände dazu, die das gleiche Verhalten aufweisen und nur mit der gleichen Farbe eingerissen werden können. Aber nicht nur Kreaturen wollen euch ans Leder. Das Spiel hält auch eine Menge Fallen, wie Stacheln oder Laser bereit, um euch den Garaus zu machen. Am oberen Bildschirmrand läuft dabei immer eine Zeit. Das Ziel des Spiels ist es, so schnell wie möglich an das Ende des Levels zu kommen und durch das Portal zu schreiten. Je schneller ihr seid, desto besser ist die Bewertung nach Abschluss der Stage, bei der ihr bist zu drei Sterne erreichen könnt.


Fallen – wie diese Kreissägen in der Rasenfläche – wirken oftmals absolut fehl am Platz.

Das Spiel bietet über dreißig recht kurze aber herausfordernde Level, die in 3 Kapitel unterteilt sind. Schade ist, dass sich die Optik über alle Kapitel hinweg kaum ändert. Zwar gibt es unterschiedliche Plattformen, wie wüstenähnliche oder grasbewachsene, die sind jedoch in fast allen Stages gleichzeitig vorhanden. Der Schwierigkeitsgrad steigert sich mit jedem Level, was sich durch mehr Gegner, Fallen und kleinere Plattformen bemerkbar macht. Dazu kommen noch die „Special Levels“, die im Grundaufbau genau wie die normalen Level sind, jedoch durch mehr Fallen und Gegner eine größere Herausforderung bieten. Die größte Schwierigkeit ist allerdings, dass die Steuerung sehr schwammig und unpräzise ist und man oft neben die Plattformen springt. Erfahrene Spieler von First-Person-Spielen werden hier starke Probleme haben, weil sich das Steuerungsverhalten stark von anderen Spielen unterscheidet. Vor allem die Kameradrehung ist sehr träge im Vergleich zum restlichen hektischen Gameplay. So muss man vor einem Abgrund oft noch einmal stehenbleiben und die Kamera nachjustieren, denn sonst landet man meist im Abgrund und man muss komplett von vorn beginnen. Das passiert ebenfalls, wenn ihr von einem Gegner getroffen werdet oder in eine der Fallen getreten seid, denn ihr haltet nur einen Treffer aus.


Das Spiel ist sowohl optisch, als auch musikalisch sehr anstrengend. Die vielen grellbunten Farben der dreidimensionalen Spielwelt brennen schnell in denn Augen und verhindern so ein langanhaltendes Spiel. Die Umgebung und das Design der Gegner ist dabei sehr minimalistisch gehalten. Durch die vielen Pflanzen oder Gegenstände, die in der Landschaft stehen und oft deplatziert aussehen, wirkt der Aufbau sehr chaotisch . Die Musik besteht aus elektronischen Klängen, die zwar zum schnellen Gameplay passen aber nichts für empfindliche Ohren sind.

Unser Fazit

3

Eher nicht überzeugend

Meinung von Thomas Kurth

Bouncy Bullets wirkt sehr chaotisch und das liegt nicht nur am schnellen Gameplay, sondern vor allem an der bunten Zusammenstellung der Level. Die unpräzise Steuerung macht das Chaos dann noch perfekt. Diese ist auch meist daran schuld, dass das Level neu gestartet werden muss. Dass Gegner nur mit der richtigen Farbe erledigt werden können, bringt zumindest eine kleine Herausforderung abseits der Steuerung ins Spiel. Schade ist, dass die Mechanik der abprallenden Kugeln nicht genutzt wird, um beispielsweise Gegner hinter Wänden zu treffen. So macht das Spiel zwar kurzzeitig Spaß, kann jedoch nicht über einen längeren Zeitraum fesseln.

Die durchschnittliche Leserwertung

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