Große Monster, schwere Waffen, actionreiche Kämpfe!

In God Eater 3 verkörpert ihr einen unbekannten Protagonisten, der als Gefangener in einer postapokalyptischen Welt riesige Monster namens „Aragami“ im Auftrag der Militärorganisation Gleipnir bekämpfen muss. Um dies zu bewerkstelligen wird euch ein Werkzeug verliehen, welches aus den sogenannten Orakelzellen eines Aragamis erschaffen wurde: der God Arc. Nach euren ersten Aufträgen wird euer Drang nach Freiheit und Selbstbestimmung in einer Welt, die dem Untergang geweiht ist, immer größer und ihr fasst den Entschluss, eines Tages zu fliehen. Die Gelegenheit kommt früher als gedacht und ehe ihr euch verseht, findet ihr euch im Schiff von Kapitänin Hilda wieder. Doch euer Abenteuer hat gerade erst begonnen …


God Eater 3 bietet euch eine interessante Auswahl an Waffen.

Die Handlung von God Eater 3 ist dabei „grundsolide“. Sie sticht nicht besonders heraus, motiviert euch aber trotzdem dazu weiterzuspielen, weil ihr wissen möchtet, welches Schicksal die Charaktere ereilt. Ein paar Rätsel hier, ein paar gut inszenierte und platzierte Zwischensequenzen da lassen ihre Magie wirken und machen das Ganze zu einer recht runden Sache, die auch durch einen hohen Umfang von rund zwanzig Spielstunden glänzen kann.


Der Titel bedient sich in seinem grundlegenden Gameplay bei der Monster Hunter-Reihe. Das bedeutet, dass ihr euch zunächst eine Waffe aus verschiedenen Waffentypen aussucht, mit der ihr in den Kampf ziehen wollt. Neben den obligatorischen Schwertern und Lanzen gibt es hier auch ausgefallenere Schlachtwerkzeuge, wie zum Beispiel einen großen Klingenring, mit dem ihr euren Feinden ordentlich einheizen könnt. Die Auswahl bietet also einiges an Abwechslung und möchte von euch zudem wohl studiert werden, denn einige Aragami sind gegen bestimmte Elemente besonders anfällig. So schmiedet ihr euch nicht nur eine, sondern einen ganzen Stab an Waffen, aus dem ihr auswählen könnt.


Hinzu kommen Schusswaffen und Schilde. Ihr zieht nämlich nicht nur mit einer Hauptwaffe aus, sondern könnt jederzeit im Kampf auf ein Schießeisen wechseln, mit dem ihr den Aragami aus der Ferne Schaden zufügen könnt. Hierfür könnt ihr zudem verschiedene Kugeln oder Strahlenprojektile mit unterschiedlichen Elementareigenschaften ausrüsten, damit ihr den Schwachpunkt der Monster ausnutzt. Letzten Endes gibt es noch einen Schild, welcher euch vor gegnerischen Angriffen schützt.


Habt ihr euch für ein passendes Waffenset entschieden, wählt ihr eine verfügbare Mission und rückt aus, um Aragami zu erlegen. Hierbei unterscheidet das Spiel zwischen Standardmissionen, in denen ihr der Handlung folgt, Extra-Episoden, die als Art Nebenquest dienen, Angriffsmissionen, die euch mit Spielern aus der ganzen Welt verbinden und Zertifikatsmissionen, die euren Rang erhöhen.


Die Kämpfe gegen die Aragami werden mit jeder Mission schwieriger, aber auch vielschichtiger


Viel Varianz gibt es bei den Aufträgen leider nicht wirklich. Es geht eigentlich immer nur darum, gewisse Aragami zu töten und schließlich zur Basis zurückzukehren. Sonderlich negativ wirkt sich dies trotzdem nicht auf eure Motivation aus, denn das Gameplay des Action-Titels macht ziemlich viel Spaß. Was zu Beginn noch recht monoton und repetitiv wirkt, mausert sich mit zunehmender Spielstundenanzahl immer mehr Tiefe zusammen – aber dazu später mehr. Kommen wir erst einmal zu einem Hauptbestandteil des Spiels: den Aragami.


Diese werden euch in einer Anzahl präsentiert, die sich durchaus sehen lassen kann. Besonders in Bezug auf die großen „Haupt-Monster“, die es zu besiegen gilt. Diese weisen interessante Designs und Attacken auf, die ihr euch einprägen müsst, um möglichst erfolgreich gegen sie zu kämpfen. Zu Beginn könnt ihr euch aber erst einmal ausprobieren, denn die ersten paar Missionen (ungefähr bis Rang 4) sind ziemlich einfach ausgefallen. Danach geht der Schwierigkeitsgrad langsam höher und hat später durchaus ziemlich herausfordernde Kämpfe im Angebot.


Mit diversen Gewehren könnt ihr Aragami auch aus der Distanz angreifen.

Ein kleiner Kritikpunkt sind die kleinen Monster, die in den verschiedenen Umgebungen herumwandern. Diese sind nicht sehr zahlreich und lassen schnell ein wenig Monotonie aufkommen. Auch die Umgebungen selbst sind nicht sonderlich spannend gestaltet. Wirkliche Besonderheiten, außer ein paar Plattformen, gibt es nicht. Hier hätte man definitiv noch mehr rausholen können. Dies gilt leider auch für das Verhalten der Aragami an sich. Auch wenn sie interessante Angriffe aufweisen, so verändern sie nur selten ihre Bewegungen, humpeln oder kämpfen sich in absolute Rage.


Besagtes Kampf-Gameplay funktioniert in God Eater 3 äußerst gut. Ihr startet mit simplen Angriffen, die stetig um diverse Elemente erweitert werden und von euch sogar individualisiert werden können. Das größte Stichwort sind hierbei eure Burst-Künste. Nutzt ihr euren God Arc, um ein Stück des Aragami zu verschlingen, so füllt sich eine Leiste im unteren Bildschirmbereich, die drei Stufen aufweisen kann. Solange diese Leiste voll ist, könnt ihr bestimmte Fähigkeiten einsetzen, die ihr zuvor selbst ausgerüstet habt. So personalisiert ihr eure Angriffe von Zeit zu Zeit immer weiter. Ihr könnt zudem jede Burst-Kunst noch mit einem bestimmten Effekt ausstatten, der den Angriffsbereich der Fähigkeit erweitert oder verändert.


Doch damit noch nicht genug: Viele Waffen können zusätzlich mit passiven Fähigkeiten ausgestattet werden, die euch Boni, wie eine erhöhte Rate beim Finden von Items oder ein Einleiten der Burst-Leiste, sobald ein Verbündeter am Boden ist, verleihen. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, Waffen mit Aragami-Teilen, die ihr gefunden habt zu verbessern oder neu zu schmieden. Das Ganze ist, wie ihr vermutlich bereits erahnt, ziemlich komplex und erfordert von euch eine gewisse Hingabe, denn die Menüs sind leider nicht sonderlich intuitiv gestaltet. Trotzdem bringt diese Art der Individualisierung eine gute Abwechslung in den Titel.


Auf Kosten einer hohen Auflösung: Die Nintendo Switch-Version von God Eater 3 läuft sehr flüssig


Kommen wir kurz zum Online-Modus. Dieser versteckt sich, wie bereits erwähnt, hinter den „Angriffsmissionen“ und teilt euch einem Team von acht Spielern ein, die gemeinsam ein Aragami besiegen. Möchtet ihr mit euren Freunden spielen, so könnt ihr dies über eine Passwort-Abfrage tun. Rein technisch gesehen funktioniert dieser Modus ziemlich gut. Es gibt weder Lags noch Verbindungsabbrüche, allerdings ist die Auswahl der zu jagenden Aragami zunächst recht gering. Steigert ihr euren Rang mittels Zertifikatsmissionen, schaltet ihr hier weitere Kämpfe frei.


Eure ersten Kämpfe sind noch recht leicht. Die Aragami werden mit der Zeit aber immer stärker und fordern euch heraus.

Zwischen den Missionen gibt es immer wieder Momente, an denen ihr zunächst mir bestimmten Charakteren reden müsst, damit die Handlung voranschreiten kann und neue Aufträge freigeschaltet werden. Dies führt zu einigen Passagen, in denen ihr nichts anderes macht, als die Figur zu suchen, die noch einen Dialog für euch übrig hat. Diese werden zwar mit Sprechblase über dem Kopf gekennzeichnet und sind somit recht leicht zu finden, irgendwie stoppt dies den Fluss des Spiels aber ein wenig.


Eine Sache, die mich bezüglich des Charakterdesigns gestört hat, ist die Darstellung vieler weiblicher Figuren. Diese könnten glatt aus einem Porno stammen, so knapp wie die Mädels in die Bresche springen. Klar, auch die Typen haben nicht sonderlich viel an, aber wenn eine ausgebildete Kämpferin ein Top trägt, was haarknapp vor den Nippeln abschließt und wirklich nichts verdeckt, dann denkt man sich schon manchmal: „Leute, war das wirklich notwendig?“. Natürlich ist das ein sehr persönlicher Standpunkt und viele von euch werden sich nicht an der Darstellung stoßen. Für mich passt es aber einfach nicht ins Design des Spiels – wenn ich mir aufreizendes „Material“ anschauen möchte, fällt meine erste Wahl nun einmal nicht auf ein Action-Rollenspiel.


Ansonsten kann man an der grafischen Präsentation des Titels aber eigentlich nicht herummäkeln. Es ist klar, dass die Nintendo Switch-Version mit einer wesentlich geringeren Auflösung daherkommt und somit auch stellenweise ganz schön verwaschen aussieht. Dafür läuft das Spiel aber zu jeder Sekunde absolut flüssig und lässt euch die Aragami-Jagd gut verfolgen. Auch der Soundtrack macht einen guten Job. Neben epischen instrumentalen und orchestralen Passagen gibt es auch immer wieder Titel, die mit Gesang aufwarten und euren Kampf gebührend unterstreichen.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Max Kluge

God Eater 3 ist ein unterhaltsamer Action-Titel im Monster Hunter-Stil, der mit actionreichen und energiegeladenen Kämpfen daherkommt, die ziemlich viel Spaß machen, wenn man das Gameplay-Prinzip einmal verinnerlicht hat. Hinsichtlich der Präsentation muss man natürlich gegenüber den anderen Konsolen einige Abstriche machen, dafür läuft das Spiel aber auch absolut flüssig. Der Soundtrack und die Zwischensequenzen sind gut gewählt und verleihen dem Kampf- und Handlungsgeschehen eine gewisse Epik. Ein wenig repetitiv kann God Eater 3 aber schon werden: Sowohl die kleineren Aragami als auch die Umgebungen, in denen ihr kämpft, hätten ein abwechslungsreicher ausfallen können und auch die Ziele der Missionen ähneln sich zu sehr.
Mein persönliches Highlight: Die actionreichen Kämpfe

Die durchschnittliche Leserwertung

6 User haben bereits bewertet

Kommentare 4

  • Tisteg80

    Meister des Turms

    Wird sicher noch in meiner Sammlung landen. Vermutlich zwei Mal für Koop Partien.

  • Vank84man

    Nintendo Fan 4ever ✌

    Hab die Demo gespielt und es war leider nix für mich.Bin trotzdem froh das es so viele Spiele auf die Switch schaffen. Für jeden der es kauft viel Spaß am Game :thumbup::thumbsup:

  • Dennis RPGKING.FOREVER

    Turmfürst

    Habe die Demo Gespielt und es nix für mich.

  • LantianDragon

    YouTuber

    Hab jetzt über 30 Stunden auf dem Konto mit dem Spiel und ich bereue keine Sekunde. Der Prolog ist zwar unglaublich lahm und kann einen abschrecken, aber wenn man das übersteht und endlich an Bord der Crysantheme ist öffnet sich das Spiel und wird besser und besser. Ja das Spiel kann in seinem Kampfsystem und Kampfgeschehen etwas repetetiv sein, aber das trifft auch nur auf Kämpfe gegen kleine und mittlere Aragami zu. Gegen große oder gar Aschen Aragami kommt man ohne die richtige Taktik und gezieltes Schwachpunkte angreifen nicht an, was das Spiel vor allem später schön knackig macht.
    Ich war, bin und werde nie ein Monster Hunter Fan sein weil ich die Spiele viel zu langweilig finde, aber die God Eater Reihe hat mich mit seinem Setting und dem Aragami Design gefesselt. Ich kann es kaum erwarten dass Bamco God Eater 4 ankündigt xD