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Test zu Turok 2: Seeds of Evil - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Turok 2: Seeds of Evil
  • USA USA: Turok 2: Seeds of Evil
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
09.08.2019
Vertrieb
Nightdive Studios
Entwickler
Nightdive Studios
Genre
Shooter, First-Person
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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I am Turok!

Von TalesofBo () Basierend auf einem Comic, erschienen damals auf der Nintendo 64-Konsole mehrere Turok-Spiele, darunter auch Turok 2: Seeds of Evil, das 1998 das Licht der Welt erblickte und eines meiner Highlights auf dem N64 war. Nach mehr als 20 Jahren kommt nun das Remaster für die Nintendo Switch, welches bereits für PC und Xbox One erschien. Ein sehr guter Grund also, mich zurück in die Vergangenheit entführen zu lassen und erneut auf Dinojagd zu gehen.

Manche Areale bieten eine sehr schöne Landschaft. - © Nightdive Studios

Ihr verkörpert Turok alias Joshua Fireseed und werdet von Aidon beauftragt, fünf Energietotems zu beschützen. Diese verhindern, dass das eingesperrte und mächtige Alien Primagen erwacht, denn sollten die Totems fallen, so wird er das gesamte Universum zerstören. Nun liegt es an Turok, in die insgesamt sechs riesigen Welten zu reisen, um dort die Totems mit seinem Leben zu beschützen und das Universum vor dem Untergang zu bewahren. Mithilfe von telepathischen Kräften hat Primagen allerdings mächtige Rassen unter sich vereint, welche alles daran setzen ihn zu erwecken. Die Sprachausgabe hierbei ist auf Englisch, während alle Bildschirmtexte sowie das Menü auf Deutsch dargestellt werden.

In jeder der weitläufigen Welten besteht die Aufgabe aber nicht nur darin, die Totems am Ende der Level zu beschützen, sondern ihr müsst noch zusätzliche Aufgaben erfüllen. In der ersten Welt gilt es hierbei gefangen genommene Kinder zu befreien, sowie Signaltürme zu aktivieren. Turok schießt sich aber nicht nur Ego-Shooter typisch durch die Level, sondern kann zudem auch schwimmen und tauchen sowie über Abgründe und von Plattform zu Plattform hüpfen. Die Tastenbelegung kann in den Optionen je nach Vorlieben und eigenen Präferenzen selbst belegt werden. Dank der Gyro-Sensoren der Switch, lässt sich Turok auch mit der Bewegungssteuerung lenken. Diese Steuerungsart funktioniert auch sehr gut und stellt damit eine gute Alternative zur klassischen Steuerung dar.

Ballern, bis auch die letzten Dinos ausgestorben sind

Typisch für einen Ego-Shooter, dürft ihr aus einem großen Waffenarsenal die passende Wumme wählen und schon geht es munter auf Gegnerjagd. In jeder Welt lassen sich neue Gegner bzw. Rassen finden, während die Reptilienartigen Feinde bzw. Dinosaurier als Serientypisch zählen, kommen später noch unter anderem Insektenartige Gegner hinzu. Bei einer Auswahl von rund 20 Waffen ist für jeden Geschmack etwas dabei. Dezent angefangen mit Pfeil und Bogen erhält man im Laufe des Spiels von Pistolen über Shotguns auch imposantere Waffen wie Flammen- sowie Raketenwerfer. Mit einem solch großen Equipment macht es ungeheuer Spaß, die Feinde in die Einzelteile zu zerlegen.

Das muss doch weh tun! Turok 2 ist wahrlich kein Spiel für Kinder. - © Nightdive Studios

Hierbei geizt das Spiel auch nicht mit Blut, denn bei dem Remaster handelt es sich um die ungeschnittene Version, bei welcher den Gegnern die Gliedmaßen abgetrennt, bzw. der Kopf zermatscht werden kann. Für zartbesaitete kann der rote Lebenssaft aber auch ausgestellt werden. Eine ganz besondere Überraschung erwartet euch in der zweiten Welt, dort dürft ihr einen bis auf die Hörner bewaffneten Triceratops reiten, der sich mit Maschinengewehr und Raketen durch die Gegnermassen metzelt. Ein sehr nettes Detail hierbei ist, dass teilweise kleinere Gegner vor Angst panisch versuchen zu fliehen. Leider beschränkt sich dieser Ritt nur auf diesen einen Teil des Levels, danach wird wieder zu Fuß weitergekämpft. Ab der vierten Welt bekommt ihr es zudem mit riesigen Bossgegnern zu tun, diese sind eindrucksvoll designt und bringen weitere Abwechslung in die Gegnervielfalt hinein.

Munition lässt sich überall verteilt finden, Gegner hinterlassen allerdings keine. Dennoch gibt es eigentlich nie Munitionsknappheit, es kommt zwar öfters vor, dass die Munition für eine Waffe ausgeht, aber dafür habt ihr in der Zwischenzeit genug Munition für die anderen Waffen gefunden. Anzumerken gibt es noch, dass Turok 2 ein Ego-Shooter der alten Schule ist, das heißt die Lebenspunkte werden nicht nach einer Weile aus dem Gefahrenbereich automatisch geheilt, sondern es gilt die Gesundheit traditionell mit Medipacks aufzufrischen. Ein Blick auf die Lebensanzeige ist demnach unabdingbar. Überall lassen sich auch kleine Sammelobjekte finden, welche auf 100 aufaddiert ein zusätzliches Leben bescheren.

Wo geht es nochmal lang? War ich hier nicht schon einmal?

Veteranen von Turok werden es sicher noch in Erinnerung haben: Die immens riesigen und weitläufigen Welten. Während die ersten beiden noch einigermaßen überschaubar sind, wünscht man sich spätestens ab den späteren Welten, man hätte sich bei der letzten Operation einen inneren Kompass eingebaut. Da mein Orientierungssinn zugegebenermaßen sehr bescheiden ist, habe ich des Öfteren meine Orientierung auf dem Weg liegen lassen. Der beste Freund wird hierbei die Karte, welche auf Knopfdruck aufgerufen werden kann. Ein Blick auf die Karte sollte immer mal wieder geworfen werden, da diese oft weiterhelfen kann. Die Betonung liegt auf kann, denn auch mit Karte kommt es vor, dass man sich doch wieder im Weg geirrt hat.

Die nächste rechts, dann wieder links ... wo war ich nochmal? - © Nightdive Studios

Zudem reicht es nicht aus, ein Level abzuschließen, wenn die jeweiligen Aufgaben einer Welt beendet wurden: Es müssen zusätzlich noch Schlüssel gefunden werden, um die nächsten Welten zu öffnen. Außerdem gibt es ab der zweiten Welt Federn zu finden, welche spezielle Fähigkeiten für Turok freischalten. Diese Fähigkeiten erlauben Turok unter anderem, über Lava zu laufen oder durch giftige Gewässer zu schwimmen. Bei all den Aufgaben und Sammelgegenständen heißt es deshalb: Immer die Augen offen halten für etwaige versteckte Abzweigungen. Denn sollte das Ende eines Levels erreicht werden, aber eine Missionsaufgabe bzw. ein Schlüsselgegenstand nicht gefunden worden sein, bedeutet das: zurück ins Level und erneut suchen. Glücklicherweise haben die Entwickler für das Remaster ein Feature eingebaut, das die wichtige Objekte mit einem Ausrufezeichen hervorhebt. Dieses erscheint, sobald der Spieler innerhalb einer bestimmten Reichweite entfernt ist, auch durch Wände hindurch wird das Zeichen angezeigt. Das erleichtert die Suche etwas, im Original auf dem Nintendo 64 gab es dieses Komfort-Feature noch nicht.

Etwas nervend empfand ich das Backtracking. Um den finalen Boss freizuschalten, müssen zuerst die Boss-Schlüssel eines jeden Levels gefunden werden. Diese können allerdings nicht beim ersten Durchgang einer Welt eingesammelt werden, da zuerst die verschiedenen Fähigkeiten freigeschaltet sein müssen. Im Umkehrschluss heißt das: Um den Boss-Schlüssel der einen Welt zu finden, muss die Fähigkeit einer anderen Welt erlernt worden sein. Zum Glück lassen sich aber überall verteilt Kontrollpunkte finden, bei diesen lassen sich nicht nur einmalig die Gesundheit bzw. die Munition auffrischen, sondern sie dienen auch als Teleporter, um schnell zwischen verschiedenen Punkten und Welten hin- und herzureisen.

Mit Weitsicht lebt es sich schon um einiges genehmer

Ein weiteres Detail wird für Turok-Kenner direkt bemerkbar: Der graue Nebel, welcher die Sicht um einiges eingeschränkt hat, ist für ewig hinfort. Vorbei die Zeiten, bei der stets ins Ungewisse gestürmt wurde, um dann böse überrascht zu werden, weil man plötzlich in eine Gegnerhorde hineinstolpert. Von nun an steht die Weitsicht an der Tagesordnung, womit die Level auch viel schöner erscheinen. Zudem haben die Entwickler uns auch 60 Bilder pro Sekunde beschert, womit das Spiel stets ruckelfrei bleibt. Auch an den unscharfen Kanten wurde nachgebessert, die Welten erscheinen hierdurch in einem komplett neuen Glanz. Klar, die Grafik ist dadurch nicht automatisch auf Niveau einer Next-Gen-Konsole, nichtsdestotrotz wird ein über 20 Jahre altes Spiel sehr ansehnlich dargestellt.

Auf dem Rücken eines Triceratops lässt es sich gleich viel schöner töten. - © Nightdive Studios

Einzig und allein die Qualität des Leveldesigns nimmt im Laufe des Spiels etwas ab, während die ersten beiden Level noch sehr schick und abwechslungsreich designt sind, wirken die restlichen Welten eher karg. Auch die Sprungpassagen können etwas frustrierend werden, da dort teils sehr präzises Timing gefordert wird. So endet der eine oder andere Sprung gerne mal mit dem Ableben des Charakters, hierbei ist aber die Schnellspeicherfunktion sehr empfehlenswert, mit dieser kann der eine oder andere Fehlsprung schnell korrigiert werden. Die Schwierigkeit kann je nach Ego-Shooter-Erfahrung aus vier verschiedenen Stufen ausgewählt werden. Somit können Einsteiger als auch erfahrene Zocker auf ihre Kosten kommen. Übrigens, die damaligen Cheats funktionieren auch heute noch, diese schalten teils bizarre Funktionen frei, wie große Köpfe oder Hände aller Charaktere, als auch unendlich viel Munition. Eine sehr schlechte Nachricht gibt es leider für alle Multiplayerfans: Während das Original auf dem Nintendo 64 noch einen ausgezeichneten lokalen 4-Spieler-Modus hatte und die bereits erschienenen Remaster-Fassungen der Xbox One- bzw. PC-Versionen einen Online-Multiplayer spendiert bekommen haben, lässt sich leider weder der Offline- noch der Online-Modus auf der Nintendo Switch finden.

Zu guter Letzt möchte ich noch ein paar Worte zu der musikalischen Untermalung verlieren. Der Soundtrack zu „Port of Adia“ zählt zu einem meiner absoluten Lieblingssoundtracks eines Videospiels. Das Lied fängt gemächlich an und baut immer mehr an Spannung auf, abwechselnd mit ruhigeren Passagen erreicht es ungefähr zur Hälfte einen bombastischen Höhepunkt. Für mich ein Meisterwerk der Videospielmusik, das meine Ohren wohl auf ewig liebkosen wird. Der Rest des Soundtracks wandelt leider nicht auf diesem Niveau weiter, allerdings passen sich die restlichen Stücke sehr gut der bedrückenden Stimmung der Welten an und tragen somit zur Atmosphäre bei.

Redaktionswertung

8

Spiele-Hit

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Unser Fazit zu Turok 2: Seeds of Evil

Meinung von Johannes Bausch
Turok 2: Seeds of Evil weiß selbst mit seinem recht hohen Alter immer noch zu überzeugen. Mit dem sehr großen und abwechslungsreichen Waffenarsenal macht es immer noch wie zu Nintendo 64-Zeiten Spaß, sich durch die Gegnerhorden zu metzeln. Dass uns hier nun auch die ungeschnittene Version präsentiert wird, setzt das i-Tüpfelchen auf. Die Grafik wurde löblicherweise so angepasst, dass es nicht wie beim Original mit den unscharfen Konturen bei längeren Spielstunden zu Augenschmerzen führt. Der graue Nebel von damals ist nun ebenfalls endlich passé. In den riesigen und weitläufigen Welten wird man sich aber nach wie vor des Öfteren verlaufen. Auch das Backtracking sowie die teils langwierige Sucherei, falls ein Schlüsselgegenstand übersehen wurde, hinterlässt ein kleines Härchen in der sonst sehr guten Videospiel-Suppe. Für Turok Fans ist es aber eine Offenbarung, mit diesem Remaster wieder in die Verlorenen Welten einzutauchen und auf Dinosaurierjagd zu gehen. Für Spieler, die bislang noch keine Erfahrungen mit der Turok Serie haben, bietet sich hierbei eine sehr gute Gelegenheit, einen der besten Ego-Shooter der Nintendo 64-Ära nachzuholen.
Mein persönliches Highlight: Der Soundtrack zu "Port of Adia"

Kommentare 13

  • Phantomilars Weltraummönch - 18.08.2019 - 18:10

    Werde ich mir bestimmt irgendwann holen. Wenn ich ab und zu mal mein N64 starte, ist Turok 2 neben Mario Kart fast immer unter jenen Spielen, die ich für ein Weilchen spiele, allein schon um die Musik des 1. Levels anzuhören und mit Pfeil und Bogen auf Hafenmöwen zu schießen :)
  • Arraklon F-Zero-Junkie - 18.08.2019 - 18:12

    Guter Test, allerdings finde ich eine 8 aufgrund des fehlenden Multiplayer für zu hoch gegriffen, da er doch einen wesentlichen Teil des Originals darstellt.
    Das hält mich auch vom Kauf des Spiels ab, prinzipiell hätte ich durchaus Lust darauf gehabt!
  • Captain N Turmknappe - 18.08.2019 - 18:21

    Es war damals schon cool und es ist immer noch cool. Ich werde es mir garantiert noch zulegen. :wario:
  • Knezi Turmbaron - 18.08.2019 - 18:46

    Habs mir im Doppelpack mit dem 1. Teil bei LimitedRun Games geordert. Hab echt Bock drauf :)
  • BANJOKONG No gold no flower - 18.08.2019 - 20:08

    8/10 hat es turok 2 voll verdient.
    Multiplayer war auch belanglos und schlecht.
  • Skulltula Mitglied der "Retail-Sekte" - 18.08.2019 - 20:15

    Der Test bestätigt mich darin, dass es eine gute Entscheidung war das Spiel heute Morgen bei Limited Run Games zu bestellen!
    :ddd:
  • goemon Turmbaron - 19.08.2019 - 01:15

    @Knezi same here :D
    freu mich schon drauf wenns irgendwann mal ankommt, die teile werden definitiv dann zwischen den anderen bis dahin erschienen spielen reingequetscht xD
  • nintendofan89 Captain Toad's Kumpane - 19.08.2019 - 07:06

    @BANJOKONG
    Findest du? Wüsste nicht was im Multiplayer auf Konsole neben Goldeneye und Perfect Dark im Shooter Bereich hätte mithalten können
  • Tarik Turmbaron - 19.08.2019 - 09:17

    Das mit der Bewegungssteuerung steht etwas missverständlich im Text.
    Kann man komplett mit Bewegungssteuerung umherlaufen oder wie bei Doom und Zelda mit Gyro genauer zielen? Letzteres wäre mir enorm wichtig. :P
  • Johannes Bausch Redakteur - 19.08.2019 - 09:31

    @Tarik Mit der Gyro-Steuerung kann nur umgeschaut werden, sprich genauer gezielt werden^^ Mit den Sticks wird weiterhin die Figur bewegt bzw. ebenfalls gezielt :)
  • Tarik Turmbaron - 19.08.2019 - 22:56

    Zitat von TalesofBo:

    @Tarik Mit der Gyro-Steuerung kann nur umgeschaut werden, sprich genauer gezielt werden^^ Mit den Sticks wird weiterhin die Figur bewegt bzw. ebenfalls gezielt
    Top, also so wie ich es mir gewünscht hab! :)
  • MetaKnightXL Turmheld - 20.08.2019 - 07:31

    Ich muss ehrlich sagen, nachdem ich nun das erste Level mal soweit bis ~ 70% durchgespielt habe, ist irgendwie die Luft raus. Das Game ist wirklich schlecht gealtert und die Steuerung bringt mich teilweise echt zur Verzweiflung. Gerade in der Standardeinstellung ist Sprung, Feuern, Munitionswechsel und auch Sonderfunktion der Waffe nutzen (Visir z.B.) einfach total untypisch auf den Buttons verteilt. Ich weiß gerade nicht, ob ich das einfach umstellen kann, aber ich muss jedes mal wieder nachdenken, obwohl die Steuerung eigentlich intuitiv sein sollte.
  • Johannes Bausch Redakteur - 20.08.2019 - 08:06

    @MetaKnightXLDu kannst in den Optionen die Tastenbelegung so verteilen, wie es für dich am Besten ist :) Ich hatte auch gleich zu Beginn ein paar Tasten umgeändert :D