Wenn das Leben dir Zitronen gibt...

Mekabolt ist ein rätsellastiges Action- Jump ’n’ Run, das Gegner zur Lösung von Aufgaben verwendet. Die titelgebende Waffe mag zwar Energiekugeln abfeuern, ihre Natur liegt allerdings nicht im Beseitigen von Feinden. Schießt ihr gegen Widersacher, ändern sich ihre Verhaltensmuster und Aggressionen zu euren Gunsten. Normale Roboter beispielsweise bleiben bei einem Treffer augenblicklich regungslos stehen und fungieren fortan als nützliche Sprungauflage für vorher nicht zu erreichende Klippen. Oder fliegende Schurken, die bei einem Schuss zu Boden fallen und erst dann wieder in die Höhe steigen, wenn ihr euch auf ihren Kopf positionieren solltet.


Schießt auf die Roboter, um sie anschließend als Trampolin zu benutzen. © Ratalaika Games

Da man mehr als einmal auf die Schädel mancher Kontrahenten springen muss, um einen Nutzen aus ihnen zu ziehen oder einen Effekt auszulösen, gibt das Spiel manchmal nicht klar wieder, welche Berührungen mit einem Tod enden und welche nicht. Das Lösen von Rätseln verlangt in den häufigsten Fällen, dass Gegenspieler in irgendeiner Form angefasst werden sollen. Trotzdem endet der Sprung auf dem Kopf gelegentlich mit einer Niederlage, was gegen das eigene Spielprinzip spricht, zumal man eine solche Unterscheidung nicht klar ersichtlich macht – zum Beispiel durch eine besondere Farbgebung, Geräusche oder Animationen.


Am besten funktioniert das Gameplay, wenn Spielemechaniken ineinandergreifen, gleichzeitig aber weiterhin nicht mehr als einen simplen Schuss von euch verlangen. Schalter können unter anderem aktiviert werden, indem Roboter durch einen Treffer auf ihnen ruhig platziert werden und somit ein Hindernis öffnen, ein anderes wiederum verschließen. Wird der ruhige Platzhalter ein weiteres Mal unter Beschuss genommen, bewegt er sich vom Mechanismus wieder weg und ihr könnt den freigelegten Pfad nachgehen. Ein anderes Beispiel: Wenn ein getroffener Schurke von der Mitte eines Kurses aus Pfeile losschießt, die in beide horizontale Richtungen fliegen, dann bleiben sie an Wänden hängen und können als Plattform dienen. Dieses einfache Gameplayelement lässt asymmetrisches Leveldesign zu, wenn ihr innerhalb eines Kurses mehrere Richtungen erforschen müsst, die im Idealfall zusammenhängen und das volle Spektrum einer Kurzherausforderung offenbaren.


Später wird es zwar anspruchsvoller, der Schwierigkeitsgrad bleibt allerdings niedrig. © Ratalaika Games

Dies sind nur wenige simples Beispiele – gerade in der letzten Welt schöpft Mekabolt das Prinzip stärker aus und zeigt, dass mehr Inhalt dem Spiel mit einer Spielzeit von höchstens zwei Stunden gutgetan hätte. Gerade einmal vier Welten mit je 24 Herausforderungen mögen zwar nach einer Menge klingen, die schnelllebige Natur der Kurzlevel spielt sich aber so schnell und unkompliziert, dass man gerade erst warm geworden ist, nachdem das Ende erreicht wurde. Zusätzliche Sammelgegenstände hätten beispielsweise den Spieler animiert das Level genauer zu erkunden und möglicherweise schwere Passagen aufgrund ihrer optionalen Natur zugelassen. Die Steuerung eures Protagonisten ist aufgrund des schweren Gewichts besonders für ausgeprägte Sprungmanöver mehr als ungeeignet, um nicht dem eigenen Gameplay in die Quere zu kommen. Wäre die Spielfigur in der Lage hohe und dynamische Sprünge zu vollführen, könnten viele Ideen in ihrem Konzept nicht aufblühen, was schon zu Beginn klar gemacht wird. Das Tutorial erklärt euch die verständlichen Grundlagen der Steuerung mithilfe von Textboxen, die sich glücklicherweise nicht mit dem Gameplay kreuzen und parallel erklärt werden, während ihr spielt.


Was bisher wie ein überzeugendes Spiel rüberkommt, täuscht jedoch leider über die Tatsache nicht hinweg, dass sämtliche Ideen in keiner Weise neuartig oder überraschend sind. Gegner zum eigenen Vorteil mit eigener Macht auszunutzen sorgt zwar für einige interessante Mechaniken, ist jedoch nichts, was man nicht schon so bereits in anderen Spielen gesehen hätte. Indies verfügen mit ihren begrenzten Ressourcen nicht über die Macht ausgefeilte Spiele mit extravaganten Konzepten umzusetzen, weswegen besondere Kreativität hier fesseln muss. Hinzu kommt zum Beispiel das Fehlen von Bossen, welche gewiss für Highlight-Momente hätten sorgen können. Auch wenn das Gameplay im Grunde absolut nichts Besonderes ist, weiß die technische Komponente zu überzeugen. Die Grafik und Animationen erinnern mit ihren butterweichen Bewegungen und den überwiegend hellen Farben teilweise an Advance Wars oder Wargroove. Musikalisch wird hingegen aufgrund der kurzen Länge des Spiels nicht viel Abwechslung geboten, obwohl mindestens zwei Musikstücke pro Welt sicherlich realisierbar gewesen wären.

Unser Fazit

4

Erträglich

Meinung von Kevin Becker

Mekabolt ist einfach zu genießen und macht optisch einen ansprechenden Eindruck. In wenigen Worten lassen sich die Stärken des Spiels aufzählen, dabei fällt möglicherweise aber auf, dass sich nicht ganz beschreiben lässt, in welchem Bereich Mekabolt besondere Qualitäten besitzt. Sämtliche Ideen hat man so bereits in anderen Spielen gesehen, der Inhalt ist unheimlich kurz und fehlende Bosse in Kombination einer dünnen Soundtrackauswahl lassen erhoffte Klimaxe verblassen. Manchmal will aber ein Spiel auch nicht mehr sein und ist gerade für langgezogene Spieledürren sicherlich einen schnellen Blick wert.
Mein persönliches Highlight: Die Grafik

Die durchschnittliche Leserwertung

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