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Test zu RAD - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: RAD
  • USA USA: RAD
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
20.08.2019
Vertrieb
Bandai Namco Entertainment
Entwickler
Double Fine Productions
Genre
Adventure, Action, 3D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Voll krass und radioaktiv

Von Marco Primmer () Double Fine sollte jedem Spieler ein Begriff sein, der auf der Nintendo Switch Broken Age gespielt hat. Das Entwicklerstudio war allerdings auch für Titel wie The Cave oder Costume Quest 2 verantwortlich, die auf der Wii U zu finden sind. Das Team ist bekannt dafür, verrückte Settings oder Geschichten zu kreieren. Nun kehren sie mit RAD zurück, einem Rogue-like welches augenscheinlich in den 80er Jahren steckengeblieben scheint. Ob die Wortspielerei des Namens RAD, für "radioaktiv" und eingedeutscht auch "krass", wirklich ihr Wort hält, lest ihr wie immer hier.

In der Welt gibt es viel zu entdecken © Bandai Namco Entertainment

RAD macht in Bezug zu seinen Genrevertretern einiges anders. Allen voran gibt es eine Geschichte, die zu Anfang zwar etwas plump wirkt, aber im späteren Spielverlauf immer detaillierter wird. In einer post-postapokalyptischen Welt, die Welt wurde nicht nur einmal, sondern zweimal zerstört, müsst ihr als Teenager mit einer Keule bewaffnet die Menschheit davor bewahren, dass sie gänzlich ausgelöscht wird. Euer Ziel ist es, immer weiter ins Brachland vorzudringen, um eine Lösung zu finden, die Menschheit zu retten. Die Geschichte wird nur in kleinen Schnipseln nach und nach aufgedeckt. Dafür müsst ihr im Brachland nach Relikten aus der alten Zivilisation suchen. Da das Brachland voller Gifte und radioaktiv verseucht ist, mutiert ihr im Laufe des Spiels. Euer Körper verändert sich sowohl äußerlich als auch innerlich, bis ihr nichts mehr Menschliches an euch habt. Auch wenn ihr grotesk ausseht, erhaltet ihr dadurch neue Fähigkeiten, die jeden Superhelden neidisch machen würden. Auch das 3D-Setting unterscheidet sich von anderen Spielen dieser Art. Es gibt kleinere Hüpfpassagen, Abgründe und Hügel. Ihr könnt die Umgebung verwenden, um euch zu verstecken oder sie zu eurem Vorteil nutzen.

Die Mutationen sind auch das Haupt-Gameplay-Element. Wenn ihr Monster und Mutanten mit eurer Keule oder anderen Attacken tötet, erhaltet ihr RAD. Wenn die Leiste am oberen Bildschirmrand damit gefüllt ist, beginnt die schmerzhaft anmutende Mutation und ihr bekommt neue Fähigkeiten. Euch wachsen Stacheln, mit denen ihr herannahende Mutanten von allen Seiten attackieren könnt. Ihr zieht giftige Schleimspuren hinter euch nach. Es wachsen neue Freunde auf eurem Rücken, die euch im Kampf zur Seite stehen, und noch vieles mehr. Hier muss man zwischen zwei Arten von Mutationen unterscheiden. Bei der Exo-Mutation verändert sich eurer Körper äußerlich. Diese gibt euch neue Attacken oder Fähigkeiten, welche ihr auf Knopfdruck aktivieren könnt. Bei der Endo-Mutation seht ihr keine äußerlichen Veränderungen. Diese Art der Mutation lässt euch immun gegen Feuer, Säure und sonstiges werden. Des Weiteren verändert sie eure Eigenschaften, machen euch schneller, stärker oder eben widerstandsfähiger.

Jede Mutation kommt mit eigenen Fähigkeiten daher. © Bandai Namco Entertainment

So lustig die Mutationen klingen, gibt es da leider ein Problem. Sobald die erwähnte Leiste voll ist, erhaltet ihr per Zufall irgendeine Mutation. Ihr könnt euch also nicht aus einem Pool etwas aussuchen, wie es bei Genrevertretern meist der Fall ist. Auf der einen Seite bringt dieser Umstand etwas Würze ins Gameplay, da ihr mit dem zurechtkommen müsst, was ihr erhaltet. Allerdings kann es auch passieren, dass ihr Endo-Mutationen erhaltet, welche eure Exo-Mutationen stärken, ohne diese jedoch zu besitzen. Zum Beispiel erhaltet ihr eine Mutation, welche euch mehr Reichweite für Fernkampfangriffe verschafft, ohne eine Fernkampf-Mutation zu haben. Da ist ein frühzeitiges Ableben schon fast vorprogrammiert, denn die Mutanten im Brachland werden immer stärker und ihr habt nichts, was euch einen Vorteil verschafft. Bis ihr mal eine zufriedenstellende Mutation-Kombi erhaltet, werdet ihr einige Anläufe benötigen. Das kann schon für Frustmomente sorgen, wenn man des Öfteren im zweiten Level bereits das Zeitliche segnet.

Bevor ihr ins Brachland steigt, könnt ihr euch im Hub auf den nächsten Lauf vorbereiten. Am Anfang steht euch nicht viel zur Auswahl. Das Gelände ist noch klein, doch umso öfter ihr das Brachland besucht, umso größer wird es. Die verbliebenen Menschen haben auch einige Aufgaben für euch. Sie möchten einige Mitbringsel aus dem Brachland haben, um das Leben hier etwas angenehmer zu gestalten. Im Brachland angekommen müsst ihr die halb offene Welt erkunden und natürlich überleben. Jede Welt oder jedes Level im Brachland ist ein Gebiet, welches ihr frei erkunden könnt. Inseln oder Abschnitte sind mit unterirdischen Gängen miteinander verknüpft. Euer Ziel ist es, sogenannte Respiratoren zu finden und zu aktivieren. Diese öffnen und zeigen euch den Weg zum Bossraum. Da die Level frei erkundbar sind, liegt es an euch. Deckt die Karte weiter auf und findet das eine oder andere Geheimnis. Erledigt Mutanten, um RAD zu erhalten oder geht direkt zum Boss. Falls ihr doch zu schwach für den Boss seid oder euch die Gefahren im Brachland niedergestreckt haben, müsst ihr nicht den Controller gegen die Wand feuern. Denn ihr schaltet trotzdem allerhand neue Dinge frei.

Im Hub könnt ihr Items kaufen. © Bandai Namco Entertainment

Die Steuerung ist nicht kompliziert, auf drei der Schultertasten aktiviert ihr die Fähigkeiten der Mutationen, eine Taste ist für eine Ausweichrolle reserviert. Ansonsten könnt ihr Items einsetzen, Springen und Angreifen. Euch steht dabei nicht nur ein Schlag zur Verfügung. Die Standard-Kombo besteht aus drei Schlägen mit der Keule, darüber hinaus habt ihr noch eine Stampfattacke, einen Sprungschlag und einen Sprungtritt. Diese dienen nicht dazu krass auszusehen, viele der Gegner erfordern andere Angriffstaktiken. Einfach draufkloppen funktioniert in dem Spiel nur bedingt, denn umso weiter ihr im Spiel voranschreitet umso stärker und widerstandsfähiger werden die Gegner. Bereits im zweiten Level zieht der Schwierigkeitsgrad ordentlich an. Die Gegnervielfalt ist auch nicht sonderlich groß. Von einem Typ an Mutanten gibt es mehrere Variationen. Von klein über mittel bis groß, mit Elementarschaden oder ohne. Dafür wartet jedes Level mit neuen Mutanten auf euch.

Grafisch hätte man sicher mehr rausholen können. Hier und da ruckelt es auch ein wenig oder das Spiel friert für einen kurzen Moment ein. Leider ist mir das Spiel auch einige Male abgestürzt. Gelegentlich fangen Schatten an zu zittern oder tauchen plötzlich auf. Besonders im Handheld-Modus wirkt alles nicht so scharf. Die Farben verschwimmen ineinander, was das Ausmachen von Gegnern oder Items am Boden etwas schwerer macht. Abhilfe verschafft man sich, in dem man in den Optionen den CRT-Filter deaktiviert, dadurch wirkt das Spiel allgemein schärfer. Lässt aber auch ein gewisses Oldschool-Feeling missen. Auch wenn es in einer post-postapokalyptischen Welt spielt, ist die Atmosphäre nicht düster. Alles strahlt, nicht nur wegen der Radioaktivität, sondern weil die Farben richtig herausstechen. Optisch ist es im Comic-Stil gehalten.

RAD hat noch einiges zu bieten. Eine Enzyklopädie, welche euch Informationen zu Gegnern, NPCs, Mutationen, die Geschichte und mehr liefert. Verschiedene Enden, welche an Bedingungen geknüpft sind. Verschiedene spielbare Charaktere, welche keine besonderen Eigenschaften aufweisen, sie sehen nur nett aus. Weiterhin gibt es auch einen Modus mit täglichen Herausforderungen, der euch unter Zeitdruck ins Brachland schickt. Ziel ist es, innerhalb eines Zeitfensters so viele Punkte wie möglich anzusammeln und den Boss zu besiegen. Zusätzlich ist RAD an den wichtigsten Stellen synchronisiert. Zwar nur in English, aber die Sprecher machen hier meiner Meinung nach gute Arbeit. Wer es doch lieber auf Deutsch spielen möchte, muss sich hier mit deutschen Untertiteln begnügen.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

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Unser Fazit zu RAD

Meinung von Marco Primmer
RAD macht vieles richtig. Ich freue mich richtig darüber, wenn der Balken gefüllt wird und man eine neue Mutation erhält, nur um sich dann im nächsten Moment zu ärgern, dass ich nichts damit anfangen kann. Auch das Erkunden der Level macht Spaß sowie das Entdecken von Geheimnissen. Leider braucht es sehr viele Anläufe, bis man die richtigen Mutationen bekommt, denn die Gegner werden richtig schwer, vor allem bei den Bossen beißt man sich gerne ein oder zwei Zähne aus. Was dann nach dem fünften Versuch etwas die Motivation mindert, wenn man immer im gleichen Level stirbt. Grafisch erfüllt es seinen Zweck, es ist jetzt nicht das schönste Spiel, hat aber durchaus seine Momente. Die gelegentlichen Ruckler oder das Einfrieren mindern den Gesamteindruck. Fans von Rogue-like-Spielen werden sich hier wie zu Hause fühlen, überall gibt es was zu entdecken. Die dritte Dimension bringt frischen Wind in die Sache. Wer eine Herausforderung sucht und sich an den Zufallsmutationen nicht stört, bekommt hier ein gelungenes Spiel serviert.
Mein persönliches Highlight: Dass mein Charakter in jedem Lauf anders aussieht und andere Fähigkeiten erhält.

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