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Test zu PC Building Simulator - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: PC Building Simulator
  • USA USA: PC Building Simulator
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
13.08.2019
Vertrieb
The Irregular Corporation
Entwickler
The Irregular Corporation
Genre
Simulation
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Einen PC bauen ohne viel Geld auszugeben

Von Ilja Rodstein () Einen PC zu bauen ist gar nicht mal so einfach, denn auch wenn es auf den ersten Blick wie ein LEGO-Baukasten aussieht, kann man eine Menge falsch machen. Das eine Kabel wurde in den falschen Slot gesetzt und der furchterregende Bluescreen wird wieder angezeigt. Diesen Herausforderungen begegnet ihr in PC Building Simulator, jedoch müsst ihr euch zum Glück keine Sorgen machen, dass ihr durch einen Defekt auf hohen Kosten sitzen bleibt.

Dieser PC sieht so aus, als hätte er zwei Weltkriege überlebt, dabei ist es nur eine leichte Staubschicht. © The Irregular Corporation Ltd.

Euer Onkel betreibt eine PC-Werkstatt. Doch er verschwindet auf einmal und fordert euch in einem Abschiedsbrief dazu auf seine Werkstatt zu übernehmen. Somit habt ihr Zugriff auf sein E-Mail-Postfach, in welchem ungeduldige Kunden mit einer Anfrage auf eure Antwort warten. Einige möchten womöglich den Arbeitsspeicher erweitert haben, andere kommen mit defekten Bauteilen an. Im späteren Spielverlauf müsst ihr auch kompliziertere Aufgaben lösen. So müsst ihr beispielsweise eine Wasserkühlung aufbauen, einen PC von Grund auf aufbauen, damit dieser ein bestimmtes Spiel abspielen kann und vieles mehr. Die Aufträge können abgelehnt oder angenommen werden, die Ablehnung hat keine negativen Folgen für euch.

Habt ihr Aufträge angenommen, werden am Folgetag die PC-Systeme der Kunden geliefert. Ihr könnt euch schon mal die PC-Komponenten in einer Auflistung anschauen und die erforderlichen PC-Teile über den Online-Shop auf eurem Computer bestellen. Somit müsst ihr in Vorkasse treten, erhaltet aber das Geld von euren Kunden zurück, sobald ihr den PC repariert habt. Finanzen sind wichtig in diesem Spiel, jedoch dürft ihr auch euer Konto mit bis zu minus 1000 $ belasten. Erst dann müsst ihr täglich 10 $ Zinsen zahlen. Für eine Reparatur erhaltet ihr unterschiedliche Geldbeträge, es bietet sich also auch an Aufträge abzulehnen, weil ihr nicht ausreichend von den Kunden entlohnt werdet.

Spielerisch kann PC Building Simulator sehr überzeugen

Sind die PCs sowie eure Teile angekommen, könnt ihr in eurem Zuhause euren Flur betreten. Dort könnt ihr neue Lieferungen in euer Inventar aufnehmen und die PCs auf die Werkbank stellen. Danach könnt ihr diese aufschrauben sowie an einen Bildschirm anschließen, um die Funktionalität zu testen. Doch manchmal müssen keine Teile gewechselt werden, sondern ihr müsst den PC mit einem Druckluftspray entstauben beziehungsweise Viren mit einem Virenscanner löschen. Diese Aufgaben sind relativ einfach zu erledigen. Schwieriger wird es sein die Komponenten zu wechseln, wie zum Beispiel Grafikkarten oder auch Prozessoren. Dafür müsst ihr die Abdeckplatte abschrauben, Komponenten entnehmen, neue Einsetzen, diese verkabeln und die Platte wieder anschrauben.

Im Tutorial könnt ihr euch mehr Fachwissen aneignen, als für das Spiel überhaupt benötigt wird. © The Irregular Corporation Ltd.

Die Steuerung entspricht leider der PC-Steuerung, denn ihr steuert mit einem Controller eine Maus in jedem Menü. Dass man eine Maus steuert wenn man den PC bedient, finde ich okay, aber dass die einzelnen Menüpunkte ebenfalls per Mausbewegung funktionieren, ist keine gute Sache auf der Nintendo Switch-Konsole. Auch wenn Touchscreen-Steuerung unterstützt wird, diese ist sehr unpräzise und eignet sich nicht dazu Schrauben anzuklicken, um sie zu drehen. Auch die Performance kann bei diesem grafisch schwachen Spiel nicht überzeugen. Mal läuft sie super flüssig, doch in unerklärlichen Situationen fällt die Bildrate nur halb so hoch wie normal aus. Ein Problem ist ebenfalls der Soundtrack in dem Spiel, denn dieser ist nicht nur langweilig, sondern läuft auch in einer Endlosschleife.

Das Lizenzportfolio des Spiels ist wirklich großartig. Die großen namhaften Hersteller wie NVIDIA, ASUS, AMD, Intel und viele mehr sind mit Originalhardware vertreten. Habt ihr zum Beispiel eine Grafikkarte eingebaut, könnt ihr ihre Funktion in einem 3D Mark-Test simulieren. Habt ihr einen Fehler gemacht, wie zum Beispiel keine Wärmeleitpaste zwischen Prozessor und Prozessorlüfter eingefügt, stürzt der PC bei Leistung mit einem Bluescreen ab. Mit speziellen Diagnoseprogrammen könnt ihr identifizieren wo sich der Fehler befindet. Spätestens als ich einen Leistungstest gemacht habe und dabei die PC-Temperatur beobachtet habe, ist mir aufgefallen, dass der Prozessor überhitzt war.

Aus technischer Sicht ist die Nintendo Switch-Portierung weniger gelungen

Solche Tools könnt ihr euch nach und nach für Ingame-Währung kaufen und somit eure Methoden erweitern. So gibt es beispielsweise ein Programm, welches die Reihenfolge der einzelnen PC-Komponenten nach Leistung anzeigt oder die Mindestanforderungen für bestimmte Spiele anzeigt. Abgesehen davon könnt ihr euch für einen hohen Preis einige Schritte bei der PC-Reparatur beschleunigen. Kabel werden automatisch angeschlossen, Schrauben drehen sich schneller oder sind automatisch reingedreht, Übertaktungen können eingestellt werden. Um diese Tools freizuschalten, müsst ihr nicht nur eine hohe Summe zahlen, sondern auch ein bestimmtes Level erreichen. Dafür müsst ihr aber eine ordentliche Anzahl an PCs erfolgreich reparieren. Kunden geben euch auch immer eine Bewertung ab, um diese lesen zu können, müsst ihr euch ebenfalls ein teures Programm kaufen.

So, gleich bist du fertig. © The Irregular Corporation Ltd.

Insgesamt macht das Spiel wirklich großen Spaß und besitzt einen hohen Suchtfaktor. Sicherlich gibt es hier und da Probleme und auch das Menü ist ziemlich kompliziert und verschachtelt aufgebaut, doch ein Spielfluss, bestehend PC-Reparaturen, dem Annehmen neuer Aufträge und dem Bestellen weiterer Komponenten aus dem Online-Shop wird mit wenigen Spielstunden erreicht. Ich kenne mich einigermaßen mit PC-Systemen aus und bin damit auch eigentlich ganz gut mit dem Spiel zurechtgekommen. Wer aber nicht weiß, was eine Grafikkarte oder ein Prozessor ist, kann das Tutorial im Spiel abrufen. Dieses ist zwar sehr informativ aufgebaut, beantwortet aber trotzdem nicht alle Fragen, die ihr euch im Laufe der Kampagne stellt. So wird beispielsweise nicht erklärt, wie Kabel im PC angeschlossen werden müssen.

PC-Experten können auch im freien Bauen ihr perfektes PC-System aufbauen. Dazu bremsen euch keine finanziellen Grenzen aus, ihr könnt anschließend euren PC in mehreren Leistungstests testen sowie den Verkaufswert eures Systems bestaunen. Einen wirklichen Zweck hat dieser Modus nicht, jedoch ist er eine nette Zugabe.

Redaktionswertung

6

Überzeugend

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Unser Fazit zu PC Building Simulator

Meinung von Ilja Rodstein
PC Building Simulator hat einen enorm hohen Suchtfaktor und bringt ein sehr gutes Lizenzangebot mit sich. Das Gameplay ist auf den ersten Blick eintönig, doch die zusätzlich freischaltbaren Inhalte können den Spieler stundenlang beschäftigen. Leider hat die Nintendo Switch-Version des Spiels mehrere Probleme: Diese betreffen die Performance und vor allem die Steuerung, denn die Entwickler haben einfach die PC-Steuerung eins zu eins übernommen. Würde dieser Fehler behoben werden, gäbe es von mir eine Kaufempfehlung für PC-Experten und welche, die es werden wollen. Ansonsten kann ich eher zum Kauf der PC-Version raten.
Mein persönliches Highlight: Es ist beeindruckend, welches Lizenzportfolio das Spiel mit sich bringt.