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Test zu AER: Memories of Old - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: AER: Memories of Old
  • USA USA: AER: Memories of Old
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
28.08.2019
Vertrieb
Daedalic
Entwickler
Forgotten Key
Genre
Adventure, Action, 3D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Frei wie ein Vogel

Von Daniel Kania () Habt ihr schon einmal davon geträumt, als Vogel durch die Lüfte zu fliegen? Wir Menschen mögen ohne Hilfsmittel auf der Erde und im Wasser zurechtkommen, aber der Himmel bleibt für uns ohne Weiteres unerreichbar. Uns wachsen nicht aus dem Nichts Flügel, uns ist es nicht vergönnt, diese befreiende Leichtigkeit zu spüren. AER: Memories of Old versucht uns eben dieses Gefühl näherzubringen. Die Mentalität, ohne Furcht nach vorne zu springen und abzuheben.

Von oben habt ihr einen besseren Überblick. © Daedalic / Forgotten Key

In AER: Memories of Old spielt ihr als Auk, eine der letzten Verbliebenen, welche die Fähigkeit besitzen, zwischen Menschen- und Vogelform zu wechseln. Die Welt liegt – oder besser gesagt schwebt – in Trümmern. Die Götter scheinen das Land längst verlassen zu haben. Es gibt nicht mehr viele Personen, die an sie glauben oder sich gar an sie erinnern. Nach einer Katastrophe verblieben bloß Fragmente der Welt. Schwebende, kleine Inseln, die oft nicht mehr bieten als getrocknete Flüsse, eingestürzte Ruinen und Anzeichen von dem, was einst war.

Noch hat die überlebende Zivilisation nicht jede Hoffnung verloren. Als Auk begebt ihr euch zu verschiedenen heiligen Stätten, um den Geheimnissen der Welt auf den Grund zu gehen. Dabei findet ihr eine Laterne, welche auch Karahs Licht genannt wird. Die Kraft erwacht zum ersten Mal seit vielen Generationen – und wohl gerade noch rechtzeitig, um alle vor der Finsternis zu bewahren. Genauere Details zu all dem, was sich in der Vergangenheit abgespielt hat und wie es zum Zustand der zerfallenen Welt kam, erfahrt ihr durch kleine Geschichten und Tagebucheinträge, welche auf all den Inseln verteilt sind. Mit jedem Puzzlestück könnt ihr euch einen besseren Reim darauf machen, was vorgefallen ist, einiges bleibt dennoch der Fantasie überlassen.

Das Gameplay dreht sich hauptsächlich um die zwei verschiedenen Bewegungsarten, die Auk offenstehen. Als Mensch auf dem Land und als Vogel in der Luft. Beim Flug durch die malerischen Umgebungen von AER: Memories of Old stellt die Navigation zu eurem nächsten Ziel die einzige Herausforderung dar. Es gibt keine sonderlich nennenswerten Hindernisse, dafür aber Winde, die euer Tempo anheben, und so manche Steinkreise oder Torbögen, welche euren Flug ein wenig unterhaltsamer gestalten können. Das Fliegen fühlt sich gut an, hin und wieder kann euch allerdings das Gefühl beschleichen, zu wenig Kontrolle über Auk zu haben, wenn sie mit wahnsinniger Geschwindigkeit umherflitzt. Zu häufig passierte es mir, dass das Restmomentum meines Fluges mich weit über die Insel hinausschießen ließ, auf der ich eigentlich landen wollte. Diese Komponente wirkt stellenweise also noch unausgereift.

Die AER ist leer

Es stellt sich jedoch leider die Frage, weshalb ihr überhaupt einmal landen wollen würdet. Die Welt ist leer, leblos, langweilig. Auf zahlreicher der fliegenden Inseln gibt es nichts Nennenswertes zu finden. Zu viel entpuppt sich als Dekoration, anstatt als Attraktion. Es lässt sich nichts sammeln, nichts finden, nichts bekämpfen – es gibt einfach nichts, was das Gameplay in irgendeiner Art und Weise bereichert. Einzig eine Handvoll an NPCs lässt sich im gesamten Spiel finden. Noch dazu sind Auks Bewegungen am Boden vergleichsweise langsam, träge, eingeschränkt – gerade im Vergleich zum Fliegen. Leider stieß ich auch auf ein paar eher frustrierende Erlebnisse, etwa als Auk in einem Riss einer Brücke feststeckte ohne Möglichkeit wieder herauszukommen.

An atmosphärischen Momenten wurde nicht gespart. © Daedalic / Forgotten Key

Wirklich notwendig zu landen ist es dann, wenn ihr den Spielverlauf vorantreiben wollt. Auf ihrer Pilgerreise findet Auk diverse Ruinen und antike Tempelanlagen. Manche klein, manche groß. Primär gibt es drei Fragmente zu sammeln, welche in den größten Dungeons des Spiels zu finden sind. Diese spielen sich innerhalb von dunklen Höhlen und antiken Bauwerken ab und setzen auf leichte Rätsel- und Geschicklichkeitskost. Für viele wohl zu leicht. Ohne Frage ist die Inszenierung gelungen und besonders atmosphärisch, was auch der tollen Musikuntermalung zu verdanken ist, aber der tatsächliche Spaß am Spielen leidet unter den simplen Puzzles und der klobigen, trägen Steuerung am Boden. Es ist nicht spaßig, Auk in engen Räumen zu navigieren, in denen sie sich nicht als Vogel entfalten kann. Und noch dazu Rätsel lösen, deren Lösung meist von Anfang an offensichtlich ist? Das ginge besser!

Für Gänsehautmomente sorgte allerdings immer wieder die audiovisuelle Präsentation gepaart mit den vielen Referenzen zu vergangenen Ereignissen in der Welt. Nicht nur lest ihr viel über Geschehnisse einer alten Zeit, sondern ihr könnt sie auch selbst sehen. Leuchtet Kahras Licht in der Nähe von mysteriösen Zeichen, die in der Luft zu schweben scheinen, offenbart das Licht die Gestalt von Personen aus der Vergangenheit. Oft findet ihr die Spuren in der Nähe von interessanten Orten wie den Ruinen. Manche von ihnen sprechen sogar. Gedanken über diejenigen, die einst waren, können mich immer wieder faszinieren.

Schade ist, dass die technische Leistung auf der Nintendo Switch manchmal einknickt. Hin und wieder konnten Framerate-Einbrüche festgestellt werden. Auch abseits davon scheint das Spiel nicht komplett optimiert. Eine unausgearbeitete Kamera und lange Ladezeiten zwischen Bereichen gehören zu den größten Problemen.

Redaktionswertung

6

Überzeugend

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Unser Fazit zu AER: Memories of Old

Meinung von Daniel Kania
AER: Memories of Old ist ein Erkundungsspiel, ohne aber viel zum Entdecken zu bieten. Als Vogel-Mensch Auk bereist ihr eine von den Göttern verlassene, zerfallene Welt, die nur noch aus schwebenden Inseln besteht. Darauf zu finden sind ein paar hübsche Szenerien, die schlussendlich mehr Schein als Sein sind. Der Fokus liegt auf dem Finden und Bewältigen von einigen wenigen Tempeln, die leider recht simple Rätsel- und Geschicklichkeitseinlagen bieten. An spaßigem "Gameplay" bleibt demnach nur das recht gelungene Fliegen durch die Wolkenwelt und das Aufspüren von Hintergrundinformationen zu vergangenen Geschehnissen. Wer sich dafür interessiert, wird für wenige Stunden von eher oberflächlicher Erkundungskost unterhalten, die mehr für Augen und Ohren als für das Gehirn bietet. Dabei muss allerdings die stellenweise unsaubere Technik toleriert werden.
Mein persönliches Highlight: Die Geister aus der Vergangenheit erinnern mich sehr an die Seelen aus dem Schattenreich in The Legend of Zelda: Twilight Princess

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