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Test zu Decay of Logos - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Decay of Logos
  • USA USA: Decay of Logos
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
September 2019
Vertrieb
Rising Star Games
Entwickler
Amplify Creations
Genre
Action, 3D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Technische Mängel im herausfordernden Umhang

Von Kevin Becker () Während Videospiele im Verlauf der Jahre immer mehr dazu tendierten durch zugänglichere Schwierigkeitsgrade ein größeres Publikum anzusprechen, wagen sich wenige Erlebnisse heutzutage dennoch, Spieler ohne jegliche Hilfestellungen ins kalte Wasser zu werfen. Was wie eine gute Herausforderung für erfahrene Fans klingt, kann nur funktionieren, wenn eine ausgeglichene Balance zwischen Fairness und Schwierigkeit besteht. Decay of Logos verschwendet keine Sekunde euch schon zu Beginn daran zu erinnern, dass vorsichtiges Spielen der Schlüssel zum Erfolg ist. Wie die Technik funktioniert und ob die Spielwelt ein glaubwürdiges Gesamtpaket abgibt, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

Stärkt das Band zwischen euch und eurem Partner. © Rising Star Games

Als Adas Dorf von plötzlich auftauchenden Monstern überfallen und zerstört wird, findet sich die junge Frau ohne Informationen, wer oder was für den Angriff verantwortlich ist, in unbekannten Wäldern wieder – nur, um von einem geheimnisvollen Elch aufgeweckt zu werden. Schnell spürt sie eine starke Verbindung zum eleganten Vierbeiner und so startet Ada mithilfe ihres neuen Freundes die Suche nach dem Ursprung der Katastrophe. Decay of Logos verrät nicht viele Details zur Handlung und verlässt sich darauf, dass ihr eigenständig mehr von der Geschichte erfahren wollt. Optionale NPCs, für sich selbst sprechende Landschaften und Nebenaufgaben geben Auskunft über die Hintergründe bestimmter Charaktere und offenbaren langsam wichtige Details zur übergeordneten Handlung. Wer daran jedoch nicht interessiert ist und sich nun fürchtet dauerhaft verwirrt zu sein, solltet ihr keine nebensächlichen Quests erfüllen, kann aufatmen. Die allgemeine Handlung macht bis zum Ende Sinn und versteckt interessante Ansätze nur für Leute, die wissbegierig sind mehr zu erfahren.

Aus der Third-Person-Perspektive steuert ihr Ada und erkundet Ortschaften voller Gegner und Geheimnisse. Um sich angemessen zu verteidigen, können an verschiedenen Teilen des Körpers Ausrüstungen angelegt werden, die sich entweder auf die Abwehr bestimmter Effekte konzentrieren (Giftresistenz beispielsweise) oder eine allgemein höhere Verteidigung bereitstellen. Steckt ihr allerdings zu viele Treffer ein, können Teile der Rüstung zerbrechen, woraufhin eure Abwehr beträchtliche Mängel erleidet. Abhilfe schaffen hier einfache Gegner, die nach dem Besiegen Rüstungsteile, Tränke oder andere Items fallen lassen können. Tränke können Ada heilen, eine Vergiftung negieren oder eine Lähmung entfernen. Ein nettes Detail ist dabei die optische Komponente, wenn eure Spielfigur die kleinen Flaschen an ihrem Gürtel trägt und somit jederzeit klar ist, von welcher Flüssigkeit ihr noch Exemplare besitzt. Geht die Lebensenergie zuneige, können alternativ Pilze in der Spielwelt gegessen werden, die aber ein gewisses Risiko beherbergen. Obwohl die Eukaryonten in den meisten Fällen einen positiven Effekt mit sich bringen, vergiften euch manche Pilze. Diese stete Gefahr von eigentlich harmlosen Elementen macht die Spielwelt von Decay of Logos zu einem authentischen Ort. Einfache Items wie Pilze stellen in den meisten Videospielen keine Gefährdung dar – wie im echten Leben jedoch kann man nicht davon ausgehen, jeden Pilz aufzuheben und verspeisen zu können.

Versucht immer nur die Aufmerksamkeit eines Gegners auf euch zu lenken. © Rising Star Games

Ein anderes Beispiel solcher überraschender Ideen sind Schlafplätze zum Auffüllen eurer Energie und Ausdauer. Je länger ihr ohne Schlaf spielt, desto müder wird Ada. Im Klartext bedeutet dies, dass Attribute wie der Angriff oder die Ausdauer mit der Zeit sinken, solltet ihr euch nicht an Schlafplätzen ausruhen. Worauf ich hier hinaus möchte, sind Überfälle während der Ruhephasen. Mit Pech kann es geschehen, dass in der Nacht Monster erscheinen, euch am Schlafplatz überfallen und ihr diese erledigen müsst. Auch wenn dieser Einfall mit der Zeit nervig werden könnte, verlangt er dauerhafte Konzentration vom Spieler – selbst an Orten, an denen man sicher scheint. Egal wie nervtötend der Überfall sein mag – der kurze Moment, an dem man während des vermeintlichen Ladebildschirms kurz seinen Blick vom Bildschirm wegnimmt, um etwas zu trinken oder Ähnliches, nur damit man schockartig wieder schnell zum Controller greift, macht es das Ganze wert.

Kämpfe mit Gegnern sollten immer mit höchster Vorsicht angegangen werden. Die Heilmittel sind begrenzt und je nach Rüstung können Monster beachtlichen Schaden austeilen. Es ist immer eine gute Idee, erst mal die Verhaltensmuster der Gegner zu lernen, bevor ihr angreift. Erwischt euch nämlich eine Attacke und ihr fallt zu Boden, besitzt ihr keinen unverwundbaren Status, nur weil ihr bereits getroffen wurdet. Wer am Boden liegt oder kurz benommen ist, verliert – das gilt sowohl für euch als auch für die Kontrahenten. Leider ist das Verhalten der Widersacher nicht immer ganz schlüssig, was sich vor allem in Bosskämpfen zeigt. Nähert ihr euch einem Boss, vollführt er selbstständig einen schnellen Nahangriff, um anschließend wieder auf Distanz zu gehen. Diese Attacken können jedoch umgangen und dauerhaft abgefragt werden. Das Endergebnis ist der immer gleiche Nahangriff eines Gegners, der versucht euch loszuwerden, ihr jedoch immer wieder ausweicht und zwischendurch langsam Schaden aufbaut. Hier wäre ein intelligenteres Verhalten seitens der Bosse wünschenswert gewesen, wenn sie beispielsweise mehrere Nahangriffe besäßen, kurz weglaufen oder allgemein nicht so vorhersehbar wären. Normale Gegner sind in ihrem System wesentlich simpler, können allerdings manchmal aufgrund unnatürlicher Animationen für negative Überraschungen sorgen. Demgegenüber stehen überzeugende Mimikry-Gegner, die aus dem Hinterhalt attackieren, wenn sie nicht wie in anderen Spielen einfache Truhen imitieren, sondern die Form von alltäglichen Gegenständen annehmen, wie Fässer beispielsweise. Insgesamt sind die Kämpfe in den meisten Fällen nicht wirklich unfair und laufen so ab, wie es vorgesehen ist – letztendlich fehlt aber ein klarer Feinschliff.

Höhlen sollten nur mit guter Vorbereitung betreten werden. © Rising Star Games

Neben einem einfachen Schwert warten verschiedene Waffen, wie Schlagkolben oder Dolche, darauf ausprobiert zu werden. Mit einem schnellen, mittelstarken Angriff kann flott Schaden verteilt werden – eine schwerfällige Attacke braucht etwas Anlaufzeit, ist dafür aber wesentlich stärker. Sämtliche Bewegungen sind an eine Ausdaueranzeige gebunden, die je nach Aktion unterschiedlich stark an der Kondition zerrt. Ein Abwehrmanöver wehrt feindliche Attacken ab und gibt euch die Möglichkeit zuzuschlagen, was risikobehaftet ist, solltet ihr das Timing nicht schaffen. Sehr viel sicherer ist ein einfacher Schild, der ebenso wie die Rüstung mit der Zeit brechen kann. Geht die Ausdauer aus und ihr möchtet schneller von Ort zu Ort reisen, könnt ihr auf eurem edlen Elch reiten und mit ihm interagieren. Beeren beruhigen das Tier etwas und baut das Vertrauen zwischen euch auf, was sich auf sein Tempo und Verhalten auswirkt. Obwohl der Elch an sich keine schlechte Idee ist, kam nie das Gefühl auf, dass er das Gameplay bereichert. Kleinere Rätsel bringen das Tier zwar hin und wieder ein, inwiefern die Inklusion eines solchen Partners aber wirklich notwendig war, bleibt diskutabel. Die Spielwelt ist nicht sehr offen, im Sprint ist die Spielfigur meistens schneller und besondere Angriffe können im Team auch nicht ausgeführt werden.

Visuell macht Decay of Logos dank seiner sanften Farben und dem angenehmen, malerischen Grafikstil einen schönen Eindruck. Weniger hübsch ist die allgemeine Performance des Spiels. Eine problematische Bildwiederholrate und oftmals unscharfe Landschaften sorgen für ein technisch mangelndes Ergebnis. Die Entwickler versorgen das Abenteuer zwar immer wieder mit Updates, die Fehler ausmerzen sollen, trotzdem kann die Performance noch immer einiges an Arbeit vertragen. Musikalisch wird auf ruhige Töne gesetzt, die bei Momenten wie Bosskämpfen aufregend werden kann, in den meisten Fällen allerdings entweder im Hintergrund bleibt oder sich gleich ausschließlich auf die Soundkulisse konzentrieren.

Redaktionswertung

5

Für Genre-Fans

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Unser Fazit zu Decay of Logos

Meinung von Kevin Becker
In seinem Grundsatz bringt Decay of Logos die Leistung, die gerade Fans des Genres erwarten. Die Schwierigkeit ist in den meisten Fällen fair und nur an wenigen Stellen frustrierend, viele kleine Überraschungen bauen das Konstrukt einer glaubhaften Welt und die Grafik sorgt mit seinem angenehmen Ansatz für eine malerische Optik. Im Gegensatz dazu steht eine bröcklige Bildrate, unscharfe Darstellungen und kleine Hänger, die sich vor allem während des Kämpfens unangenehm oft zeigen. Euer Partner ist ein mysteriöses Storyelement, spiegelt sich aber im Gameplay nur oberflächlich wieder und passt nicht ganz zum allgemeinen Leveldesign des Spiels. Wer mit einigen technischen Fehlern keine Probleme hat (die wiederum in zukünftigen Updates nachgebessert werden sollen), wird mit Decay of Logos ein herausforderndes Abenteuer erleben, dass euch zu keinem Zeitpunkt an der Hand hält und vollkommen unabhängig erleben lässt.
Mein persönliches Highlight: Viele kleine Überraschungen, wie Mimikry-Gegner oder plötzliche Überfälle.

Kommentare 7

  • daddel_dojo Alles wird loot ... - 11.09.2019 - 19:32

    Uff ... ne ??? hätte ich jetzt nicht gedacht, gut das es Euch gibt!
  • Crimsmaster_3000 Bastardo de Crimson - 11.09.2019 - 19:39

    Ich find's immer schade wenn spiele nach dem release (nicht day one patch etc.) nachgebessert werden sollen... Dann is es zu spät... Für die Verkaufszahlen und den frustrierten Käufer der es möglicherweise nicht mehr anfässt.
  • Solaris ntower zertif. Kommentator - 11.09.2019 - 19:47

    Rien de va plus. Die Würfel sind gefallen. :P
    Aber wundert mich ehrlich gesagt nicht wirklich, sah in der Ankündigung schon wie ein Breath of the Wild für Arme aus.
  • Ziz_ Turmritter - 11.09.2019 - 20:37

    Der "Elch" ist übrigens auch ein Eukaryot. :mushroom:
    Auch wenn es bei mir mehr eine Antilope oder ein anderen Ziegenverwandter ist, aber okay, wahrscheinlich ein Übersetzungsopfer... :dk:
  • Aya Veteran des Konsolenkrieges - 11.09.2019 - 21:56

    Wo ich gerade Elch lese...fällt mir nur das dazu ein...



    Und das Spiel ist das jetzt schon gepatcht oder ist das immer noch die Katastrophe?
  • Julian Gamauf Junior Moderator - 12.09.2019 - 06:52

    Schade, dass es scheinbar noch immer viele Bugs gibt. Da das Spiel, soweit ich weiß, nur digital im eShop erscheinen wird, kann man nur hoffen, dass die gröbsten Probleme bis zum Release noch ausgemerzt werden. X/
  • Ralf74 Turmheld - 12.09.2019 - 09:03

    Sehr schade, dass es nicht so recht was geworden ist - hatte mich wirklich auf das Spiel gefreut.

    Optisch finde ich, dass es sogar etwas besser gelungen ist als BotW. Hatte erst gestern Abend Mal wieder BotW gespielt und bin doch jedes Mal von der Grafik ein bischen enttäuscht.