Test zu SimAnimals: Afrika - Wii
Unser Test zum Spiel: SimAnimals: Afrika
-
17. Januar 2011 um 20:02 - Pascal Hartmann
Die Flut der Sims-Spiele reißt einfach nicht ab. Müsst ihr euch normalerweise um die Geschicke und Belange von menschlichen Sims kümmern, ging SimAnimals andere Wege. Ein ganzer Haufen an Tieren wartete darauf, dass ihr ihnen ein schönes Zuhause pflanzt, in denen sie sich wohl fühlen können. Leider artete das Spiel schnell in Monotonie oder dem einfachen Zusehen aus. Mit dem Nachfolger SimAnimals: Afrika soll alles besser werden. Ob die Safari Spaß macht oder ihr den Entwicklern lieber den Gnadenschuss verpassen solltet, erfahrt ihr im Review.
Das Spielprinzip gleicht dem vom Vorgänger naturgemäß ziemlich. So entscheidet ihr euch zu Beginn wieder für einen von fünf Speicherplätzen und landet dann auch direkt in der Spielwelt. Diese ist erneut in viele kleine Abschnitte unterteilt, zwischen denen ihr fleißig hin und her wechseln könnt oder sogar müsst. Längere Ladezeiten inklusive. Doch immerhin bietet euch das Spiel Alibi-mäßig eine Story: Etwas läuft gewaltig schief in der Savanne, und ihr müsst herausfinden, was das sein könnte. Dabei orientiert ihr euch an den Tier-Totems und folgt bei jedem Betreten eines neuen Abschnitts der Geschichte um einen Jäger. Ob die menschliche Rasse etwas damit zu tun hat, dass das Land nicht mehr so gesund ist, wie es einst war?
Schon Daniel Küblböck wusste, dass positive Energie etwas schönes ist. Und genau darum dreht sich auch SimAnimals: Afrika Denn ihr müsst dem Land eine gewisse Menge an guter Energie zurückgeben, um dem Land seine Freude zurückzubringen. Am einfachste geschieht das, indem ihr die Aufträge der Tier-Totems abarbeitet, die gelangweilt in der Gegend herumstehen. Dabei wirken die ersten Aufgaben noch als entspanntes Tutorial. So müsst ihr euch mit den Tieren anfreunden, ein Zebra und einen Löwen zusammen bringen oder Wasserflächen frei buddeln. Doch im Gegensatz zum Vorgänger könnt ihr eure göttliche Hand nicht mehr so freigiebig einsetzen. Wollt ihr zum Beispiel an die Früchte eines Baumes kommen, reichte in SimAnimals ein Schütteln mit der Wiimote, sobald man den Baum im Griff hatte. Jetzt müsst ihr ein Zebra (oder ein anderes Tier mit starken Hinterbeinen) in Besitz nehmen und es selbsttätig zum Baum steuern, um dann mit einem Tritt euer gewünschtes Gut auf den Boden fallen zu lassen. Doch so einfach machen es euch die Entwickler nicht, denn ihr könnt nicht einfach aufs Geratewohl in den Geist eines Tieres eindringen. Vorher steht noch mindestens eine Streicheleinlage auf dem Programm, bei der ihr wie wild mit der Wiimote wackeln müsst, um die Liebe des Tiers zu euch zu steigern. Zwei leckere Snacks später seid ihr beste Freunde, und ihr könnt euch ihrer bemächtigen. Im Prinzip ist es eine gute Idee, dass man sich zuerst das Vertrauen erschleichen muss, doch wieso muss ich dazu wie ein Bekloppter schütteln? Spätestens beim zehnten Wüstenbewohner wird das echt nervig. Wer noch mehr abzappeln will, kann seine Lieblinge auch in den beiden Charakterwerten Stärke und Charme verbessern. Diese gibt es jeweils in zwei Stufen, wobei die Auswirkungen natürlich variieren. So wird eine Giraffe mit einem hohen Charmewert schneller gut Freund mit den Mitbewohnern, während die Stärke die Spezialfähigkeiten der Tiere verstärkt. Diese speziellen Fähigkeiten sind von Tierart zu Tierart unterschiedlich, so spritzen Elefanten mit Wasser und Nilpferde graben Löcher.
Diese besonderen Merkmale nutzt ihr, um zusätzliche Aufgaben zu erfüllen. So müsst ihr zum Beispiel mit einem Zebra ein anderes Zebra ins Wasser schubsen oder mit einem Elefanten eine bestimmte Menge an Pflanzen bewässern. Doch das ist nicht alles, ihr könnt die Wüstenbewohner trinken, fressen, sie mit anderen Tieren herum tollen oder sie begrüßen lassen. Das funktioniert ganz einfach und intuitiv anhand eines einblendbaren Menüs. Um etwas Abwechslung ins Spiel zu bringen, könnt ihr auch selbst mit euren tierischen Freunden spielen. So müsst ihr Ringe werfen oder das Tier der Wahl per Schlagbewegung mit Wiimote und Nunchuk zum Springen auffordern, damit dieses die heran fliegenden Blüten einsammelt. Wenn wir schon bei der Steuerung sind: Das gesamte Spiel lässt sich einwandfrei bedienen. Mit dem Analogstick bewegt ihr euch durch die Abschnitte, der A-Knopf dient zum Auswählen der Tiere oder Pflanzen. Die Flora ist übrigens nicht mehr so wichtig wie im Vorgänger. Zwar kann sie verdorren und ihr könnt noch immer neue Bäume und Sträucher pflanzen, doch sind die Tierchen nicht auf sie angewiesen, da sie sich vom Steppengras ernähren, das überall wächst. Verhungern können die Wüstenbewohner also nicht. Doch solltet ihr Acht geben, wenn sich Fleischfresser in der Nähe befinden, sonst wird euer Zebra-Bestand ganz schnell dezimiert...
Ihr arbeitet euch also von Abschnitt zu Abschnitt und erfüllt dabei die euch gestellten Aufgaben, so dass ihr bei Gelingen mit einer Medaille belohnt werdet. Dabei fallen die Aufträge leidlich spannend, aber wenigstens abwechslungsreich aus. Nach und nach erhaltet ihr neue Kräfte, so könnt ihr später Tiere packen und in euren Rucksack stecken, um zum Beispiel immer ein Nilpferd dabei zu haben, um im Erdboden nach besonders wertvollen Samen zu graben. Oder ihr erhaltet die Fähigkeit, Wasser schöpfen zu können, um Pflanzen zu gießen. Auf diese Weise werdet ihr immer wieder belohnt. Zocker, die regelmäßig vor ihrer Konsole hocken, haben aber zu schnell alle Medaillen ergattert. Zwar ist SimAnimals im Prinzip als Endlosspiel angelegt (befreundet die Tiere untereinander, bringt die Abschnitte zum Blühen), doch ist da schnell die Luft aus, da die durchaus vorhandene Komplexität des Vorgängers stark beschnitten wurde.
Oha, hier gibt es tatsächlich eine Verbesserung! Denn anstatt am halbgaren Grafikgerüst festzuhalten, wurde für SimAnimals ein Comic-Stil verwendet, der meistens nett und ab und zu sogar wirklich schön aussieht. Undetaillierte Texturen nimmt man dem Spiel hier einfach nicht so übel, da das Gesamtkonstrukt zusammen passt. Die Tiere selbst sind natürlich auch in diesem Stil enthalten und werden stark verniedlicht dargestellt. So haben weibliche Zebras zum Beispiel einen Lidschatten aufgetragen. Steigen eure tierischen Freunde in Charme oder Stärke auf, bilden sich Bemalungen an ihren Körpern, so dass nach einiger Spielzeit lauter bunte Tierchen durch die Gegend rennen, friedlich grasen oder zusammen im Sand toben. Die Animationen sind ebenso gut gelungen.
Schon im Hauptmenü erwarten euch afrikanische Klänge, die euch das meiste Spiel über begleiten. Doch seltsamerweise erklingen diese nicht, wenn ihr als göttliche Hand unterwegs seid. In der Haut eines der Tiere dürft ihr dann wieder der Musik lauschen. Wobei das nicht ganz richtig ist, denn auch wenn euch hier kein Allerwelts-Soundtrack erwartet, weil die Entwickler dem Setting treu geblieben sind, dümpelt er im Hintergrund vor sich hin. Ich musste für das Review sogar noch einmal ins Spiel schauen, um mir ein genaueres Bild von der Sound-Untermalung zu machen, da ich sie vorher nie wirklich bemerkt habe. Die tierischen Laute klingen allesamt witzig und passen zum eher kindlichen Aspekt des Spiels.
Unser Fazit
6
Überzeugend