Ein spielbarer Anime-Film für unterwegs

Ni no Kuni ist ein klassisches japanisches Rollenspiel des Entwicklerstudios LEVEL-5, das unter anderem auch für Teile der Dragon Quest-Reihe verantwortlich ist. Sechs Jahre nach der ursprünglichen Veröffentlichung in Europa erscheint das Spiel nun als Remaster für die PlayStation 4 und für den PC sowie als Port für die Nintendo Switch. Alle genannten Versionen beinhalten den kompletten DLC für das einstige Hauptspiel.


Wenn ihr das Spiel zum ersten Mal startet, erwartet euch ein simpler Startbildschirm. Dort könnt ihr ein neues Spiel starten, ein bereits angefangenes Abenteuer fortsetzen oder im Optionsmenü die üblichen Einstellungen vornehmen. Entscheidet ihr euch für ein neues Spiel, dürft ihr erst einmal den Schwierigkeitsgrad auswählen. Davon gibt es zwei – einfach und normal. Der einfache Schwierigkeitsgrad kommt mit weniger anspruchsvollen Kämpfen daher und eignet sich für diejenigen, die lediglich auf der Suche nach einer guten Geschichte sind, ohne sich großartig mit Gegnern auseinandersetzen zu müssen. Die normale Herausforderungsstufe hingegen bietet eine gute Balance für all die Spieler, die sowohl der tollen Handlung folgen wollen als auch ein forderndes JRPG spielen möchten. Habt ihr einen der Schwierigkeitsgrade als den euren auserkoren, geht es auch schon los.


Stürzt euch mit Oliver ins Abenteuer


Der Titel beginnt mit einer animierten Sequenz. Bereits hier fällt sofort ins Auge, dass das bekannte Studio Ghibli für die Animationen verantwortlich ist. Dieses hat bereits eine Vielzahl an Anime-Filmen veröffentlicht, die auch außerhalb der eingefleischten Fangemeinde Zuschauer gefunden haben und sich großer Beliebtheit erfreuen – spätestens bei Filmtiteln wie Prinzessin Mononoke oder Chihiros Reise ins Zauberland dürfte es bei den meisten klingeln. Der charakteristische Stil des Studios zeichnet sich natürlich auch in der Optik von Ni no Kuni ab – doch dazu später mehr. Anschließend seht ihr eine Szene, die chronologisch erst einige Zeit nach dem eigentlichen Anfang spielt, nur um dann abrupt zu enden und in einen Rückblick zu münden. Das Spiel beginnt in der idyllischen Stadt Motorville, die Heimat eures Hauptcharakters Oliver. In den ersten paar Minuten begegnet ihr der gutherzigen Ladenbesitzerin Leila, Olivers nicht weniger fürsorglichen Mutter Ally und seinem besten Kumpel Phillip, mit welchem er ein Projekt am Laufen hat, dessen Fertigstellung bevorsteht: Die beiden bauen in Phillips Werkstatt gemeinsam ein Auto, welches sie noch in der folgenden Nacht probefahren möchten. Außerdem werden zwei anfangs geheimnisvoll wirkende Charaktere vorgestellt, von denen man zu Beginn nur erahnen kann, dass sie wichtig für die Geschichte sein werden und vor allem nichts Gutes im Schilde führen. Später erfährt man, um wen es sich bei den beiden mysteriösen Gestalten handelt: Die namensgebende Weiße Königin und ihr Papagei Apus.


Solche Anime-Zwischensequenzen bekommt ihr nicht häufig zu Gesicht, sind aber jedes Mal erneut ein Highlight. © Bandai Namco Entertainment

Da Oliver sich sicher ist, dass seine Mutter das niemals erlauben würde – aufgrund der Sorge, ihm könne etwas zustoßen – schleicht er sich nachts aus seinem Zimmer. Draußen wartet auch schon sein Kumpel Phillip, allerdings begegnet ihr dort auch zum ersten Mal einer geisterhaften Erscheinung in Form eines kleinen Mädchens. Wie sich später herausstellt, handelt es sich hierbei um Pia. Diese warnt Oliver vor dessen Vorhaben, was dieser aber in seiner kindlichen Naivität ignoriert. Also machen sich er und Phillip gemeinsam mit ihrem selbst gebauten motorisierten Gefährt auf, um dieses abseits der Stadt auf einem Weg, der parallel zu einem Fluss verläuft, zu testen. Oliver ist von den beiden der Erste, der sich hinter das Steuerrad des Vehikels Marke Eigenbau setzt. Sobald der Motor startet, erfolgt ein Schnitt. Ihr befindet euch wieder bei den zwei vorher erwähnten mysteriösen Gestalten. Nun wird auch deren Intention deutlich, denn sie manipulieren das Fahrzeug so, dass Oliver mit diesem verunglückt und im daneben liegenden Gewässer landet. Sein Freund Phillip eilt erfolglos zur Hilfe. Zum Glück wurde Olivers Mutter von ebendieser geisterhaften Präsenz geweckt, die zuvor auch Oliver gewarnt hat. Diese begreift recht schnell, dass ihr Sohn nicht wie üblich im Bett liegt und begibt sich auf die verzweifelte Suche nach ihrem Kind. Im letzten Moment gelingt es ihr, ihren Sohn zu finden und zu retten, bevor dieser ohnmächtig dem kalten Nass erliegt. Kurz nachdem Oliver wieder zu Bewusstsein kommt, erleidet dessen Mutter einen Anfall und verstirbt wenig später im Krankenhaus. Der arme Junge sperrt sich daraufhin mehrere Tage in seinem Zimmer ein, wo er sporadisch von der zu Beginn erwähnten Leila versorgt wird. Nachdem ein paar seiner Tränen auf ein Kuscheltier kullerten, welches er von seiner Mutter aufgrund ihres neuen Jobs geschenkt bekommen hat, erwacht dieses zum Leben. Die drollige Kreatur stellt sich als "Tröpfchen", dem Großfürsten der Feen, vor und bittet Oliver um dessen Hilfe, da nur er, als der Reinherzige, seine Welt retten kann, in der der böse Dschinn Shadar für Angst und Schrecken sorgt. Dieser lehnt zuerst ab, kann aber schlussendlich doch von Tröpfchen überzeugt werden. Ihr schnappt euch also Zauberbuch und -stab und reist mit Tröpfchen in dessen Welt, wo der Rückblick auch endet.


Der Kampf mit dem Kampf


Dort werdet ihr auch in die ersten Rollenspielmechaniken des Titels eingeführt. Ihr bewegt euch abseits von Motorville, den großen Städten und den Dungeons auf einer Oberwelt, auf der auch Feinde umherstreunen. Geratet ihr in Kontakt mit einem solchen, beginnt ein Kampf. Meist steht ihr dann nicht nur dem Monster gegenüber, was ihr berührt habt, sondern auch noch ein oder zwei Viechern zusätzlich. Das bedeutet also, dass ihr Kämpfen auch aus dem Weg gehen könnt, wenn ihr es vermeidet, mit euren Widersachern in Kontakt zu treten. Sollte es doch mal außerplanmäßig geschehen, könnt ihr euch der Herausforderung entweder stellen oder fliehen, wobei letztgenannter Fall nicht einfach so funktioniert, ohne vorerst ausreichend Distanz zum Gegner aufgebaut zu haben. Bevor der eigentliche Kampf startet, habt ihr zudem die Wahl, ob ihr als Oliver oder einer seiner Vertrauten den Kampf beginnen wollt – ihr könnt und müsst stellenweise innerhalb des Kampfes wechseln, denn Vertraute können nur für eine bestimmte Zeit kontrolliert werden, bevor sie sich wieder erholen müssen. Das Kampfsystem gestaltet sich klassisch mit modernem Touch. Ihr wählt zwischen Angriff, Verteidigung, Fähigkeiten und Itemeinsatz aus, könnt euch aber währenddessen frei im Kampfgebiet bewegen. Das hat den Vorteil, dass man manchen feindlichen Attacken einfach ausweichen kann und sorgt für eine taktische Komponente, da gezielt Schwachstellen eurer Widersacher ins Visier genommen werden können.


Innerhalb des Kampfgebietes könnt ihr euch frei bewegen. Links unten seht ihr die auswählbaren Aktionen, oben euren Gesundheitsstatus und rechts oben den eurer Gegner. © Bandai Namco Entertainment

Ihr könnt also als Oliver oder als einen eurer Vertrauten den Kampf bestreiten. Zudem gesellen sich im späteren Spielverlauf zwei weitere Charaktere zu euch, die euch auf eurer Reise begleiten und Seite an Seite mit euch kämpfen; alternativ könnt ihr aber natürlich auch die Kontrolle über die beiden Mitstreiter übernehmen. Außerdem verfügen die zusätzlichen Charaktere ebenfalls über drei Vertraute, die sie im Kampf einsetzen können. Auf eurer Seite kämpfen also immer drei Charaktere, insofern noch alle am Leben sind. Klingt etwas kompliziert, ist aber weniger komplex als es in geschriebener Form erscheint. Stellt euch den Kampf wie in den Pokémon-Spielen vor, nur in Echtzeit und mit Bewegung. Tragt ihr den Sieg davon, werdet ihr mit Gulden – der Währung im Spiel – Erfahrungspunkten und gelegentlich auch Items belohnt. Das Kampfsystem funktioniert so weit gut, nur ist die Bedienung etwas fummelig. Anstatt per Tastendruck sofort Aktionen auszuführen, müssen die Befehle mühselig ausgewählt werden, was häufig dazu führt, dass man einen größeren Angriff seitens der Gegner nicht rechtzeitig verteidigen kann, weil die Auswahl beispielsweise noch bei Proviant, also Itemeinsatz, steht und man erst gefühlt durch alle anderen Optionen schalten muss, bis man den Punkt Verteidigung gefunden hat – und das alles, während der Kampf ungehindert weiterläuft. Pausiert wird nur bei der Auswahl eines Charakters, Zaubers oder Items. Außerdem sind eure Mitstreiter nicht gerade die hellsten Kerzen auf der Torte. Sie verteidigen so gut wie keinen Angriff, was vor allem bei Bossgegnern dafür sorgt, dass sie relativ zeitig ins Gras beißen. Das muss euch zwar nicht großartig tangieren, so werden sie nach dem Kampf automatisch mit einem Lebenspunkt wiederbelebt, doch das ständige Heilen auf Kosten der eigenen Items oder der eigenen Magiepunkte kann auf Dauer schon nerven. Außerdem neigen sie dazu, ineffizient zu kämpfen und ihre Magiepunkte zu verschwenden. Ihr könnt euren Begleitern zwar im Taktikmenü grob einen Spielstil zuweisen, wenn sie nicht gerade unter eurer Kontrolle stehen, jedoch bügelt das die groben Schnitzer in der künstlichen Intelligenz nicht aus. Sie bleiben dumm. Das behindert euch zwar nicht wahnsinnig, stört aber mit fortschreitender Zeit schon etwas.


Bosskämpfe werden zumeist ansprechend eingeleitet. © Bandai Namco Entertainment

Die Vertrauten sind eine nette Ergänzung des sonst eher klassischen Spielsystems. Die meisten Gegner, denen ihr begegnet, können gezähmt werden, was in etwa dem Fangen von Pokémon entspricht, denn Vertraute verhalten sich schon sehr ähnlich zu den beliebten Taschenmonstern von GAME FREAK. Sie können ebenso wie ihr im Level aufsteigen, was ihre Attribute verbessert, man kann sie entwickeln und ihnen Ausrüstung anlegen. Anfangs besitzt ihr noch keinen Vertrauten; diese Mechanik erhaltet ihr erst, nachdem ihr ein paar Kämpfe alleine bestritten habt. Und noch ein bisschen später erhaltet ihr sogar die Fähigkeit, besiegte Gegner, wenn diese es zulassen, zu zähmen und somit zu euren Vertrauten zu machen. Ihr könnt jeden eurer menschlichen Charaktere mit maximal drei Vertrauten ausstatten, aus denen ihr dann innerhalb eines Kampfes wählen könnt. Darüber hinaus kann die Gruppe noch drei zusätzliche Vertraute auf einer Art Ersatzbank mit sich führen. Der Rest wird im sogenannten Schlupfloch gelagert, auf welches ihr in Städten oder an bestimmten Stellen in Dungeons zugreifen könnt. Die Vertrauten sind unterschiedlichen Typs und lassen sich – je nach Person, der sie zugeordnet werden – mal mehr und mal weniger effektiv einsetzen. Oliver kämpft beispielsweise besser mit Vertrauten eines bestimmten Typs als Esther und andersherum. Die Vertrauten können mit allerlei Süßkram gefüttert werden, womit ihr begrenzt Attribute permanent stärken könnt. Diese Leckereien findet ihr unterwegs oder stellt sie selbst her. Außerdem können, wie bereits erwähnt, eure Vertrauten insgesamt drei Ausrüstungsgegenstände tragen. Je nach Typ des jeweiligen Vertrauten unterscheidet sich die Art der Ausrüstung, die dieser anlegen kann. Leider bewirken Ausrüstungsgegenstände keine optische Veränderung, was den Reiz an wirklich mächtiger Ausrüstung etwas hemmt, weil letztendlich nur die Punkte angehoben werden.


Nicht nur Tröpfchen benötigt eure Hilfe


Die Welt von Ni no Kuni ist schön und gestaltet sich abwechslungsreich. Ihr seid größtenteils auf der Oberwelt unterwegs, die die einzelnen Städte und Dungeons miteinander verbindet. Dort könnt ihr euch frei bewegen und durchquert so staubige Wüsten, trockene Canyons, frostige Eislandschaften oder auch weite Wiesen. Während ihr auf der Oberwelt verhältnismäßig wenig machen könnt, wird es innerhalb der Dungeons oder einer Stadt schon etwas interaktiver. Dort könnt ihr mithilfe eures immer größer werdenden Fundus an Zaubersprüchen zunehmend mehr Hindernisse überwinden und somit vorher unerreichbare Schätze bergen. In den Städten könnt ihr euch zudem mit den Bewohnern unterhalten, euch im Gasthaus zum Katzenkorb ausruhen oder euch in diversen Einrichtungen mit Waffen, Hilfsgegenständen und Aufträgen eindecken. Die Städte kommen in unterschiedlichen Layouts daher und sind immer schön anzusehen. Zudem weisen sie genau die richtige Größe auf, um sich gut darin zurechtzufinden, auch ohne ständig einen Blick auf die Karte zu werfen, und sich nicht zu verlaufen. Die Spielwelt wirkt zu jeder Zeit einfach märchenhaft, niemals wirklich bedrohend, zeitweise düster, aber niemals beklemmend.


Motorville ist eine idyllische Kleinstadt. Mit all seinen Details ist sie nicht weniger schön als Tröpfchens Welt. © Bandai Namco Entertainment

Da wäre noch eine Besonderheit hervorzuheben: Gelegentlich ist es notwendig via Portal zurück nach Motorville zu reisen, um dort ein Ereignis auszulösen, welches ebenso Einfluss auf Tröpfchens Welt nimmt. Die beiden Welten sind nämlich miteinander verbunden, das wird euch von Anfang an beigebracht. Personen, die in Motorville existieren, können in Tröpfchens Welt ebenso in abgewandelter Form auftreten. Komischerweise wirkt es zu keinem Zeitpunkt disharmonisch, wenn man vom Fantasy- in ein eher realistisches Setting reist, wie man es in Motorville vorfindet. Der Übergang funktioniert prächtig und sorgt zusätzlich für Abwechslung, die Ni no Kuni sowieso selten vermissen lässt. Einzig das Design von Dungeons könnte man bemängeln. Dort gibt es verhältnismäßig wenig zu sehen. Die labyrinthartigen Gebilde haben einen fixen Anfangs- und Endpunkt mit etlichen Abzweigungen dazwischen, um optionale Belohnungen in Form von Items zu ergattern. Während man sich zu Beginn kaum am schönen Wald sattsehen kann, hat man nach der zehnten Abzweigung allmählich genug und sehnt sich nach dem optischen Leckerli, was meist erst wieder am Ende auf euch wartet. Es ist unverständlich, weshalb man in den Dungeons das optische Potenzial verschenkt. Außerdem ist die Bewegungsfreiheit in Dungeons stark eingeschränkt, was dazu führt, dass man feindlichen Kontakt kaum vermeiden kann. Da hätte man auch gleich auf Zufallsbegegnungen setzen können. Im schlimmsten Fall müsst ihr euch alle zwanzig Schritte einem neuen Kampf stellen. Diese stellen zwar gegen Standardgegener keine großartige Herausforderung dar, aber wirklich Spaß macht das mit der Dauer auch nicht.


Wie viele andere Rollenspiele bietet auch Ni no Kuni etliche Nebenaufgaben abseits der Hauptgeschichte. Ihr könnt euch zur Monsterjagd anmelden oder den Bewohnern der Stadt bei ihren Anliegen helfen. Häufig werdet ihr mit Personen mit gebrochenem Herz konfrontiert. Denn der böse Dschinn Shadar tötet nicht etwa willkürlich, sondern bricht die Herzen von Personen, womit man sie einer bestimmten Eigenschaft beraubt. So werden beispielsweise vorher abenteuerlustige Draufgänger zu ängstlichen Weicheiern oder der fürsorgliche Freund zum egoistischen Ekel. In diesen Fällen gilt es jemanden zu finden, der einen Überschuss der fehlenden Tugend zu haben scheint. Diese Personen werden farblich auf eurer Minimap hervorgehoben, außerdem fängt die Phiole um Olivers Hals an zu leuchten, wenn ihr euch diesen physisch nähert. Nach einem kurzen Wortwechsel sind diese meist bereit, euch etwas von ihrem Überschuss abzugeben, den ihr anschließend mithilfe eines Zauberspruchs in eurer Phiole speichert. Dann kehrt ihr zurück zur problematischen Person und heilt sie. Das werdet ihr in Ni no Kuni ziemlich häufig machen und sollte daher Erwähnung finden. Meist begegnet ihr auch abseits solcher Aufgaben Personen mit einem Überschuss einer gewissen Tugend. Wenn ihr nicht zufällig schon etwas von dieser in eurer Phiole mit euch führt, könnt ihr euch etwas davon für die Zukunft abzapfen, was die Art von Aufgaben trotz ihrer Häufigkeit auch weniger nervig macht, weil man meist schon das richtige Gegenmittel parat hat und nicht erst danach suchen muss.


Die einzelnen Städte gestalten sich abwechslungsreich. Zu sehen ist die Hafenstadt Laguna. © Bandai Namco Entertainment

Darüber hinaus werdet ihr typische "Suche dies"- und "Bringe mir das"-Quests erhalten und lösen. All das gibt euch Stempel, mit denen ihr Stempelkarten füllt. Diese ausgefüllten Stempelkarten könnt ihr dann gegen permanente Boni eintauschen. Diese helfen euch im Kampf, bei der Zutatensuche oder dienen einfach dem allgemeinen Komfort. Mit der Zeit wird Oliver so aber auch eine ganze Menge mit sich herumschleppen, also nicht nur die Bürde, die ihm auferlegt wurde, sondern auch eine ganze Menge Ausrüstung. Da wäre zum einen der magische Begleiter, dessen Inhalt im Laufe eures Abenteuers immer mehr zunimmt. Überall gibt es Geschichten, Rezepte und andere Dokumente, die ihr in Form von Seiten findet. Darüber hinaus wurden manche Texte per polyalphabetischer Substitution verschlüsselt. Diese könnt ihr mithilfe des Nazcaa-Alphabets entschlüsseln, welches ihr ebenfalls in eurem magischen Begleiter findet. Das ist völlig optional und für all diejenigen gedacht, die den kompletten Hintergrund von Ni no Kuni aufsaugen möchten. Neben dem umfangreichen magischen Begleiter schleppt ihr auch einen sprechenden Stein mit euch herum. Richtig, einen sprechenden Stein. Dieser erklärt euch alles gerne noch einmal, wenn ihr im initialen Tutorial nicht aufgepasst habt. Ein weiterer Gegenstand, den ihr erst im etwas späteren Spielverlauf erhaltet, ist der Zauberkessel, der einen Dschinn beherbergt. Dieser möchte erst besiegt werden, bevor er euch zu Diensten steht. Habt ihr ihn im spannenden Zweikampf geschlagen, könnt ihr den Zauberkessel nutzen, um dort allerhand Konsumgegenstände herzustellen. Ihr könnt nach Rezept vorgehen oder selbst verschiedene Kombinationsmöglichkeiten von Zutaten durchprobieren. Abschließend findet ihr die üblichen Dinge in eurem Inventar: Die eingangs erwähnten Vertrauten, ein Tagebuch und euren Proviant.


Euch erwartet ein audiovisuelles Spektakel


Wie bereits mehrmals erwähnt ist das Spiel einfach schön anzuschauen. Das liegt nicht nur an der märchenhaften Inszenierung, sondern auch an der guten Arbeit von Studio Ghibli, seinen Animationsstil auf ein Videospiel zu übertragen. Ni no Kuni wirkt schlicht wie ein spielbarer Anime. Natürlich ist hier und da mal eine Textur unscharf, doch das schadet zu keiner Zeit dem ansprechenden Gesamtbild. Es gibt zwei unterschiedliche Varianten von Zwischensequenzen: Einmal die Sequenzen in Ingame-Grafik und vollvertonter Sprachausgabe und zum anderen die tollen Anime-Sequenzen, welche man bei besonderen Ereignissen zu sehen bekommt. Etwas schade ist es, dass man abseits der Zwischensequenzen auf eine Sprachausgabe verzichten und mit Textboxen vorliebnehmen muss. Zusammenfassend kann man aber durchaus von einem Augenschmaus sprechen, den Studio Ghibli uns hier vorsetzt. Nichts anderes lässt sich über die musikalische Untermalung des Titels sagen. Der Soundtrack stammt aus der Feder von Joe Hisaishi und wurde vom Tokyo Philharmonic Orchestra eingespielt. Die Professionalität merkt man der auditiven Komponente des Titels durchaus an. Optik und Sound lassen zu keiner Zeit an Harmonie vermissen und funktionieren einfach super miteinander. Abschließend sollte noch erwähnt werden, dass das Spiel ausschließlich über eine englische oder japanische Sprachausgabe verfügt. Deutsch sucht man vergeblich, jedoch sind beide Synchronisationen gut gelungen. Japanisch klingt insgesamt ein bisschen authentischer, wobei mir Tröpfchens Stimme im Englischen besser gefiel.


Technisch weiß das Spiel zu überzeugen. Die Bildrate ist durchweg stabil, zumindest konnten keine Einbrüche festgestellt werden. Auch wenn es sich hierbei nur um einen Port der PlayStation 3-Fassung handelt, der ohne die Remaster-Boni, wie doppelte Bildrate und höherer Auflösung auskommen muss, sieht das Spiel einfach toll aus. Solltet ihr jedoch bereits genannte Fassung gespielt haben, müsst ihr selbst entscheiden, ob euch einzig die Portabilität den Betrag eines Vollpreistitels wert ist. Sowohl im Handheld- als auch im TV-Modus der Nintendo Switch zaubert das Spiel eine ansprechende Optik auf den Bildschirm. Während meines Durchlaufs hatte ich allerdings einmal das Problem, dass das Spiel beim Speichern abgestürzt ist und ich die letzten Minuten noch einmal spielen musste. Das darf eigentlich nicht passieren und ist super ärgerlich, ist aber auch anschließend nicht noch einmal vorgekommen. Außerdem kam es einmal vor, dass während einer Zwischensequenz in Ingame-Grafik das Spiel plötzlich durch Slowdowns asynchron zur Tonspur wurde. Auch das kam nur einmal vor und sonst nie wieder.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Felix Kraus

Ni no Kuni ist ein gelungenes Spiel mit einer schönen Geschichte und einer fantastisch anzuschauenden Optik. Wer sich auch nur ein bisschen Kindheit bewahrt hat, kann mit dem Titel eine Menge Spaß haben. Ich kann mir jedoch gut vorstellen, dass das Kampfsystem viele abschreckt. Dessen gute Ansätze können leider nicht kaschieren, dass es einfach nicht so ganz zufriedenstellend funktioniert. Außerdem glaube ich, dass erfahrene JRPG-Fans die mangelnde Komplexität und Tiefe des Titels bemängeln könnten, weil letztendlich viel vorgegeben wird und man wenig Spielraum für Individualisierung zulässt.
Mein persönliches Highlight: Der nicht mundtot zu kriegende Großfürst der Feen, Tröpfchen. Ein wahnsinnig toller und unterhaltsamer Sidekick.

Die durchschnittliche Leserwertung

19 User haben bereits bewertet

Kommentare 22

  • MichiP

    Videogamer

    nur ne 7?????
    Krass.

  • Vank84man

    Nintendo Fan 4ever ✌

    Hab mit Ni No Kuni angefangen,aber wegen DQ11 erstmal abgebrochen.
    Das was ich bisher gesehen und gespielt habe fand ich sehr schön.
    Grafik gefällt mir sehr gut.
    Sound ist auch sehr gut.
    Die Kämpfe muss man sich erst daran gewöhnen.
    Für mich eine gute 8 als Bewertung.

  • BANJOKONG

    Monster Hunter Rise Hype

    ich hätte auch mit 8/10 gerechnet!
    Aber passt schon 7 oder 8 ist egal .
    Ich hatte mein Spaß und habe es gestern beendet.
    Tolles jrpg!
    So ein komplexer Story wie bei xeno 2 ist es nicht, aber soll auch nicht sein.
    Beste satz im spiel : ich lach mich Untot :rover:

  • Burner

    Mieten Sie diese Werbefläche!

    Genauso gut wie Breath of the Wild?!? =O
    ...
    ...
    ...
    Gespannt wer die Anspielung versteht. :D

  • Solaris

    Turmringträger

    Eine 7 finde ich auch persönlich etwas unverhältnismäßig, aber wenn die Würfel so gefallen sind, dann ist es halt so. :dk:
    Gut es ist auch schon ein paar Jahre her, dass ich das Spiel gespielt habe (PS3 Version), heutzutage wurde es mir vielleicht auch nicht mehr so gefallen, da sich viel im Bereich Spieleentwickling seitdem getan hat. Audiovisuell braucht es sich dennoch nicht vor heutigen Titeln zu verstecken.

  • XXXX

    Schön geschriebener Test, obwohl für mich das Spiel eher ne sehr gute 8 anstatt eine 7 ist.

  • Lillyth

    <3

    Eine 7 ist nicht schlecht, überrascht mich aber unheimlich. :o
    Habe damals alles zu dem Spiel aufgesaugt, hatte aber nie eine PS3 und war sehr traurig deswegen.


    Ich fand es damals schon einfach nur wunderschön, die Charaktere sind herzallerliebst und die Geschichte mag ich auch. Ich werde es hoffentlich auch bald spielen können, noch ist mein Backlog zu groß.

  • dr.retro

    Retrogamer aus Leidenschaft

    Bloß weil hier ne 7 vergeben wird, spiegelt das doch nicht eure persönliche Meinung wieder, macht euch selbst ein Bild, bildet euch selbst eine Meinung.


    Ich hab beispielsweise gerade mal rund ne Stunde gespielt, Grafik, der Soundtrack haben mich umgehauen. Das Studio Ghibli an Bord ist, ist ein Traum! Und es gibt zu Beginn einen Moment, der schwer sitzt. Viele Spiele schaffen das nicht mal annährend.

  • Mario_

    sup3rcr4zy

    Scheint schlechter zu sein als 1-2-Switch ?????

  • bakaa171

    Turmknappe

    Also also ne 7 ist wohl eher ein Witz. Das Spiel wird im allgemeinen als Meisterwerk gefeiert. Habs selbst gespielt.

  • Dennis RPGKING.FOREVER

    Turmfürst

    Habe es damals auf der PS 3 gezockt und werde es mir irgendwann auch für die Nintendo Switch Switch von mir auf jeden Fall eine 8.

  • wonderboy

    Turmbaron

    son aufgewärmter kalter kaffee für nen fuffi?

  • Njubisuru

    Unbeliebteste Ntower-User

    Also also ne 7 ist wohl eher ein Witz. Das Spiel wird im allgemeinen als Meisterwerk gefeiert. Habs selbst gespielt.

    @MichiP


    Ich habe schon selbst mit den Gedanken gespielt, das Spiel zu kaufen.


    Eines der ausgeprägsten Kritiken, die zum Spiel ohnehin deutlich vermehrt auffällt als in anderen JRPG wie etwa Dragon Quest 11 ist das Grinding im Spiels, welches im Verlauf immer stärker hervortritt. Klar, Grinding hat jedes Spiel. Besonders bei JRPG im gesunden Maße. Aber hier wurde seitens den Leuten diese besonders häufig genannt.


    Ich kann dazu nichts sagen - habe das Spiel selbst nicht. Der Ntower-Tester hat diese nicht explizit erwähnt. Aber da verlasse ich mich eingeschränkt auf eine gesunde Masse an Feedback seitens den Spieler, die das Spiel tatsächlich bis zum Schluss gespielt haben. So großes Interesse war nun auch wieder nicht von mir vorhanden. Sollte dies aber so bewahrheiten, ist die Bewertung in Kombination mit dem Kritik des ntower-Testers dass das Spiel wenig komplexität und Tiefgang hat, mehr als berechtigt.


    Hart aber fair - so stelle ich mir eine ntower-Bewertung vor. Ob es sich nun um ein Lieblingsspiel handelt oder persönlich vom Spiel angetan ist. Den Tester @Felix Kraus werde ich in Zukunft im Auge behalten.

  • Reaver1988

    Turmritter

    Ich habe es noch nie gespielt und werde es mir für die Switch holen. Für die Ps4 habe ich noch den 2. Teil rumliegen, aber aus Mangel an Zeit habe ich es irgendwann liegen lassen (war aber extrem klasse gemacht bis dahin). Jetzt habe ich noch so vieles anderes zu zocken und dann kommt nächsten Monat Pokemon raus.....AHHHH wann soll ich das alles durchziehen :D:D

  • TheSchlonz

    Turmheld

    Der Test bestätigt meine Erfahrungen mit der PS3 Version des Titels.
    Optisch ist es ein Meisterwerk, die Geschichte ist ganz gut, leider kann es auf der Gameplayseite da nicht mithalten.
    Ich habe die PS3 Version dann irgend wann mal unbeendet beiseite gelegt.

  • Flomo

    Turmbaron

    Mal wieder der Beweis , wie grottig die Tests von n Zone sind.

  • wonderboy

    Turmbaron

    hmm.. für ein 5 jahre altes Spiel fuffzig euronen zu verlangen ist schon dreist!


    weshalb werden SWITCH Enthusiasten eigentlich immer so abgezockt?

  • DBGHSKuLL

    Turmritter

    @Flomo das gilt aber für viele Internetseiten bzw. Magazine. Der Test an sich ist in seiner Ausführung veraltet und gehört überholt. Wir klatschen einfach mal eine Zahl dran....

  • Rincewind

    SR388

    @Flomo


    Warum? Nur weil du das Spiel anders siehst? Eine 7 ist kein Verriss, sondern durchaus eine Kaufempfehlung. Man muss das ja nicht genauso sehen, aber deshalb ist es nicht nötig gleich Schaum vorm Mund zu bekommen. Ich würde dem Spiel auch eine schwache 8 geben, aber eine 7 ist im Rahmen des Spektrums. Es wurde ja keine 3 oder 4 vergeben.


    Wenn man einige hier hört, darf kein Spiel weniger als eine 8 oder besser noch 9 bekommen. Es sei denn, es wendet sich nicht an den Coregamer, dann am besten gleich eine schlechte Wertung, weil es sich nicht an die selbsternannte Elitekundschaft wendet.


    Das Problem sind nicht die Wertungen der Fachpresse, sondern die Gamer, die meinen alles was ihnen gefällt, muss in den Himmel gelobt werden. Wir hatten das Thema schon bei Octopath Traveller. Das Spiel ist imho definitiv nicht mehr als eine 7 und wird total overhyped. Die unkritischen Hardcorefans haben gleich aufgeschrien, weil die Wertungen nicht ihrem Hype entspricht. Eine Wertung soll aber eine möglichst objektive Sicht auf das Spiel bieten, die auch diejenigen eine Orientierung ist, die nicht gehypte oder enttäuschte Fanboys sind.


    Das größte Manko am Spiel ist momentan der Preis. Den 60€ sind zu viel.

  • meruru

    bubblegum-girl <3

    Mega schönes Spiel, finde persönlich eher eine 8 angebracht, aber das ist alles auch bisschen Geschmackssache =)
    Die Grafik ist definitiv zeitlos das muss man sagen, Level 5 macht einfach gute Spiele!

  • Link86

    Turmheld

    Persönlich würde ich das Spiel mit einer 8 bewerten, allerdings wirken da aber ein paar Emotionen. ich freue mich aber über eine kritischere betrachtungsweise. Die Punktevergabe bei NTower wirken manchmal recht inflationär oder willkürlich verteilt. Eine 7 ist immer noch gut und fair.


    Auch wenn ich das Spiel mag und es nochmals auf der NSW spielen möchte, ist der Preis von ca. 50€ für einen Port ohne Extras einfach zu Hoch.
    Es ärgert mich wirklich, dass man als NSW besitzer jedesmal so abgezogen werden muss. UVP 40€ als Phsysische Version wären noch irgendwo ok.
    mit Rabattaktionen könnte man so auf 32€ kommen o.ä.
    Bei 50€ ist es selbst mit prozenten noch zu teuer.

  • MichiP

    Videogamer

    @Rincewind
    Das ist doch seit Release für 49.99 zu haben. Hab es bei uns im Expert zu dem Preis gekauft und amazon hat es auch zu dem Preis.