Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

Test zu Devil May Cry 2 - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Devil May Cry 2
  • USA USA: Devil May Cry 2
  • Japan Japan: Devil May Cry 2
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
19.09.2019
Vertrieb
Capcom
Entwickler
Capcom
Genre
Action, 3D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
Besitzt du dieses Spiel?
Anmelden
Magst du dieses Spiel?
Jetzt kaufen und ntower unterstützen
eBay

Von Kameraproblemen und austauschbaren Handlungen

Von Max Kluge () In Devil May Cry 2 verfolgt der Spieler die Reise des Dämonenjägers Dante und Lucia, der Kämpferin eines Clans, welche die Stadt Vie de Marli beschützt. Beide verbünden sich, um den machthungrigen Geschäftsmann Arius dingfest zu machen, der den Dämonen Argosax beschwören will, um so zu großer Kraft zu gelangen.

Devil May Cry 2 hat eine zugänglichere Steuerung als noch der erste Teil, das Kampfsystem ist allerdings weiterhin sehr simpel gehalten. © Capcom

Der Titel redet nicht lange um den heißen Brei herum und startet sogleich im ersten Level voll durch. Und um ehrlich zu sein, geht das ein bisschen zu schnell vonstatten, da euch, bis auf einen kleinen Text zu Beginn, der euch die Prämisse der Handlung erklärt, nicht wirklich viel zur Welt, dem Antagonist, oder seinen Beweggründen erklärt wird. Dies ist ein Umstand, der sich auch während der verschiedenen Missionen nicht großartig ändert, denn es gibt zwar einige knappe Dialoge, diese vermitteln allerdings eher den Eindruck, dass der Fokus der Entwickler nicht auf der Narrative des Spiels lag. Die Handlung wird dem Adjektiv „rudimentär“ nämlich mehr als gerecht und passt letztendlich auf einen halben Bierdeckel. Versteht mich nicht falsch, selbst der erste Teil hat sich nicht viel um eine Handlung geschert, aber da war das, was auf dem Bildschirm passiert wenigstens einigermaßen nachvollziehbar.

Was ganz interessant ausfällt, ist die Tatsache, dass ihr die Pfade von Dante und Lucia getrennt voneinander spielen könnt. Die beiden kämpfen nämlich in der Regel nicht zusammen, sondern jeder von ihnen beschreitet einen anderen Weg, der sich nur beizeiten mit dem des anderen Protagonisten kreuzt. So bekommt ihr die Geschichte von Devil May Cry 2 von verschiedenen Gesichtspunkten aus erzählt. Was hierbei schade ist, ist der Umstand, dass sich die Lucia-Level meist nur wie ein Abklatsch der Dante-Level anfühlen und viele Parallelen zu diesen aufweisen: Gleiche Feinde, gleiche Umgebungen und so weiter.

Das Gameplay fühlt sich dabei um einiges flüssiger an, als in Dantes erstem Abenteuer. Das liegt auch daran, dass ihr Gegner nun automatisch anvisiert und durch das Gedrückthalten von „ZR“ frei umherschlagen könnt. Hinzu kommt eine vereinfachte Ausweichmechanik und die Fähigkeit, an Wänden zu laufen, die sich stellenweise als ganz schön spaßig entpuppt. Das Kampfsystem an sich wurde allerdings nicht sonderlich ausgebaut: Ihr drescht immer noch in einer recht stumpfen Manier auf eure Gegner ein, schleudert sie manchmal in die Luft oder beschießt sie mit euren Knarren. Ein wenig mehr Tiefgang wäre hier schön gewesen.

Devil May Cry 2 fühlt sich zwar insgesamt etwas intuitiver als der erste Teil an, kann aber in Sachen Inszenierung und Level-Design nicht wirklich punkten


Wirklich nötig ist das allerdings auch nicht, denn die Gegner in Devil May Cry 2 fallen allesamt recht leicht aus – jedenfalls solange ihr das Spiel auf dem Schwierigkeitsgrad „normal“ spielt. Kaum einer eurer Feinde kann euch hier das Wasser reichen oder euch in eine brenzlige Situation bringen, was ziemlich schade ist. Auch das Design der Feinde hätte etwas vielfältiger sein können: Im Endeffekt drescht ihr immer auf die gleichen paar Kreaturen ein, die sich je nach Level zwar ein bisschen verändern, aber den verschiedenen Abschnitten nicht wirklich einen eigenen Stempel aufdrücken.

Manche Gegner in Devil May Cry 2 sehen nicht nur langweilig aus, sie zu bekämpfen wird auch noch zur reinen Geduldsprobe. © Capcom

Die Bosskämpfe im Spiel fühlen sich über weite Strecken ziemlich willkürlich an. Das liegt nicht nur daran, dass die großen Kreaturen, die sich euch in den Weg stellen, thematisch nicht wirklich in der Spielwelt verankert sind, sondern auch recht wenig Eigenständigkeit besitzen. Zudem fühlen sich viele Attacken unmotiviert an, sodass ihr den Eindruck bekommt, einfach stehenbleiben zu können, ohne Schaden zu kassieren – der Boss scheint somit keine Gefahr zu sein, sondern testet eher eure Geduld. Besonders der Kampf gegen einen riesigen Dämonen-Helikopter stellt hierbei eure Frustresistenz auf die Probe. Nicht, weil er sonderlich schwer wäre, sondern eher, weil ihr aus der Bossarena herausfallen könnt und schließlich erst einmal wieder zu dieser hinaufklettern müsst. Das ist ziemlich seltsam, da die Bosse im ersten Teil noch richtige Brecher waren, auf deren Angriffe man sich einlassen und ihre Bewegungsmuster genau studieren musste.

Ein weiteres Problem, welches auch schon beim ersten Titel bestand, ist die antiquierte Kameraperspektive. Diese präsentiert euch meistens nur jeweils einen Winkel der Umgebung und folgt euch stellenweise ein wenig, solange bis ihr eine gewisse unsichtbare Mauer durchbrecht und der Winkel erneut umgeschaltet wird. Die Kameraführung wirkt dadurch sehr starr, was letztendlich die Orientierung erschwert. Dies sorgt mitunter dafür, dass besonders die Hüpf-Passagen, in denen ihr euch von Plattform zu Plattform navigieren müsst, zu einer echten Geduldsprobe verkommen.

Hinsichtlich der Präsentation kann man sich allerdings nicht beschweren: Das Spiel läuft auf der Nintendo Switch absolut flüssig und sieht dafür, dass es bereits 16 Jahre auf dem Buckel hat, im Handheld-Modus gar nicht mal so schlecht aus. Ein wenig seltsam ist nur, dass bestimmte Begriffe schlicht nicht übersetzt wurden. So werden euch Dialoge stets mit englischen Untertiteln angezeigt, mehrere Menüpunkte oder Items sind jedoch immer noch auf Englisch.

Redaktionswertung

5

Für Genre-Fans

Zum Wertungssystem

Unser Fazit zu Devil May Cry 2

Meinung von Max Kluge
Devil May Cry 2 macht hinsichtlich des Gameplays einiges richtig. Die Steuerung wirkt zugänglicher als im ersten Teil, wodurch auch die Action wesentlich besser zu Geltung kommt. Die Kämpfe machen Spaß, lassen aber nach einer gewissen Zeit an Tiefe vermissen. Die Handlung ist absolut vernachlässigbar, die Gegner wiederholen sich schnell und die Bosskämpfe sind ziemlich gesichtslos – das hat der erste Teil dann doch wesentlich besser hinbekommen. Rein optisch kann der Titel dennoch überzeugen. Klar, Devil May Cry 2 ist ein altes Spiel, aber dennoch läuft es auf der Nintendo Switch absolut flüssig und ist für sein Alter noch recht ansehnlich.
Mein persönliches Highlight: Das dynamische, wenn auch zu simple, Kampfsystem

Kommentare 4