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Test zu Darksiders II: Deathinitive Edition - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Darksiders II: Deathinitive Edition
  • USA USA: Darksiders II: Deathinitive Edition
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
26.09.2019
Vertrieb
THQ Nordic
Entwickler
Kaiko, Vigil Games
Genre
Adventure, Action, 3D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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"ES GIBT KEINE GERECHTIGKEIT, ES GIBT NUR MICH!" (in Erinnerung an Sir Terry Pratchett)

Von Florian McHugh () Im April dieses Jahres erschien mit Darksiders: Warmastered Edition der erste von bisher drei Teilen der bekannten und beliebten 3D-Action-Adventure-Reihe. Zu diesem Zeitpunkt stand noch offen, ob wir neben dem apokalyptischen Reiter Krieg auch noch seine Geschwister in den Kampf folgen dürfen, die erstmals in Darksiders II und Darksiders III ihren Auftritt hatten. Zumindest was den direkten Nachfolger angeht, haben wir nun Gewissheit: Ein weiterer Reiter schwingt seine Waffen in Darksiders II: Deathinitive Edition auch auf der Nintendo Switch. Ob der zweite Teil eine ebenso gute Portierung wie sein Vorgänger darstellt und ob der Titel auch spielerisch überzeugen kann, all diesen Fragen wollen wir im Folgenden nachgehen.

Die Handlung: Eine deutlich tiefergehende Story als noch der Vorgänger, allerdings mit ungenutztem Potenzial

Darksiders II: Deathinitive Edition ist zwar vom Namen her ein Nachfolger des ersten Teils, führt die Geschichte um den verratenen Apokalyptischen Reiter Krieg allerdings nicht fort. Stattdessen richtet sich der Fokus ganz auf einen anderen Unheilbringer, nämlich den Sensenmann, den Schnitter und dem Ende allen Seins: Wir reden hier natürlich von keinem geringeren als Tod. Die Handlung spielt parallel zum ersten Darksiders: Auf der Erde wurde die Apokalypse fälschlicherweise ausgerufen und Tods Bruder, Krieg, wird dafür die Verantwortung in die Schuhe geschoben. Nun soll dieser für seine vermeintlichen Fehltaten vor dem Feurigen Rat büßen, während auf der Menschenwelt die Armeen des Zerstörers alles Leben vernichtet und sprichwörtlich die Hölle auf Erden haben aufleben lassen. Tod kann und will nicht glauben, dass sein Bruder tatsächlich für eine solche Tat verantwortlich ist und macht sich auf, um die Unschuld seines Geschwisterteils zu beweisen und gleichzeitig für seine Freilassung zu kämpfen. Dafür will er mit einer mächtigen Vorleistung auftreten, nämlich der Wiederbelebung der Menschheit, sodass die Erde wieder neu bevölkert werden kann. Und so zieht der Sensenmann los, um den Krähenvater aufzusuchen, einen weisen alten Mann, der ihm verraten soll, wie er diese vermeintlich unmögliche Tat bewerkstelligen kann.

Im Laufe eurer Reise lernt ihr viele interessante Charaktere kennen. © THQ Nordic

Im Laufe dieser Reise wird Tod vielen verschiedenen Kreaturen der Unterwelt begegnen, Dämonen bekämpfen und auch einiges über sich und seine eigene Vergangenheit lernen, denn Darksiders II geht das erste Mal auf die Ursprünge der Apokalyptischen Reiter ein. Diese gehörten dem Volk der Nephilim an, das Ergebnis aus der Beziehung von Engeln und Dämonen sowie brutale, rücksichtslose Krieger, die drohten, das Gleichgewicht des Universums zu zerstören. Und so rekrutierte der Feurige Rat, eben jene Entität, die in Darksiders: Warmastered Edition als Wächter aller Ordnung gilt, vier dieser Nephilim, verlieh ihnen unglaubliche Kräfte und setzte sie auf ihre eigenen Brüder und Schwester an, welche sie auch letztendlich bis auf den Letzten auslöschten. Gerade Tod kommt in diesem Zusammenhang eine gewichtigere Rolle zu, die im Laufe der Handlung zwar immer wieder angerissen wird, aber leider nicht das volle Potenzial entfaltet, das vorhanden wäre.

Und hier sind wir leider auch bei einem der Punkte, die Darksiders II im Vergleich zu seinem Vorgänger deutlich schwächer dastehen lässt. Zwar ist das Spiel an sich länger und lässt sich auch deutlich mehr Zeit, damit die Story sich entfalten kann, aber dies stellt auch gleichzeitig ein großes Problem dar. Tods Geschichte beginnt stark und lockt mit der Antwort auf Fragen, die später nicht ganz so befriedigend ausfallen, wie man es als Spieler vielleicht erwartet. Dazu kommt eine Problematik auf, die bereits bei Kriegs Abenteuer einen fahlen Beigeschmack hinterlassen hat. Im Laufe seiner Suche nach der Wiedererweckung der Menschen trifft Tod nämlich auf diverse Charaktere und Völker aus allerlei Ebenen, die ihn auch alle wiedererkennen und ihm teils mit Ehrfurcht, teils mit Spott gegenübertreten – nichtsdestotrotz bekommt man stets das Gefühl vermittelt, dass Tod ein mächtiges Wesen ist, das durch die Welten hindurch bekannt ist. Dieser Eindruck schwindet aber im Laufe der Zeit immer mehr, weil Tod einfach zu einem simplen Botenjungen verkommt. Anfangs geschieht dies noch aus simpler Notwendigkeit, doch spätestens im Reich der Toten seid ihr in einer Tour damit beschäftigt, dem örtlichen Herrscher einen Gefallen nach dem anderen zu erweisen, ehe die Handlung endlich vorangetrieben wird. Dies war zwar schon beim ersten Teil in Form von Samael der Fall, der zweite Teil treibt dieses Prinzip mitunter jedoch auf die Spitze, wodurch sich die Handlung gerade zur Mitte des Spiels enorm zieht. Das ist insofern schade, weil Darksiders II trotz allem deutlich mehr Tiefe zeigt, als es noch im ersten Teil der Fall war. Es wird mitunter auch auf die anderen Reiter eingegangen und auch auf Tods innere Zerrissenheit in Bezug auf seine Rolle bei der Vernichtung der Nephilim. Letztere dringt jedoch immer nur vereinzelt hervor, denn ansonsten ist Tod seinem Bruder Krieg nicht unähnlich: immer eine schnippische Antwort parat und ein grimmiges Auftreten, ganz der "Badass-Reiter" eben.

Trotz allem haben die Entwickler Tod deutlich mehr Tiefe verpasst als noch bei Krieg, was vor allem im späteren Verlauf der Handlung deutlich zum Tragen kommt. Das kann man leider nicht ganz von den restlichen Charakteren behaupten, denen ihr im Laufe des Spiels begegnet. Das heißt nicht, dass sie nicht interessant wären, ganz im Gegenteil: Viele der Wesen, denen ihr im Laufe des Spiels begegnet, sind fernab vom stereotypischen Aufbau und können auch mit interessanten und überzeugenden Charakterelementen überzeugen, das Problem ist nur, dass sie viel zu wenig zum Tragen kommen. Habt ihr einen potenziell interessanten Charakter getroffen, verschwindet dieser schon wieder von der Bildfläche, mit Ausnahme eines einzigen Zeitgenossen, doch dahingehend will ich nicht zu viel verraten. So bietet Darksiders II eine Handlung, die zwar deutlich tiefer geht als noch bei seinem Vorgänger, letztendlich aber sehr viel an Potenzial verschenkt, das dem Spiel gutgetan hätte.

Die Kämpfe: Deutlich schneller und ein zu überladenes Loot-System

Doch 3D-Action-Adventures leben ja nicht nur von ihrer Handlung, sondern zum großen Teil auch vom Gameplay. Und dahingehend unterscheidet sich Darksiders II: Deathinitive Edition noch eine ganze Ecke mehr von seinem Vorgänger. Wo Krieg noch eher behäbig sein Schwert geschwungen hat, ist Tod deutlich flinker und agiler unterwegs. Anstatt dass ihr gegnerische Angriffe pariert, weicht der Schnitter den tödlichen Attacken seiner Gegner einfach aus und setzt zu schnellen Angriffen an. Das führt dazu, dass die Kämpfe deutlich flotter vonstattengehen als es noch bei Darksiders I der Fall war. Um den dämonischen Bestien zuzusetzen, bedient sich Tod seiner beiden Sensen, mit denen er diverse Kombo-Angriffe ausführen und so ordentlich Schaden austeilen kann. Alternativ könnt ihr auch noch eine zweite Waffe mit euch führen, die, je nach Waffenart, euer Repertoire an Angriffen noch erweitert: So schlagt ihr mit einer Kriegsaxt entsprechend langsamer zu, verteilt aber mit jedem Treffer ordentlich Schaden, während es euch die Faustklingen ermöglichen, noch schneller als mit eurer Sense zuzuschlagen und eure Widersacher so mit einem Hagel von schwächeren Angriffen einzudecken. Manche dieser sekundären Prügler, die sogenannten „Besessenen Waffen“, sind sogar so mächtig, dass ihr sie aufleveln und mit neuen Eigenschaften versehen könnt. Dafür „opfert“ ihr eine andere Waffe und übernehmt eine Kraft von dieser. Das kann mitunter dazu führen, dass ihr mit einer Axt um euch schlagt, die dem Gegner bei jedem Treffer Lebenspunkte entzieht, welche euch gleichzeitig heilen.

Doch nicht nur im Kampf ist Tod deutlich agiler auf den Beinen. Auch sonst zeigt sich der Schnitter deutlich geschickter als sein grobschlächtiger Bruder. Während Krieg nur mit Mühe und Not von einem Punkt zum anderen gekommen ist, darf Tod beweisen, wie viel akrobatisches Geschick in ihm steckt. Schon direkt zu Beginn dürft ihr euch an Vorsprüngen hochziehen, seitlich an Wänden entlang rennen und von einer Wand zur anderen springen, um so höher gelegene Stellen zu erreichen. Dabei erinnert das System etwas an die ersten 3D-Prince-of-Persia-Spiele, was die verschiedenen Rätseleinlagen um einige herausfordernde Akrobatik-Elemente erweitert. Damit fühlt sich Darksiders II nicht nur flotter als sein Vorgänger an, es spielt sich auch schneller.

Ihr bereist zahlreiche Welten, die optisch auch zu überzeugen wissen. © THQ Nordic

Wie auch schon beim Vorgänger, steigt ihr früher oder später im Level auf und werdet so stärker. Darksiders II führt dieses Prinzip fort und erweitert es um einige rollenspieltypische Aspekte. Euch steht nun bei jedem Stufenaufstieg ein Talentpunkt zur Verfügung, den ihr in einen von zwei Talentbäumen investieren könnt. Ganz grob betrachtet ist der eine Baum für diejenigen unter euch, die gerne im direkten Nahkampf mehr Schaden austeilen wollen, der andere wiederum bietet euch einige Fertigkeiten, die euch im Kampf aktiv unterstützen. So könnt ihr zum Beispiel eine Horde Untoter beschwören oder einen Schwarm Raben auf eure Feinde hetzen. Am Ende eines jeden Zweiges erwartet euch dann eine mächtige Fertigkeit, die ihr gegen eure Widersacher ins Feld führen könnt. Ihr seid zwar nicht auf einen der beiden Bäume beschränkt, eine Spezialisierung bietet sich jedoch an. Um eine dieser vielfältigen Fertigkeiten nutzen zu können, benötigt ihr Zorn, den ihr erhaltet, indem ihr euch durch die dämonischen Horden schnetzelt. In dieser Hinsicht bleibt sich Darksiders II im Übrigen treu: Erledigte Gegner hinterlassen auch dieses Mal neben dem bereits erwähnten Zorn grüne Seelen, die eure Lebensenergie auffüllen. Zudem füllt sich am oberen Bildschirmrand Stück für Stück eine Leiste, die es euch bei voller Ladung ermöglicht, eure Zorn-Form anzunehmen. Diese funktioniert exakt wie auch schon die Dämonen-Form von Krieg: Ihr verwandelt euch in die ikonische Version des Sensenmannes, ganz klassisch mit riesiger Sense und Kapuze, und könnt euch für eine begrenzte Zeit mit deutlich erhöhter Schadensresistenz und einem ordentlichen Schub für eure Attacken durch eure Feinde mähen.

Eine weitere Neuerung, die den Titel konsequent weiter in Richtung Rollenspiel rückt, stellt das Loot-System dar. Im Laufe des Spiels kann Tod diverse Ausrüstungsgegenstände finden, die seine Attribute auf die eine oder andere Weise erhöhen. Dabei kann es sein, dass ihr einen Umhang findet, der eure Verteidigung erhöht oder über ein paar Stiefel stolpert, die eure Zornleiste minimal erweitern. Finden könnt ihr diese Ausrüstung in den vielen Truhen, die in den Dungeons und in der offenen Welt verstreut sind oder indem ihr Gegner ins Jenseits befördert. Dieses System ermöglicht es euch, Tod ganz nach euren eigenen Wünschen zu spezialisieren – übriggebliebene Gegenstände könnt ihr dann sorglos bei Händlern verkaufen. Diese werden euch mitunter auch mit neuer Ausrüstung eindecken können, was jedoch nie wirklich notwendig sein wird, da die gefundenen Waffen und Rüstungsteile meistens viel besser sind als die ziemlich überteuerten Gegenstücke der Händler. Die Loot-Mechanik bringt etwas mehr Tiefe in die Art und Weise, wie ihr Tod spielen könnt, artet aber mitunter etwas aus, denn das Spiel bombardiert euch immer wieder mit neuen Items. Das Ganze erreicht dann seinen Höhepunkt, wenn ihr nach einem siegreichen Bosskampf eine legendäre Waffe bekommt und ihr diese keine Stunde später gegen eine Waffe austauschen könnt, die in einer Truhe irgendwo in der Pampa liegt, und die deutlich stärker ausfällt – von den Besessenen Waffen ganz zu schweigen. Im Falle von Darksiders II würde die alte Binsenweisheit „weniger ist mehr“ also zutreffen.

Dieses Exemplar ist geradezu winzig im Vergleich zu späteren Bossfights. © THQ Nordic

Unter vielen Fans hatte der erste Teil der Reihe des Öfteren den Beinamen „Zelda für Erwachsene“, was daher rührte, dass die einzelnen Dungeons in Sachen Aufbau, Rätselmechaniken und sogar die einzelnen Gegenstände, die man darin ergattern konnte, doch sehr an die Gewölbe von Link erinnerten. Darksiders II: Deathinitive Edition führt diese Tradition konsequent fort und setzt euch erneut knackige Dungeons vor, in denen eure Hirnzellen gefragt sind, auch wenn man sich etwas von der Zelda-Formel verabschiedet hat und mitunter auch eigene Wege geht. So werdet ihr zum Beispiel nicht mehr in jeder Ruine und Festung einen speziellen Gegenstand ergattern, der fortan für alle weiteren Rätsel notwendig ist. Stattdessen führt euch das Spiel Stück für Stück an eher allgemeinere Mechaniken heran, die es dann zu meistern gilt. Am Ende eines jeden Dungeons erwartet euch dann ein Bosskampf, von denen man sagen muss, dass sie im Vergleich zu Darksiders I etwas einfacher geworden sind. Vorbei sind die Zeiten, wo ihr bereits im ersten Verlies an Tiamat verzweifelt seid, denn Tod werden vor allem anfangs deutlich simplere Obermotze entgegengeworfen. Dies ändert sich zwar im Laufe des Spiels, wobei mein persönlicher Höhepunkt der Kampf gegen ein kolossales Konstrukt darstellt, kann aber im Ganzen nicht mit den Bosskämpfen des Vorgängers mithalten. Das gilt leider auch für den sehr enttäuschenden Endkampf, der alles andere als herausfordernd ausfällt.

Im Verlauf des Spiels steigt die Schwierigkeitskurve stetig an. Wo ihr im ersten Dungeon nur ein paar Bomben nutzen müsst, um Hindernisse weg zu sprengen und Schalter zu betätigen, müsst ihr später mithilfe eines magischen Artefakts entweder Kopien von euch erschaffen, die es strategisch geschickt auf Schaltern oder Ähnlichem zu platzieren gilt oder ihr feuert mit Portalen um euch, damit ihr an höhere Ebenen gelangt – Portal lässt hierbei grüßen. Dabei wirkt das Spiel niemals zu schwer oder unschaffbar, einige Rätsel werden eure grauen Zellen eindeutig zum Dampfen bringen, doch fallen sie letztendlich immer fair und nachvollziehbar aus.

Die Technik: Gut gealterte Grafik und nervige Ladezeiten

Von der technischen Warte aus kann sich Darksiders II: Deathinitive Edition über den Umstand glücklich schätzen, dass der leicht comichafte Grafikstil sehr gut gealtert ist. Tod muss bei dieser Portierung auch nicht allzu sehr die Konkurrenz der anderen Plattformen fürchten, Darksiders II macht auf der Nintendo Switch einen recht guten Eindruck. Im direkten Vergleich mit der Xbox One fallen die Texturen etwas weniger satt und kräftig aus, doch ansonsten kann sich Tods Reise durchaus sehen lassen. Wo im Vorgänger noch dunkle und düstere Farben vorherrschten, prescht ihr nun öfters durch grüne Wälder und über satte Wiesen. Die Framerate hält sich die meiste Zeit über bei konstanten 30 FPS, sowohl im Docked- als auch im Handheld-Modus. Einziger Kritikpunkt, der leider sehr störend auffällt: Während Tod sich die meiste Zeit ohne Ruckler oder Hänger durch die Welten schnetzelt, gibt es immer wieder unsichtbare Grenzen, die den Übergang in einen neuen Weltabschnitt kennzeichnen. Überquert ihr einen solchen, lädt das Spiel für einen ganzen Moment, was im besten Fall einfach nur nervig ist, im schlimmsten Fall aber auch dazu geführt hat, dass ich nach dem Laden plötzlich ein paar Treffer einstecken durfte, weil ich nicht schnell genug reagieren konnte. Die Steuerung geht gut von der Hand und wurde 1:1 aus den anderen Versionen mit übernommen.

Die zeitlose Grafik läuft problemlos auf der Nintendo Switch. © THQ Nordic

Eine große Stärke, die sich der Titel auf die Fahne schreiben kann, ist der gelungene Soundtrack. Waren die einzelnen Musikstücke im Vorgänger weniger prägnant, so dürften sich in Darksiders II deutlich mehr Titel finden, die euch im Gedächtnis bleiben. Schon der Eingangstitel, wenn ihr mit Tod zur Feste des Krähenvaters reitet, erklingt episch und stimmt euch auf eure Reise ein. Im Laufe des Spiels wechseln sich solche eher Fantasy-lastigen Stücke mit härteren Titeln ab, in denen auch gerne einmal der Dudelsack verwendet wird. Im späteren Verlauf des Spiels hatte ich gelegentlich das Problem, dass vor allem im Handheld-Modus in manchen Zwischensequenzen ein Teil der Tonspur nicht gespielt wurde. Das führte zu der sehr kuriosen Situation, dass in einer Sequenz die Musik zwar spielte, alle anderen Geräusche drumherum jedoch stummgeschaltet waren und Tods Bemühungen, mit seinen Waffen auf einen Kristall einzuschlagen, etwas weniger dramatisch wirkten. Dies betraf zwar zum Glück jedoch nie Zwischensequenzen, in denen gesprochen wurde, trotzdem wird hier hoffentlich noch mit einem Patch nachgebessert. Was die Sprachoptionen angeht, wurde das Spiel vollständig ins Deutsche übersetzt und vertont, die deutschen Synchronsprecher, allen voran Hans-Detlef Hüpgen als Tod, liefern eine überzeugende Vorstellung ab.

Redaktionswertung

8

Spiele-Hit

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Unser Fazit zu Darksiders II: Deathinitive Edition

Meinung von Florian McHugh
Darksiders II: Deathinitive Edition merkt man an, dass die Entwickler viele tolle Ideen hatten, mit denen sie den Nachfolger zu Kriegs Abenteuern aufwerten wollten. Leider ging die Rechnung nur teilweise auf, denn die längere Handlung von Darksiders II zieht sich im Mittelteil des Spiels etwas zu sehr und lässt viel Potenzial ungenutzt. Und auch das ambitionierte Loot-System sticht sich selbst insofern aus, dass es durch eine viel zu große Menge an Beutestücken irgendwann an Bedeutung verliert und eher zu einem störenden Nebenprodukt verkommt. Doch das macht den Titel nicht zu einem schlechten Spiel, im Gegenteil: Trotz der etwas zähen Handlung erfahrt ihr deutlich mehr über die Welten, in denen das Darksiders-Universum spielt, das Kampfsystem spielt sich flott und abwechslungsreich und die Dungeons können erneut mit kniffligen aber stets fairen Rätseln punkten. Auch von der technischen Seite aus kann Darksiders II: Deathinitive Edition durchaus auf der Nintendo Switch überzeugen: Die Grafik wirkt bis heute zeitlos, die Performance bleibt stabil und der Soundtrack wird euch sicher im Kopf hängen bleiben. Einzig die nervigen Ladezeiten, die euch mitten im Spiel zu einer kleinen Zwangspause verdammen, hätten noch etwas optimiert werden können. So schafft es Darksiders II: Deathinitive Edition trotz all der guten Ambitionen nicht ganz, Krieg von seinem Thron zu stoßen. Aber wer weiß, vielleicht bekommen wir ja mit Fury und dem dritten Teil der Reihe bald eine neue Herausforderin ...
Mein persönliches Highlight: Das schnelle und flotte Kampfsystem sowie der schöne Soundtrack.

Kommentare 16

  • BANJOKONG No gold no flower - 04.10.2019 - 15:12

    Darksiders 3 sollte bitte auch auf switch erscheinen.
    Darksiders 1, 2 und genesis ist ja schon safe .
    Also fehlt ganz einfach Teil 3 noch :D
  • Florian McHugh Lektor und Redakteur - 04.10.2019 - 15:13

    @BANJOKONG Da hoffen wir beide zusammen ;)
  • RhesusNegativ Meister des Turms - 04.10.2019 - 16:05

    @BANJOKONG
    Der dritte ist tatsächlich mein Lieblingsteil. Trotz der ganzen Kritik. Aber Fury ist einfach awesome. :D
  • rongar Turmbaron - 04.10.2019 - 16:58

    Also ich habe Darksiders 1 auf der Switch total Abgefeiert - für mich eines der besten Spiele überhaupt! Nun spiele ich seit ca. 16 Stunden den 2. Teil und bin nicht so angetan. Wenn man Teil 1 nicht kennt, ist Teil 2 bestimmt sehr gut, aber im Vergleich zu Teil 1 wirkt der 2.Teil in allen Belangen einfach nicht mehr so perfekt, aber dennoch ein gutes Spiel. Für Teil 1 würde ich 10 Punkte geben, Teil 2 muss mit "nur" 7 Punkten auskommen.
  • eXpanda Piii-chu - 04.10.2019 - 17:03

    Ich hab lediglich diesen Teil der Darksiders-Reihe gespielt (auf der 360), empfinde die Reihe anhand dieser Erfahrung allerdings als ziemlich überbewertet. Die optisch ansprechende verschiedenen offen gestalteten Areale empfand ich stets als viel zu leer und gehaltlos, die Dungeons und speziell die Kämpfe liefen mir immer zu sehr nach den immergleichen Mechaniken und Schemata ab – und wenn’s dann doch mal vom Schema abweicht, dann wurde es extrem weird und nicht besonders gut (ich erinnere mich da an eine viel zu lange Passage, in der das Spiel auf einmal zu einem schwammigen Third Person-Shooter wurde...)

    Beim dritten Teil empfand ich die damalige gamescom-Demo als regelrecht unzumutbar und grottig – davon ist Darksiders II immerhin weit entfernt. Meiner Meinung nach ein nettes Spielchen, das viele Mechaniken aus anderen Reihen in sich vereint, allerdings keine davon bemerkenswert gut umsetzt.
  • EdenGazier Prinzipal der Spiele - 04.10.2019 - 17:08

    Nintendo Switch überzeugen: Die Grafik wirkt bis heute zeitlos, die Performance bleibt stabil

    das stimmt nicht. Da hat einer das Spiel noch nie gespielt
  • Florian McHugh Lektor und Redakteur - 04.10.2019 - 17:18

    @EdenGazier Auf dem PC zweimal durch, auf der Switch bis kurz vor Ende. Ich glaube also, dass ich durchaus in der Lage bin, mir ein Bild zu machen und finde solche Aussagen, wie von dir getroffen, immer ziemlich unglücklich und gewagt. Es mag ja sein, dass du anderer Meinung bist aber dann unterstell mir als Tester bitte nicht einfach, ich hätte das Spiel nicht gespielt.
  • Solaris ntower zertif. Kommentator - 04.10.2019 - 17:42

    @rongar
    Da kann ich Entwarnung geben, der 3. Teil ist besser als der Zweite. Dem solltest vielleicht eher eine Chance geben.

    Teil 1 10/10
    Teil 2 7,5/10
    Teil 3 9/10
  • rongar Turmbaron - 04.10.2019 - 20:06

    @Solaris Teil 3 würde ich sofort kaufen - aber nur für die Switch :thumbsup:
  • TheSchlonz Turmheld - 05.10.2019 - 00:00

    Den 3ten Teil hab ich noch nicht gespielt, fand den Ersten aber wesentlich besser als den Zweiten. Kaufen werden ich ihn trotzdem.
    Außerdem könnten sich andere Publisher mal ein Beispiel an THQ bezüglich der Preisgestalltung bei älteren Titeln nehmen. 30 Euronen für die Retailversion ist schon vorbildlich.
  • Mayhem89 Turmritter - 05.10.2019 - 06:39

    Lässt sich in deen optionen der oton aktivieren? Mochte gerade die original stimme von Tod
  • Parodin Turmheld - 05.10.2019 - 07:47

    Finde den ersten Teil auch besser. Der zweite Teil ist manchmal echt knackig und erinnert mehr an Darksouls als an Zelda.
  • Florian McHugh Lektor und Redakteur - 05.10.2019 - 07:53

    @Mayhem89 Ja, du kannst das Spiel nach einem Neustart auch auf Englisch genießen.
  • rongar Turmbaron - 05.10.2019 - 18:03

    Nun muss ich aber Teil 2 mal positiv erwähnen:
    Spoiler anzeigen
    Nachdem Tod wieder auf der Erde angekommen ist, wurde er mit einer Schußwaffe ausgerüstet. Eine Art Schnellfeuergewehr. War im 1. Teil die Sequenz mit dem Gewehr noch irgendwie ziemlich lahm, so ist es nun in Teil 2 die pure Action. Die Gefechte in den U-Bahn Schächten und der zerstörten Stadt mit den flinken Zombies erinnern mich total an DOOM und machen übelst Laune - echt cool gemacht! Damit ziehe ich meine vorläufige Wertung von Teil 2 mal um einen Punkt nach oben - 8/10
  • Mayhem89 Turmritter - 06.10.2019 - 08:24

    @Florian McHugh

    Hey vielen dank für die info. Dann kann ich entspannt zuschlagen :)
  • DeniosLeGameur Turmknappe - 11.10.2019 - 10:13

    Ich liebe Darksiders 2, aber auf der WiiU war das Spiel leider eine Katastrophe und mir 5- oder 6mal abgestürzt... Auf der Switch ist das definitiv nicht so? Einer auf Amazon meinte nämlich, es sei bei ihm auch ständig abgeschmiert.