Ein Jump 'n' Run​ par excellence

Es gibt diese Spiele, in die man bereits im Vorfeld hohe Erwartungen steckt. Trailer, Screenshots oder auch Entwicklertagebücher machen große Lust auf den Titel, sodass man die Veröffentlichung kaum noch erwarten kann. Wenn dieser dann jedoch zu einem Genre gehört, das bereits für seine großen Titel bekannt ist, entsteht auch eine gewisse Unsicherheit, ob diese Erwartungen wirklich erfüllt werden können. Genau so erging es mir es bei Yooka-Laylee und das Unerreichbare Versteck. Durch Titel wie Rayman Legends: Definitive Edition oder auch Donkey Kong Country: Tropical Freeze war ich bereits mit tollen Jump 'n' Run auf der Nintendo Switch verwöhnt, wenngleich es sich bei beiden Titeln um Ports aus der Wii U-Ära handelt. Yooka-Laylee und das Unerreichbare Versteck muss sich vor diesen Größen jedoch nicht verstecken, sondern überzeugt mit eigenen Ideen, einer tollen Spielwelt und einzigartigen Charakteren. Warum ich so begeistert bin und welche Unstimmigkeiten sich trotz allem in den Titel eingeschlichen haben, erfahrt ihr in meinem Test.


Die fiese Biene Capital B hat wieder zugeschlagen!


Beginnen wir mit der Geschichte des Titels. Capital B hat mal wieder zugeschlagen und das Royal Bee-taillion gefangen genommen und in die unterschiedlichsten Level verfrachtet. Nun liegt es an unserem sympathischen Duo, die Level zu bereisen und das Bienenvolk zu befreien. Hierbei trefft ihr auf die unterschiedlichsten Charaktere, die ihr bereits aus dem Vorgänger Yooka-Laylee kennt. Seien es die hilfsbereiten Pagies, der geldgierige Trowzer oder auch Dr. Puzz, die mal wieder mit ihren Erfindungen zu überraschen weiß. Alle Figuren überzeugen mit einem glaubhaften Charakter und gerade ihre Unterschiede sorgen dafür, dass sie alle total spannend ausfallen und das Interesse beim Spieler, mit ihnen zu interagieren, geweckt wird. Diejenigen unter euch, die eine besondere Herausforderung suchen, werden jedoch niemals auf all diese Charaktere treffen, da Yooka-Laylee und das Unerreichbare Versteck eine spannende Spielmechanik inne hat. Startet ihr den Titel nämlich zum ersten Mal, befindet ihr euch bereits in Capital Bs Geheimversteck und könnt, viel Geschick vorausgesetzt, das Ende des Spiels schneller zu Gesicht bekommen, als euch vielleicht lieb ist. Wobei die Aussage "viel Geschick" hierbei sogar noch etwas untertrieben ist, denn es stellen sich euch viele Fallen und Feinde in den Weg, sodass mehrere Treffer und, damit einhergehend, der Videospieltod vorprogrammiert sind. Um all diesen Hindernissen zu trotzen, benötigt ihr das Royal Bee-taillion. Pro befreiter Biene könnt ihr nämlich in der Basis von Capital B einen zusätzlichen Treffer einstecken. Es liegt also am Spieler selbst, ob er jede der insgesamt 48 Bienen befreit, um mehr Treffer einstecken zu können oder ob man sich nur minimal geschützt zum Endboss wagt. Diese Mechanik gestaltet das Spiel sowohl für Einsteiger als auch Fortgeschrittene sehr interessant und verändert, je nach Wunsch des Spielers, den Schwierigkeitsgrad des finalen Levels.


Die einzelnen Level wissen zu überzeugen. © Team 17

Das Repertoire an Fähigkeiten von Yooka und Laylee fällt sehr abwechslungsreich aus. Es wird gesprungen, geflattert, gerollt, geschwommen, geschossen, und, und, und. Das gesamte Repertoire an Fähigkeiten fühlt sich sehr stimmig an und trotzdem habe ich das Gefühl, dass noch mehr möglich gewesen wäre. Gut vorstellen könnte ich mir eine Super-Fähigkeit, die einmalig pro Level oder per sammelbare Items genutzt werden könnte. Dies hätte das Gesamtbild nochmals verbessert und das Spielerlebnis um eine interessante Komponente erweitert. Spannend: Solltet ihr von Feinden getroffen werden und somit euren treuen Begleiter Laylee verlieren, könnt ihr auch bestimmte Fähigkeiten, wie zum Beispiel das Flattern und die Stampfattacke, dnicht mehr nutzen. Dies sorgt für eine angenehme Prise Stress, während man die Level durchstreift. Glücklicherweise finden sich in den Leveln Glocken, die euch Laylee zurückbringen. Insgesamt wissen unsere beiden Helden zu überzeugen, mit dem Blick auf den vorangegangenen 3D-Teil hätte ich mir jedoch weitere Fähigkeiten und an dieser Stelle auch etwas mehr Kreativität der Entwickler gewünscht.


Doch kommen wir zu den weiteren 20 Leveln, welche die Spielwelt schmücken. Diese haben grundsätzlich alle das gleiche Ziel, nämlich einen Mitstreiter des Royal Bee-taillion zu befreien. Die Mitglieder befinden sich, bis auf wenige Ausnahmen, am Levelende, zudem gibt es in den einzelnen Leveln noch jeweils 5 T.W.I.T.-Münzen und unzählige Federn zu finden. Wozu die sammelbaren Gegenstände dienen, werde ich später erklären. Die Mathematiker unter euch haben wahrscheinlich bereits festgestellt, dass man mit 20 Leveln nicht auf die oben genannten 48 Bienen kommen kann. Das hängt damit zusammen, dass jedes Level zwei unterschiedliche Versionen besitzt. Diese treten je nach getroffener Entscheidung in der Overworld zutage. So könnt ihr zum Beispiel eines dieser Level in der Overworld mit Wasser fluten, was die zuvor staubtrockene Wüste in ein Unterwasserabenteuer mit neuen Gegnern, Ausgängen und versteckten Münzen verwandelt. Dies sorgt für eine große Abwechslung und Spannung in den einzelnen Abschnitten, wobei man die Entwickler an dieser Stelle auch kritisieren könnte, dass man es sich leicht gemacht hat, indem die Umgebungen wiederverwendet werden. Die Veränderungen in der Overworld sorgen jedoch für vollkommen neue Spielerlebnisse, sodass nicht das Gefühl aufkommt, die einzelnen Orte bereits zuvor besucht zu haben. Gleichzeitig wird auch das Interesse der Spieler geweckt, da man in einer Version eines Levels vielleicht Bereiche entdeckt, die erst in der alternativen Variante betreten werden können. Die Idee einer veränderbaren Spielwelt empfinde ich als eines der Highlights von Yooka-Laylee und das Unerreichbare Versteck, nicht zuletzt deswegen, weil die Veränderungen unheimlich kreativ ausfallen und vom bereits erwähnten Fluten durch Wasser, über aufziehende Rauchwolken bis hin zu einer heißen Suppe, die den entsprechenden Level flutet, reichen. Einfach genial!


Die Helfer in der Not: Die Pagies. © Team 17

Kommen wir nochmal zurück zu den sammelbaren Gegenständen. Ich hatte bereits die Münzen und Federn erwähnt, welche in den einzelnen Leveln versteckt sind. Die Münzen erfüllen im Spiel den Zweck, die gierige Schlange Trowzer zu bezahlen. Bringt man ihm eine entsprechende Menge der glitzernden Währung vorbei, öffnen sich euch neue Wege in der Overworld, die weitere Gebiete wie einen Wald oder eine Wüste offenbaren. In diesen befinden sich dann neue Level, in denen die Ritter der Bee-Taillion auf ihre Rettung warten. Doch auch die Federn dienen euch als Währung in Yooka-Laylee und das Unerreichbare Versteck. Mit ihnen könnt ihr Tonika freischalten, die ihr zuvor in der Overworld gefunden habt. Kenner von Yooka-Laylee wissen, dass es sich bei diesen um Flaschen handelt, die, ähnlich wie eine Fähigkeit, angelegt werden können. Dadurch erhaltet ihr neue bzw. verstärkte Attacken, könnt unterschiedliche Filter anlegen oder erleichtert euch das Spielen, indem ihr nach eurem Ableben gesammelte Münzen behaltet. Die Tonika sind an ganz unterschiedlichen Orten versteckt und fordern auch das ein oder andere Mal euren Grips heraus, denn ihr erhaltet nämlich für einen kleinen Obolus von den, in der Welt verstreuten, Schildern Hinweise, wo sich weitere Tonika befinden. Diese Tipps reichen von einfachen Wegbeschreibungen bis hin zu gedanklichen Landkarten, die es abzuklappern gilt. Das Sammeln und Finden all dieser Gegenstände macht einen großen Reiz des Titels aus und die Möglichkeit, unterschiedliche Tonika anzulegen, ermöglicht euch ein sehr individuelles Spielerlebnis. Ich persönlich bin zum Beispiel ein Fan davon, Hinweise zu den jeweiligen Geheimnissen zu bekommen, um mir das Suchen der versteckten Münzen zu erleichtern.


Ein Grund, weshalb Yooka-Laylee und das Unerreichbare Versteck für mich eines der besten Jump 'n' Runs auf der Nintendo Switch darstellt, ist die Overworld. Anders als zum Beispiel in Donkey Kong Country: Tropical Freeze habt ihr nämlich keine Weltkarte, auf der ihr die einzelnen Level auswählt, sondern bewegt euch in einer 3D-Umgebung von Ort zu Ort. Das Ganze spielt sich so wunderbar, dass ich mich an der einen oder anderen Stelle sogar davor sträubte, den nächsten Level zu betreten, da die unterschiedlichen Bereiche der Welt förmlich zum Entdecken einladen. Hinzu kommen die insgesamt 125 Tonika, die in jedem Winkel versteckt sind. Neben den bereits erwähnten Charakteren warten noch viele weitere kuriose Gestalten auf euch. So gibt es auch ein Wiedersehen mit den Pagies, die für euch besondere 2D-Herausforderungen parat haben. Absolviert ihr diese erfolgreich, verändern die Pagies die Spielwelt und offenbaren so noch weitere Pfade in der riesigen Welt. Aber auch andere Charaktere nehmen durch ihre besonderen Charakterzüge und Fähigkeiten Einfluss auf die Spielwelt und sorgen somit für viel Schmunzeln und glänzen mit Kreativität.


Die Herausforderungen der Pagies werden immer knackiger. © Team 17

Technisch weiß Yooka-Laylee und das Unerreichbare Versteck ebenfalls zu überzeugen. Vom Soundtrack, über den Grafikstil bis hin zur Bildrate haben wir einen Titel, der Genre-Fans das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Während des Tests hatte ich keinerlei Bugs oder Fehler, die den Spielspaß minderten. Lediglich die Umsetzung des Movesets, der eigentlich gelungenen Steuerung, sorgte manchmal für Probleme. So geriet ich zum Beispiel in eine Situation, in der ich eine Stampfattacke ausführen sollte, um weiterzukommen. Da ich zugleich aber von einem Feind getroffen wurde, verschwand Laylee und der Einsatz der Attacke war nicht mehr möglich, was einen Neustart des gesamten Levels zur Folge hatte. Ärgerlich. Der Schwierigkeitsgrad fällt über die gesamte Spieldauer übrigens sehr knackig aus: Virtuelle Tode gehören zur Tagesordnung, die Lernkurve ist jedoch sehr angenehm. Solltet ihr an einer Stelle auch nach mehreren Versuchen nicht weiterkommen, könnt ihr vom Spiel selbst Unterstützung anfordern.


Für die Langzeitmotivation sorgen mehrere Aspekte des Titels. Die vielen sammelbaren Gegenstände und die unterschiedlichen Level motivieren euch dazu, alle Ecken zu erkunden. Das Erweitern der Spielwelt macht ebenso Spaß, da meist nur wenige Münzen für den nächsten Erfolg benötigt werden. Yooka-Laylee und das Unerreichbare Versteck schafft es einfach, durch seine gesamte Stimmung, den Spieler bei Laune zu halten und ihn dazu zu bringen, die nächste Biene zu befreien, um dem Sieg gegen Capital B einen Schritt näher zu kommen.

Unser Fazit

9

Geniales Spiel

Meinung von Maik Styppa-Braun

Yooka-Laylee und das Unerreichbare Versteck hat mich von Anfang bis Ende überzeugt. Ich hatte große Erwartungen in den Titel gesetzt und war gleichzeitig besorgt, dass ich enttäuscht werden könnte. Dem war zum Glück nicht so. Die vielen unterschiedlichen Level, die Möglichkeit, diese zu verändern und die offene Overworld sind so toll miteinander verschmolzen, dass ich auch nach etlichen Stunden immer noch nicht genug kriege. Hinzu kommen die tollen Charaktere, die ihre Rolle so glaubhaft verkörpern, dass es einfach Spaß macht, mit ihnen in Kontakt zu treten. Natürlich gibt es Abstriche, wie zum Beispiel beim Moveset, wo mehr möglich gewesen wäre. Insgesamt ist es jedoch ein Titel, den jeder zumindest einmal angespielt haben sollte, da es neben den Klassikern wie Donkey Kong Country oder Rayman Legends neuen Wind in das Genre bringt.
Mein persönliches Highlight: Das Erkunden der Overworld mit all ihren Geheimnissen

Awards

Spiele-Hit

Die durchschnittliche Leserwertung

10 User haben bereits bewertet

Kommentare 11

  • dr.retro

    Retrogamer aus Leidenschaft

    Bin sehr auf das Spiel gespannt, Hauptsache, das ist Dienstag auch in den Shops zu bekommen.

  • BANJOKONG

    Sony sucks

    ich werde es mir retail holen.
    Beim Trailer hat es mir auch deutlich besser gefallen als der erste Teil

  • Vank84man

    Nintendo Fan 4ever ✌

    werd ich mir auch RETAIL gönnen.
    Gefällt mir besser als den 1 Teil,der auch nicht schlecht war.

  • JimmyKnopf

    Turmheld

    Wie ist der Soundtrack ausgefallen? Kann dieser mit DKC Tropical Freeze mithalten? Was mich noch interesseieren würde ist, wieviele Versuche ihr für Capital B's Versteckt gebraucht habt ? Können Einsteiger, sofern sie die anderen Bienen befreit haben, das Level abschließen oder ist es dann immer noch schwer ?
    Ansonsten liest sich der Test schon einmal vielversprechend :)

  • Orikuro

    Turmbaron

    Das Spiel schneidet ja insgesamt sehr positiv ab, hätte ich nach dem durchschnittlichen Yooka-Laylee irgendwie nicht erwartet. Egal, so freue ich mich dann doch wieder richtig darauf. :D

    Wie ist der Soundtrack ausgefallen? Kann dieser mit DKC Tropical Freeze mithalten?

    Soll nicht ganz auf dem Niveau sein, aber trotzdem sehr gut.

    Können Einsteiger, sofern sie die anderen Bienen befreit haben, das Level abschließen oder ist es dann immer noch schwer ?

    Das Level soll so oder so schwer sein, was ich aus anderen Tests entnommen habe.

  • Lycanroc

    Wolwerock

    Klingt ja schon mal gut, nachdem der 3D-Vorgänger in allen Belangen eine Vollkatastrophe war. Hoffe, sie können auch in Zukunft bessere Spiele entwickeln, als das schlechte Yooka-Laylee von 2017...

  • Maik Styppa-Braun

    Redakteur

    @JimmyKnopf Ich denke, dass auch Anfänger gute Chancen haben, das Versteck abzuschließen. Viele Abläufe lernt man nach einigen Versuchen kennen, sodass diese nach und nach ohne Verlust einer Biene absolviert werden können. Nichtsdestotrotz ist das Level anspruchsvoll! Ich persönlich hatte ca. 20 Bienen, als ich es das erste Mal komplett schaffte. Es wäre auch früher möglich gewesen, jedoch habe ich nicht nach jeder gefundenen Biene einen neuen versuch gewagt.
    Zum Soundtrack lässt sich sagen, dass dieser durchaus ins Ohr geht und da auch verweilt. Für mich persönlich kommt es an DK nicht ganz heran, überzeugt aber dennoch!

  • Ngamer

    Son of a Patriot

    Das freut mich, hatte schon mit dem ersten Teil sehr viel Freude gehabt, werde mir das auch zu release kaufen :D



    Klingt ja schon mal gut, nachdem der 3D-Vorgänger in allen Belangen eine Vollkatastrophe war. Hoffe, sie können auch in Zukunft bessere Spiele entwickeln, als das schlechte Yooka-Laylee von 2017...

    Vollkatastrophe in allen belangen? Haben wir dasselbe Spiel gespielt? Ich fands super und habs zu 100% durchgespielt, kommt nicht an BK heran, aber eine Vollkatastrope ist sowas wie Bigg Riggs aber keinsfalls Yooka Laylee...

  • McLink

    Turmknappe

    Könnt ihr noch etwas zu den FPS sagen? 30 oder 60?

  • MichiP

    Videogamer

    freu mich drauf.
    Schade nur, dass die switch Version (Retail) 10 Euro mehr kostet als die anderen Versionen. Hoffe die VKZ leiden nucht darunter.

  • Raveth

    Meister des Turms

    Und wieder 2D <X