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Test zu Trine 4: The Nightmare Prince - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Trine 4: The Nightmare Prince
  • USA USA: Trine 4: The Nightmare Prince
  • Japan Japan: Trine 4: The Nightmare Prince
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
08.10.2019
Vertrieb
Modus Games
Entwickler
Frozenbyte
Genre
Adventure, Action
Spieleranzahl
Lokal: 4 - Online: 4
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Das Heldentrio schreitet ein weiteres Mal zur Tat

Von Felix Kraus () Ein viertes Mal schickt Frozenbyte seine drei Helden – Pontius, Zoya und Amadeus – in ein Abenteuer. Trine 4: The Nightmare Prince ist ein 2,5D-Puzzle-Platformer und unterscheidet sich damit nicht von seinen Vorgängern. So springt ihr durch aufwendig gestaltete Level, löst Rätsel, um weiterzukommen und stellt euch gelegentlich einem Endboss. Trine 4: The Nightmare Prince spielt ihr wahlweise mit bis zu zwei beziehungsweise drei Mitspielern, abhängig vom Modus, worauf später im Text noch eingegangen wird.

Sobald ihr euch dazu entschieden habt, ein neues Spiel zu starten, habt ihr die Wahl bezüglich des Schwierigkeitsgrades und des Modus'. Ihr könnt euch zunächst für eine einfache oder eine normale Herausforderung entscheiden, wobei die normale Variante allerdings definitiv machbar ist und der leichte Schwierigkeitsgrad sich wohl an eine jüngere Zielgruppe richtet. Zudem könnt ihr noch auswählen, ob ihr im unbegrenzten oder im klassischen Modus spielen wollt. In der grenzenlosen Variante können die Helden zur selben Zeit mehrfach auftreten. Das bedeutet, spielt ihr das Spiel zu dritt, können simultan drei Zoyas auf dem Bildschirm herumlaufen, wohingegen im klassischen Modus jeder Charakter nur einmal auftreten kann – die Spieler können jedoch nach beidseitiger Bestätigung die Spielfiguren tauschen. Zum Schluss wählt ihr noch aus, ab wann euch das Spiel Tipps liefert, solltet ihr mal irgendwo feststecken. Anschließend beginnt euer Abenteuer.

Aller guten Dinge sind drei

Die Geschichte ist relativ simpel und nimmt leider auch niemals richtig an Fahrt auf. Die drei Helden sind zu Beginn getrennt und treffen erst im vierten Level aufeinander. Alle drei erhalten den Auftrag, den ausgebüxten Prinzen Selius wiederzufinden. Dieser hat in der Magierakademie mithilfe eines Zaubers versehentlich seine Albträume beschworen und ist seitdem auf der Flucht. Seine dunkelsten Gedanken sind ihm dabei ständig auf der Spur, weswegen er reichlich Chaos hinterlässt.

Spielt ihr im unbegrenzten Modus zu viert, hebt ihr euch optisch voneinander ab. © Modus Games

Und das ist auch schon die grobe Handlung. Ihr reist sozusagen dem Prinzen hinterher, trefft auf dem Weg gelegentlich auf andere Charaktere, die eure Hilfe brauchen und sich anschließend bei euch bedanken, aber sonst passiert nicht besonders viel, was natürlich auch an der allgemeinen Inszenierung liegen mag. Die Zwischensequenzen lassen irgendwie an „Bums“ vermissen und die deutschen Synchronsprecher schaffen es auch nur bedingt, dass ihr vor der Konsole mitgerissen werdet. Es ist also ratsam, solltet ihr der englischen Sprache mächtig sein, das Spiel auf die englische Sprachausgabe umzustellen und euch wahlweise noch deutsche Untertitel anzeigen zu lassen, aber auch das macht die verhältnismäßig flache Geschichte nicht unbedingt spannender. Immerhin spielen die einzelnen Charaktere in Unterhaltungen auf vergangene Abenteuer an, was zumindest für Fans eine tolle Sache ist. Ansonsten benötigt man keine Vorkenntnisse, um den Titel spielen zu können. Leider lassen die drei Protagonisten allesamt an Tiefgang vermissen. Pontius ist ein Vielfraß, Amadeus ein Feigling und Zoya eine Kleptomanin – das war es auch schon. Das wäre angesichts des Genres kein Problem, wenn sie zumindest charmant wären. Jede Dialogzeile wirkt so, als hätte man sie auf Biegen und Brechen in die jeweilige Schublade stecken wollen. Die Helden wirken nicht cartoonesk überzeichnet, sondern eher zu bemüht.

Die ersten drei Level bestreitet ihr jeweils noch mit einer Spielfigur und dienen als Tutorial für den jeweiligen Helden. Den Anfang macht Zauberer Amadeus, der mit seinem Kistenzauber – welch Überraschung – Kisten beschwören kann, mit denen höher gelegene Ebenen erreicht und Stachelgruben überwunden werden können. Außerdem kann er verschiedene Objekte in der Welt schweben lassen. Nur im Kampf taugt er verhältnismäßig wenig, vor allem wenn man alleine spielt. Im zweiten Level übernehmt ihr die Rolle des Kriegers Pontius, der Dinge mit seinem Schwert kaputtschlagen und mit seinem Schild gegnerische Angriffe, Licht und Wasser reflektieren kann. Er ist – wie man sich bereits denken kann – die erste Wahl, wenn es zum Kampf kommt. Das dritte und somit letzte Tutorial-Level lässt euch in die Haut der Diebin Zoya schlüpfen. Diese verfügt über einen Bogen mit diverser Pfeile und kann sich mithilfe eines Seils über Abgründe schwingen. So weit, so gut.

Optisch macht das Spiel sehr viel richtig und bietet euch diesbezüglich einige Highlights. © Modus Games

Im Laufe des Abenteuers schaltet ihr immer mehr Fähigkeiten frei, die euch bei der Lösung von Rätseln und im Kampf zur Verfügung stehen. Amadeus kann beispielsweise irgendwann bis zu drei Objekte gleichzeitig beschwören. Beschwört ihr ein viertes Objekt, verschwindet das zuerst beschworene. Außerdem gesellen sich Planken und Kugeln zu seinem Repertoire hinzu. Pontius teilt im späteren Spielverlauf nicht nur mehr aus, sondern kann auch Abbilder seines Schildes erzeugen, um Licht- bzw. Wasserstrahlen nochmals reflektieren zu können. Die dritte im Bunde, Soya, erhält irgendwann ein Feenseil, mit dem es möglich ist, Objekte zum Schweben zu bringen. Diese Fähigkeiten lassen sich durch eingesammelte Erfahrung geringfügig von euch verbessern.

Alles schön und gut, jedoch missfielen ein paar Dinge: Wieso erhalten sowohl Amadeus als auch Pontius irgendwann eine Art Dash-Move, der es ihnen ermöglicht, größere Abgründe problemlos zu überwinden, während die agile Zoya mit einer Rolle – deren Nutzen bis zum Ende fragwürdig bleibt – vorliebnehmen muss? Außerdem geht man zu inkonsequent mit seinen Charakteren um. Pontius ist offensichtlich schwerer als die anderen beiden, deswegen verfügt er auch über eine Stampfattacke. Leuchtet ein, oder? Aber warum spielt das Gewicht plötzlich keine Rolle mehr, wenn man auf Wippen oder Ähnlichem steht? Da wiegt plötzlich jeder Charakter dasselbe. Hätte es den Rätseln nicht noch etwas mehr an Tiefe verliehen, hätte man dem mehr Beachtung geschenkt? Zusammengefasst kann man jedoch sagen, dass sich die Figuren abwechslungsreich spielen und auch alle einen Nutzen haben. Ihr werdet das Spiel nicht ausschließlich mit Amadeus durchspielen können, das Hin- und Herwechseln ist essenziell für den Spielfortschritt.

Wo Licht ist, da ist auch Schatten

Wie bereits erwähnt gliedert sich das Spiel in Level, die auf jeweils fünf Kapitel aufgeteilt wurden. Die Level und deren Gestaltung können bedenkenlos als das Highlight von Trine 4: The Nightmare Prince bezeichnet werden. Euer Weg führt euch durch Ruinen, verschneite Berggipfel, modrige Sümpfe und farbenfrohe Wälder. Ihr bewegt euch zumeist von links nach rechts, wie es in einem 2,5D-Platformer üblich ist, jedoch lohnt es sich, immer mal einen Blick auf den Hinter- und Vordergrund der Level zu werfen. Überall ist etwas los. Mal springt ein Eichhörnchen von Ast zu Ast oder eine dicke Spinne krabbelt über den unteren Bildschirmrand – überall herrscht Leben und eine märchenhafte Atmosphäre.

Der Kampf ist leider wenig gelungen und zerstört den sonst so harmonischen Spielfluss. © Modus Games

Die Rätsel fügen sich dabei zumeist nahtlos ein, sodass die Homogenität der Optik nicht darunter leiden muss. Euer Weg wird immer wieder durch kleine Knobelaufgaben unterbrochen. So begegnet ihr Schalterrätseln, deren Lösung eine Tür öffnet oder ihr müsst euch durch geschicktes Platzieren von Objekten einen Weg über Hindernisse bahnen. Die Puzzles stören zu keinem Zeitpunkt den Spielfluss und fallen auch in ihrer Schwierigkeit moderat aus. Hierbei muss noch angemerkt werden, dass die Rätsel sich je nach Spieleranzahl verändern, sodass auch zu viert noch eine Herausforderung besteht. Zudem gibt es immer eine Handvoll, stellenweise gut versteckte Sammelgegenstände innerhalb der Level. Die bringen euch jedoch keinerlei spielerische Vorteile und auch für die Geschichte stellen sie keine großartige Relevanz dar.

Anders sieht es beim Kampf aus. Der wirkt leider zu keiner Zeit so, als gäbe es dafür einen gerechtfertigten Platz im Spiel. Die Kämpfe kündigen sich mit einer Barriere in Form von lila Wolken an, deren Erreichen den aktuellen Bildschirm abriegeln, sodass eine Art Kampfarena entsteht. Mithilfe dieser lila Wolken formt man anschließend auch Plattformen, auf denen gekämpft und womit Abgründe verschlossen werden. Das ist einerseits lobenswert, weil zusätzlichen Frustmomenten vorgebeugt wird, andererseits macht das den sowieso schon anspruchslosen Kampf noch einfacher. Es erscheinen in der Regel eine Handvoll Gegner, die ihr dann mit Pontius und dessen Schwert unbeeindruckt niederknüppelt. Die Stampfattacke besiegt die kleineren Gegnern sofort, weshalb diese – anders als die größeren Widersacher – eigentlich keine Herausforderung darstellen. Sollte Pontius doch mal ins Gras beißen, müsst ihr auf eure anderen Helden zurückgreifen. Wie bereits erwähnt ist Amadeus ziemlich nutzlos im Kampf, da er Gegner nur schweben lassen oder ihnen Objekte entgegenschleudern kann, was bei der Menge an Geschossen, die ein solcher Kampf meist mit sich bringt, mit mehr Aufwand verbunden ist, als es am Ende nützt. Zoya besitzt zwar Pfeil und Bogen, womit sich Schaden zufügen lässt, jedoch gestaltet sich das Zielen mit dem rechten Analogstick derartig fummelig, dass man dies auch besser sein lässt. So wartet ihr einfach ab, bis Pontius sich erholt hat, wechselt wieder zum korpulenten Krieger und teilt weiter Schwerthiebe aus. Eine gewisse Gegnervielfalt ist zwar gegeben, jedoch bleibt die Vorgehensweise immer dieselbe: Es hagelt Schwerthiebe bis einer umfällt. Im letzten Drittel des Spiels wird der angenehme Platformer- und Rätselspaß immer öfter durch Kämpfe unterbrochen. Sie fügen sich einfach nicht gut ins Spielgeschehen ein, weswegen sie eher einer erzwungenen Pause des sonst so harmonischen Spielflusses als einer Bereicherung des Spielgeschehens gleichkommen.

Sporadisch werdet ihr im Spiel auch mit einem Endboss konfrontiert. Das Albtraumszenario sorgt dafür, dass sich jeder eurer Helden im Verlauf des Abenteuers einmal seiner schlimmsten Angst stellen muss, ohne auf die Hilfe der anderen beiden zurückgreifen zu können. So lobenswert die Idee auch sein mag, die Umsetzung lässt zu wünschen übrig. Meist ist kein langes Überlegen notwendig und der Boss bereits nach kürzester Zeit besiegt. Und obwohl man einen interessanten Ansatz verfolgt, gestaltet sich der Endboss leider ähnlich monoton wie die gelegentlich auftretenden Kampfbildschirme. Da hätte man in Verbindung mit der Rätselmechanik mehr herausholen können.

Grafik ist nicht alles

Optisch ist das Spiel beeindruckend. Während der Handheld-Modus der Nintendo Switch ein bisschen an Schärfe vermissen lässt, kommt das Spiel auf dem TV-Bildschirm voll zur Geltung. Die Farben sind satt, die Level voller Details und auch die Bildrate bricht zu keiner Zeit ein. Der Grafikstil ist mit seinen grellen Farben und den kitschigen, klischeehaften Designs natürlich Geschmackssache. Unabhängig von der persönlichen Präferenz muss man jedoch zugeben, dass Trine 4: The Nightmare Prince einfach sehr schön ist. Zur akustischen Untermalung lässt sich nicht viel sagen, da sie primär im Hintergrund stattfindet und somit selten Aufmerksamkeit generiert, aber dafür auch niemals stört. Jedoch hätte ein passender Einsatz von Musik vor allem in dramatischen Szenen nicht geschadet. So bleibt fader Sound, der nicht nervt, aber auch nicht großartig unterhält. In meinem Durchgang habe ich einen Absturz erlebt. Das war nicht weiter schlimm, weil das Spiel bei jedem Checkpoint automatisch speichert. Ärgerlich ist es dennoch und wird hoffentlich rechtzeitig zur Veröffentlichung via Patch behoben.

Der Umfang des Spiels beschränkt sich auf eine etwa zehnstündige Geschichte, die sowohl alleine als auch zusammen gespielt werden kann. Wer alles einsammelt möchte, kommt am Ende vielleicht auf 15 Stunden. Freischaltbares sucht man in Trine 4: The Nightmare Prince vergeblich, dies hätte vielleicht noch etwas zur Langzeitmotivation beigetragen.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

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Unser Fazit zu Trine 4: The Nightmare Prince

Meinung von Felix Kraus
Trine 4: The Nightmare Prince bietet gewohnte Kost, sodass Fans der Reihe sicherlich auch mit diesem Ableger glücklich werden. Im Mehrspielermodus entfaltet der Titel sein volles Potenzial und sorgt für mächtig Spaß – da kann man auch mal über die nicht von der Hand zu weisenden Kritikpunkte hinwegsehen. Das gemeinsame Rätseln und die tolle Optik machen gut wett, was die schwache Handlung, die wenig herausfordernden Kämpfe und die eher unsympathischen Charaktere vermissen lassen. Der Titel bietet zwar auch im Einzelspielermodus genügend Unterhaltung, dort stechen die einzelnen Schwächen jedoch etwas eher ins Auge.
Mein persönliches Highlight: Die farbenfrohen Level mit all ihren Details.

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