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Test zu Killer Queen Black - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Killer Queen Black
  • USA USA: Killer Queen Black
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
11.10.2019
Vertrieb
Liquid Bit
Entwickler
Liquid Bit
Genre
Action, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 8 - Online: 8
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Der Kampf der Bienen

Von Kevin Becker () Killer Queen Black ist ein teambasiertes Action-Spiel, dessen Fokus hauptsächlich auf Online-Runden mit Freunden oder Fremden liegt. In einem Team von bis zu vier Spielern – bestehend aus einer Bienenkönigin und drei Arbeitern – kann eine Partie durch drei unterschiedliche Wege gewonnen werden. In einer weitläufigen Arena können die Arbeiter Beeren sammeln, die zum Nest transportiert werden müssen und nach einer bestimmten Anzahl gilt es, einen Kampf für sich zu entscheiden. Alternativ lassen sich die Früchte dafür verwenden, an festgelegten Wachposten Arbeiter zu offensiven Kampfbienen auszubilden. Welche Ausrüstung dabei ausgewählt wird, unterscheidet sich von Posten zu Posten und kann von Distanzwaffen wie Lasern bis hin zu Nahkampfgegenständen wie einem Morgenstern reichen.

Als Königin sollte immer das gesamte Kampffeld im Auge behalten werden. © Liquid Bit

Grundsätzlich werden die einfachen, wehrlosen Arbeiter – deren Fähigkeiten auf einen simplen Sprung reduziert sind – nach einem Treffer erledigt. Nach einer wenige Sekunden andauernden Zeit zur Erholung schlüpft jedoch eine neue Einheit aus dem Nest, was für einen dauerhaften Tumult auf dem Schlachtfeld sorgt. Die Königin tritt als agilster und stärkster Charakter einer Truppe auf, der aufgrund dessen Spieler dazu verleitet, sich rücksichtslos in die Action zu stürzen. Paradoxerweise ist es allerdings die Königin, die am vorsichtigsten handeln sollte. Stirbt sie zu oft, ist das Match entschieden und der Gegner gewinnt. Ihre überaus mächtigen Fähigkeiten, wie dem endlosen Fliegen oder flexiblen Angriffsmöglichkeiten, machen die wichtigste Figur auf dem Feld zu einer Glaskanone, die das Tempo und den Erfolg einer Schlacht bestimmt. Nicht jeder Wachposten kann von jedem verwendet werden. Es ist die Königin, die mit einer simplen Berührung die Wachposten auf eure Seite zieht und den Arbeitern Wege gibt, das Spielgeschehen aktiv mitzubestimmen. Generell sind die Unterteilung und Darstellung der zwei Streitkräfte clever gelöst, da die Königin groß und ein leichtes Ziel ist, während Arbeiter klein und somit schwierig zu treffen sind. Obwohl sie oftmals gefühlt nichts erreichen und immer wieder sterben, zeigen sich mit der Zeit die kleinen Erfolge. Nicht zuletzt weil alle zusammenarbeiten – wie in einem echten Bienenstock.

Die dritte und letzte Möglichkeit eine Runde für sich zu entscheiden, sind reitbare Schnecken. Schafft es eine Arbeiterbiene, das Kriechtier auf die eigene Seite zu bringen, ist das Match entschieden, was allerdings leichter ist als es klingt. Die Schnecke bewegt sich unheimlich langsam und besitzt keinerlei Selbstverteidigungstechniken, um sich vor Gegnern zu schützen. Setzt sich also ein Arbeiter auf das Weichtier, bleibt die Biene ohne die Möglichkeit, manuell wieder auszusteigen, dem Feind völlig ausgeliefert. Auch wird das eigene Momentum riskiert, um den Sieg ein wenig voranzubringen, wodurch noch einmal der Faktor des schleichenden Sieges betont wird. Selbstverständlich kann die Schnecke jederzeit zurückerobert werden, doch ob das ständige Katze-und-Maus-Spiel lohnend ist, hängt von der Situation ab. Die Dreieckskonstellation der verschiedenen Möglichkeiten, an den Sieg zu kommen, verlangt vor allem von der Königin Multitasking und gibt dem Gameplay die flexible Tiefe, die jeden Kampf anders gestalten kann. Dennoch kam mehr als einmal das Gefühl auf, dass das Besiegen der Anführer in den meisten Fällen die einfachste gewinnbringende Methode ist. Genauso erscheinen Laser-Arbeiter als etwas zu mächtig, da es im Eifer des Gefechts manchmal durchaus erschwert wird, neben Arbeitern, Schnecken oder Stellungen der Wachposten weiterhin auf umherfliegende Projektile zu achten.

Die offene Natur des Gameplays lässt kreative Strategien zu

Die Kampfarenen sind in ihrer Struktur stets übersichtlich und unterschiedlich geformt. Auch wenn es ruhig mehr Level geben könnte, priorisiert keine Karte irgendein Team und bleibt für jeden Spieler fair. Hier hätte es sich angeboten, Arenen mit individuellen Formen zu bauen, die beispielsweise das Transportieren von Beeren oder Erobern von Schnecken in den Mittelpunkt stellen. Ein weiterer Aspekt, der nicht ganz zu passen scheint, sind Charaktermodelle und Hintergründe. Während sämtliche Spielfiguren geschmeidig animiert sind und ein talentiertes Handwerk zeigen, passt der Stil des Hintergrunds nicht ganz zu den Bienen. Sie sind keineswegs schlecht umgesetzt und einige Spieler könnten hier auch anders empfinden, doch wirken Charaktere und Hintergründe auf mich nicht ganz harmonisch.

Drei simple Zielvoraussetzungen bringen euch den Sieg. © Liquid Bit

Um eine genauere Vorstellung vom allgemeinen Gameplay zu erhalten, können gesonderte Tutorial-Mission absolviert werden, die die Grundlagen der Steuerung näher erläutern. Ein häufig erwähnter Konsens, dass Multiplayertitel auch Einzelspielerkampagnen besitzen sollten, bleibt in seiner Idee zwar diskutabel, hätte in Killer Queen Black allerdings durchaus Sinn ergeben. Das Tutorial ist in seiner Darstellung sehr steif und wurde nicht geschaffen, um wirklichen Spaß zu bereiten. Alternativ hätte man aus der Einführung tatsächliche Einzelspielermission entwickeln können, die kleine Herausforderungen darstellen könnten, ohne unheimlich schwierig zu sein. Das Spielprinzip ist sehr unkompliziert, weswegen das trockene Tutorial zwar seine Aufgabe eigentlich passend erfüllt, sich aber keine Mühe gibt, den Spieler nicht zu langweilen. Das Spiel besitzt darüber hinaus keine anderen Modi, die sich nennenswert von der Standardschlacht unterschieden. Zwar können kompetitive Rangkämpfe gespielt und eigene Gruppen mit individuellen Regeln erstellt werden, letztendlich wird jedoch keine starke spielerische Abwechslung geboten, wodurch sich die Spielzeit hauptsächlich an eurer Bereitschaft zur Verbesserung orientiert. So monoton das jetzt auch klingen mag, lässt sich nicht bestreiten, dass eine Runde mit acht Spielern, die sich im Idealfall auch einigermaßen kennen, für unheimlich unterhaltsame Stunden sorgen kann und das Potenzial stark aufzeigt.

Musikalisch wird nicht ganz das Potenzial ausgeschöpft, das ein Soundtrack erreichen kann. Neben der einfachen atmosphärischen Untermalung kann ein definiertes Musikstück klanglich wiedergeben, wann ein Team Obacht zeigen sollte. Schafft es also eine Gruppe, die Schnecke fast ans Ziel zu bringen, hätte die Musik beispielsweise etwas an Fahrt aufnehmen können. Es ist nicht immer einfach, sämtliche Streitkräfte im Überblick zu behalten, weswegen eine auditive Hilfestellung sicherlich keine schlechte Idee gewesen wäre, um das generelle Gameplay zu verfeinern.

Redaktionswertung

5

Für Genre-Fans

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Unser Fazit zu Killer Queen Black

Meinung von Kevin Becker
Killer Queen Black kann gerade mit Freunden ein unterhaltsames Durcheinander sein, dem es an einigen Stellen aber gleichzeitig an Abwechslung mangelt. Das Gameplay bietet durch seine unterschiedlichen Charakterrollen und dynamischen Problemlösungen interessante Ansätze, die – wie bei so vielen Erstlingswerken – Raum für neuartige Möglichkeiten zulässt, die nicht ganz verwirklicht werden. Weitere Modi und ein spannender gestaltetes Tutorial fehlen merklich, was sich auf die Spielzeit auswirkt, solltet ihr nicht den Willen besitzen, in der Rangliste aufzusteigen. Der Soundtrack ist sehr zurückhaltend und versucht zu keinem Zeitpunkt, weder aktiv für Stimmung zu sorgen noch generell bemerkbar zu sein. Trotz der vielen kleinen Krankheiten bleibt Killer Queen Black in seiner Idee ein aufregender Online-Action-Titel, der mit mehr Ausarbeitung zu wesentlich Größerem streben könnte.

Kommentare 5

  • Pascal Hartmann Ta da da daaaaaaa - 15.10.2019 - 18:40

    Mit großer Fanfare in der letztjährigen E3-Direct angekündigt, es sogar zum Anspielen da gehabt und gepusht, nun jedoch 1 Jahr später heimlich, still und leise veröffentlicht. Die Wertung verrät, warum.
  • Dirk Europäer - 15.10.2019 - 18:55

    @Pascal Hartmann

    und ich habe letztes Jahr nicht verstanden, warum es so angepriesen wurde...
  • LuigiSeinSohn Turmknappe - 15.10.2019 - 19:01

    @Pascal Hartmann Naja um ehrlich zu sein kann ich die geringe Wertung nicht ganz verstehen. Das Spiel ist halt ein Port von einem Arcade Spiel, welches 1:1 umgesetzt wurde. Dazu Crossplay mit allen anderen Plattformen (gegeneinander und bald auch miteinander). Meiner Meinung braucht so ein Spiel nicht unbedingt mehr als ein Tutorial. Ich sag auch nicht, dass das Spiel eine 10/10 ist aber zumindestens eine 7/10 dafür, dass die Umsetzung von dem, was es sein will, wirklich gelungen ist.
  • Dirk Europäer - 15.10.2019 - 19:18

    @LuigiSeinSohn

    Und wenn das Arcade-Spiel schon schlecht ist?

    Und ein 1:1 Port ist es auch nicht. Artstyle zb dir anders.
  • LuigiSeinSohn Turmknappe - 15.10.2019 - 19:35

    @Dirk Klar wenn das Originalspiel schlecht ist, ist auch das geportete Spiel nicht besser *hust*Devil May Cry 2*hust*. Es ist objektiv gesehen zumindestens beliebt.
    Den Artstyle finde ich aber nicht wirklich anders, außer vielleicht der Hintergrund.