Der Beginn einer Videospielgeschichte...

Es gibt diese Spiele, die man sich selber vornimmt, einmal durchzuspielen. Bei mir war dieses Spiel Dragon Quest für das NES, da ich ein großer Fan der Reihe bin und schon immer erfahren wollte, wie sich der erste Teil im Jahre 1986 gespielt hat. Glücklicherweise muss ich meinen NES nicht mit meinem Fernseher verkabeln und mir eine Originalversion zulegen, da uns Square Enix das Remake des Titels, welcher ursprünglich für Smart-Devices erschien, für Nintendo Switch spendierte. In meinem Test erfahrt ihr, ob der Titel gut gealtert ist, heute noch begeistern kann und welche Fortschritte zukünftige Teile im Vergleich zu ihrem Ursprung gemacht haben.


Erlebt mit Dragon Quest wie alles begann!


In Dragon Quest übernehmt ihr die Rolle eines namenlosen Abenteurers, welcher eher zufällig in das Land Alefgard kommt. Hier erfahrt ihr, dass die Prinzessin des Schlosses Tantegel von einem Drachen entführt wurde und der König auf der Suche nach tapferen Männern ist, die seine Tochter befreien können. Kurzerhand übernehmt ihr diese Aufgabe und durchstreift das Land auf der Suche nach der Prinzessin. Auf eurer Reise erfahrt ihr jedoch mehr und mehr über die Geschichte des Landes und den einstigen Helden Erdrick, dessen Blut auch in euren Adern fließt. So entpuppt sich die Suche nach der Prinzessin nach einigen Stunden nur als Beiwerk, um euch überhaupt auf die Reise zu schicken. Vielmehr wird es euer Ziel, den fiesen Dragonlord zu besiegen, um die Monster aus dem Land zu vertreiben. Insgesamt ist die Geschichte für mich rund, man muss jedoch bedenken, dass es durchaus möglich ist, das Ende des Spiels zu erreichen, ohne die Prinzessin je befreit zu haben. Eine witzige Situation, stellt doch die Entführung den eigentlichen Grund eures Aufbruches dar.


Abwechslungsreich: Die Weltkarte strotzt nur so vor Wäldern, Gebirgsketten und Flüssen. © Square Enix

Kommen wir zum Gameplay. Habt ihr euch einmal für die Rettung der Prinzessin entschieden, steht euch die komplette Spielwelt offen. Diese ist in insgesamt drei unterschiedliche Arten von Arealen unterteilt, welche ich euch kurz erläutern möchte. Zum einen sind dies die Dörfer und Städte. Diese dienen als Ruhepol für euch, da ihr euch hier im Gasthaus heilen oder bei den unterschiedlichen Händlern mit Waffen und allerlei nützlichen Gegenständen eindecken könnt. Außerdem erhaltet ihr mittels Gesprächen mit den Bewohnern Informationen, die euch Mal weiterhelfen oder auch völlig ohne Belang sind. Ansonsten treibt es euch über die große und zu jederzeit offene Weltkarte. Hier trefft ihr auf Feinde, denen ihr euch im Kampf stellen müsst und erhaltet für jeden erfolgreichen Kampf Erfahrungspunkte, die einen Levelaufstieg ermöglichen und euren Helden stärken. Jeder der schon einmal ein Spiel der Dragon-Quest-Reihe gespielt hat, wird hier viele bekannte Gesichter treffen. Zuletzt finden sich in der gesamten Spielwelt auch noch Höhlen und Verliese, welche in den meisten Fällen ebenfalls ein enormes Aufgebot an Gegnern darbieten und in normalen und auch Bosskämpfen alles von euch abverlangen.


Anders als in anderen Teilen der Reihe seid ihr nicht in einer Gruppe unterwegs, sondern erlebt die gesamte Geschichte auf euch allein gestellt. Dies hat zur Folge, dass euer Charakter gleich mehrere Klassen vereint. Verteidigt ihr euch anfangs mit Nahkämpfen gegen aufkommende Feinde, erlernt ihr mit euren Levelaufstiegen weitere Fähigkeiten, welche von Heilzaubern bis hin zu Angriffszaubern reichen. Euer Repertoire an Fähigkeiten nimmt so beachtliche Züge an, wenn man bedenkt, dass wir nicht von einer ganzen Gruppe reden, sondern von einem einzelnen Charakter. Das Kämpfen und Stärken eures Helden ist auch wichtig, da die Feinde im Verlauf der Geschichte ebenfalls stärker werden, sodass Grinden ein Spielelement ist, welches zu Dragon Quest nicht nur dazugehört, sondern notwendig ist. Dies mag euch vielleicht störend erscheinen und das ist es stellenweise auch. Mehr denn je gehörte es beim ersten Teil der Reihe aber als gewünschtes Spielelement dazu.


Deckt euch in den Städten gut ein, um euch gegen die Monsterhorden zu behaupten. © Square Enix

So spannend die Geschichte und das Gameplay vielleicht sind, so schwierig findet man jedoch in diese hinein. Dragon Quest lebt nämlich von drei fundamentalen Problemen, welche Spieler von heute so nicht mehr gewohnt sind. Problem Nummer 1 ist die Sprache. Das Spiel ist rein in Englisch spielbar, was grundsätzlich nicht schlimm ist, da ich meine Kenntnisse als gut bezeichnen würde. Jedoch sind die Dialoge nicht in einfachem Englisch verfasst, sondern in einem „vornehmeren“ Ton, sodass man sich sehr beim Lesen konzentrieren muss, wirklich alle Informationen richtig zu verstehen. Das allein kann euch schon überfordern. Die wirklich wichtigen Informationen über das weitere Voranschreiten in der Geschichte sind jedoch so zerstückelt, dass man schnell das Ziel aus den Augen verliert oder erst gar nicht mitbekommt, wo wir bei Problem Nummer 2 sind. Hinzu kommt noch Problem Nummer 3: Die Spielwelt ist riesig und weist leider nur wenige Orte auf. Dies hat zur Folge, dass ein einfaches Suchen nach dem richtigen Ort zu einer Tortur werden kann, da an allen Ecken Monster auf euch lauern. Schafft ihr es jedoch, euch den Problemen zu stellen, erwartet euch ein tolles Spiel, was über einige Stunden fesseln kann und der Grundstein für viele weitere tolle Titel war.

Unser Fazit

5

Für Genre-Fans

Meinung von Maik Styppa-Braun

Dragon Quest hat es im Großen und Ganzen noch geschafft, mich in seinen Bann zu ziehen. Anfänglich stolperte ich über die sprachlichen Hindernisse und auch meine Orientierung in der großen, offenen Spielwelt wurde auf eine harte Probe gestellt. Nachdem ich mich jedoch mit diesen Makeln abgefunden hatte, erlebte ich eine nette Geschichte im Dragon-Quest-Universum, traf viele bekannte Gesichter in Form von Gegnern wieder und konnte mich zum Schluss sogar mit meinem namenlosen Helden identifizieren. Dass das Spiel aus heutiger Sicht Schwächen aufweist, die abschrecken können, ist nicht von der Hand zu weisen. Jedoch sollten Fans der Reihe dem Ganzen eine Chance geben, um den Ursprüngen einmal auf den Grund gegangen zu sein.
Mein persönliches Highlight: Am Ende des Spiels von allen als Held gefeiert zu werden

Die durchschnittliche Leserwertung

5 User haben bereits bewertet

Kommentare 3

  • kidikarus

    eggplant Wizard

    also ich fands super, hat auch mal was wieder die guten alten Spiele zu spielen die nicht so kompliziert sind und so vielschichtig.

  • Muki

    Turmbaron

    wann kommt die deutsche Übersetzung?

  • Oblomov

    Error

    Trotz des Alters hatte ich mit der GameBoy Color-Version dieses Jahr ebenfalls viel Spaß. Die Character-Sprites sind in diesem Smartphone-Port allerdings echt grausig und passen überhaupt nicht zur sonstigen Optik des Spiels. Wenn man darüber hinwegsehen kann, hat man hier ein grundsolides Rollenspiel japanischer Schule vor sich :)