Nicht die Strahlen kreuzen!

Who you gonna call? Nachdem ihr nun alle einen Ohrwurm habt und euer Kopf im Hintergrund die bekannte Titelmelodie abspielt, widmen wir uns einer weiteren Neuauflage, die nun für die Nintendo Switch erscheint. Vor ziemlich genau zehn Jahren erschien mit Ghostbusters: The Video Game eine Adaption auf Basis der Filmklassiker. Anders als viele andere Spiele zu Filmen haben die Geisterjäger dabei auch ziemlich gute Wertungen eingefahren, was sicherlich auch einer der Gründe für die Portierung auf die aktuelle Konsolengeneration ist. Ob das Ganze begeistern kann, zeigen wir euch in unserem Test.


Ab mit dir in die Falle! © Mad Dog Games

Peter Venkman, Ray Stantz, Egon Spengler und Winston Zeddemore sind wieder da, doch die Geisterjäger sind nicht alleine. Mit Hoss haben sie sich einen vielversprechenden Neuling ins Boot geholt, der sehr viel von diesem Handwerk versteht. Mit den technischen Gerätschaften, wie dem PKE-Meter, kennt er sich bestens aus und bedient sie, als hätte er nie etwas anderes getan. Und genau in die Haut des pfiffigen, neuen Kollegen mit dem Irokesen-Haarschnitt schlüpft ihr, um den Geistern in New York abermals die Ektoplasma-Suppe zu versalzen. Die Story des Spiels stammt von den Autoren der beiden Originalteile aus den Achtzigern, was auch der Grund ist, warum das Spiel inoffiziell als dritter Teil betitelt wird. Wirklich viel Neues gibt es dabei allerdings nicht zu erzählen, denn wie immer wird Big Apple von toten Seelen geplagt, die es einzufangen gilt. Dabei trefft ihr viele bekannte Geister und Gesichter wieder. Darunter sind natürlich auch der Marshmallow Man, die graue Lady oder Slimer, der als Tutorial-Geist herhalten muss.


Zuerst schnallt ihr euch eure Protonenkanone auf den Rücken und dann kann es auch schon losgehen. Der Ablauf zum Fangen eines Geistes ist dabei immer sehr ähnlich und lässt sich in vier Schritte einteilen. Im ersten Schritt geht es darum, den Geist überhaupt aufzuspüren. Das gelingt am besten durch eure Geisterwünschelrute mit der psychokinetische Energien lokalisiert werden können. Ist der durchsichtige Widersacher gefunden, zeigt euch das PKE auch direkt noch weitere Informationen wie die Klasse oder Anfälligkeiten an. Im zweiten Schritt geht es auch schon zur Sache und ihr schleudert dem Geist eine gehörige Portion Protonen entgegen. Aber Vorsicht, das Protonenpack auf eurem Rücken sollte sich nicht überhitzen, was euch durch Piepen und Zischen signalisiert wird. Eine kleine Anzeige auf dem Geist zeigt dessen Kraft an, die es zu minimieren gilt. Ist der Geist am Ende, müsst ihr nun im dritten Schritt die Falle aufstellen, in der der Geist sein neues Zuhause finden soll. Euer Protonenstrahl wandelt sich nun im letzten Schritt automatisch in eine Art Lasso um, das den Geist gefangen hält. Damit er sich nicht mehr wehren kann, muss der Geist umhergeschleudert werden, um ihn zu betäuben. Sobald er regungslos ist, kann er über die Falle befördert und eingefangen werden. Glückwunsch, der erste Geist ist nun wieder unschädlich gemacht, doch draußen lauern noch viel mehr.


I ain't afraid of no ghost!


Das Protonenpack, das für Slimer den Weg in die Falle bedeutete, ist für größere Manifestationen, wie den Marshmallow Man nicht mehr als ein Scheinwerfer. Doch glücklicherweise habt ihr ja den Bastler Spengler, der euch immer wieder mit technischen Neuheiten versorgt. So könnt ihr euer hart verdientes Geld in durchaus nützliche Upgrades, wie eine Falle, die sofort zuschnappt, investieren. Dazu kommen noch größere Kaliber, wie der Plasmakugelwerfer, der stark an einen Raketenwerfer erinnert und auch den großen Geistern oder den Golems ordentlich auf die Mütze haut. Letztere sind ziemlich üble Gesellen, die sich aus herumliegenden Utensilien, wie der Kücheneinrichtung im Hotel oder den Büchern in der Stadtbibliothek, manifestieren.


Auf euren Missionen seid ihr meist nicht allein unterwegs sondern mit den anderen Mitstreitern des Teams. Das macht das Spiel gleichermaßen anstrengender aber auch einfacher, denn die Geisterjäger sind Wissenschaftler und keine Superhelden. Deswegen schickt euch so mancher Geist auch mal auf die Bretter. Das bedeutet allerdings noch nicht, dass ihr gleich den Game-Over-Bildschirm seht. Denn eure Begleiter haben im Anschluss die Möglichkeit euch wieder auf die Beine zu helfen. Das funktioniert in den meisten Fällen auch sehr gut. Das heißt aber auch, dass ihr ebenfalls eure Kollegen wieder zusammenflicken müsst, wenn sie auf dem Boden liegen und das kann mitunter ganz schön nervig sein. Erst wenn das ganze Team gefallen ist, findet ihr euch nach einer ziemlich langen Ladezeit beim letzten Checkpoint wieder.


Der Michell... ähh... Marshmallow Man ist natürlich auch mit dabei. © Mad Dog Games

Das Spiel macht einen sehr guten optischen Eindruck. Die Schauplätze sind größtenteils den Filmen entnommen und sehr detailliert dargestellt. Vor allem die bekannte Feuerwache, die als Hauptquartier dient, wurde sehr gut nachempfunden. Die Bildwiederholrate bleibt selbst in den hitzigen Gefechten konstant und das, obwohl wirklich sehr viel zu Bruch geht, wenn sich die Protonenstrahlen ihren Weg durch die Gegend suchen. Denn so gut wie alle Einrichtungsgegenstände lassen sich in ihre Einzelteile zerlegen und der Protonenstrahl hinterlässt eine unschöne Spur der Verwüstung auf jeder Oberfläche, die von ihm gestreift wird. Jedoch muss man auch dazu sagen, dass diese Details alle schon im Original vorhanden waren und die einzig sichtbare Änderung im „Remaster“ eine angepasste Auflösung ist. Auch die Figuren sind in Mimik und Gestik sehr nah an ihren realen Vorbildern und die originalen Sprecher verstärken dieses Bild noch. Leider hat die Neuauflage nur eine englische Synchronisation, was man als Rückschritt im Vergleich zum Original ansehen muss.


Und da wir gerade beim Thema Rückschritt sind, wurden auch sämtliche Mehrspieler-Funktionen aus dem Spiel genommen, sodass es jetzt ein reines Singleplayer-Spiel ist. Ebenfalls wurde auf viele Funktionen der Nintendo Switch verzichtet, die durchaus berechtigt gewesen wären. Vor allem die Nutzung der Bewegungssteuerung hätte den Spielspaß stark erhöht.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Thomas Kurth

Ob eine angepasste Auflösung nun den Zusatz "Remaster" rechtfertigt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Lässt man diesen Aspekt außer Acht, bekommt man hier durchaus ein sehr schönes Spiel für die Nintendo Switch präsentiert, was vor allem Fans der Filme begeistern sollte. Die Charaktere und Schauplätze sind direkt aus den Filmen entsprungen und sehr detailreich. Das Spiel läuft durchweg flüssig und Nostalgiker werden ihren Spaß mit den alten Bekannten haben. Leider muss man viele Abstriche im Vergleich zum Original in Kauf nehmen. So hat das Spiel keinen Multiplayer-Modus mehr und auch die deutsche Synchronisation ist wie ein Geist in der Wand verschwunden. Dazu kommen noch ein paar verpasste Chancen, was die Funktionen der Nintendo Switch betrifft. Auch wurde auf eine Bewegungssteuerung verzichtet, was dem Kampf gegen die Geister oder der Suche nach ihnen sicherlich noch ein wenig mehr Spielspaß verliehen hätte.
Mein persönliches Highlight: Die Nostalgie während des Spiels

Die durchschnittliche Leserwertung

6 User haben bereits bewertet

Kommentare 5

  • Skulltula

    Mitglied der Retail-Sekt

    Es ist für mich in Ordnung das der Tester eine 7 vergeben hat, aber für mich persönlich hat so ein Abzock-Remaster nicht mehr als 5 Punkte verdient.


    Schade das es sich inzwischen immer mehr Publisher immer einfacher machen. Da aber alles immer noch genug Käufer findet, werden sie das auch in Zukunft so machen.

  • billy_blob

    aka DelPadio

    Schade dass die deutsche Synchro nicht mit an Bord ist.
    Werde es mir denke ich aber irgendwann im Angebot kaufen. :)

  • Kemen

    Turmheld

    Ach ich weiß nich, ich glaub ich schrob schonma dass das Spiel eigentlich gar nicht so toll ist, Nostalgiebereinigt, aber iwie reizt's mich doch noch ma...nostalgiemäßig halt :D

  • SvenIsHere

    Lord des Donners

    Das Spiel ist jetzt keine Granate, aber es macht in jeden Fall Spaß. Mich stört es auch nicht das es keine deutsche Synchro hat da ich meist eh auf Englisch spiele. Leider finde ich die Steuerung mit den JoyCons im Mobile-Mode nicht so gut. Mit dem Pro-Controller ist sie viel besser. Gerade als Fan der Ghostbusters (wie ich) macht man mit ca. 30 € nicht viel falsch. Wenn man das Spiel schon für die PS3 Oder der X360 hat, braucht man das „Remaster“ nicht.

  • Marz

    Turmheld

    Wenn man sieht wie viel Liebe so mancher PS360 Port für die Switch abbekommt, dann fallen schlechte Gegenbeispiele wie dieser negativer auf als sonst. Momentan ist das Angebot so vielfältig, dass man echt nicht alles kaufen muss.