Aller guten Kämpfer sind drei

Die in Japan so gefeierte Dragon-Quest-Serie muss man mittlerweile auch im Westen nicht mehr vorstellen. Spätestens mit dem achten Ableger für die PlayStation 2 hat sie den Sprung über die Ozeane geschafft und das Anfang Oktober für die Nintendo Switch erschienene Dragon Quest XI S: Streiter des Schicksals – Definitive Edition findet weltweit großen Anklang. Umso besser, dass die ersten drei Teile nun erstmals in Europa auf einer Konsole spielbar sind. Ob sich der Schritt in die Vergangenheit lohnt, erfahrt ihr hier.


Stets zu Diensten! Euer Vater, der König, schickt euch auf die lange Reise und freut sich sichtlich, wenn ihr zwischendrin mal vorbeischaut. © Square Enix

Dragon Quest II – Luminaries of the Legendary Line spielt 100 Jahre nach dem ersten Ableger der Serie. Hargon, seines Zeichens böser Zauberer, zerstört zu Beginn das Schloss von Moonbrooke und tötet jeden bis auf die Prinzessin, die fliehen konnte. Sie ist die Cousine des Helden, in dessen Rolle ihr schlüpft, und so macht ihr euch auf den Weg, ihren Verbleib zu erkunden und Hargon das Handwerk zu legen. Im Gegensatz zu Dragon Quest I bleibt ihr dabei nicht allein; zusammen mit einem weiteren Cousin (wie der Held ebenfalls Prinz und Nachfahre des berühmten Erdrick) und der Prinzessin bildet ihr eine Party, und dann geht der Spaß erst richtig los.


Jeder, der schon mal ein klassisches JRPG gespielt hat, sollte sich in Dragon Quest II gut zurechtfinden. Ihr bereist eine große Welt zu Wasser und auf dem Land, besucht verschiedene Orte, versucht euch in Dungeons und habt dabei immer ein Ziel vor Augen: den fiesen Endgegner stellen und besiegen. Zumindest in der Theorie, denn praktisch, seien wir mal ehrlich, wollt ihr nur eins: den nächsten Level-up und die besten Waffen und Rüstungen, die ihr für Geld kaufen könnt, damit euch die endlosen Gegnerhorden, auf die ihr zufällig alle paar Schritte trefft, nichts mehr anhaben können. Wie so oft bei Rollenspielen der alten Schule heißt das Zauberwort also auch hier: Grinden! Das geht zum Glück gut von der Hand, denn euer Team hat klare Rollen: Der Held, also ihr, haut ordentlich drauf, könnt dafür aber keine Magie wirken. Besagte Prinzessin heilt und wirkt Flächenzauber, die praktischerweise gleich mehrere Gegner ausschalten können, und der dritte im Bunde ist im Prinzip wie ein Langzeitpraktikant: Kann von allem ein bisschen, aber nichts richtig gut. So weit, so bekannt. Im Vergleich zum ersten Teil gibt es hilfreiche Verbesserungen. So braucht ihr für Dungeons jetzt zum Beispiel keine Fackeln und Beleuchtungszauber mehr, um euch zurechtzufinden, ihr habt neben dem Quick-Save mehr Möglichkeiten, dauerhaft zu speichern, könnt mehr Items mit euch führen und ein Tombola-Minigame sorgt für etwas Abwechslung.


Keine Chance, die NPCs in Dragon Quest wissen, was sie wollen. © Square Enix

Was dagegen auch in diesem Ableger stört, ist die wenig hilfreiche Karte ohne Zoom-Funktion und Beschriftungen und dass das Spiel ausschließlich auf Englisch spielbar ist. Die altertümlichen Ausdrucksweisen erschweren das Verständnis zusätzlich, bringen allerdings auch eine gute Portion Humor ins Spiel.


Die Nintendo Switch-Versionen der ersten drei Dragon-Quest-Spiele sind allesamt Portierungen der Smartphone-Umsetzungen von 2014. Die Grafik ist dadurch wesentlich besser, wer das echte Original spielen wollte, wird jedoch enttäuscht sein, da sich die Neuauflagen optisch doch sehr davon unterscheiden. Abgesehen davon gibt es aber keinen Grund zu Beanstandungen. Die Welt mit ihren Monstern und Städten sprüht nur so vor Pixel-Charme und bringt echtes Retrofeeling. Die bekannte Dragon Quest-Musik tut dazu ihr Übriges. Wer bereits einen anderen Teil der Serie gespielt hat, wird sich wie zuhause fühlen.

Unser Fazit

6

Überzeugend

Meinung von Julia Kischkel-Fietz

Für Fans der Serie und Nostalgiker gilt: zuschlagen! Alle anderen sollten zumindest eine Vorliebe für JRPGs mitbringen, denn man merkt dem Spiel die 32 Jahre, die es nun schon alt ist, auch an. Im Vergleich zum ersten Teil der Serie macht es dennoch einen deutlichen Sprung und bietet eine weitaus größere Welt, mehr Orte zum Erkunden, zusätzliche Party-Mitglieder und eine komplexere Story. Wer ein Stück Videospielgeschichte spielen möchte, macht hier nichts verkehrt.
Mein persönliches Highlight: Das Gebiet aus Dragon Quest I hier noch mal 100 Jahre später erkunden zu können – und noch so viel mehr.

Die durchschnittliche Leserwertung

5 User haben bereits bewertet

Kommentare 3

  • LordBackfisch

    Nervt mit Argumenten

    Cool, werde ich mir wahrscheinlich besorgen. Warte noch auf den test zum dritten Teil!

  • Soran

    Turmbaron

    in meinen Augen der Schwächste der 3 teile, auch wegen dem höheren Schwierigkeitsgrad und weil so viele gegner die nervige angewohnheit haben einen einzuschläfern

  • dr.retro

    Retrogamer aus Leidenschaft

    Gestern die Retail Version bestellt. Freue mich drauf.