Ein guter Jahrgang für Rollenspiele

Dragon Quest III – The Seeds of Salvation macht die Reise in die JRPG-Vergangenheit komplett. Zusammen mit Teil I und II der berühmten japanischen Videospielserie ist es nun für die Nintendo Switch erhältlich – und damit seit der Erstveröffentlichung 1988 zum ersten Mal auf einer Konsole außerhalb Japans. Dass dieser Jahrgang ein guter ist, weiß ich aus eigener Erfahrung, aber hat sich der Spieleklassiker auch so gut gehalten oder zeigen sich erste Alterserscheinungen? Zeit, es herauszufinden.


Ihr seid Sohn oder Tochter (denn ihr könnt erstmals in der Dragon-Quest-Serie ein Geschlecht wählen) vom legendären Krieger Ortega, der beim Versuch, den Erzfeind Baramos zu töten, scheiterte und nie wieder gesehen wurde. An eurem 16. Geburtstag bekommt ihr vom König die Erlaubnis, selbst auszuziehen, um das Werk eures Vaters zu beenden und die Welt vom Bösen zu befreien. Zusammen mit bis zu drei weiteren Party-Mitgliedern, deren Klassen ihr aus sieben Optionen wählen könnt, macht ihr euch auf den Weg.


Der Tag-Nacht-Rhythmus bringt Abwechslung. Nachts haben die Shops geschlossen und die Händler halten ihre wohlverdiente Nachtruhe. © Square Enix

Das Gameplay ist typisch für ein klassisches JRPG: Man reist von einer Stadt zur nächsten, trifft unterwegs in Zufallskämpfen Scharen von Monstern und levelt dabei die Partymitglieder, bis sie stark genug sind, es mit dem Endboss aufzunehmen. Das in den vielen Kämpfen hart verdiente Gold gebt ihr für die besten Waffen und Rüstungen aus, ohne die es schwer werden wird. Wer Spaß am Grinden hat, wird hierbei voll auf seine Kosten kommen, denn ohne werden sich die Priester, die euch gegen Geld wiederbeleben können, eine goldene Nase verdienen.


Was das Ganze wesentlich erleichtert, sind die nun erstmals bei Dragon Quest verfügbaren Taktiken, die ihr den einzelnen Partymitgliedern zuweisen könnt. Mit ihnen heilen sie euch zum Beispiel regelmäßig oder konzentrieren sich ganz darauf, dem Gegner möglichst viel Schaden zuzufügen. Ihr müsst nur noch den Held oder die Heldin selbst steuern und könnt euch ansonsten zurücklehnen, was sich auch sehr positiv auf die Länge der Kämpfe auswirkt. Die Karte und damit das zu bereisende Gebiet sind im Vergleich zu den Vorgängern nochmals größer und man kann nun auch hineinzoomen. Beschriftungen der Städte sucht man aber weiterhin vergebens. Leider gibt es auch keine deutschen Bildschirmtexte, das Englisch ist jedoch weniger altertümlich und somit leichter zu verstehen, als es bei den ersten beiden Spielen noch der Fall war. Die meisten sollten damit keine Probleme haben. Eine interessante Neuerung ist der Tag-Nacht-Rhythmus. Je nach Tageszeit trefft ihr dadurch in den Städten andere NPCs und außerhalb davon verschieden starke Monster an.


Wie auch bei Teil I und II handelt es sich bei diesem Ableger für die Nintendo Switch um eine Portierung der Smartphone-Version von 2014, was der Grafik zugutekommt, aber nicht dem Original vom Nintendo Entertainment System (NES) entspricht, was Nostalgiker eventuell bedauern könnten. Wer die Pixeloptik alter Spiele mag, wird an diesem Rollenspiel dennoch seine Freude haben. Die von Akira Toriyama (neben Dragon Quest vor allem bekannt durch die Dragonball-Mangas) designte Welt ist auch in dieser Hinsicht eine Reise wert. Die Musik, komponiert von Koichi Sugiyama, ist gewohnt gut und hat wie immer Ohrwurmcharakter.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Julia Kischkel-Fietz

Dragon Quest III – The Seeds of Salvation ist für mich der zugänglichste der drei nun für die Nintendo Switch erhältlichen Rollenspielklassiker aus dem Dragon Quest-Universum und damit auch für Spieler interessant, die nicht unbedingt tief in diesem Genre verwurzelt sind. Wenn ihr Lust auf ein Oldschool-JRPG habt, nehmt dieses und erfreut euch an dem Experimentieren mit den sieben verschiedenen Klassen, der Suche nach den begehrten Minimedaillen, die ihr gegen wertvolle Waffen und Rüstungsteile eintauschen könnt, dem Glücksspiel in der Monster-Arena, den lustigen Dialogen, den abwechslungsreichen Orten mit eigenem Charakter und Dialekt und, und, und. Wer allerdings kein Fan davon ist, auch mal stundenlang zu grinden, um im Spiel voranzukommen, sollte sich den Kauf lieber zweimal überlegen.
Mein persönliches Highlight: Die erste Minimedaille in einem Dragon Quest-Spiel überhaupt zu finden!

Die durchschnittliche Leserwertung

5 User haben bereits bewertet

Kommentare 3

  • dr.retro

    Retrogamer aus Leidenschaft

    Also ich habe ja die Hoffnung, wenn nun diese SP-Ports erschienen sind, das vielleicht auch Final Fantasy 1 bis 6 folgen oder aber Chrono Trigger. :moneylink:

  • Soran

    Turmbaron

    Eigentlich für mich eine 10, wenn man nicht die Handyvorlage benutzt hätte... so fehlt ein Minispiel und zu der (älteren) Gameboyfassung ein neues Dungeon und die Monstermedalien

  • LordBackfisch

    Nervt mit Argumenten

    Super Test, werde mir diesen Teil dann wohl auf jeden Fall gönnen!