Begebt euch auf die Reise mit einem der tollpatschigsten Helden der Videospielgeschichte!

Als ich das erste Mal von A Knight's Quest gehört habe, war mein Interesse sehr groß. Vergleiche mit The Legend of Zelda und der Metroid-Reihe wurden gemacht, was bei mir jedoch große Skepsis hervorrief, da man bei diesen ja bekanntlich in große Fußstapfen tritt. Dementsprechend begann auch mein Abenteuer im Königreich Regalia mit einem skeptischen Blick. Dieser wandelte sich jedoch bereits nach den ersten Spielstunden in ein breites Grinsen, da ich immer wieder positiv überrascht wurde. Wieso mir der Titel letztlich so gut gefällt und warum auch ich im Nachgang Vergleiche mit den großen Titeln ziehe, erfahrt ihr in unserem Test.


Wilkommen in Regalia!


Die Geschichte von A Knight’s Quest beginnt damit, dass ihr sehr schnell ins Spielgeschehen geworfen werdet. Ihr übernehmt die Kontrolle von Rusty, einen auf den ersten Blick heldenhaften Abenteurer, welcher die nächste Herausforderung in seinem Leben sucht. Zusammen mit ihm stürzt ihr euch in eine Höhle, erlernt hier die Grundlagen des Abenteuers und seid auf der Suche nach Schätzen und Geheimnissen. So kämpft ihr euch mit Schwert und Schild bewaffnet durch die ersten Gegner, hüpft in Mario-Manier von Plattform zu Plattform und erlernt sogar das Laufen an bestimmten Wänden. Euer Repertoire an Fähigkeiten ist somit zum Beginn des Abenteuers schon beachtlich. Leider kommt es jedoch dazu, dass ihr aus Versehen einen Geist befreit und eure Heimat ins Chaos stürzt. Glücklicherweise bekommt im Königreich kaum einer mit, dass ihr für den Schlamassel verantwortlich seid, sodass ihr die Rolle des Helden einnehmen könnt, um eure Freunde und Familie vor dem drohenden Unheil zu bewahren. Das Setting präsentiert sich in den ersten Minuten sehr gut und macht Lust auf mehr, überzeugt jedoch nicht auf ganzer Linie, wie ihr im Verlauf des Tests sehen werdet.


Auch geheimnisvolle Höhlen wollen von euch erkundet werden. © Curve Digital

Spielerisch weiß A Knight’s Quest aufgrund mehrerer Aspekte zu überzeugen. Es handelt sich dabei um eine Mischung aus Openworld-Abenteuer und Metroidvania. Wie bereits beschrieben, sind die Fähigkeiten von Rusty anfangs schon gut ausgebaut. Im Verlauf seines Abenteuers erlernt er immer wieder neue Fähigkeiten, sodass ihr nach und nach auch Herr über die Elemente Wind, Feuer und Eis werdet. Dies ermöglicht euch ganz neue Spielweisen und die offene Spielwelt kann mehr und mehr bereist werden, da zuvor unpassierbare Gebiete dank der neuen Fähigkeiten kein Hindernis mehr darstellen. So lernt ihr beispielsweise einen Windhauch, welcher Windräder zum Laufen bringen kann, und ihr seid im späteren Verlauf des Titels auch in der Lage, transparente Plattformen zu betreten, was euch ein Erreichen neuer Gebiete ermöglicht.


Neben der Hauptgeschichte stehen euch weitere Missionen im Spielverlauf zur Verfügung. Diese Nebenmissionen sind mal mehr, mal weniger interessant. In den meisten Fällen lohnt es sich jedoch, ihnen zu folgen, da man teils sehr einfach an seltene Materialien kommt, welche euer Alter Ego stärken. So musste ich an einer Stelle im Spiel einem NPC meinen Mut beweisen, indem ich von einer hohen Plattform sprang. Dies fordert zwar den Gesundheitsbalken heraus, wird aber auch entsprechend belohnt. Diese netten kleinen Nebenaufgaben fügen sich gut ins Spiel ein, da sie immer wieder auf eurem Weg auftauchen und ihr so manchmal sogar an die fehlende Zutat kommt, welche der Schmied zur Verbesserung eurer Ausrüstung benötigt.


Auch das Kampfsystem macht unheimlich viel Spaß, wenngleich es nicht wirklich viel Tiefe zu bieten hat. Euren Feinden tretet ihr mit einfachen oder aufgeladenen Schwertangriffen gegenüber, wie man sie bereits aus The Legend of Zelda kennt. Ihr könnt Angriffe per Tastendruck parieren wie Geralt in The Witcher 3 und rollt euch ausweichend zur Seite wie im Titel Oceanhorn. Wie ihr seht, hat man sich an vielen tollen Titeln orientiert und bedient, jedoch auf eine sehr gute Weise, da es sich nicht aufgesetzt anfühlt, sondern sehr gut zu Rusty und der Spielwelt Regalia passt. Durch die unterschiedlichen Feinde müssen die Fähigkeiten Rustys auch immer wieder in Kombination verwendet werden, was für zusätzliche Spannung sorgt. Kann man einfachen Skelettkriegern noch mit wildem Hämmern auf die Tasten Herr werden, sorgen bereits die Bogenschützen für mehr Spieltiefe, da diese meist aus der Entfernung angreifen und mit dem Parieren mithilfe eures Schildes ausgeschaltet werden können. Auch die Elemente bekommen nach und nach mehr Bedeutung, da eure Feinde sich unter anderem mit magischen Schildern schützen, welche mit dem richtigen Elementarangriff attackiert werden müssen, bevor ihr weiteren Schaden anrichten könnt. Ähnlich verhält es sich auch bei den Bossen im Spiel, welche eine besondere Taktik von euch erfordern. Meist ist diese nicht sonderlich kompliziert, sondern beruht auf euren neu erworbenen Fähigkeiten. Spaß machen sie trotzdem!


Mit seiner Mimik kann Rusty leider nur selten überzeugen. © Curve Digital

Etwas auf der Strecke geblieben ist die gesamte Geschichte hinter A Knight’s Quest. Es gibt unzählige tolle Charaktere, die sich durch ihr Äußeres wie auch durch ihr Verhalten klar voneinander unterscheiden. So konnte mich persönlich ein beleidigtes Steinwesen sehr überzeugen, was sich schmollend auf den Weg zum Strand machte und alles auf seinem Weg zerstörte. Hierdurch öffneten sich unserem Helden gleich mehrere neue Wege, was durchaus ein Lachen beim Spieler hervorrufen kann. Insgesamt wirken die Charaktere jedoch sehr überspitzt und fast schon klamaukig, wodurch man ihr Handeln und die gesamte Geschichte nicht wirklich ernst nehmen kann. Dies ist sehr schade, da mich die Spielwelt in Kombination mit Rustys Fähigkeiten sehr überzeugen konnte. Vor allem unser Held selbst setzt dem Ganzen jedoch die Krone auf, da er mit seiner Mimik und seinen Gesprächsanteilen einfach nicht überzeugen kann, sodass man gewillt ist, Gespräche komplett zu überspringen. Schuld daran sind, denke ich, die Ressourcen des Entwicklerstudios, da das Spiel nur von zwei Personen entworfen wurde. Hier hätte ich mir einfach etwas mehr Ernsthaftigkeit für das Spiel gewünscht, da es sehr viel richtig macht.


Technisch kann A Knight's Quest ebenfalls überzeugen. Der Grafikstil ist sehr schön und passt wie die Faust aufs Auge. Gleichzeitig trägt er jedoch auch zu den überspitzten Darstellungen bei. Nichtsdestotrotz macht es Spaß, durch die unterschiedlichen Bereiche des Spiels zu wandern, da sie allesamt einzigartig sind und ihren eigenen Charme versprühen. Besonders gut haben mir hier die verschneiten und vereisten Gebiete gefallen. Spielerisch kann man sich sowohl im Handheld- als auch im TV-Modus nicht beschweren, da der Titel im Gesamten eine gute Figur abliefert. So verhält es sich auch mit der musikalischen Untermalung. Die Musikstücke gehen ins Ohr und passen sehr gut zu den unterschiedlichen Welten in Regalia. Hier steckt viel Mühe drin, die man mit Blick auf das kleine Team wertschätzen muss. Nichtsdestotrotz kommt es immer wieder zu kleineren Spielfehlern oder Bugs in der gesamten Spielwelt. So war es mir zum Beispiel mehrfach möglich, mich durch Steine und Wände hindurchzubewegen. Dies hatte letztlich keinen negativen Einfluss auf das Spielgeschehen, sondern sorgte eher für so manche Lacher, da man sich problemlos wieder aus den Wänden befreien konnte. Auf die Dauer sind solche Bugs jedoch nervig, da sie den Spielfluss durchaus stören können. Positiv aufgefallen sind mir die Ladezeiten des Titels. Zwar gibt es immer wieder durch die vielen verschiedenen Gebiete Ladepausen, diese sind im Normalfall aber so kurz, dass man nur selten wartend vor der Konsole sitzt.


Ein Muss für jeden Zelda- und Metroid-Fan!


Für diejenigen, die eine besondere Herausforderung suchen, kann A Knight's Quest ebenfalls interessant sein. In fast allen Gebieten des Titels befinden sich unzählige sammelbare Gegenstände, die dem Titel einen weiteren Reiz verleihen. Hierzu zählen einfache Dinge wie Pilze oder weitere Nahrungsmittel, die eurer Gesundheit zugutekommen. Weiterhin gibt es auch seltenere Dinge wie goldene Schlüssel und Schleimwesen zu finden, welche euch, sofern ihr genug von ihnen gesammelt habt, mit positiven Effekten wie zum Beispiel einer größeren Energieleiste oder weiteren Plätzen in eurem Inventar ausstatten. Das Suchen und Sammeln hat für mich persönlich einen großen Reiz ausgemacht, da man anhand einer Übersichtskarte jederzeit sehen kann, wie viele Gegenstände in den einzelnen Gebieten noch fehlen. Weiter ist es toll gelöst, dass ihr nicht von Beginn an alle Schlüssel eines Gebietes sammeln könnt, sondern diese zu einem späteren Zeitpunkt mit neuen Fähigkeiten erneut suchen und finden müsst. Dieser Aspekt des Spiels macht in Kombination mit der sich langsam öffnenden großen Spielwelt sehr viel Spaß und fesselt auch neben den einzelnen Quests lange an den Bildschirm.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Maik Styppa-Braun

A Knight's Quest ist für mich einer dieser Überraschungstitel. War ich anfangs aufgrund der Vergleiche mit The Legend of Zelda und Metroid sehr skeptisch, legte sich dieses Gefühl von Stunde zu Stunde. Die Zeit in Regalia verging wirklich wie im Fluge und ich wünsche mir weitere Abenteuer mit unserem heldenhaften Rotschopf. Wünschenswert wäre, dass der Titel etwas ernster wird. Hiermit meine ich nicht erwachsener oder gar unheimlich, sondern man sollte versuchen, die eigene Arbeit auch mit der Erzählweise der Geschichte zu würdigen. Selten habe ich erlebt, dass man sich an bekannten Ideen bedient und diese gut umsetzt. Warum also diese teils lächerlichen Dialoge im Spiel auftauchen, ist für mich nicht nachvollziehbar. Solltet ihr hierüber und über die kleineren Bugs hinwegsehen können und ein tolles Abenteuerspiel erleben wollen, könnt ihr bedenkenlos zugreifen.
Mein persönliches Highlight: Die Wasserfälle im Spiel, die für eine tolle Atmosphäre sorgen

Die durchschnittliche Leserwertung

4 User haben bereits bewertet

Kommentare 4

  • Maluigi | Leon

    16 Jahre alt

    Hört sich nicht nur interessant an, es hört sich auch spielenswert an.

  • Crimsmaster_3000

    Bastardo de Crimson

    Wird sicher mal im Sale geholt :nsaf:

  • MrTheBino

    Turmknappe

    Hab mir das Spiel gekauft und auch schon ein paar Stunden gespielt. Mein größter Kritikpunkt ist das Trefferfeedback beim kämpfen. Das geht gar nicht! Als wenn man mit einer Feder durch die Luft schlägt. Das sollte sie noch unbedingt bereinigen, dann wäre es wesentlich besser in meinen Augen.

  • Mr_Ananas

    Turmbaron

    Habe das Spiel eben nach über 25 Stunden beendet. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich ein anderes Spiel als der Tester gespielt habe.


    Das Game ist ein Bug- und Glitchfestival. Während des Durchspielens ist das Spiel bestimmt zehnmal einfach abgestürzt, noch öfter müsste ich Gebiete neu laden, weil sich die Spielfigur irgendwo festgelaufen hatte oder sich nach einer Glitch-Einlage nicht mehr steuern ließ.


    Besonders die Plattformer-Abschnitte zerren an den den Nerven, weil die Kamera überall steht, nur nicht da, wo man sie benötigt. Die ungenaue Sprungsteuerung tut ihr Übriges. Bei den Kämpfen wiederum hatte ich nie richtig das Gefühl, das Geschehen unter Kontrolle zu haben. So enden Kämpfe irgendwann in wildem Button-Mashing, während aus allen Richtungen Gegner spawnen und man sich null orientieren kann. Nach jedem Kampf ist man froh, wenn er vorbei ist.


    Das alles wäre noch irgendwie zu ertragen, wenn das Spieldesign stringend wäre. Sieben Dungeons klingt nicht schlecht. Leider ist man in diesen mehr am Suchen als am Spielen, weil der vom Programmierer erdachte Weg genauestens eingehalten werden muss. Leider wurde versäumt, Hinweise einzubauen, was jetzt genau gemacht werden muss. Das hemmt den Spielspass ungemein.


    Die über 25 Spielstunden in diesem Machwerk habe ich wohl nur durchgestanden, weil ich mich geärgert habe, hierfür knapp 20 € ausgegeben zu haben. Mit 5 Punkten ist dieser Titel mehr als gut bedient.