„Hier die Hausaufgaben, aber lasse sie so aussehen, als wären sie deine eigenen“

Dass die Nintendo Switch nicht nur der starken Kerngemeinde eine große Spieleauswahl anbietet, hat sich in den letzten Jahren etwas verändert. Nun werden auch Gelegenheitsspieler mit einer wesentlich größeren Welle an Spielen bedient. Darunter fällt auch das Genre der Pferdespiele, welches mittlerweile schon mehr als eine Handvoll Titel aufweist. Bibi & Tina: Das Spiel zum Kinofilm haben wir zuvor bereits durch unser Testlabor gejagt – und das Ergebnis konnte sich eher weniger sehen lassen. Es bot sehr monotone Inhalte bei einer gleichzeitig fehlenden Anlehnung zum Kinofilm.


Die Schilder sollen dem Spieler den Weg zeigen. © Markt + Technik Verlag / KIDDINX

Doch Bibi & Tina auf dem Martinshof, welches vor Kurzem auf der Nintendo Switch erschienen ist, erinnert sehr stark an das ein Jahr zuvor erschienene Spiel zum Film. Nicht nur der Menüaufbau ist nahezu identisch, auch die Spielinhalte ähneln sich sehr stark. So ergibt sich bereits an dieser Stelle der Wunsch nach sichtbareren Neuerungen. Dadurch entstünde auch nicht der Eindruck, dass das Entwicklerteam mit geringen Ambitionen an den neuen Titel herangetreten ist.


Die frei erkundbare Spielwelt wirkt zwar nun im Vergleich zum Vorgänger wesentlich ausgeprägter und abwechslungsreicher, allerdings ist es noch weit der Bezeichnung einer vielfältigen Erfahrung entfernt. Die Bäume sehen alle gleich aus und wurden willkürlich an den Wegesrand gesetzt. Einige Gebäude wurden ebenfalls in die Spielwelt platziert, wirken aber größtenteils wie eine leere Hülle. Und auch die Gewässer können nicht betreten werden, sondern entsprechen einer unbeweglichen Dekoration.


Im Modus „Missionen“ müsst ihr nach und nach Aufgaben auf eurem Pferd erfüllen. Dazu taucht an einem Ort in der Spielwelt stets eine Markierung auf, an welchem die Mission gestartet werden kann. Um diesen Platz zu finden, kann entweder die X-Taste für das Aufrufen der Weltkarte gedrückt oder auch dem eingeblendeten Pfeil, der das Ziel mittels Himmelsrichtung anzeigt, gefolgt werden. Dies ist aber nicht immer ganz praktisch, denn der Zeiger führt einen nicht an Bergen oder Flüssen vorbei. Startet ihr eine Mission, ist sie eigentlich immer ziemlich ähnlich. Erreiche das Ziel in einer bestimmten Zeit, gewinne das Rennen gegen Bibi beziehungsweise Tina, erreiche das Ziel und durchlaufe dabei alle Tormarkierungen auf dem Weg. Abwechslung ist hier nur wenig gegeben und das ist wirklich schade. Nach etwa ein bis zwei Stunden sind übrigens auch bereits alle Reitaufgaben gespielt.


Tina ist auf der Suche nach einigen Geschenken. © Markt + Technik Verlag / KIDDINX

Auf dem Martinshof könnt ihr euch um eure Pferde kümmern. Ob der Gaul nun gewaschen, gefüttert oder auch gebürstet werden soll, all das wird durch kleine und leider ebenfalls kaum abwechslungsreiche Minispiele ermöglicht. Interessanterweise sieht es optisch und spielerisch genauso aus wie im vorherigen Spiel zum Kinofilm.


Falls ihr eine zusätzliche Herausforderung braucht, könnt ihr die bestehenden Reitaufgaben erneut spielen und neue Bestzeiten erreichen. Dies kann im Modus „Bestzeitenjagd“ im Hauptmenü aufgerufen werden. Der Modus „Ausreiten“ ermöglicht es dem Spieler wiederum, die Umgebung frei zu erkunden und versteckte Geschenke aufzuspüren, die in der gesamten Welt verteilt sind. Habt ihr eine bestimmte Anzahl an Geschenken entdeckt, lassen sich neue Pferde freischalten.


Im Vergleich zum Vorgänger läuft dieses Spiel wesentlich weniger flüssig und die Bildrate ist alles andere als konstant. Die Nintendo Switch schafft es dabei nicht einmal, die Spielwelt vernünftig zu generieren. Jeder Baum taucht im Abstand von einer halben Sekunde im Hintergrund aus dem Nichts auf und das trotz einer sehr simplen Textur. Wirklich schön sieht das Spiel so leider nicht aus und ich bin wirklich überrascht, dass der Titel trotz sehr ähnlicher Grafik wesentlich schlechter läuft als das Spiel zum Kinofilm. Immerhin ein positiver Aspekt zum Schluss: Die Steuerung funktioniert einigermaßen präzise und sorgt für wenig Frustration.

Unser Fazit

3

Eher nicht überzeugend

Meinung von Ilja Rodstein

Irgendwie scheint Bibi & Tina auf dem Martinshof nahezu identisch mit Bibi & Tina: Das Spiel zum Kinofilm zu sein, denn nicht nur grafisch wirkt das Spiel ziemlich ähnlich, sondern auch die Inhalte scheinen teilweise kopiert. Besitzer des Vorgängers sollten hier also Vorsicht walten lassen. Solltet ihr oder euer Kind noch nicht mit Bibi & Tina auf der Nintendo Switch in Kontakt gekommen sein, dann überlegt lieber zweimal, ob ihr das wirklich wollt. Das vorliegende Spiel wird der Marke „Bibi & Tina“ nicht gerecht, sondern stellt sich als recht lieblos gestalteter Titel dar. Spiele, wie beispielsweise die Ostwind-Reihe, beinhalten wesentlich mehr Tiefe und auch wenn diese nicht perfekt auf der Nintendo Switch aussehen und laufen, die spielerische Abwechslung ist dort wesentlich stärker gegeben. Bibi & Tina auf dem Martinshof ist zumindest sehr unkompliziert und auch für die ganze jungen Spieler einfach zu erlernen.

Die durchschnittliche Leserwertung

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