Fahren und Kaufen

Solltet ihr regelmäßig Mobile-Spiele spielen, dürfte euch ein Entwickler auf jeden Fall geläufig sein, Gameloft. Dabei handelt es sich um einen der größten Entwickler für den mobilen Spielemarkt, der auch für Spielereihen wie Modern Combat oder auch Asphalt zuständig ist. Um Letzteres soll es heute auch gehen, denn gemeinsam mit dem neunten Teil der Reihe veröffentlichte der Entwickler auch eine Nintendo Switch-Version. Wie sich diese schlägt und ob sie empfehlenswert ist, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.


Bei Asphalt 9: Legends handelt es sich um Rennspiel. Doch obwohl viele echte Automarken und Modelle implementiert sind, ist das Spiel nicht sonderlich auf Realismus ausgelegt. Asphalt 9: Legends ist ein klarer Arcade-Racer, was durch die vielen Mechaniken, die euch der Titel bietet, klar erkennbar ist. Das grundlegende Prinzip ist dabei recht simpel: Ihr fahrt auf Strecken, die realen Ortschaften nachempfunden wurden, ein Wettrennen um den ersten Platz. Doch es bleibt nicht nur beim simplen Bremsen und Beschleunigen, denn in Asphalt sind eure Autos zu viel mehr in der Lage. Zum einen wäre da das Driften, das sich jedoch nicht wirklich wie echtes driften anfühlt. Da es sich hier aber um einen Arcade-Racer handelt, ist das gar kein Problem. Das Drift-Manöver wird euch etwas schwerer als beispielsweise in Mario Kart fallen, doch nach einer Weile findet man schnell in die Mechanik rein. Neben dem Driften gibt es aber auch die 360°-Umdrehung, die dafür sorgt, dass sich euer Auto sich ein Mal um die eigene Achse dreht. Benutzt ihr diese beiden Mechaniken in regelmäßigen Abständen, so füllt sich eure Nitroleiste. Diese könnt ihr jederzeit entladen und dabei verschiedene Nitro-Stärken nutzen. Welche ihr wann benötigt, ist situationsabhängig, da die einzelnen Abstufungen für jeweils etwas mehr Geschwindigkeit sorgen, gleichzeitig aber auch die Nitroleiste schneller leeren - die sogenannte Schockwelle ist allerdings nie eine schlechte Wahl.


Wer eine Ausbildung zum Piloten absolviert hat, dürfte mit Asphalt 9: Legends keine Schwierigkeiten haben. © Gameloft

Durch besagte Schockwelle wird nicht nur das generell exzellente Handling, das letztendlich noch einmal von eurem jeweiligen Wagen abhängt, noch einmal verbessert, sie sorgt auch kurzfristig für einen enormen Geschwindigkeitsschub, der euch sogar so gut wie unzerstörbar macht. Denn ein weiteres Kernelement der Asphalt-Reihe ist das Zerstören eurer Gegner, was zum Beispiel durch das Anfahren der Konkurrenz während der Nutzung von Nitro oder der Schockwelle gelingt, aber auch die 360°-Umdrehung macht das möglich, indem ihr dem Gegner mit dem Schwung der Drehung euer Heck in die Seite haut. Erwischt es euch einmal selbst, spawnt ihr sofort etwas weiter nach hinten versetzt auf der Strecke. Dabei werdet ihr wieder direkt in das Geschehen geworfen und müsst nicht vorher auf Höchstgeschwindigkeit beschleunigen, was äußerst angenehm ist. Neben dem Zerstören der gegnerischen Boliden gibt es aber auch noch das Springen, welches unheimlich Spaß macht. Überall auf der Rennstrecke sind Rampen verteilt, fahrt ihr über diese, werdet ihr kurzzeitig zum Piloten. In solchen Momenten hebt sich euer Auto in die Luft, wo es aber nicht ewig verweilt, denn die Schwerkraft hat natürlich ihre Finger mit im Spiel. Der positive Nebeneffekt ist dabei der, dass solch ein Sprung eure Nitroleiste ebenfalls auffüllen kann.


In Asphalt 9: Legends gibt es mehrere Spielmodi, darunter auch den Karriere-Modus, die jedoch recht simpel aufgebaut ist. Es gibt quasi mehrere Karrieren, wobei jede auf ein Auto ausgelegt ist. Darin müsst ihr mit eurem Wagen Rennen absolvieren und Herausforderungen meistern, die von einem simplen „Komme als Erster durchs Ziel“, bis hin zu anspruchsvolleren Anforderungen wie „Sei fünf Sekunden lang in der Luft“ reichen. Habt ihr diese Herausforderung bestanden, erhaltet ihr zunächst eine Blaupause, auf die ich später noch näher eingehen werde, und zum Schluss Geld. Neben dem Karriere-Modus gibt es aber auch tägliche Events, die euch immer neue Herausforderungen sowie belohnende Blaupausen bieten. Natürlich gibt es auch Mehrspieler-Modi, die allesamt extrem spaßig sind und so wird euch mit einem lokaler und einem Online-Multiplayer die übliche Standardkost geboten. Der lokale Multiplayer ist mit bis zu vier Personen am selben Bildschirm spielbar, wobei die Bildrate zwar mitunter leidet, das Spiel aber nicht unspielbar macht. Es können zwar Ruckler auftreten, diese beeinträchtigen den Spielspaß allerdings nicht massiv, wobei dies auch jeder Spieler anders empfindet. Der Online-Multiplayer hingegen ist lediglich an einem Bildschirm alleine spielbar, dafür könnt ihr euch aber mit sieben weiteren Spielern aus aller Welt messen. Den Online-Modus möchte ich an dieser Stelle wirklich loben, denn dieser macht nicht nur enorm Spaß, besonders da die Rennen sich extrem schnell anfühlen, er läuft auch äußerst stabil. Ich habe zwar hin und wieder die Meldung erhalten, dass meine Verbindung schlecht sein soll, gemerkt habe ich davon aber nichts: Meine Rennen liefen jederzeit flüssig und gut.


Ein kostenloses Spiel mit Gacha-Elementen


Nun habe ich vorhin bereits die Blaupausen erwähnt, auf die ich nun näher eingehen möchte. In Asphalt 9: Legends müsst ihr besagte Blaupausen sammeln, um diverse Autos freizuschalten. Solltet ihr nun 30 Blaupausen für einen Mercedes Benz GT S gesammelt haben, schaltet ihr den Wagen frei. Die Blaupausen selber könnt ihr durch Missionen sammeln, wodurch ihr aber nicht so schnell an seltene Autos kommen werdet, denn um diese Boliden zu erhalten, sollt ihr dazu motiviert werden, euer Echtgeld fließen zu lassen. Mit diesem könnt ihr nämlich eine Ingame-Währung kaufen, die ihr wiederum für Sammelkarten-Packs ausgeben könnt. Diese Pakete enthalten definitiv Blaupausen, meist um die drei Stück, wobei die Auswahl zufällig zusammengestellt wird.


Leuchtet ihr blau auf, habt ihr etwas Nitro gesammelt. Ein optisch netter Effekt. © Gameloft

Es kann also durchaus sein, dass ihr um die 30 Päckchen kaufen müsst, um das Auto eurer Begierde zu erhalten. Das eben beschriebene Szenario ist für Mobile-Spiele sehr typisch, das Folgendes allerdings auch, denn ihr könnt letztendlich nicht beliebig oft mit euren Autos über die Strecken heizen, nach sechs Fahrten ist fürs Erste schluss. Die Autos verfügen nämlich über einen begrenzten Tank, der sich bei häufiger Nutzung leert und sich erst über eine gewisse Zeit wieder auflädt. Das bedeutet letztendlich: Über je mehr Autos ihr verfügt, desto länger könnt ihr spielen. Ewigen Spaß mit eurem Lieblingsauto gibt es hier allerdings nicht.


Im Großen und Ganzen wären alle wichtigen Aspekte von Asphalt 9: Legends besprochen, fehlen also nur noch die technischen Elemente. Zunächst sollte angemerkt werden, dass das Spiel in dieser Hinsicht total überzeugen kann und großartig aussieht. Oft bin ich über nasse Strecken, durch weiße Schneelandschaften oder durch beleuchtete Städte bei Nacht gerast und dachte mir: „Wow!“. Grafisch hat Gameloft hier eine gelungene Arbeit abgeliefert. Die Bildrate ist nicht durchgängig bei 60 FPS, stattdessen schwankt sie im 50er-Bereich. Aufgefallen ist mir das persönlich allerdings nicht. Der Sound und die Musik des Spiels gefallen mir wirklich gut. Nicht nur klingen die Motoren und Aufprall-Geräusche authentisch, die Musik ist auch noch gut gewählt. Während in den Rennen selbst packende Musik gespielt wird, wird außerhalb der ganzen Action Chart-Musik gespielt, wobei die Lieder ganz gezielt auf das Spiel abgestimmt wurden. So könnt ihr zum Beispiel Legendary von Welshly Arms im Spiel hören.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Erwin Sigle

Vor einigen Jahren hatte ich die Asphalt-Reihe auf dem Smartphone gespielt, hielt aber nicht sonderlich viel davon. Dementsprechend niedrig waren meine Erwartungen, doch letztendlich waren meine Bedenken deutlich verringert, als ich das Spiel startete. Es sind viele Automarken und Modelle implementiert, das Spiel fühlt sich schnell an und sieht gut aus. Würde Gameloft hier nicht auf, für viele Mobile-Spiele typische, Gacha-Elemente setzen, sondern von Anfang an ein vollwertiges Spiel zu einem soliden Kaufpreis anbieten, wäre ganz sicher auch eine höhere Wertung drin gewesen.
Mein persönliches Highlight: Die Online-Rennen

Die durchschnittliche Leserwertung

13 User haben bereits bewertet

Kommentare 8

  • Micha-Teddy93

    SEGA & Nintendo = ♡

    Finde nach wie vor die Umsetzung tadellos! Freut mich mega das Gameloft zurück auf Nintendo ist. Hoffentlich sehen wir in Zukunft wieder mehr von dem Studio, auch über Remakes wie TV Show King von dem WiiWare Service würde ich mich sehr freuen :)

  • HonLon1

    Ein Hyundai i30 N würde mich persönlich freuen xD

  • Grimmon

    Turmheld

    Das Spiel ist wirklich eine verschenkte Gelegenheit - es macht wahnsinnig viel Spaß und über mehrere Stunden kommt man auch völlig kostenfrei durch, aber so langsam merkt man, das die Spielmechaniken auf Grind oder Geld ausgeben hinaus laufen werden.


    Alle dämlichen Free-to-Play Microtransaktions-Mechaniken raus - 30-40 Euro Preisstempel drauf und man hätte ein geniales Rennspiel mit toller Grafik und schönem Spielgefühl.


    Leider sträubt sich alles in mir Geld für In-Game Währung auszugeben und so werde ich wohl bald aufhören zu spielen.

  • Harlegrins

    Harlegrins

    Hab mit Kumpels Karriere und Events solange gespielt, bis wir 3-4 Autos hatten,
    dann hat es richtig gut funktioniert.
    Es geht dann auch echt fix.
    Es reichen 6 Rennen pro Tag und man schaltet ne Menge frei.
    Für Free to Play top

  • alfalfa

    Turmfürst

    Da ich es eh nur an 2-3 Tagen in der Woche spiele, komme ich für meinen Geschmack gut genug voran, ohne mich gebremst zu fühlen.


    Grafisch top, coole Musik, guter Sound (leider kein 5.1), coole Autos.
    Also ich finde es ziemlich gut und gebe ihm ne 8.

  • Ziz_

    Champignon der Dunkelheit

    Kann die Bewertung gut nachvollziehen. Ich spiele es im Moment erstaunlich oft und bisher nichts ausgegeben – is auch nicht geplant. ;)

  • Asser82

    Turmheld

    Bin aktuell in der Karriere bei 37%, Multiplayer in der Platinliga, als Topautos habe ich Aston Martin Vulcan und den Leferarri. Beide Klasse A. Ein Auto aus Klasse S ist bei 50%.


    Habe bisher 27€ ausgegeben, noch OK, da ich das Spiel viel spiele. Aktuell Platz 2 in der Spieldauer nach BotW.


    Das nervigste ist die Begrenzung der täglichen Events auf paar Rennen pro Stunde. Das ist unabhängig von der Anzahl Autos, die man hat. Wenn man in der Karriere also leistungstechnisch am Limit ist und im Multiplayer seine Zielposition für die Saison erreicht hat, bleibt an vielen Spielabenden kaum was zu tun, obwohl viele Autos noch nicht entsperrt sind.

  • Asser82

    Turmheld

    Hat wer Platz in einem Club über, der immer mindestens 25k Ruf schafft? Habe Ruf Level 24, Werkstatt Level 7, komme immer in die Platinliga beim Multiplayer, Karriere bei 55%. Könnte ca 6k Durchschnittsruf pro Saison beisteuern.