Gestrandet auf ruhigen Inseln

Stranded Sails: Explorers of the Cursed Islands ist ein Einzelspieler-Action-Adventure vom deutschen Entwickler Lemonbomb Entertainment und erzählt die Geschichte einer Schiffsbesatzung, welche aus ihrer Heimat aufbricht und Schiffbruch erleidet. Ihr spielt wahlweise die Tochter oder den Sohn vom Kapitän der Mannschaft. Er möchte mit weiteren Männern und Frauen die trostlose Stadt verlassen und in den hohen, kalten Norden segeln. Doch ein Sturm bricht los und euer Vater wird schwer verletzt sowie die Mannschaft auf den Inseln verteilt.


Ein Rezept muss erforscht werden. Ein Lebensmittel wurde richtig gesetzt, eines ist am falschen Platz und eines gehört nicht ins Rezept. Was was ist, müsst ihr selbst herausfinden. © rokaplay / Merge Games

Nachdem ihr wieder an einem Strand aufwacht, trefft ihr auf Sven, den Schiffsbauer, welcher mit euch zusammen auf eine kleine Sandbank gespült wurde. Nachdem euch die Flucht mit einem provisorischen Floß geglückt ist, landet ihr auf einer größeren Insel, wo ihr euren Vater findet. Im Verlauf der Geschichte sammelt ihr in der Vogelperspektive so auf insgesamt sechs Inseln alle acht Besatzungsmitglieder auf der mittleren Insel. Auf dieser werdet ihr euer Lager aufschlagen, für die Mannschaft Häuser bauen und Essen kochen, bis euch die Flucht von dieser Inselgruppe gelingt. Die Zutaten für das Essen beziehungsweise die Materialien müsst ihr zunächst sammeln. Bei den Lebensmitteln findet ihr auch recht schnell entsprechende Samen, die ihr selber einpflanzen könnt. Diese müssen aber auch bewässert und die Früchte eurer Arbeit nach einiger Zeit auch geerntet werden. Rezepte müssen von euch selbst entdeckt werden. Dies bedeutet, dass ihr bei den notwendigen Zutaten ein Fragezeichen in der Rezepte-Liste erhaltet. Die Felder werden dann vorgeblendet und ihr müsst durch Positionierung des entsprechenden Lebensmittels schauen, ob es zum Rezept gehört, richtig platziert ist oder nichts mit dem Rezept zu tun hat. Das Gleiche ist bei Baumaterialien der Fall, allerdings gibt es dort nicht so viel Variation wie bei der Zubereitung von Essen. Einen Eintopf für eure Mannschaft könnt ihr ebenfalls täglich kochen und auch davon naschen. Bei der Auswahl der Lieblingszutaten der Besatzung erhaltet ihr pro Stufe Geschenke, wie eine bessere Angel oder eine Abkürzung auf der Insel, um schneller durch das Lager zu können.


Doch warum ist Essen von Nöten? Euer Charakter ist leider kein Superman und alle Aktionen sowie das einfache Rennen oder Gehen verbrauchen Energie. Wenn ihr keine Energie habt, fallt ihr todmüde um und wacht in eurer Kabine am Strand auf. Deswegen solltet ihr eure Taschen stets mit hochwertigem Proviant gefüllt haben, denn das Finden von weiteren Rohstoffen oder Besatzungsmitgliedern ist nicht so leicht. Euer Ruderboot, welches ihr im Laufe der Handlung erhaltet, muss auch mit Manneskraft benutzt werden, bis zur nächsten Insel kann durchaus mehr als die halbe Energie verschwinden. Euer nächstes Ziel wird in der Regel durch die Handlung vorgegeben, ihr besitzt aber dennoch genug Freiheiten, um die Inseln einzeln zu erkunden. Die Erzählung ist zwar kein Blockbuster, weiß aber zu unterhalten und ist recht simpel geschrieben. Dabei offenbart sich die gesamte Vielfalt des Spiels nicht direkt zu Beginn, denn viele Wege oder Aktionen sind am Anfang noch nicht verfügbar. So erhaltet ihr beispielsweise erst spät ein Brückenbauset und das Schwert. Ein kleines Manko an der Handlung ist, dass die Wege von der einen zur anderen benötigten Person manchmal recht lang, aber noch keine Abkürzungen vorhanden sind. Außerdem könnt ihr nicht einfach abkürzen und von einer Klippe auf eine andere Ebene springen, was manchmal schade ist, aber verschmerzbar. Weiterhin verhakt sich mein Hartmut, wie ich ihn genannt habe, gerne einmal an den Klippen und gelegentlich ist ein Rauskommen aus dieser misslichen Lage schwer.


Auch einen Tag-Nacht-Rhythmus gibt es, aber dieser stört euch bis auf die Optik eher weniger, denn auch in der Nacht könnt ihr Ernten oder Gießen. © rokaplay / Merge Games

Ansonsten erhaltet ihr nicht sehr viele Einschränkungen durch die Haupthandlung, denn ihr könnt die Inseln nach Lust und Laune erkunden. Nach und nach öffnen die Inseln sich mehr durch die von der Handlung zur Verfügung gestellten Items. Das Spiel hat das Erkunden, die Neugier und das Forschen gut eingebaut und durch den Erhalt neuer Möglichkeiten wollt ihr die Inseln stets erneut erkunden. Gerade weil es die Elemente wie das Angeln auch recht simpel hält, kann der Spielspaß auch auf der Insel mit dem Lager aufrecht erhalten werden, wodurch ihr manchmal auch nicht von der Insel wegwollt. Auf ein aufgeblasenes System mit sehr viel Tiefe verzichtet der Entwickler, was nicht schlimm ist, da die simple Handlung und die Spielwelt mit einem stark vertieften Spielsystem in Disharmonie verfallen könnten. Auch bei der Gestaltung eurer Siedlung habt ihr keine Freiheiten, da alle Bauten an einem vorgeschriebenen Platz erfolgen müssen. Eine Individualisierung ist somit nicht möglich, aber wenigstens verzichtet das Spiel auf ein zu striktes Mikromanagement der Siedlung.


Gerade die Kombination aus Vorräte sammeln, Materialien suchen und Erkunden sorgt für Spaß im Spiel. Denn es gibt nichts Schöneres, als zu einer Insel aufzubrechen, deren individuellen Stil zu sehen und die Insel zu erkunden. Dabei sind nicht alle Geheimnisse sofort offensichtlich und ihr beginnt mit dem Rätseln. Auch sonst kann dem einfachen Grafikstil des Spiels mit seiner Low-Poly-Optik nichts vorgeworfen werden. Er ist stimmig und setzt die Atmosphäre gut in Szene. Lediglich die manchmal auftauchenden Ruckler beim Übergang zu einer anderen Insel (ohne Ladebildschirm) oder beim Speichern stören etwas. Und auch ein paar kleinere Bugs, wo mein Hartmut sich plötzlich in eine Richtung bewegt, sind mir untergekommen. Ansonsten ist das Spiel technisch gelungen und die Musik ebenfalls gut gewählt, jedoch wirkt der Titel im Handheld-Modus durch eine niedrigere Auflösung leicht unscharf. Selbst deutsche Bildschirmtexte sind vorhanden, was von einem deutschen Entwickler und Publisher auch erwartbar ist. Lediglich die Kämpfe, die erst recht spät im Spiel auftauchen, sind einfach gehalten. Stellenweise ist es recht stumpf und ihr hämmert nur auf eine Taste. Die Gegner sind auch sehr simpel und grob in drei Kategorien unterteilt. Aber der Kampf ist nicht das Hauptmerkmal des Spiels und er harmoniert in der Ausprägung mit den anderen Elementen, auch wenn ich etwas mehr Abwechslung besser gefunden hätte.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Marco Kropp

Stranded Sails: Explorers of the Cursed Islands ist ein durchaus gelungenes Abenteuer-Spiel. Der Aufbau auf recht einfachen und allgemeinen Mechaniken ist sehr gut gewählt und sorgt für ein simples, aber dennoch spaßiges Spielgefühl. Die Geschichte ist nett geschrieben und die Inseln sind alle recht interessant gestaltet. Jedoch gibt es einige kleinere Mängel wie das dann doch etwas sehr lasche Kampfsystem. Dennoch werden Spieler, die gerade ruhigere Spiele ohne großen Kampf und mit einer recht leichten Kost an Funktionen und Handlung bevorzugen, völlig zufrieden sein. Das Spiel zeigt, dass Abenteuer auch mit einfachen Mitteln funktionieren kann.
Mein persönliches Highlight: Die abwechslungsreich gestalteten Inseln.

Die durchschnittliche Leserwertung

3 User haben bereits bewertet

Kommentare 2

  • Uriniert

    Turmheld

    Was mir hier fehlt, sind die Gebäude die man selbst nach Wunsch bauen kann.
    Ansonsten spricht mich dieses Spiel unheimlich an. :ddd:


    Es gibt halt leider immer nur die 2 Extreme.
    Entweder minimalistisch und weniger Möglichkeiten oder extreme Tiefe in den jeweiligen Funktionen, dass es keinen Spass macht das Spiel nur für 30-40Minuten Abends mal anzuwerfen.

  • rpg master

    BOSS

    nur zwei bilder und null in der galerie..schade..