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Test zu Cat Quest II - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Cat Quest II
  • USA USA: Cat Quest II
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
24.10.2019
Vertrieb
PQube
Entwickler
The Gentlebros
Genre
RPG
Spieleranzahl
Lokal: 2 - Online: 0
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Das felltastische Abenteuer geht weiter

Von Julia () Felingard, das Königreich der Katzen, und Lupus, das Königreich der Hunde, befinden sich im Krieg miteinander. Gut riechen können sie sich schon lange nicht, aber nun droht die alte Fehde zu eskalieren, denn die beiden Könige wurden von einer mysteriösen bösen Macht von ihren Thronen verjagt und ersetzt. Die neuen Herrscher bereiten sich auf den Krieg vor, der endgültig darüber entscheiden soll, wer das beliebtere Haustier ist. Ach nein, ich meinte natürlich, wer das stärkste und mächtigste Königreich aller Zeiten hat. Um den Krieg zu verhindern und den Frieden wiederherzustellen, verbünden sich die entmachteten Könige. Eine Katze und ein Hund als Team gegen den Rest der Welt – kann das gutgehen?

Mehr Pfoten, mehr Loot. An Ausrüstungsgegenständen wird es euch nicht mangeln. © Pqube

Nachdem das Entwicklerduo The Gentlebros. mit dem 2D-Action-RPG Cat Quest viele Spieler von der Idee, als Katze mit mächtigen Schwertern durch Dungeons zu jagen, überzeugen konnte, veröffentlichten sie nun einen würdigen Nachfolger. Dessen größte Weiterentwicklung sticht sofort ins Auge: Bevor man sich im zweiten Cat Quest-Teil ins Getümmel stürzen kann, wählt man vor jedem Spielstart, ob man allein oder gemeinsam spielen möchte. Die Wahl des Spielmodus ist nicht endgültig, da jederzeit ein zweiter Spieler ein- oder aussteigen kann, unabhängig davon, wie ihr das Spiel begonnen habt. Ein gemeinsam erstellter Spielstand kann also auch allein weitergeführt werden und umgekehrt. Das liegt daran, dass die beiden Hauptcharaktere des Spiels immer als Team unterwegs sind, unabhängig von der Spieleranzahl. Habt ihr gerade keinen zweiten Mitspieler zur Hand, übernimmt die KI. Ob ihr lieber die Katze oder den Hund steuern möchtet, könnt ihr selbst entscheiden und auch jederzeit im Spiel durch Drücken des X-Buttons ändern. Das ist im Einzelspielermodus auch nötig, da Zaubersprüche nur einem der beiden Charaktere zugeordnet werden können. Wollt ihr bestimmte Zauber wirken, müsst ihr also zum jeweiligen Charakter wechseln. Es liegt nahe, den beiden Fellknäulen entsprechende Rollen zu geben: Einer wird zum draufgängerischen Nahkämpfer mit schwerer Rüstung, starken Waffen und Angriffszaubern, der andere wirkt aus der Ferne Elementmagie und heilt, wenn es nötig ist. In der Gestaltung der Charaktere seid ihr natürlich frei, müsst aber bedenken, dass auch die Ausrüstungsgegenstände nur einmal zugeordnet werden können.

Kämpfen wie Schmidts Katze

Habt ihr eine gute Strategie für euch gefunden, fängt der Spaß so richtig an. Das Herzstück der Cat Quest-Spiele sind eindeutig die actiongeladenen Kämpfe in den Dungeons. Dort warten zahlreiche Gegner darauf, von euch in Erfahrungspunkte und Gold umgewandelt zu werden. Solange der Mana-Balken noch voll ist, löst ihr etwa einen kleinen Flächenbrand aus, der eure Gegner verbrennt. Dann schnetzelt ihr auf sie ein, um das verbrauchte Mana zu regenerieren. Zwischendurch weicht ihr immer wieder aus, wenn die Monster zurückschlagen, was euch anhand roter Markierungen angekündigt wird. Mit diesem Trio aus Zaubern, Nahkampf und rechtzeitigem Wegrollen zieht ihr durch die Dungeons, bis alle Gegner erledigt und alle Truhen geöffnet sind. Das macht richtig viel Spaß und vor allem süchtig, denn ein Dungeon geht immer noch … und dann noch einer … und den kleinen da kann man auch noch schnell mitnehmen …

Der rote Kreis des Gegners zeigt an, dass es euch gleich ordentlich ans Fell gehen wird. © Pqube

Typisch für das Genre leveln die Spielcharaktere durch das Sammeln von Erfahrungspunkten. Dafür lohnen sich neben den Monstern auf der Karte und in Dungeons vor allem auch die zahlreichen Nebenquests, die euch reich belohnen werden. Auch eure Ausrüstungsgegenstände können im Level aufsteigen, was immer dann geschieht, wenn ihr den gleichen Gegenstand erneut in einer Truhe findet oder als Questbelohnung bekommt. Wenn ihr genug Gold übrig habt, könnt ihr die Ausrüstung und eure Zauber auch gegen Geld aufwerten. Neu im Vergleich zum Vorgänger ist, dass Waffen und Rüstungen nun auch passive Eigenschaften haben, die euch zum Beispiel widerstandsfähiger gegen Eisangriffe machen oder besser ausweichen lassen. Gekauft werden können Waffen und Rüstungen in Cat Quest II nicht mehr, ihr bekommt sie ausschließlich als Belohnungen für Quests und in Truhen.

Das Spiel ist als Open World angelegt, ihr könnt also theoretisch von Anfang an überall hin, praktisch wird euch davon allerdings so einiges abhalten. Hier gilt es nicht nur, stärker zu werden, sondern auch neue Fähigkeiten zu lernen, die euch weitere Gebiete erschließen. Aufgrund der zwei Königreiche gibt es vieles zu entdecken und auch einige Geheimnisse zu lüften. Das motiviert, alles etwas genauer unter die Lupe zu nehmen und schon bereiste Gebiete nochmals zu durchstreifen. Dabei helfen euch die sogenannten Königsmarker, die wie Portale funktionieren, mit denen ihr schnell große Entfernungen überwinden könnt. Leider lässt euch das Spiel beim Auswählen der Königsmarker, aber auch generell, nie die ganze Karte auf einen Blick sehen. Man hat lediglich die Möglichkeit, sie via Kamerafahrt abzusuchen. Dabei wird allerdings nicht nennenswert herausgezoomt, sodass ein Überblick über das gesamte Gebiet nicht möglich ist. Das nervt zunehmend, insbesondere weil die Karte in Cat Quest II wesentlich größer ist als beim Vorgänger.

Kritisieren kann man auch die zahlreichen Schreibfehler in den deutschen Texten, vor allem, weil es dieses Problem schon im ersten Teil gab. An der Lokalisierung scheint das Entwicklerstudio demnach weiterhin zu sparen, was den guten Eindruck etwas trübt. Das ist auch deshalb schade, weil die vielen humorvollen Namen, Dialoge und zahlreichen Wortwitze charakteristisch für das Spiel sind und die Sprache somit ein wichtiges Element darstellt. So hat eine Katze nach der Lektüre von Miaurie Condo zum Beispiel mal ordentlich das Haus aufgeräumt und eure Waffen könnt ihr bei einem Hund namens Hotto Doggo aufwerten, der eine starke Affinität zu Ketchup hat. Wenn ihr auf diese Art von Humor steht, kommt ihr voll auf eure Kosten.

Nebenquests könnt ihr auf der Karte an vielen Orten finden, sogar in einem Busch. © Pqube

Schade ist auch, dass die Storys und Aufgaben der Nebenquests so flach sind wie die Nase einer Perserkatze. Hier sieht man im Vergleich zum ersten Teil keinerlei Weiterentwicklung. So müsst ihr zum Beispiel, um an einen Schatz zu kommen, eine Buchseite finden, die nach Annahme der Quest plötzlich wenige Schritte neben euch liegt. Ihr nehmt sie auf und bringt sie zum Questgeber, welcher euch nun anhand der Seite den Ort des Schatzes nennt. Dort besiegt ihr ein paar Monster und das wars. Klar, Nebenquests sind selten dafür bekannt, tiefgründig zu sein, aber etwas mehr Einfallsreichtum hätte nicht geschadet. Hinzu kommt der allgemein niedrige Schwierigkeitsgrad. Wirklich anspruchsvoll ist das Spiel selten. Wenn es Rätsel gibt, sind die Lösungen meist offensichtlich, sodass man kaum ins Grübeln kommt. Zudem nimmt euch das Spiel sehr an die Hand. Pfeile und Linien zeigen euch immer, wo ihr als Nächstes hingehen müsst, und die Hinweise der NPCs sind so deutlich, dass man nichts falsch machen kann. Hier hätte ich mir gewünscht, mehr gefordert zu werden.

Keine Angst, der will (leider) nur spielen ...

Der wichtigste Kritikpunkt an Cat Quest II ist allerdings ausgerechnet das Feature, welches die größte Stärke des Spiels sein sollte: die Erweiterung um einen zweiten Hauptcharakter. Der wird nämlich immer dann zum Problem, wenn ihr keinen zweiten Mitspieler habt und mit der KI vorliebnehmen müsst. Diese ist, nett ausgedrückt, nicht sehr hilfreich. Um ehrlich zu sein: Sie ist dumm, und das nicht zu knapp. Dass sie eher faul beim Angreifen ist und sich dabei auch nicht gerade geschickt anstellt, kann man noch verkraften. Aber wenn man in einer Gegnerhorde steht, der HP-Balken nur noch millimeterweise vorhanden ist und die KI statt zu heilen oder wenigstens anzugreifen nur ausweichend über den Boden kullert wie eine Billardkugel, kann man wirklich verzweifeln. Weicht man den Gegnern vermehrt aus, rennt die KI im schlimmsten Fall nur noch hinter einem her und agiert sonst gar nicht mehr. Die Problematik ist den Entwicklern bekannt und wurde laut einer Aussage auf Twitter mit dem 1.0.2-Update für die Nintendo Switch-Version behoben. Eine Verbesserung konnte ich bisher leider nicht bemerken. So bleibt einem als Solospieler bisher keine andere Möglichkeit, als die fehlende Intelligenz des Mitstreiters mit etwas Grinden und möglichst vielen Verbesserungen der Magie, Rüstungen und Waffen wieder wett zu machen. Das ist ärgerlich und lässt den zweiten Protagonisten manchmal zur Bürde statt Unterstützung werden, denn die Stärke der Gegner ist eindeutig für zwei kompetente Helden ausgelegt.

Positiv fallen hingegen wie beim Vorgänger die Grafik und der Artstyle auf, die perfekt zum 2D-Action-RPG passen. Die Weltkarte und Dungeons sind wunderschön und detailreich gezeichnet. Die einzelnen Gebiete sind farbenfroh und abwechslungsreich und auch die verschiedenen Charaktere wurden liebevoll gestaltet und versprühen jede Menge Charme. Die Animationen tragen viel zum Humor des Spieles bei, genauso wie ihre Sounds. Musikalisch wurde viel vom ersten Teil übernommen, aber auch Neues hinzugefügt, was für Abwechslung sorgt. Insgesamt passt alles zusammen wie die Pfote aufs Auge.

Das vom ersten Teil bekannte Plus-Spiel, bei dem man nach dem ersten Durchspielen nochmal mit veränderten Bedingungen durchstarten kann, gibt es bisher leider nicht, wurde aber von den Entwicklern via Twitter angekündigt. Man darf also gespannt sein, was in Zukunft noch auf die beiden fellbesetzten Hoheiten zukommt.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

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Unser Fazit zu Cat Quest II

Meinung von Julia Kischkel-Fietz
Hunde und Katzen passen nicht zusammen? Von wegen! Cat Quest II zeigt, dass man mit beiden zusammen noch mehr Spaß haben kann. Das Spiel glänzt vor allem als Couch Co-op-Titel, wenn ihr gemeinsam mit einem Freund oder eurer besseren Hälfte durch die Dungeons fegt und immer effizienter Monsterhorden beseitigt. Ich hätte dem Spiel eine höhere Wertung gegönnt, aber dazu gibt es in meinen Augen zu wenig Weiterentwicklung im Vergleich zum ersten Teil und die KI frustet (noch) zu sehr. Der eher geringe Schwierigkeitsgrad und der überschaubare Umfang tragen dazu bei, dass man insgesamt den Eindruck hat, dass hier leider Potenzial verschenkt wurde. Etwas mehr Tiefgang und Abwechslung hätten nicht geschadet. Nichtsdestotrotz bin ich, sobald das Plus-Spiel verfügbar ist, wieder mit dabei. Denn einen Dungeon haben wir doch immer noch gemacht!
Mein persönliches Highlight: Die actiongeladenen Kämpfe mit ihren witzigen Animationen. Als Katze kämpft es sich einfach lustiger!

Kommentare 2

  • Zegoh Feuer ♥ Eis - 08.11.2019 - 16:26

    Schöner Test.
    Mir hat schon Teil 1 super gefallen und da Cat Quest II sehr ähnlich ist, bin ich zufrieden.
    Man brauch ja auch nicht immer mega die Weiterentwicklung.

    Edit:

    Zitat von Julia Kischkel-Fietz:

    Aber wenn man in einer Gegnerhorde steht, der HP-Balken nur noch millimeterweise vorhanden ist und die KI statt zu heilen oder wenigstens anzugreifen nur ausweichend über den Boden kullert wie eine Billardkugel, kann man wirklich verzweifeln.
    Bei dem Satz musste ich so mega lachen, auch wenn es eigentlich negativ ist :D :D
    Ja eine "dumme" KI kann ganz schön nervig sein, hoffe das mich das nicht so stören wird.
  • Wildjoviman wildjoviman - 11.11.2019 - 13:45

    habs schon geladen, möchte aber vorher das neue yooka laylee zu ende spielen. luigi, pokemon müssen erstmal warten .. cat quest II hat vorrang