Karten auf den Tisch, Sauron!

Kartenspiele erfreuen sich seit Jahrzehnten immer wieder großer Beliebtheit. Sei es nun Magic: The Gathering, das vor allem in den 90er-Jahren unzählige Fantasy- und Kartenspiel-Fans begeistern konnte, oder das Pokémon Trading Card Game, das für regelrechte Tauschorgien auf Deutschlands Schulhöfen gesorgt hat – jeder Ableger hat seine treuen Anhänger. Im Zuge der letzten Jahre kam der Trend auf, solche Spiele nicht nur analog, sondern auch digital umzusetzen. Prominenteste Vertreter wären hier wohl Hearthstone von Blizzard, das Kartenspiel Gwent aus den Witcher-Spielen oder Artifact von Valve, aber auch Magic, Yu-Gi-Oh und anderen ist der Sprung ins digitale Zeitalter gelungen. In diese Reihe lässt sich auch The Lord of the Rings: Adventure Card Game einreihen, welches ebenfalls auf einem bereits existierenden Kartenspiel basiert und, wer hätte es gedacht, in der Welt rund um die Fantasy-Buchreihe „Der Herr der Ringe“ von J. R. R. Tolkien spielt. Die Nintendo Switch kann bereits einige Kartenspiele aufweisen, daher gilt es zu klären, ob sich The Lord of the Rings: Adventure Card Game gegen die Konkurrenz behaupten kann oder das durchaus anspruchsvolle Kartenspiel zurück in die Schatten tauchen muss.


Das Herzstück des Spiels: Im Deckbuilder stellt ihr eure eigenen Kartendecks zusammen. ©Asmodee Digital

Bei dem Titel handelt es sich, wie bereits erwähnt, um ein Kartenspiel, in dem ihr entweder allein oder zusammen mit einem Freund (oder einem Spieler aus dem wilden, weiten Internet) gegen einen Computergegner verschiedene Matches austragt, indem ihr ein Deck, bestehend aus 30 Karten, zusammenstellt und euch damit durch insgesamt zwei Kampagnen (die Tutorial-Kampagne nicht mitgezählt) sowie drei Begegnungen kämpft. Es gibt keinen Modus, in dem ihr euch gegen andere Mitspieler erproben könnt. Nach dem derzeitigen Stand handelt es sich bei Lord of the Rings: Adventure Card Game um eine reine storybasierte Erfahrung, die höchstens zu zweit erlebt werden kann.


Im Folgenden möchte ich grob auf das grundlegende Kartensystem des Spiels eingehen. Ich beschränke mich dabei bewusst auf die einfachen Grundlagen, da ein vertieftes Erläutern den Rahmen des Tests sprengen würde. Zunächst gibt es zwei grundlegende Kategorien an Karten: Helden und alle übrigen Karten. Heldenkarten sind genau das, was ihr Name vermuten lässt: Alle bekannten Gesichter aus dem Herr der Ringe-Universum finden sich hier wieder, etwa Aragorn, Gimli und Legolas, aber auch eher unbekannte Gesellen wie Fredegar Bolger oder Tom Tuk sind vorhanden. Sie alle verfügen über spezielle Fähigkeiten sowie meistens erhöhte Grundwerte, deshalb könnt ihr maximal drei von ihnen in eurem Deck führen. Danach folgen die restlichen Karten, die sich wiederum in verschiedene Sphären, wie z. B. Unterstützungskarten, Gefährtenkarten usw. einteilen lassen, die ihr auch nur dann nutzen könnt, wenn einer eurer Helden die entsprechende Sphäre besitzt. Doch bevor ich genauer auf diese restlichen Karten eingehe, schauen wir uns das eigentliche Spielprinzip etwas genauer an.


Die Handlungen der Kampagnen sind allesamt spannend und gut geschrieben. ©Asmodee Digital

Jede Partie, die ihr in The Lord of the Rings: Adventure Card Game spielt, ist entweder Teil einer Begegnung, eine besonders schwere und herausfordernde Partie oder einer Kampagne. Letztere bilden das Herzstück des Titels und gleichzeitig seine größte Stärke, denn der Fokus auf die Einzelspieler-Erfahrung sorgt dafür, dass die Kampagnen nicht nur eine nette Beigabe sind, durch die ihr das Spielprinzip erlernt, sondern durchaus anspruchsvolle Geschichten, die es teils locker mit den Buchvorlagen, auf denen das Spiel basiert, aufnehmen können. Jedes der Abenteuer behandelt einen kleinen Teil einer großen Geschichte, die sich durch das bisherige Spiel zieht und abseits der eigentlichen Handlung der Bücher spielt. Das sorgt dafür, dass euch hier ein völlig neues Abenteuer geboten wird und ihr nicht einfach den Herrn der Ringe nachspielt. Vor jeder Mission erwarten euch mehrere gut übersetzte Texte, die mit einer guten (englischen) Vertonung aufwarten können und durch schön gezeichnete Illustrationen unterstützt werden. In den ersten beiden Kampagnen werdet ihr mit der Entführung von Bilbo Beutlin und marodierenden Ork-Sklavenhändlern konfrontiert, die sich mit den Spinnen aus dem Düsterwald zusammengeschlossen haben und für Unruhe sorgen. Eure Aufgabe ist es, Bilbo zu befreien und der Bedrohung auf den Grund zu gehen.


Wenn die jeweilige Runde startet, müsst ihr eines eurer vorher zusammengestellten Decks auswählen und mit diesen Karten eines von vielen verschiedenen Missionszielen erfüllen. Die Entwickler haben sich deutlich Mühe gegeben, euch eine Vielfalt an Aufträgen anzubieten, denn selten beschränken sich die Siegesbedingungen nur darauf, eine bestimmte Anzahl an Feinden oder einen Bossgegner zu erledigen. Vielmehr fordern die einzelnen Missionsziele euer taktisches Verständnis, etwa indem ihr mehrere Gefängniszellen durchsuchen müsst, während euch ein stetig zunehmender Strom an Orks belagert. In einer anderen Mission müsst ihr ein Floß mitten auf einem wilden Strom lenken, während euch von der Uferseite her die Feinde beharken.


Was sich wohl hinter dieser Kerkertür verbirgt? Arwen wird es für uns herausfinden. ©Asmodee Digital

Ganz gleich, was ihr genau erledigen müsst, es stellt sich euch immer eine gewisse Anzahl Gegner in den Weg, die von eurem Gegenspieler, Sauron höchstpersönlich, gesteuert werden und deren Ziel es ist, all eure Helden und ihre Verbündeten zu erledigen oder eine stetige Bedrohung euch gegenüber aufzubauen – dazu später mehr. Um gegen eure Feinde zu bestehen, stehen euch neben euren Heldenkarten verschiedene Verbündete bereit, die ihr im Laufe eurer Partie spielen könnt. Sowohl die Verbündeten als auch eure Helden verfügen über drei Grundwerte: Angriff, Lebenspunkte und Willenskraft. Während der erste Wert euch anzeigt, wie viel Schaden ihr einem Gegner mit einem Angriff zufügen könnt, gibt euch der zweite darüber Auskunft, wie viel Treffer ihr einstecken könnt, ehe eure Karte zerstört und vom Spielfeld genommen wird. Die Willenskraft hingegen ist vor allem dafür geeignet, eure Hoffnungsleiste aufzufüllen oder spezielle Aufgabenkarten abzuhandeln. Letztere sind nämlich häufig Teil eurer Missionsziele. Der vorhin erwähnte Kerker, der durchsucht werden muss, wird in diesem Fall als eine eigene Spielkarte dargestellt, die mitten auf dem Spielfeld liegt und einen festgelegten Wert, in diesem Fall fünf, hat. Nehmen wir nun einmal die Heldenkarte von Arwen als Beispiel: Sie verfügt über einen Angriffswert von eins (was bedeutet, dass sie jedem Gegner pro Angriff einen Schadenspunkt verursacht), hat sechs Lebenspunkte und einen Willenskraftwert von drei. Wenn sie nun besagte Aufgabenkarte angreift, raubt sie drei dieser fünf Punkte – sollte die Zahl bei null ankommen, ist die Aufgabenkarte abgehandelt und das Ziel wurde erreicht.


Natürlich lässt euch Sauron eure Aufgaben nicht so einfach erledigen, sondern schleudert euch diverse Gegner und weitere Karten entgegen, die es zu bezwingen gilt. Damit das Ganze geordnet und nicht allzu chaotisch vonstattengeht, ist jede Partie in Runden unterteilt. Außerdem verfügt sowohl ihr als auch euer Kontrahent über Befehlspunkte, die sich je nach gespielter Karte aufbrauchen – manche Karten kosten mehr Befehlspunkte, andere weniger. Eine Runde endet dann, wenn ihr entweder all eure Befehlspunkte aufgebraucht habt und keine eurer Karten mehr Aktionen ausführen kann oder wenn ihr euch aktiv entschließt, diese zu beenden – etwa wenn ihr Befehlspunkte mit in die nächste Runde nehmen wollt. Bis dahin spielt ihr und Sauron abwechselnd entweder eine Karte oder führt eine Aktion, wie z. B. einen Angriff, aus. Wurde eine Karte oder ein Held/Verbündeter gespielt, wird dieser inaktiv und kann für die Runde nicht mehr genutzt werden. Ihr müsst also stets im Blick haben, welche Charaktere bereits ihren Zug gespielt haben, wie viele Befehlspunkte euer Gegenüber noch hat und was ihr für Möglichkeiten offen habt, um eure Ziele zu erreichen. Dazu gesellen sich unter anderem Ausrüstungskarten, die euren Helden oder Verbündeten spezielle Statuswerte verpassen oder ihre Werte erhöhen. Ihr seht also, euch steht eine enorme Vielfalt an Karten zur Verfügung, wie man es von den anspruchsvolleren Trading Card Games kennt.


Während sich rechts die Bedrohungsleiste füllt, schlagen wir uns mit Spinnen herum. ©Asmodee Digital

Um das Spielprinzip noch etwas komplexer zu gestalten, gibt es zudem die Hoffnungs- und Bedrohungsleiste, die ich vorher nur kurz angeschnitten habe. Letzteres ist ein Spielelement, welches euch im wahrsten Sinne des Wortes zur Verzweiflung treiben kann, denn der Bedrohungswert kann über Sieg und Niederlage entscheiden. Während diese Leiste für die Handlung darstellen soll, wie sehr Sauron auf die Helden aufmerksam geworden ist, hat sie während der Partie die Aufgabe, euch das Leben schwerer zu gestalten. Je weiter sich die Leiste füllt, desto mehr unangenehme Ereignisse geschehen. So kann es passieren, dass eure Helden ab einem bestimmten Wert -1 Schaden an allen Gegnern anrichten, plötzlich Gegnerkarten gespielt werden oder sich eure aktuellen Aufgabenkarten resetten und ihr diese neu angehen müsst. Doch der ganz üble Brocken kommt erst noch: Hat sich die Leiste komplett gefüllt, bedeutet das sofort das Ende eures Spielfortschritts im jeweiligen Abenteuer inklusive Game Over-Schirm. Erschwerend kommt hinzu, dass die Bedrohung während des gesamten Abenteuers steigt und nicht nach jeder Mission auf null gesetzt wird. Ihr müsst also neben eurer eigentlichen Zielaufgabe stets darauf achten, dass Sauron nicht zu schnell auf euch aufmerksam wird. Doch es gibt ja auch noch die wortwörtliche Hoffnung. Diese Leiste stellt das Gegenstück zur Bedrohung dar und kann mithilfe der Willenskraft eurer Helden aufgefüllt werden, wodurch euch bestimmte Boni zuteilwerden können, zum Beispiel spezielle Statusveränderungen für eure Helden und Verbündeten oder gar Erleichterungen in Bezug auf euer aktuelles Missionsziel. Habt ihr all eure Ziele erfüllen können, geht es direkt weiter zur nächsten Mission, in die ihr all eure bisher ausgespielten Karten und Verbündeten mitnehmen und weiterverwenden könnt. Zwischen den einzelnen Partien wird die Handlung kontinuierlich weitererzählt und die spannende Geschichte spinnt sich weiter. Gelegentlich erhaltet ihr zudem die Möglichkeit, direkt Einfluss auf die Handlung zu nehmen, indem ihr euch etwa entscheiden müsst, ob ihr zum Beispiel eine Ork-Karawane durch den Wald verfolgt oder lieber versucht, eine Abkürzung zu nehmen und den Bösewichten so den Weg abzuschneiden. Solche Entscheidungen beeinflussen meistens die nächsten zwei Missionen, die sich dann auch merklich anders spielen und einen jeweils anderen Ansatz bieten.


Eine Frage, die bei Kartenspielen wie The Lord of the Rings: Adventure Game Card unweigerlich aufkommt, ist natürlich, wie man an neue Karten kommt und ob es Mikrotransaktionen im Spiel gibt. Hier kann Entwarnung gegeben werden: Ihr werdet im Spiel keinerlei Echtgeld ausgeben können – neue Karten, Kartenmotive, Emotes und dergleichen schaltet ihr über eine spieleigene Währung frei, die sich allein durch das Spielen der Kampagnen und Begegnungen verdienen lässt. Dabei gibt es verschiedene Herausforderungen, die ihr angehen könnt und bei denen ein ansehnliches Extrasümmchen der Währung winkt. Zudem könnt ihr diese auch dadurch verdienen, dass ihr mit jeweils anderen Helden die Abenteuer erneut spielt. Das kann früher oder später in Grind ausarten, jedoch muss ich sagen, dass ich nach Beenden der beiden Kampagnen schon eine ganze Menge an neuen Karten freischalten konnte, sodass ich bisher keinerlei Bedarf hatte, zusätzliche Währung zu farmen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bietet euch das Spiel, wie bereits erwähnt, eine Tutorial-Kampagne, zwei weitere Kampagnen, welche eine ineinander verwobene Handlung bieten, sowie drei Begegnungen, die für all diejenigen gedacht sind, die eine besondere Herausforderung suchen. Der Entwickler hat bereits angekündigt, dass das Spiel kostenlos um weitere Kampagnen und zusätzliche Inhalte erweitert wird. Zum aktuellen Zeitpunkt hat man die beiden Kampagnen recht schnell durchgespielt. Die Herausforderungen fallen zwar deutlich anspruchsvoller aus, sind allerdings auch vergleichsweise schnell gespielt. Durch den fehlenden kompetitiven Modus ist so kaum Abwechslung geboten, weshalb The Lord of The Rings: Adventure Game Card zu Beginn noch ein vergleichsweise kurzes, aber dafür erzählerisch und qualitativ sehr hochwertiges Spiel ist. Den Koop-Multiplayer konnte ich während meines Testzeitraums leider nicht testen, da ich keinerlei Mitspieler gefunden habe, mit denen ich hätte zusammenspielen können.


Diese Meldung durfte ich entschieden zu oft sehen. ©Asmodee Digital

Man möchte meinen, dass ein Kartenspiel keine großen technischen Mängel mit sich bringen dürfte, doch leider plagt den Herrn der Ringe doch das eine oder andere Problem, das den Spielspaß trübt. So sei zuvorderst die Tatsache genannt, dass das Spiel während des Testzeitraums des Öfteren die Verbindung zum Spieleserver verloren hat. Das ist insofern ärgerlich, dass jeglicher Spielfortschritt innerhalb einer Kampagne verloren geht, wenn es nicht gelingt, die Verbindung wiederherzustellen. Das hat bei mir dazu geführt, dass ich trotz bestehender LAN-Verbindung meiner Switch dreimal mein Abenteuer von Neuem beginnen durfte. Zwar wird euch nach dem zweiten (!) Abbruch angeboten, das Spiel im Offline-Modus zu spielen, doch das führt zur nächsten Problematik: Seid ihr nicht mit dem Spieleserver verbunden, könnt ihr keine Belohnung in Form der spielinternen Währung erhalten und damit auch keine neuen Inhalte freischalten. Das ist besonders ärgerlich, wenn ihr das Spiel häufig unterwegs spielen wollt. Euer Fortschritt wird mit der nächsten erfolgreichen Serververbindung zwar synchronisiert und aktualisiert, doch das hätte man durchaus anders lösen können.


Erschwerend hinzu kommt die Tatsache, dass die Steuerung recht träge reagiert, vor allem in Verbindung mit den Schluckaufen, die der Server gelegentlich hat. Das führte des Öfteren dazu, dass eine Karte gespielt wurde, die zum Beispiel einen Helden heilen sollte, und dann der falsche Verbündete oder Held ausgewählt wurde. Im Allgemeinen merkt man dem Spiel deutlich an, dass es eigentlich für eine Bedienung mit Maus und Tastatur konzipiert wurde, denn die Menüführung und Navigation durch die unterschiedlichen Reiter, gerade wenn man sich selbst ein Deck zusammenstellt, gestaltet sich sehr umständlich.


Optisch und musikalisch kann der Titel vollends überzeugen. Die Kartenmotive wurden von vielen verschiedenen Künstlerin gezeichnet und jeder kommt mit seinem eigenen Stil daher. Die englischen Sprecher in den Zwischensequenzen leisten eine hervorragende Arbeit und die Texte wurden weitestgehend gut ins Deutsche übersetzt. Der musikalischen Untermalung gelingt es, das Fantasy-Szenario rund um Bilbo, Legolas, Gimli und den anderen Helden glaubhaft rüberzubringen – hier kann man nicht meckern.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Florian McHugh

The Lord of the Rings: Adventure Card Game kann mit einer sehr gut erzählten und spannenden Story aufwarten, die sich genauso spannend wie die Buchvorlagen liest und sich auch einige Freiheiten nimmt. Spielerisch weiß das Kartenspiel auch zu gefallen und besticht mit vielen taktischen Möglichkeiten, ohne Neueinsteiger gleich unter einer riesigen Lawine an Regeln zu begraben. Die Zusammenstellung eures eigenen Decks lässt euch viele spielerische Freiheiten, sodass ihr verschiedene Spielansätze ausprobieren könnt. Die einzelnen Missionen warten mit einer Vielfalt an Aufgaben und Zielen auf, die sich vom einfachen „Besiege deinen Gegner“-Standard abheben und entsprechend auch euer taktisches Denken fordern. Es sollte jedoch jedem bewusst sein, dass The Lord of the Rings: Adventure Card Game eine reine Einzelspielererfahrung ist. Ihr könnt zwar die einzelnen Kampagnen mit einem anderen Mitspieler angehen, ein kompetitiver Modus fehlt jedoch. Zur Veröffentlichung des Spiels stehen euch eine Tutorialkampagne, zwei Story-Kampagnen sowie drei Begegnungen – besonders schwere Herausforderungen – zur Verfügung, die alle zusammen zwar sehr gut inszeniert und erzählt werden, jedoch nicht allzu lange beschäftigen können. Der Entwickler hat jedoch bereits angekündigt, kostenlos für Nachschub an Kampagnen, Karten und dergleichen zu sorgen. Das Spiel verfügt zudem über keinerlei Mikrotransaktionen, alle Karten und kosmetische Verschönerungen können erspielt werden. Leider muss abschließend erwähnt werden, dass das Spiel unter einer etwas umständlichen Steuerung leidet und zwar ein Offline-Modus angeboten wird, in diesem aber keinerlei Belohnungen erspielt werden können, was insofern bedauerlich ist, da die Verbindung zum Spieleserver nicht immer die beste ist. Lord of the Rings: Adventure Card Game lohnt sich also für all diejenigen, die eine gute Geschichte schätzen können und vor allem nach einer gelungenen Einzelspieler-Erfahrung suchen – alle anderen sollten sich lieber nach einer der vielen Alternativen umsehen.
Mein persönliches Highlight: Die tolle Handlung jenseits der bekannten Buchvorlage.

Die durchschnittliche Leserwertung

5 User haben bereits bewertet

Kommentare 4

  • Psycon

    Turmritter

    Wieso erbarmt sich Wizard of the Coast nicht und veröffentlicht Magic für die Switch. Nachdem ich Jahrzehnte mit Magic zugebracht habe, sind alle anderen Kartenspiele irgendwie... oberflächlich. Vielleicht ist es das falsche Wort aber so einen Tiefgang wie Magic hat meines Wissens kein anderes Kartenspiel....

  • Tisteg80

    Meister des Turms

    Magic würde ich auch nehmen, aber am liebsten eine Retailversion. Was nie kommen wird.


    Und bei LotR warte ich auch auf ne physische Version. Notfalls halt wieder so eine überteuerte limitierte Ausgabe.

  • Psycon

    Turmritter

    Retail wäre mir nicht wichtig, da ich hauptsächlich im eShop kaufe. Einfach Magic unterwegs zocken können.

  • Tisteg80

    Meister des Turms

    Ich habe mir das Spiel letzte Woche im Sale gekauft, nachdem ich wenige Tage zuvor das physische Kartenspiel ebenfalls erworben und für sehr gut befunden habe.


    Vom Spielprinzip her weicht der digitale Ableger vom Vorbild ab, aber ich muss sagen, das stört mich tatsächlich deutlich weniger, als ich es in Reviews von den Testern gelesen habe. Es ist zugänglich und dabei immer noch taktisch genug.


    Ergänzend zum dem Review möchte ich an dieser Stelle alle Interessierten über Folgendes informieren:

    • Inzwischen gibt es im Spiel eine dritte Kampagne, die kostenfrei per Update nachgereicht wurde.
    • Dass es keinen kompetitiven Spielmodus gibt, finde ich als angenehme Abwechslung.
    • Negativ ist für mich, dass es keinen Local Wireless Modus gibt. Das heißt, der Zwei-Spieler-Modus funktioniert nur per Online-Verbindung.
    • Die im Test und auch anderswo beschriebenen Verbindungsabbrüche zum Spielserver habe ich in keinster Weise erleben müssen. Tatsächlich kam es mir so vor, als wäre ich die ganze Zeit offline. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass ein Hinweis auf die Onlineverbindung oder ein Verbindungssymbol erscheint. Vielleicht wurde der Onlinezwang auch rausgepatcht?
    • Die Bedienung ist auch meiner Meinung nach nicht perfekt. Es kam z.B. vor, dass ich in der Auffrischungsphase jemanden wählen darf, der um einen Lebenspunkt geheilt wird, aber dass dann eine Story-Erklärung oder Ähnliches dazwischen funkte, ich A oder B drückte und dann das Ganze für diese Runde unwiderruflich abgebrochen oder verschwendet wurde. Dafür ist es von der Buttonbelegung her einfacher umgesetzt als z.B. in "Eternal Card Game", wenn man sich den Text einer Karte anschauen will.
    • Man kann die Kampagnen-Szenarien in drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden angehen.
    • Eine deutsche Vertonung hätte ich sehr begrüßt, kann aber durch die deutschen Texte auch darauf verzichten.
    • Unterm Strich würde ich eine 8/10 geben und ich könnte mir vorstellen, dass wenn das Spiel im jetzigen Zustand auf den Markt gekommen wäre, auch viele Tester diese Wertung vergeben hätten. Denn die Kritikpunkte (Online-Verbindungsabbrüche, wenig Inhalt) sind schon ziemlich behoben worden.