Ein deutsches 2D-Action-Adventure-Top-Down-Twin-Stick-Rogue-like-Shooter-Spiel

Das Hamburger Studio Threaks veröffentlichte im Oktober den Rogue-lite-Top-Down-Shooter Battle Planet: Judgement Day für die Nintendo Switch. Mit dem Publisher Wild River Games möchte man ein Spiel rausbringen, welches an die Erfolge der Fan-Lieblinge The Binding of Isaac: Rebirth oder auch Dead Cells anknüpfen sollte. Da dies ein Rogue-lite-Spiel ist, ist jede Partie eine einzigartige Erfahrung. Jede Runde startet zwar wieder beim ersten Level, doch kein Level wiederholt sich, sondern verändert sich im Aufbau, bei den Gegnertypen und weiteren Faktoren.


Um Bomben zu entschärfen, müsst ihr euch in den Radius stellen und eine gewisse Zeit warten. © Wild River

Jede Partie beginnt mit einer Intro-Sequenz, in der man drei intergalaktische Verbrecher beim Ausbruch aus dem Gefängnis beobachten kann. Ihr könnt daraufhin eine der drei gezeigten Persönlichkeiten auswählen und mit dieser die Partie bestreiten. Da die Intro-Sequenz immer dieselbe ist, lässt sie sich beim wiederholten Auftauchen ganz einfach mit dem Druck einer Taste überspringen. Gespielt wird auf einem dreidimensionalen Planeten, der zu Beginn einer Runde noch recht einfach gestaltet ist, mit dem fortschreitenden Spielen jedoch immer mehr Kanten und Abgründe aufweist. Bei den Welten handelt es sich selbstverständlich nicht bloß um blanke Kugeln, sondern sie weisen so einige Objekte auf. Manchmal müsst ihr auch über spezielle Sprungrampen laufen, um diese Objekte zu überspringen und somit die Mobilität zu erhöhen.


Da es sich vorliegend auch um einen Twin-Stick-Shooter handelt, bedeutet das, dass ihr euch mit dem linken Stick in alle Richtungen bewegen und mit dem rechten Stick wiederum in alle Richtungen schießen könnt. Die Munition ist dabei unbegrenzt, sodass ihr euch darüber keine Gedanken machen müsst. Auf dem Weg werdet ihr allerdings eine Reihe von Spezialwaffen finden, so zum Beispiel eine Shotgun oder eine Elektrokanone, bei welche der zur Verfügung stehende Schuss limitiert ist. Solltet ihr diese Waffen, die normalerweise von Gegnern fallen gelassen werden, eingesammelt haben, wechseln diese erst auf eure Hauptwaffe zurück, sobald die Munition verbraucht ist. Das Spiel versucht den Spielfluss möglichst beizubehalten und durch das automatische Wechseln der Geschütze funktioniert das in dieser Hinsicht auch. Meiner Meinung nach ist es die richtige Entscheidung seitens der Entwickler gewesen.


Mehr Abwechslung wäre wünschenswert


Auf einem Planeten müsst ihr drei bis fünf Wellen überleben, um letztendlich den Endboss zu erreichen. Dabei müsst ihr entweder alle Gegner bezwingen, eine bestimmte Zeit überleben oder auch Bomben entschärfen, in dem ihr euch für eine bestimmte Zeit in deren Nähe aufhaltet. Diese Herausforderungen fallen nach kurzer Zeit dann doch recht eintönig aus, zwischendurch finden sich zwar einige spezielle Herausforderungen, diese sind aber viel zu selten anzutreffen. Durch das Rogue-lite-Spielprinzip sollte sich in der Theorie jede Runde anders anfüllen, dies ist in diesem Spiel aber leider nur geringfügig der Fall. Da die Lernkurve aber sehr hoch ist, werdet ihr mit fortlaufender Spielerfahrung besser und besser. Die Gegner sind immerhin ziemlich abwechslungsreich, bewegt ihr euch aber von diesen weg, teleportieren sie sich zu euch. Meiner Meinung nach ist das nicht die beste Lösung, denn dies verwirrt den Spieler kontinuierlich.


In schicken Animationen werden neue Gegner und Bosse vorgestellt. © Wild River

Jede Runde endet mit einem zufälligen Endboss. Diese sind dabei ziemlich variantenreich und haben jeweils ein eigenes Kampf- und Bewegungsschema. Als Spieler muss man aber leider nicht etwa eine Taktik herausfinden, wie man den Boss besiegt, sondern muss einfach alles auf ihn abfeuern, was man gerade so zur Verfügung hat. Dennoch müsst ihr aufpassen, nicht von Gegenangriffen getroffen zu werden, denn jeder Bossgegner bewegt sich und greift euch auf unterschiedliche Weise an. Ist der Boss erfolgreich bezwungen worden, könnt ihr in eine Kapsel steigen und auf einem Zwischenplaneten landen. Dort könnt ihr euch kostenlos eines von drei Upgrades auswählen, die für den Lauf der derzeitigen Partie stets aktiv bleiben werden. Auf diesem Zwischenplaneten könnt ihr zudem den Charakter wechseln oder auch im Shop permanente Charakterupgrades erwerben. So können beispielsweise die Munition, der Schaden oder auch die Leben des spielbaren Charakters mit Ingame-Währung gekauft werden. Diese kann von erledigten Gegnern aufgesammelt werden und wird auch nach dem Tod behalten. Somit könnt ihr euch mit mehreren Spielpartien Währung sammeln und somit euren Charakter permanent verbessern – ein weiterer Grund, warum man mit der Zeit immer besser und besser wird.


Grafisch ist das Spiel ziemlich gut gelungen und kommt mit einer Cel-Shading-Optik daher. Auch an der Performance der Nintendo Switch-Version gibt es absolut nichts auszusetzen. Das Spiel sieht abgesehen von der schwammigen Intro-Sequenz ziemlich scharf aus und der ziemlich gute Soundtrack sorgt zusätzlich für eine angespannte Atmosphäre. Spezielle Objekte wie von Gegnern gelegte Bomben werden durch Indikatoren gut angezeigt und generell hatte ich nie das Gefühl, etwas übersehen zu haben. Solltet ihr übrigens einen Spielepartner brauchen, könnt ihr auch im lokalen Koop-Modus spielen, wobei jeder Spieler eine Bildschirmhälfte sieht.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Ilja Rodstein

Battle Planet: Judgement Day ist ein Rogue-lite-Shooter, dem es etwas an Abwechslung mangelt. An sich ist das Spielprinzip wirklich gut gelungen und auch grafisch habe ich nichts an dem Spiel auszusetzen, jedoch würde ich das Spiel nicht als Endlostitel bezeichnen, der mit der Konkurrenz wie The Binding of Isaac: Rebirth oder auch Dead Cells mithalten kann. Dafür ist die Puste zu schnell raus, was euch jedoch nicht vom Kauf abhalten sollte. Die ersten fünf bis zehn Stunden machen wirklich großen Spaß und mit zunehmender Zeit werdet ihr besser und besser und kommt immer weiter in diesem Twin-Stick-Shooter mit vielen sinnvollen Spielelementen.
Mein persönliches Highlight: Die Implementation eines Koop-Modus ist kein Muss, aber eine großartige Zugabe!

Die durchschnittliche Leserwertung

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