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Test zu Overland - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Overland
  • USA USA: Overland
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
19.09.2019
Vertrieb
Finji
Entwickler
Finji
Genre
Strategie
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Nicht jeder kann es schaffen...

Von Erwin Sigle () Overland ist ein rundenbasiertes Strategiespiel aus dem Hause Finji, welche unter anderem für den Indie-Hit Night in the Woods bekannt sind. Overland selbst erklärt sich nicht durch eine Story, sondern eher durch die Umgebung. Wirklich relevant scheinen die Geschehnisse nicht zu sein, doch erkennt man anhand der zufallsgenerierten Gebiete, in denen man sich befindet, dass man auf einer postapokalyptischen Reise durch die Vereinigten Staaten von Amerika ist. Dass die Welt postapokalyptisch ist, seht ihr zwar am generell braunen oder grauen Ton, aber vor allem an den Gegnern. Ich kann euch nicht genau beschreiben, was diese darstellen sollen, doch wirken sie auf mich wie Alien-Insekten oder ähnliches.

Doch nun gut, kommen wir zum Gameplay. Zu Beginn habt ihr einen zufallsgenerierten Charakter in einem zufallsgenerierten Diorama. In diesem findet ihr so einiges vor: Autos, Benzin, Waffen, Ausrüstung, andere Figuren und auch Gegner. Mit jedem dieser Dinge könnt ihr etwas anfangen. Die Waffen sind meist Stöcke und Flaschen, mit denen könnt ihr die Gegner besiegen. Die Ausrüstung könnt ihr anziehen, um weniger Schaden zu erlangen und die weiteren Figuren können eure Mitstreiter werden, euch aber auch hintergehen. Wie genau möchte ich nicht verraten, da das in der Tat überraschend werden kann.

Wie komm ich hier bloß weiter? © Finji

Der Kern des Spiels besteht vor allem darin, Benzin zu sammeln. Logisch, irgendwie müsst ihr ja durch Amerika kommen. Man reist von Stadt zu Stadt und entdeckt immer wieder neue Gebiete und sammelt Dinge. Das tut ihr, indem ihr bis zum gewünschten Gegenstand lauft, ihn aufsammelt und wieder zurückbringt. Das geht aber nicht nur in einem Schritt, wäre ja auch zu einfach. Mindestens zwei braucht ihr dafür. Die Problematik: Mit jedem Zug den ihr macht, machen auch eure Gegner einen Zug. Stehen sie direkt neben euch, können sie euch sogar angreifen. Im besten Fall schafft ihr es wieder ins Auto zurück, im schlechtesten stirbt einer eurer Charaktere. Das Interessante dabei ist meiner Meinung nach, dass ihr als Spieler hinter dem Fernseher sehr gut darüber nachdenken müsst, ob ihr die Figur A nun opfert, damit B überleben und weiterfahren kann. Oft müsst ihr das tun, einfach ist es aber nie.

Denn die Figuren interagieren miteinander und zeigen sich der Situation bewusst. Oft liest man von Sätzen wie: „Ich schaffe das schon.“ oder „Ich will zurück nach Hause.“ Dass man dabei eine kleine Bindung zu den Charakteren aufbaut, auch wenn diese im Nachhinein eher oberflächlich zu betrachten ist, wundert mich keineswegs. Habt ihr es aber nun heile wieder ins Auto geschafft, heißt es bloß weg und ab ins nächste, zufallsgenerierte Diorama. Beim Wechsel dieser ändert sich übrigens auch die Tageszeit. Die Nacht ist gewiss am gefährlichsten, da man bei Weitem nicht alle Felder sieht und somit gerne mal Gegner nicht erkennt oder nicht weiß, dass sich dort ein potenzieller Mitstreiter im Dunkeln befindet. Wenn ihr dann abfahrt und dabei eine Textbox lest, in der etwas wie: „Nein! Bitte fahr nicht!“ steht, kann euch das durchaus das Herz brechen, denn zurück kommt ihr nicht mehr.

Eine Schweigeminute für den gefallenen Elijah, der sein Leben gab, um Billy zu retten. © Finji

Damit kommen wir aber auch zu einer Sache, die Overland meiner Meinung nach sehr gut umsetzt: Die Atmosphäre. Sei es nun der Farbton des Spiels, die Aussagen der Charaktere oder die Musik: Es fühlt sich tatsächlich so an, als würdet ihr in einer postapokalyptischen Welt ums Überleben kämpfen. Als würdet ihr wirklich unter Druck stehen, schließlich wollt ihr ohne Verlust ins nächste Diorama. Dass ihr dann auch noch eure Hirnzellen anstrengen müsst, macht euch erst wirklich bewusst, dass ihr der Verantwortliche seid, dass euer Handeln Leben und Tod der armen Figuren bedeutet. Sterbt ihr, könnt ihr ein neues Abenteuer beginnen. Diesmal mit neuen Figuren, in neuen Dioramas. Das lässt den Tod noch viel endgültiger wirken. Meine Kritik an Overland besteht vor allem aus folgendem Punkt: Abgesehen vom oben erklärten Gameplay gibt es nichts. Abgesehen von Errungenschaften, welche man auch nur beim Spielen des oben erklärten Modus erhält, gibt es keine weitere Möglichkeit das Spiel zu genießen. Ich hätte mir an der Stelle durchaus ein oder zwei Modi gewünscht, die ein wenig Innovation hereinbringen. Eine weitere Idee wäre es, den Spieler selbst ein Diorama gestalten zu lassen und eventuell online zu veröffentlichen. Mich hätte es gefreut zu sehen, was Spieler aus aller Welt für Welten bauen und ob ich diese überleben kann.

Um noch einige Worte zur Technik zu verlieren. Overland ist ein sehr ruhiges Spiel. Schließlich geht es hier nicht um schnelles Handeln, sondern um gutes, taktisches Denkvermögen. Dementsprechend kann ich schlecht einschätzen, mit wie vielen Bildern pro Sekunde das Spiel läuft. Ich kann lediglich sagen, dass 30 hier nicht schlimm wären, da es nicht auffällig ist. Rein optisch gefällt mir das Spiel, der Artstlye ist zwar nichts Neues, mir gefällt er und auf seine eigene Art und Weise passt er einfach zum Spiel. Der Sound des Spiels ist authentisch und spielt auch eine Rolle im Spiel. Die Waffen zum Beispiel, die können aus Holz, Stein oder Glas sein. Haut ihr einen Gegner mit einem Glas kaputt, hört sich das nicht nur echt an, es zieht auch Gegner an. Ein Ast hingegen tut das nicht, da der Aufprall auf dem Kopf des Gegners leiser ist, als der einer alten Glasflasche. Der Soundtrack ist nicht breit gefächert, klingt aber passend. Wie ich oben auch schon beschrieben habe, lässt er die Atmosphäre nochmal besser wirken. Beschweren kann ich mich hier gewiss nicht.

Redaktionswertung

6

Überzeugend

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Unser Fazit zu Overland

Meinung von Erwin Sigle
Overland ist ein rundenbasiertes Strategiespiel, welches meiner Meinung nach vor allem in einem Punkt überzeugt: Der Atmosphäre. Als Spieler fühlte ich mich tatsächlich unter Druck gesetzt, denn das Spiel machte mir schnell klar, dass ein Fehler meinerseits den Tod einer Figur bedeuten kann. Ansonsten fehlt es Overland leider an Innovation und Abwechslung. Der einzige Modus den das Spiel bietet, kann zwar durchaus für einige Stunden unterhalten und auch sicher etwas sein, wofür man immer wieder mal die Konsole aktiviert. Vergeht dem Spieler nach einer Zeit aber die Lust, gibt es nichts weiter, was einen dazu überreden könnte, das Spiel weiterhin zu spielen.
Mein persönliches Highlight: Die Atmosphäre des Spieles

Kommentare 2

  • Muki Turmbaron - 16.11.2019 - 03:53

    Hab ich es überlesen wie groß der Umfang des Spiels ist? Es gibt ja eine Karte mit zielen zudem man fahren kann. Ist das Ende der Karte dann immer das Ziel oder geht das Spiel endlos weiter?!?
  • Erwin Sigle Shooting Star - 16.11.2019 - 15:54

    @Muki Tut mir Leid, falls ich das nicht erwähnt haben sollte. Das Ende der Karte ist das Ziel, es geht nicht endlos weiter.