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Test zu Football Game - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Football Game
  • USA USA: Football Game
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
08.11.2019
Vertrieb
Ratalaika Games
Entwickler
Cloak and Dagger Games
Genre
Adventure, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Hast du Suzy Cooper gesehen?

Von Felix Kraus () Mit Football Game liefern Cloak and Dagger Games klassische 2D-Point-and-Click-Adventure-Kost. Das bereits im Frühjahr des letzten Jahres für den PC erschienene Indie-Spiel fand nun seinen Weg auf die Nintendo Switch, um dort seine bizarre Geschichte zu entfalten.

Die Handlung findet in East Bend, Purchase County im Jahre 1987 statt. Ihr schlüpft in die Rolle des jungen Tommy Taylor, der nach einer durchzechten Nacht in seinem Zimmer aufwacht. Nachdem die Bierflaschen und der Dreitagebart beseitigt wurden, wollt ihr euch auf den Weg zu einem Spiel machen, wo ihr eure Freundin Suzy Cooper treffen möchtet, um ihr ein Geschenk zu geben. Als eure Mutter jedoch davon Wind bekommt, dass ihr am Vorabend getrunken habt, erteilt sie euch Hausarrest. Ihr müsst euch also heimlich davonstehlen, allerdings reagieren die Personen auf eurem Weg seltsam – irgendwas stimmt nicht. Tatsächlich ist das alles, was man von der Geschichte verraten darf, um nichts vorwegzunehmen.

Das Spiel präsentiert sich durchweg düster und minimalistisch. Hier erledigt Tommys Mutter gerade den Abwasch. © Ratalaika Games

Die Steuerung des Spiels ist denkbar einfach. Ihr könnt pausieren, um das Spiel zu speichern, zu laden und die Helligkeit einzustellen. Außerdem könnt ihr mithilfe des Analogsticks den Cursor bewegen. Mit diesem steuert ihr Objekte an, um per Knopfdruck auf die A-Taste mit ihnen zu interagieren oder diese per Knopfdruck auf die B-Taste zu inspizieren. Habt ihr kein spezielles Objekt angewählt, könnt ihr Tommy per Knopfdruck auf die A-Taste dorthin laufen lassen. Natürlich werdet ihr auch Gegenstände aufheben und zum späteren Gebrauch in eurem Inventar aufbewahren, auf welches ihr zugreifen könnt, indem ihr den Cursor zum oberen Bildschirmrand bewegt. Selten können Objekte dort auch kombiniert werden. Letztendlich kann man an der Steuerung nichts aussetzen. Der Analogstick reagiert nicht zu sensibel und das Zwei-Tasten-Prinzip ist schnell verinnerlicht. Einzig zu bemängeln wäre, dass Tommy sich nicht so einfach bewegen lässt. Wenn man beispielsweise versehentlich auf ein Poster klickt, welches dann von diesem erklärt bzw. beschrieben wird, anstatt dorthin zu laufen. Man hätte die Kontrolle des Cursors auch auf den rechten Analogstick legen können und die Steuerung der Spielfigur auf den linken. Jedoch ist das Spiel zu kurz, um sich wirklich darüber aufregen zu müssen. Nach etwa einer Stunde seht ihr den Abspann über den Bildschirm laufen.

Football Game ist weniger ein Spiel als eine interaktive Kurzgeschichte

Ihr arbeitet also ganz klassisch eure Aufgabenliste ab, unterhaltet euch mit diversen Personen und seht euch mit dem ein oder anderen Rätsel konfrontiert. Die Qualität Letzterer ist durchweg durchschnittlich. Da der Fokus des Spiels auf der Narration liegt, dürft ihr keine Kopfnüsse erwarten, jedoch erhöht sich der Schwierigkeitsgrad dezent aufgrund der mangelnden Übersicht. Normalerweise ist man es gewohnt, auf besonders auffallende Gegenstände zu achten, die sich vom sonstigen Hintergrund abheben. In Football Game ist das nicht der Fall. Da sich das Spiel in einem homogenen, düsteren Pixel-Look präsentiert, fallen nützliche Items nicht sofort auf, was die Suche nach ihnen etwas mühselig gestaltet. Ihr sucht also mit dem Cursor das Bild ab und achtet eigentlich nur darauf, ob ein Schriftzug mit der entsprechenden Objektbezeichnung auftaucht. Das zerstört gelegentlich ein bisschen den Spielfluss.

Kurze Zwischensequenzen werden detaillierter dargestellt und sorgen für Abwechslung. © Ratalaika Games

Die Optik gestaltet sich hierbei minimalistisch und einfach, jedoch vermag man trotzdem, Details zu erkennen. Sicher ist der Grafikstil Geschmackssache, aber für das, was das Spiel sein möchte, funktioniert dieser erstaunlich gut. Das Kantige, Grobe, gar etwas Hässliche harmoniert super mit der bizarren Stimmung, die sich mit fortlaufender Dauer einstellt. Einzig die Darstellung im Handheldmodus weiß nicht zu gefallen. Dort wirkt das Spiel arg unscharf, während diese Probleme auf dem Fernseher nicht auftreten. Dabei ist das Spiel wie dafür geschaffen, im Handheldmodus mit Kopfhörern gespielt zu werden, denn der Sound gestaltet sich wie die Grafik zwar nicht perfekt, aber trotzdem stimmig. Klar merkt man irgendwann, dass es pro Gebiet ein sich ständig wiederholendes Soundfile ist, aber im Gesamtbild funktioniert es. Zudem kommt die Musik von JUPITER-C, einem Duo aus dem Vereinigten Königreich. Eine Vertonung sucht man hier allerdings vergeblich.Stattdessen müsst ihr euch mit Bildschirmtext zufriedengeben. Diesen gibt es in Deutsch, Englisch, Spanisch und Französisch. Da Deutsch bei der Auswahl als "Deutsche" gelistet wird, hielt ich beim ersten Durchlauf vorerst davon Abstand und entschied mich für Englisch. Damit ließ sich der Geschichte auch problemlos folgen. Mein zweiter Durchgang war dann in deutscher Sprache, um mir ein Bild von deren Qualität zu machen, und es ist durchaus annehmbar, wenn auch etwas holprig übersetzt. Der Sinn geht jedoch nicht verloren.

Schlussendlich kann das Spiel während seiner kurzen Spielzeit überzeugen. Das Ende kommt aber verdammt plötzlich und lässt wirklich sehr viel Interpretationsspielraum. Nach zwei Durchgängen erschließt sich mir immer noch nicht ganz, was genau in der Geschichte von Football Game eigentlich passiert ist.

Redaktionswertung

6

Überzeugend

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Unser Fazit zu Football Game

Meinung von Felix Kraus
Football Game ist nicht das, was man auf den ersten Blick vielleicht vermutet. Es handelt sich um ein düsteres Abenteuer mit eigenwilliger Optik und leider sehr kurzer Spieldauer. Es zaubert mit wenigen Mitteln eine tolle Atmosphäre auf den Bildschirm und weiß über eine Stunde hinweg durchaus zu fesseln. Insgesamt ist es vielleicht etwas zu speziell, um bei der breiten Masse anzukommen, und selbst Genreliebhaber könnten aufgrund des wirklich offenen Endes verschreckt werden.
Mein persönliches Highlight: Der Soundtrack von JUPITER-C und dessen kratzige Wiedergabe – passt einfach gut ins Gesamtbild.

Kommentare 2

  • wonderboy Turmbaron - 15.11.2019 - 13:57

    eine stunde Spielvergnügen? dann kauf ich mir lieber ne Langspielplatte..
  • Ande Turmfürst - 15.11.2019 - 17:21

    Ich mag ja Adventures sehr, hier hat mich der Stil aber schon sehr abgeschreckt, sieht einfach irgendwie schlechter aus als ich es von damals in Erinnerung hatte. Dazu kommt, dass es wohl wirklich sehr kurz ist. Da kann ich mir die Story auch mal schnell auf YouTube geben, wenn ich denn Lust dazu hätte.