Die schießwütigen Affen kommen

Was habe ich mich auf Monkey Barrels gefreut. Endlich mal wieder ein Twin-Stick-Shooter, welcher mit einer riesen Auswahl an Waffen und einer durchgeknallten Geschichte aufwarten kann. So wird geschossen, geschossen und nochmals geschossen und wenn die Finger es zulassen, kann auch nochmal schnell ein Sprung eingebaut werden. So stellt ihr euch der Unmenge an Feinden, verliert gut und gern mehrfach die Übersicht und am Ende heißt es bloß noch: sie oder ich. So toll das Ganze auch klingen mag, haben sich leider auch Probleme ins Spiel geschlichen, welche nicht mit einem gezielten Schuss ausgeschaltet werden können. Welche das sind und ob das Spiel zu euch passt, erfahrt ihr in unserem Test.


Schnelle Finger sind der Schlüssel zum Erfolg


Die Geschichte rund um die wilde Affenbande ist schnell erzählt. Die Menschheit wurde von Haushaltsrobotern ausgeschaltet und die Städte unseres Planeten wurden nach und nach von den Tieren erobert. Der letzte Überlebende Mensch ist unser Widersacher Dr. Echizen Crabbenworld, der den in Japan ansässigen Affen Kotetsu entführt, um diesen zu einem Teil seiner Armee zu machen. Nun liegt es an den Freunden das Äffchens, ihn zu befreien und dem Bösewicht das Handwerk zu legen.


Euren Gegnern müsst ihr mit allerlei Schusswaffen entgegen treten. © Good-Feel

An dieser Stelle setzt eure Aufgabe im Spiel ein. Ihr übernehmt wahlweise die Kontrolle über Masaru oder Hanako, zwei Affen unterschiedlichen Geschlechts und kämpft euch durch insgesamt 22 Level. Zur Verfügung stehen euch insgesamt 98 verschiedene Waffen, welche in Primär- und Sekundärwaffen aufgeteilt sind. Vor jedem Level müsst ihr die Qual der Wahl treffen und euch zwei Primär- und zwei Sekundärwaffen aussuchen, welche ihr ausrüstet. Die Primärwaffen werden mittels der ZR/ZL-Tasten abgefeuert, wohingegen die Sekundärwaffen auf die L/R-Knöpfe ausgelegt sind. Gleichzeitig seid ihr noch in der Lage, mit dem B-Knopf einen Sprung auszuführen und euch mittels des X-Knopfes vorübergehend in Rage zu versetzten, sodass eure Angriffe mehr Schaden anrichten.


Die Waffen und Fähigkeiten sind wirklich toll in das Spiel integriert. Zum einen ist die unfassbare Masse an Waffen beeindruckend. Diese reichen bei den Primärwaffen von einfachen Handfeuerwaffen, über Laserkanonen bis hin zu Flammenwerfern und sorgen für eine gehörige Abwechslung. Zu den Sekundärwaffen zählen Klassiker wie Tretminen oder explodierende Bälle. Hinzu kommt, dass alle Waffen über eigene Reichweiten, Nachladegeschwindigkeiten und Stärken verfügen, sodass sie sich sehr unterschiedlich spielen und es als Spieler Spaß macht, diese auszuprobieren und zu kombinieren. Dies ermöglicht euch ein taktisches Vorgehen bei dem Ausschalten der Feinde, solltet ihr einmal auf Hindernisse stoßen.


Der erwähnte Sprung ist jedoch ebenso wichtig, wie die richtige Wahl eurer Schießeisen. Von Level zu Level werden eure Feinde nämlich nicht nur in der Stückzahl immer mehr, sondern auch ihr Repertoire an Schusswaffen steigt, sodass der Bildschirm das ein oder andere Mal durchflutet von Projektilen ist. In diesen Momenten solltet ihr euren Sprung gezielt einsetzen, da ihr so nahenden Angriffen ausweichen könnt, bevor ihr den Gegenangriff startet. Schnelle Finger und eine gute Übersicht sind somit essenziell, wenn es darum geht, das eigene Leben zu schützen. Sollte es dennoch einmal brenzlig werden, könnt ihr auf eure „Wild Power“ zurückgreifen, welche sich nach und nach auflädt. Durch einen gezielten Druck auf den X-Knopf entladet ihr eine mächtige Attacke, die Feinde zurückschlagen und eure eigenen Attribute stärkt. Dies kann einen aussichtslosen Kampf durchaus in euren Vorteil umwandeln.


Nach jedem Level dürft ihr euch in der Stadt mit neuen Waffen eindecken. © Good-Feel

Leider kommt Monkey Barrels mit zwei großen Problemen daher. Zum einen steigt der Schwierigkeitsgrad von Level zu Level signifikant an. Lauft ihr noch locker und lässig durch die ersten Spielabschnitte, lauert plötzlich der Tod hinter jeder Ecke. Die Masse an Feinden, ihre Attacken und zuletzt auch ihre Beweglichkeit sorgen für so viel Stress auf dem Bildschirm, dass man um den Bildschirmtod nicht drumherum kommt. An dieser Stelle setzt dann das zweite Problem ein: die Größe der Level. Stellenweise waren mir für eine schnelle Runde die Level viel zu groß. Die zum Teil schlecht platzierten Checkpoints haben dann in Kombination mit dem Schwierigkeitsgrad dafür gesorgt, dass der Controller gefrustet in der Ecke landete. Spielabschnitte wieder und wieder zu wiederholen, nur um dann an einer Stelle erneut das zeitliche zu segnen, macht auf Dauer einfach keinen Spaß. Dabei könnte man das Problem so leicht lösen. Besser platzierte Checkpoints, ein regulierbarer Schwierigkeitsgrad oder verschiedene Powerups zur Stärkung wären durchaus möglich gewesen und hätten zum Titel auch super gepasst. Zwar erhöht sich mit euren Fehlversuchen euer Lebensbalken, vor allem die bockschweren Bosse werden eure Nerven jedoch bis aufs Letzte auf die Probe stellen.


Technisch macht Monkey Barrels jedoch eine gute Figur. Der gesamte Look passt sehr gut zum Titel und trotz der wilden Ballereien kam es in der Testphase zu keinerlei Einbrüchen der Framerate. Leider sehen sich viele Level insgesamt sehr ähnlich, auch wenn sie sich thematisch unterscheiden. So macht es für euch als Spieler wenig Unterschied, ob ihr gerade durch eine Großstadt lauft oder durch einen Dschungel, da man nichtsdestotrotz einfach den vorgegeben Pfaden folgt. Glücklicherweise wird zwischendurch für Abwechslung gesorgt, wenn ihr euch auf ein Motorrad oder einen Panzer schwingt und so manche Abschnitte in ungewohnter Weise erlebt. Die Tastenbelegung ist ebenfalls gut gelöst und geht nach wenigen Minuten locker von der Hand.


Ein spaßiger Titel mit Schwächen


Für Langzeitmotivation sorgen zum einen die vielen sammelbaren Gegenstände im Spiel. So sind in allen Leveln Blaupausen versteckt, welche neue Waffen im Waffenladen freischalten. Dank Trödelteilen, die ihr überall im Spiel findet, könnt ihr mit ausreichender Anzahl die neuen Waffen herstellen, welche durchaus die ein oder andre schwierige Passage im Spiel erleichtern. Toll ist ebenfalls, dass all eure gefundenen Waffen in den Mehrspieler-Modus übertragen werden, sodass es sich durchaus lohnt, alle Bereiche nochmals aufzusuchen, um im Online-Kampf die Überhand zu gewinnen. Ja ihr habt richtig gelesen, einen Mehrspieler-Modus gibt es ebenfalls. Diesen schaltet man beim Spielen der Kampagne frei und hier können sich bis zu sechs Spieler darum bekriegen, wer am Ende einer Runde die meisten Bananen hat. Dieser Spielmodus ist zwar spaßig, sorgt aber nicht für dauernden Spielspaß. Weiter hätte ich mir gewünscht, dass dieser von Beginn an verfügbar ist, um so gegen andere die eigenen Waffenfertigkeiten zu schulen. Schade.

Unser Fazit

6

Überzeugend

Meinung von Maik Styppa-Braun

Monkey Barrels ist für mich ein grundsolides Spiel. Die Anzahl der Level geht vollkommen in Ordnung und vor allem die Fülle an Waffen weiß zu überzeugen. Ebenfalls begeistert die durchgeknallte Geschichte, wenngleich sie ruhig noch etwas mehr Anstrich vertragen könnte. Dank der vielen Blaupausen in den einzelnen Spielabschnitten ist auch für eine angenehme Langzeitmotivation gesorgt, da man sich so auch gleich für den Mehrspieler-Modus rüstet. Leider stören die schlecht platzierten Checkpoints und der teilweise sehr hohe Schwierigkeitsgrad so sehr, dass statt Spielspaß nur Frust aufkommt. Es hätten durchaus ein paar Waffen weniger sein dürfen, wenn die Entwickler dafür am Gesamtpaket etwas mehr geschliffen hätten.
Mein persönliches Highlight: Als ich mit dem Flammenwerfer eine ganze Horde an Gegnern ausschaltete

Die durchschnittliche Leserwertung

3 User haben bereits bewertet

Kommentare 1

  • Mayhem89

    Turmritter

    Hab an sich mega spaß und finde den schwierigkeitsgrad eigentlich passend nur die checkpoints sind manchmal echt doof platziert. Danke für den Test :)