Strom für alle!

Es ist soweit: Wir haben den blauen Planeten verlassen und eine kleine Kolonien auf dem Mars errichtet. Doch das normale Leben muss weitergehen. Das ist jedoch ohne Sauerstoff, fließend Wasser oder einer guten Stromversorgung gar nicht so einfach. Zumindest den beiden letzten Problemen hat sich nun Entwickler Sonka angenommen, denn im Weltraum-Puzzler Mars Power Industries müsst ihr clever Leitungen und Rohre verlegen, um den Mars mit Elektrizität und Wasser zu versorgen, um den roten Planeten bewohnbar zu machen.


Die Häuser müssen miteinander verbunden werden. ©Sonka

Eine Geschichte gibt es zwar nicht aber eure Mission als Elektriker ist trotzdem klar: Ihr müsst die Kolonien auf dem roten Planeten mit Strom versorgen. Dafür stehen euch nur eine begrenzte Anzahl an Bauteilen zur Verfügung, die auch noch in einer bestimmten, vom Spiel vorgegebenen Reihenfolge eingesetzt werden müssen. Das ganze System der nachrückenden Teile, die ihr am linken Bildschirmrand einsehen könnt, erinnert ein wenig an Tetris. Der eigentliche Spielbereich befindet sich jedoch in der Mitte des Bildschirms und ist in Kacheln aufgeteilt, auf denen man die zu versorgenden Häuser, Hindernisse und Bonusgegenstände sieht. Da die Stromverteiler nicht überall platziert werden können, weisen euch ein kleine grüne Pfeile auf den Bodenkacheln darauf hin, wo ihr gerade bauen dürft. Die gebauten Strommasten verteilen dabei ihren Strom in verschiedene Richtungen, die euch vor dem Platzieren auch als blaue Vorschau auf den Kacheln gezeigt werden.


Der Einstieg ins Spiel gestaltet sich einfach und die Steuerung ist schnell verinnerlicht. So baut ihr nach und nach die Verteiler auf, indem ihr mit dem linken Stick oder den Richtungstasten die Bauteile über das Raster bewegt. Solltet ihr euch verbaut haben und nicht weiterkommen, könnt ihr mit dem B-Knopf Zug für Zug zurücksetzen und eure Entscheidungen in Ruhe überdenken. Das ist am Anfang eher selten der Fall, jedoch steigt die Komplexität mit jedem Level an. So müssen manche Häuser beispielsweise an mehrere Stromquellen angeschlossen werden, damit das Level als erledigt gilt. Im späteren Verlauf kommen dann auch noch Wasserleitungen hinzu, die eine zusätzliche Herausforderung ins Spiel bringen, sich aber im Grunde genauso verhalten, wie die Stromleitungen. Auch Hindernisse, wie spitze Steine verwehren euch den Weg, wobei es eine Besonderheit gibt, dass die Steine in jedem Zug ihren Zustand ändern. Sind sie eingefahren, könnt ihr ohne Probleme darauf bauen, ist das Gegenteil der Fall, müsst ihr euren Zugverlauf ändern. Dadurch, dass eure Züge und Fehler nicht begrenzt sind, hält sich der allgemeine Schwierigkeitsgrad in Grenzen. Sind alle Häuser versorgt, geht es direkt weiter zum nächsten Level.


Alle Bauelemente sind aufgebraucht aber nicht überall kommt der Strom an. ©Sonka

Schade ist, dass man für seine Arbeit am Ende keine Bewertung bekommt, da nach jedem Abschluss direkt zum nächsten Level übergegangen wird. So fehlt schnell der Antrieb, das Spiel weiterzuspielen, da man nicht für seine Mühen belohnt wird. Auch das Zurücksetzen der einzelnen Züge verstärkt diesen Aspekt, da man so schnell dazu verleitet wird, nach dem Trial-and-Error-Prinzip vorzugehen, ohne den Kopf anstrengen und über die Züge nachdenken zu müssen. Viele Level beinhalten außerdem sammelbare Gegenstände, die allerdings ebenfalls keine weitere Erwähnung finden. Um die Sammelobjekte aufzuheben, müsst ihr eines eurer Bauobjekte auf dem Feld platzieren, auf dem es sich befindet. Oft werden diese Felder aber nicht benötigt, um zur Lösung zu kommen und so müssen in jedem Fall die Züge wieder rückgängig gemacht werden, nachdem man das Objekt eingesammelt hat, um das Level abzuschließen.


Optisch ist das Spiel in einem einfach gezeichneten Stil gehalten, der aber sehr ansehnlich ist und gut zum Puzzle-Konzept passt. Auch wenn die 80 Level, bis auf wechselnde Hintergrundfarben, nur wenig grafische Abwechslung untereinander bieten, gibt es im Laufe des Spiels hin und wieder ein paar Überraschungen, wie beispielsweise eine Rakete, die ihr mit Strom versorgen müsst, damit sie in die Weiten des Weltraums fliegen kann. Die akustische Komponente kommt mit wenigen Tönen aus und hält sich stark im Hintergrund. Dadurch ist sie nicht aufdringlich, was sehr gut dabei hilft, sich auf die Aufgabe zu konzentrieren, auch wenn die Musik eher schwerfällig und düster ist.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Thomas Kurth

Mars Power Industries ist ein kleiner, schnell zu meisternder Puzzler, mit gutem Umfang und ein paar Überraschungen. Die Steuerung ist einfach und die grafische und musikalische Darbietung passt sehr gut zum Setting des roten, unbekannten Planeten. Der Komplexität steigert sich mit jedem Level, was sich durch eine fehlende Zugbegrenzung oder ähnliches nicht wirklich auf den Schwierigkeitsgrad auswirkt und bei den meisten Spielern wahrscheinlich zu Trail & Error führt. Ebenso unnötig wirken die Sammelgegenstände, die keinerlei Auswirkungen haben, da es auch keine abschließende Bewertung nach einem Level gibt.

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