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Test zu Dusk Diver - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Dusk Diver
  • USA USA: Dusk Diver
  • Japan Japan: Dusk Diver
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
25.10.2019
Vertrieb
PQube
Entwickler
JFI Games
Genre
Adventure, 3D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Zwischen den Dimensionen

Von Daniel Kania () Willkommen in Taipeh, der taiwanischen Hauptstadt, wo Tradition und Moderne aufeinandertreffen. Ximending, das geschäftige Vergnügungsviertel im Nordosten des Stadtbezirks, lockt mit seinen zahlreichen Geschäften und Imbissständen viele Touristen an, weshalb die Straßen stets gut gefüllt sind. Inmitten der Masse findet ihr Yang Yumo, eine gewöhnliche Oberschülerin, die sich mit ihrer besten Freundin Yusha in der Innenstadt verabredet hat. Aus der gemeinsamen Shopping-Tour wird schließlich aber nichts, als die Mädchen durch übernatürliche Kräfte in eine alternative Dimension geschickt werden. Im Kontrast zum lebendigen, schrillen Ximending zeigt sich sein Pendant namens Youshanding finster und unheimlich.

Ximending in ganzer Pracht. NPCs in der Ferne werden als bunte Silhouette dargestellt. © JFI Games / PQube

Zusammen mit der Hilfe von Leo, welcher sich anschließend als ein Wächter von Ximending vorstellt, gelangen die Oberschülerinnen zurück in ihre Dimension. Leo – und auch seine Vorgesetzte namens Boss – stammen aus der Kunlun-Welt, einer anderen Dimension. Sie dienen als Beschützer der Menschen und sorgen für Stabilität und Frieden. Leo ist in Ximending stationiert, wo er von einem kleinen Supermarkt aus operiert, der von Boss betrieben wird. Aufgrund ihres Talents, mit der Macht der Wächter umgehen zu können, schließt sich Yumo der Kunlun-Gruppe an. Was von außen wie ein gewöhnlicher Supermarkt-Nebenjob aussieht, ist in Wahrheit eine aufregende Reise durch die Dimensionen von Ximending und Youshanding. Immer mehr Risse, welche die beiden Dimensionen willkürlich verbinden, haben sich aufgetan und es liegt an Yumo und den anderen, diesem Schabernack Einhalt zu gebieten.

Das Gameplay von Dusk Diver kann allgemein in zwei Phasen eingeteilt werden. Eine Action-Phase und eine Erkundungsphase. Befindet ihr euch in Ximending, könnt ihr das Vergnügungsviertel nach Herzenslust erkunden und dabei mit allerlei Personen sprechen, Nebenaktivitäten nachgehen und Sammelgegenstände aufspüren. Der Supermarkt dient als Basis eures Abenteuers, wo ihr nützliche Items kaufen, Missionen starten oder schlicht euer Spiel speichern könnt. Durch die Erkundung von Ximending verschafft ihr euch außerdem Zugang zu neuen Storymissionen, was gerade dann notwendig wird, wenn Boss auffällige Messwerte aus Youshanding empfängt. Dann macht sich die Truppe auf, um den Dimensionsriss irgendwo in Ximending ausfindig zu machen.

Willkommen in Youshanding. Macht es euch in den Gegnerhorden gemütlich. © JFI Games / PQube

Im finsteren Youshanding trefft ihr auf eine Handvoll verschiedener Gegnertypen, die sich euch in großen Mengen in den Weg stellen. Die actiongeladenen Kämpfe von Dusk Diver spielen sich nicht unähnlich zu einem Musou-Titel von Koei Tecmo. Yumo kann Fieslingen mit leichten aber auch schweren Angriffen zusetzen. Die Kombination aus beiden Angriffstypen resultiert in verschiedene Attacken mit unterschiedlichen Effekten. Yumos Angriffsrepertoire kann im Spielverlauf zusätzlich erweitert werden, wodurch noch längere Angriffsketten möglich werden.

Aber die Heldin ist nicht allein. Die Wächter von Ximending begleiten Yumo mit nach Youshanding und erweisen sich im Kampf als äußerst hilfreich. Nach einem schweren Angriff kann Yumo einen Wächter beschwören, der je nach Angriffskette eine andere Attacke ausführt. Leo, euer erster Wächter, verfügt über feurige und explosive Techniken, die Gegner in unmittelbarer Nähe treffen. Spätere Verbündete setzen auf andere Strategien wie Gift oder Schusswaffen und erweitern dementsprechend eure Kampftaktiken. Auch die Wächter können im Verlauf des Abenteuers zusätzliche Techniken erlernen.

Beim Metzeln von Gegnern bildet sich ein süchtigmachender Kreis aus dem Nutzen von Wächtertechniken und dem Rückgewinn von SP, welche für den Einsatz besagter Techniken notwendig sind. Je länger eure Kombo an getroffenen Treffern anhält, desto stärker wird der Gewinn von Ressourcen, was ein gutes und effizientes Spielen fördert. Zudem kommt ihr dadurch der Aktivierung von „D.ARMS“ näher, einem besonderen Status, in dem Yumo ein Vielfaches des gewöhnlichen Schadens anrichten kann.

In ihrer Kernform nehmen Wächter die Gestalt niedlicher Tiere an. In diesem Fall ist es ein Goldfisch. © JFI Games / PQube

Ein anderer spannender Teil des Kampfsystems ist der „Just Dodge“, ein geschicktes Ausweichmanöver, welches kurz vor einem gegnerischen Treffer ausgeführt wird. Seid ihr erfolgreich ausgewichen, wird das Geschehen für kurze Zeit verlangsamt, sodass ihr ohne Hemmungen auf euren Kontrahenten eindreschen könnt. Die Mechanik gleicht ziemlich derjenigen aus The Legend of Zelda: Breath of the Wild. Beim „Just Dodge“ werden außerdem eure SP so gut wie komplett aufgefüllt, um Gegner mit mindestens einer Spezialattacke überraschen zu können. Diese kostet drei SP-Einheiten und ist die mächtigste Wächtertechnik, die euch zur Verfügung steht.

Auch wenn das Kämpfen zufriedenstellend und spaßig ist, hat die Zeit in Youshanding einige Mankos. Die Zahl einzigartiger Gegner ist äußerst begrenzt. Ihr werdet in gängigen Missionen immer wieder auf die gleichen Monster treffen und spätestens nachdem ihr eure Angriffe verbessert und neue Techniken gelernt habt, sind die Monsterchen nichts weiter als Kanonenfutter. Besonders schade ist dabei, dass euch Dusk Diver, verglichen mit anderen Musou-Spielen, eine relativ geringe Anzahl an Gegnern gleichzeitig bekämpfen lässt. Lücken in den Horden können potenziell den Kampffluss stören.

Abseits von den Kämpfen wird leichte Platforming- und Erkundungskost geboten, welche sich aber meist auf den gleichen Spielbereich beschränkt und wenig traut. Der besuchte Bereich von Youshanding wird mit jeder Mission ein wenig modifiziert: eine Barriere hier, eine Plattform da. Das ändert aber wenig daran, dass sich die Missionen mit wenigen Ausnahmen gleich spielen lassen. Puzzles sind auf ein simples Schlüssel-Schloss-Prinzip beschränkt oder bedienen sich klassischer Schalterrätsel.

Die Schattenseiten von Ximending

Wer noch mehr aus Dusk Diver herausholen möchte, erhält dafür mehrfach Gelegenheit. Durch das Kämpfen und Interagieren mit den Wächtern von Ximending erhöht ihr euren Freundschaftslevel mit ihnen. Dadurch lassen sich spezielle, wenn auch kurzweilige Eventdialoge und Wächter-Nebenmissionen freischalten. Durch Letztgenanntes können neue Wächtertechniken erlangt werden. Das Absolvieren von Nebenquests, die euch von NPCs gegeben wurden, bringt euch kleinere Belohnungen ein und sorgt langfristig dafür, dass eure „D.ARMS“-Stärke wächst. Im Großen und Ganzen bietet Ximending nicht wahnsinnig viel zu tun, was die Oberwelt schon einmal leer und uninteressant wirken lässt.

Leo ist soetwas wie der Papa der Gruppe. Entsprechend erhält Yumo Tipps für die Schule... und fürs Weltenretten. © JFI Games / PQube

Ungenutztes Potenzial lässt sich auch in den Hauptfiguren entdecken. Die Designs sind durch die Bank weg ansprechend, die Persönlichkeiten der Figuren hingegen werden kaum erkundet. Einige Konversationen können zwar mit Charme überzeugen, die Themen sind generell aber nicht tiefgreifend oder von Substanz. Auch Eventdialoge fallen eher kurz aus und zeigen nicht viel vom Innenleben der Wächter, was wirklich bedauerlich ist. Da die Handlung vorallem zweckmäßig ist, wirken auch die Motive der Charaktere eher undurchsichtig.

Ein zweischneidiges Schwert ist in jedem Fall die Präsentation von Dusk Diver. Während die Optik besonders im TV-Modus aufgrund der modernen und stilsicheren Anime-Ästhetik einiges hermachen kann, zeigt sich die Technik nicht immer von der besten Seite. Die Kämpfe laufen überraschend flüssig – möglicherweise zum Opfer einer hohen Gegneranzahl –, doch beim Erkunden von Ximending kann es gerne zu Framerate-Einbrüchen kommen. NPC-Modelle in Ximending sind undetailliert und kantig, einige Texturen machen nicht den besten Eindruck und in manchen Szenen scheint das Spiel an Schärfe zu verlieren. Dies beeinträchtigt das Spielen insbesondere im Handheld-Modus.

Ein nicht zu entschuldigender Mangel ist die fehlerhafte Lokalisation für westliche Konsumenten. Die englische Übersetzung ist von zahlreichen Tippfehlern geplagt und auf keinem sprachlich qualitativen Niveau. Viele Formulierungen, auch wichtige wie Charakter-Beschreibungen, sind in gebrochenem Englisch geschrieben. Von PQube-Veröffentlichungen sollte mehr erwartet werden dürfen als das. Immerhin die chinesische oder alternativ japanische Synchronisation ist solide.

Redaktionswertung

6

Überzeugend

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Unser Fazit zu Dusk Diver

Meinung von Daniel Kania
In Dusk Diver spielt ihr die Oberschülerin Yang Yumo, die das besondere Talent hat, die Kraft von Wächtern aus einer anderen Dimension zu kontrollieren, um böse Monster zu beseitigen. Die Kämpfe sind actiongeladen und werden umso zufriedenstellender, je mehr Angriffe Yumo und ihre Verbündete auf den Kasten haben. Dabei können beeindruckende Angriffsketten entstehen, welche den Kombo-Zähler in die Höhe schießen lassen. Die Gegnerhorden können zwar nicht mit den Titeln von Koei Tecmo mithalten und auch die Gegnervielfalt lässt zu wünschen übrig, aber insgesamt sind die Kämpfe ein spaßiges Unterfangen. Eher leer und uninteressant wirkt die erkundbare Oberwelt von Ximending, welche vielversprechende Ansätze liefert, jedoch nie den Mut hat, diese vollends umzusetzen. Quests fallen belanglos aus, Dialoge sind zu kurz und allgemein gibt es nicht viel zu sehen oder zu tun. Wer einmal umhergelaufen ist, der wird sich schnell sattgesehen haben, auch wenn die Präsentation des Spiels äußerst schick sein kann, sofern das Geschehen nicht unter Framerate-Einbrüchen leidet. Wenig gelungen ist leider die Lokalisation, die fast schon als halbes Desaster durchgeht. Das ginge auf jeden Fall besser! Wer Musou was abgewinnen kann und zudem auf Spiele mit Anime-Stil steht, darf ruhig einen Blick riskieren. Mit der nötigen Sorgfalt und einem höheren Budget hätten wir es mit einem echten Spielehit zu tun gehabt.
Mein persönliches Highlight: Die Kämpfe, insbesondere mit späteren Wächtern

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