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Test zu Simulacra - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Simulacra
  • USA USA: Simulacra
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
03.12.2019
Vertrieb
Wales Interactive
Entwickler
Wales Interactive
Genre
Adventure
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Das Horrorsmartphone, das ihr besser hättet liegen lassen sollen

Von Johannes Bausch () 2016 brachte das malaysische Entwicklerstudio Kaigan Games das Spiel „Sara is Missing“ heraus, ein Spiel über ein gefundenes Smartphone. Ein Jahr später veröffentlichten sie ihren zweiten Streich, Simulacra für PC sowie Mobilgeräte. Dieses erscheint nun auch für die Nintendo Switch und möchte deren Benutzer einen kalten Schauer einjagen. Der Begriff „Simulacra“ kommt hierbei aus dem lateinischen und kann negativ gedeutet werden, als „trügerischen Scheins“. Andererseits kann es aber auch positiv gesehen werden als „produktive Fantasie“. Ob es in diesem Spiel positiv oder negativ verstanden wird, werdet ihr allerdings sehr schnell herausfinden.

Mein Name ist Anna, wenn ihr das seht, sucht nicht nach mir!

Nachdem ihr ein herrenloses Smartphone findet und entsperrt habt, wird es sehr bizarr: In der Galerie befindet sich ein Video von einer komplett aufgelösten Frau, die panisch darum fleht, dass man nicht nach ihr suchen soll. Diese Frau heißt Anna und ist die Besitzerin des Smartphones. Sofort wird klar, dass Anna in Gefahr ist. Nun gilt es herauszufinden, was mit ihr geschehen ist und wo sie sich befindet. Um dieses Geheimnis zu lüften, müsst ihr die verschiedenen Apps sowie Chatverläufe durchforsten. Zur Auswahl stehen hierbei das Datingportal Spark (angelehnt an Tinder), Jabbr (Twitter), eine Internetapp, Fotogalerie, E-Mail als auch ein Messenger. Recht bald tauscht ihr Nachrichten aus mit Greg, dem Ex-Freund von Anna, als auch Taylor, jemand den sie über Spark kennengelernt hat. Beide versuchen zu helfen, misstrauen sich aber gegenseitig. Doch wem vertraut ihr? Allzu viel mehr möchte ich nicht von der Handlung vorwegnehmen, da Simulacra von der packenden Story lebt. Nur eines vorab, die Geschichte zieht einen in den Bann und lässt euch erst wieder frei, wenn das Spiel innerhalb weniger Stunden durchgezockt wurde. Die relativ kurze Spielzeit wird allerdings mit fünf verschiedenen Enden wieder wettgemacht.

Irgendwas stimmt mit diesem Smartphone ganz und gar nicht. © Wales Interactive

Das komplette Spiel läuft auf einer Smartphone-Oberfläche ab. Hierbei habt ihr freien Zugang über die darauf installierten Apps. Durch das Durchforsten von Chatverläufen und Mails findet ihr stets neue Spuren. Hierbei gilt es sehr kreative Rätsel zu lösen: Um die Telefonnummer einer Person herauszufinden, muss das Jabbr-Profil von dieser inspiziert werden. Dort wurden mehrere Tweets veröffentlicht, in denen Zahlen im Text eingebaut sind. Sobald ihr alle Zahlen zusammenfügt, könnt ihr die entsprechende Person anrufen und kommt dem Verschwinden von Anna ein weiteres Stückchen näher. An anderer Stelle wird ein Pin benötigt, dieser setzt sich aus dem Geburtsdatum der Hauskatze zusammen. Ein Blick in die Galerie verrät das Datum, denn genau an diesem Tag wurde zusammen mit dem Schmusekätzchen ein Party-Selfie veröffentlicht. Beim Durchsuchen älterer Chatverläufe stellt ihr fest, dass manche Nachrichten beschädigt sind und zuerst wiederhergestellt werden müssen. Dies schafft ihr, in dem die einzelnen Wörter in die richtige Reihenfolge zusammengesetzt werden. Bei längeren Nachrichten ist das teilweise gar nicht so einfach, da das Spiel nicht auf Deutsch spielbar ist und ihr demnach gute Englischkenntnisse benötigt. Den Großteil verbringt ihr aber mit dem Chatten mit unterschiedlichen Personen, dabei stehen euch mehrere Antwortmöglichkeiten zur Verfügung. Während ein paar Antworten banal sind und nichts an der Handlung ändern, gibt es allerdings auch grundlegende Entscheidungen, die das Spiel in eines der verschiedenen Enden lenken wird.

Genießt den Titel in einem dunklen Raum mit Kopfhörern, für den maximalen Nervenkitzel

Simulacra bietet ein immersives Spielerlebnis, man taucht komplett in die Welt ab und fühlt sich als Teil der Handlung. Das wird vor allem dadurch verstärkt, dass alle Figuren von realen Menschen verkörpert werden. Anna hat viele Videos hinterlassen, die ein echtes Spielgefühl suggerieren. Auch alle anderen Personen, mit denen ihr agiert, besitzen zumindest ein Foto eines realen Menschen. Solltet ihr gerade mit diesen Menschen chatten, zeigt es immer die bekannten Pünktchen an, wenn gerade getippt wird. Sogar Tippfehler wurden eingebaut, um zu verdeutlichen, dass gerade „echte“ Menschen panisch etwas schreiben und abschicken, ohne davor nochmals auf Richtigkeit zu prüfen. Die Darstellerin von Anna macht einen guten Job und spielt ihre Rolle in den hinterlassenen Videos sehr authentisch. Die anderen Schauspieler können das Niveau von ihr allerdings nicht halten. Allen voran die Sprachnachrichten von Greg, ihrem Ex-Freund, sind nicht sonderlich gut geworden. Leider hat sich das Spiel auch an ein paar Stellen aufgehängt, das passierte mir ausschließlich beim zweiten Durchgang.

Ok, jetzt hört der Spaß aber auf. Woher weiß sie das? © Wales Interactive

Dadurch, dass sich alles so echt anfühlt, fühlt sich auch das Grauen in Simulacra real an. Das Spiel schafft es, dass man stets angespannt ist, der Horror ist zwar oftmals nicht wirklich zu sehen, dennoch fühlt man ihn stets im Hintergrund. Wenn das Handy sich plötzlich rebootet und nach dem Neustart das Display überall flimmert, glitcht und Anna verzerrt dargestellt wird, erzeugt es ein sehr unheimliches Gefühl. Häufig lief mir dabei ein kalter Schauer den Rücken herunter. Dabei wird auch auf kleinere Jumpscares gesetzt, die etwa durch ein plötzliches Klingeln eines Anrufers erzeugt werden. Da ich stets total in die Welt versunken war, ließen mich diese schlagartigen Laute immer hochschrecken. Ab und zu ertönten auch im Hintergrund Klopfgeräusche oder das Schnaufen einer Person. Direkt beim Starten des Titels wird darauf hingewiesen, möglichst mit Kopfhörern zu spielen. Genau das empfehle ich auch herzlichst, die überaus dichte Atmosphäre wird dadurch unglaublich gut in Szene gesetzt und bietet ein noch grandioseres Spielerlebnis. Hierbei muss ich aber auch auf die Smartphone-Version des Spiels hinweisen, auf der Nintendo Switch hat mir der Titel bereits sehr gut gefallen, allerdings empfehle ich eher die mobile Version von Simulacra. Manchmal müssen Texte eingetippt werden, wenn ihr beispielsweise eine E-Mail-Adresse eingeben müsst. Auf dem Hybriden geht das dabei nicht so sonderlich schnell und flüssig. Der Hauptgrund für die Smartphone-Variante ist aber, dass dort das Erlebte nochmals um einiges intensiver wird. Doch Vorsicht, dass ihr am Ende euer Gerät nicht wegwerft, da ihr vielleicht euer Smartphone in einem neuen Licht betrachten werdet.

Redaktionswertung

8

Spiele-Hit

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Unser Fazit zu Simulacra

Meinung von Johannes Bausch
Simulacra ist ein richtiger Überraschungshit für mich geworden. Die Prämisse mit dem gefundenen Smartphone erzeugt ein intensives Spielgefühl, dass sich mit den realen Darstellern echt anfühlt. Ein bisschen hat mich das Game an den Film „Unknown User“ oder auch im entfernteren Sinne an die „Black Mirror“-Serie erinnert. Der subtile Horror begleitet euch durch das komplette Spiel, das eine ununterbrochene Anspannung auslöst, sehr häufig jagte es mir dabei eine Gänsehaut ein. Zockt am besten mit Kopfhörern, da die Atmosphäre dadurch nochmals dichter und angsteinflößender wird. Allerdings empfehle ich die Mobile-Version des Titels. Auf der Nintendo Switch wird zwar ein tolles Erlebnis suggeriert, allerdings fühlt sich das Spiel auf einem Smartphone um ein Vielfaches realer und authentischer an. Fans von Horrorgames sollten sich den Titel auf jeden Fall einmal ansehen, mit fünf verschiedenen Enden lädt es auch ein, andere Wege einzuschlagen. Englischkenntnisse werden allerdings vorausgesetzt, da das Spiel keine deutschen Übersetzungen enthält.
Mein persönliches Highlight: Wenn wieder etwas total Verstörtes passiert und mir dabei das Blut in den Adern gefriert

Kommentare 3

  • NintendoConnector Turmbaron - 03.12.2019 - 11:03

    Habe es auf Steam gespielt. Ich kann es nur empfehlen. Der 2. Teil (Pipe Dreams glaube ich) ist da deutlich schwächer.

    !Unbedingt mit Headset/Kopfhörern spielen!
  • Geit_de geit - 03.12.2019 - 11:51

    Ist die richtige Handy Welt nicht genug Horror?

    Apps werden nicht mehr geupdatet oder aus dem Store genommen. Apps sind nicht mehr kompatibel mit dem neuen Telefon oder werden gar nicht mehr für alte Telefone hergestellt.

    Tut mir leid ihr Telefon ist zu alt für ihren neuen Rasenmäher!
    Schade ihr neues Telefon unterstützt den alten Saugroboter leider nicht mehr.

    Naja, wenigstens gehen die wichtigsten Funktionen der neuen Kaffeemaschine nur mit dem Handy.
    Was? Kein Kaffee ohne Internet? Die Schaltung der Leitung ist doch erst im März! Haben die im Juni gesagt.

    Uh, oh. Schöne Digitalwelt.
  • dr.retro Retrogamer aus Leidenschaft - 03.12.2019 - 16:46

    Klingt ja spannend. Mal gucken.