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Test zu Super Monkey Ball: Banana Blitz HD - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Super Monkey Ball: Banana Blitz HD
  • USA USA: Super Monkey Ball: Banana Blitz HD
  • Japan Japan: Tabegoro! Super Monkey Ball
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
29.10.2019
Vertrieb
SEGA
Entwickler
SEGA
Genre
Action
Spieleranzahl
Lokal: 4 - Online: 0
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Was für ein Affentheater!

Von Chris Holletschek () Wann immer ein Speedrun-Marathon wie die zweimal jährlich stattfindenden Games-Done-Quick-Events stattfindet, schaue ich im Programmplan immer gerne, ob es mal wieder einen Super-Monkey Ball-Run geben wird. Das ist in der Regel auch nicht unwahrscheinlich, denn das auf Präzision und Geschicklichkeit ausgelegte Spiel erscheint nicht nur wie geschaffen für Speedrunner, sondern umfasst mittlerweile auch so viele Ableger für alle erdenklichen Konsolen (inklusive Smart-Geräten, Arcade-Automaten und bald auch dem PC), dass es an Abwechslung nicht mangelt. Trotzdem ist es nun fast zehn Jahre her, dass Super Monkey Ball: Step & Roll als bis vor wenigen Wochen letzter Titel für eine stationäre Konsole erschien. Seit Ende Oktober verfügt nun aber auch die Nintendo Switch über einen eigenen Ableger: Ob sich Super Monkey Ball: Banana Blitz HD jedoch in die Herzen von Speedrun-Enthusiasten und allen anderen Spielern rollen kann, sollen die folgenden Zeilen klären.

Auf dem Weg zum Ziel könnt ihr Bananen sammeln, um Extraleben zu erhalten. © SEGA

Der Titel bietet tatsächlich so etwas Ähnliches wie eine Story: Wir sehen den kleinen Affen AiAi, der sich gemeinsam mit seinen Freunden einem Bündel goldener Bananen erfreut – vermutlich der wertvollste Schatz der Gruppe. Plötzlich taucht ein großer, an einen Piraten erinnernder Affe mitsamt passendem Flugschiff auf und reißt sich die goldenen Bananen unter den Nagel. In der Folge sehen AiAi und Co. keine andere Wahl, als in ihre Kugeln zu steigen und die Verfolgung aufzunehmen.

Anschließend übernehmt ihr als Spieler die Kontrolle und versucht, euren Affen durch ein Level nach dem anderen zu manövrieren. Dabei steuert ihr eigentlich nicht den von euch gewählten Charakter, sondern kippt die komplette Stage in eine Richtung, um die Kugel, in der sich der Affe befindet, ins Rollen zu bringen. Mit zunehmender Levelzahl, in denen es immer nur darum geht, von einem bestimmten Startpunkt ins ebenfalls vordefinierte Ziel zu gelangen, seht ihr euch mit einem stark steigenden Schwierigkeitsgrad konfrontiert. Mit in regelmäßigen Abständen auftauchenden Bossgegnern soll das Geschehen ein wenig aufgelockert werden.

Was man durch das Kürzel „HD“ im Titel bereits vermuten könnte, trifft tatsächlich zu: Der Nintendo Switch-Titel basiert auf Super Monkey Ball: Banana Blitz, das Ende 2006 für die mittlerweile altehrwürdige Nintendo Wii erschien. Damals sorgte das Spiel vor allem durch die Implementierung der Möglichkeit eines Sprungs für Aufsehen, da es eine größere Variation im Leveldesign ermöglichte. Gleichzeitig rief das aber auch Kritik auf den Plan, weil die dadurch nur umso notwendiger gewordene, frei bewegliche Kamera, um etwa Entfernungen besser einschätzen zu können, nicht eingebaut wurde.

Für die affigen Charaktere könnt ihr je ein zusätzliches Kostüm freischalten. © SEGA

Nun hatte aber das SEGA-eigene Entwicklerteam Ryu Ga Gotoku Studio die für die Spielereihe bislang einzigartige Möglichkeit, aus dem ohnehin schon guten Spiel ein noch besseres zu machen, indem man aus den Fehlern bzw. aus der Kritik von damals lernt und die Produktion des Remakes dementsprechend ausrichtet. Doch eins bereits vorweg: Eine frei bewegliche Kamera ist auch weiterhin nicht vorhanden. Was bei der ursprünglichen Wii-Version zugegeben noch ein schwieriges Unterfangen gewesen wäre, weil es ausschließlich auf die Bewegungssteuerung gesetzt hat, wäre bei der vorliegenden Variante nur ein geringes Problem gewesen.

Die Nintendo Switch-Umsetzung hat nämlich hinsichtlich der Steuerung eine Kehrtwende hingelegt. Die Bewegungssteuerung, die auch mit den Joy-Con und dem Nintendo Switch Pro Controller möglich wäre, wird komplett außer Acht gelassen, sodass euch nur die Steuerung mit dem linken Stick zur Neigung des Levels und dem A-Knopf zum Springen zur Verfügung steht. Weitere Eingabemöglichkeiten gibt es nicht, dementsprechend ist auch der rechte Stick, der in eigentlich allen modernen 3D-Platformern für die Verwendung der Kamera genutzt wird, komplett ohne Funktion. Dadurch wird das Einschätzen von Entfernungen sehr erschwert, was gerade bei Passagen und Stellen, die ein präzises Springen erfordern – etwa wenn Raketen nur durch ein Draufspringen umgelenkt werden können – und spätestens bei den Bossgegnern zu Unübersichtlichkeit und Frust führt.

Leider seid ihr gezwungen, euch den Bossen zu stellen, wenn ihr die Kampagne weiter- bzw. durchspielen wollt. Eine Möglichkeit, diese Abschnitte zu überspringen, wäre zwar so manches Mal wünschenswert gewesen, allerdings macht das natürlich auch einen Teil der gesamten Herausforderung aus. Das Durchstehen dieser unschönen Seiten wird aber durch das ansonsten durchweg gelungene Leveldesign der übrigen Level durchaus aufgewogen. Zuvor habe ich bereits angesprochen, dass die Kurve des steigenden Schwierigkeitsgrades kaum steiler ausfallen könnte. Ist es im ersten Level noch eure Aufgabe, einfach nur geradewegs ins Ziel zu rollen, werdet ihr im Verlauf mit immer ausgefeilteren Ideen und Passagen konfrontiert, die einen zunehmenden Grad der Präzision erfordern. Das berüchtigte Momentum und ausreichend Geschwindigkeit sind zudem Punkte, die im späteren Verlauf verstärkt zum Tragen kommen.

Im Zehnkampf-Modus müsst ihr alle zehn Minispiele hintereinander abschließen. © SEGA

Habt ihr die Kampagne geschafft oder es dürstet euch währenddessen nach Abwechslung, stehen euch einige Minispiele zur Verfügung. Diese könnt ihr entweder im Partyspiele-Modus mit bis zu vier Spielern lokal ausprobieren oder ihr greift zum Zehnkampf-Modus, wo ihr alle zehn Minispiele – die von Hürdenlauf über eine Art Dosenwerfen bis zu einer Light-Version eines Bullet-Hell-Shooter reichen – hintereinander bestreitet und dabei Punkte sammelt. Euer Endstand wird dann mit den Online-Servern kommuniziert und in eine globale Rangliste eingetragen. Leider wird hier nur die Top 100 angezeigt, sodass euer Ergebnis keinen Rang erhält, wenn ihr nicht gerade zu den 100 besten Spielern gehört. Ebenfalls schade ist die Beschränkung auf „nur“ zehn Minispiele, denn der Ursprungstitel für die Wii verfügte noch über 50 kleinere Herausforderungen. Abgesehen davon ist für Speedrun-Enthusiasten sicherlich noch der Modus „Gegen die Zeit“ von Interesse. Dort könnt ihr euch aussuchen, ob ihr die erste Welt, die Welten 1 bis 5 oder gleich alle Welten in einer möglichst kurzen Zeit abschließen wollt. Für alle drei Möglichkeiten steht zudem je eine weitere Online-Rangliste zur Verfügung, womit der kompetitive Gedanke auch hier gegeben ist.

Visuell macht die HD-Neuauflage durchaus etwas her. Das Spiel läuft durchweg mit flüssigen 60 Bildern pro Sekunde und es wirkt, als hätte man dem Titel mit seinem typischen comichaften Look einen letzten Feinschliff verpasst. Durch die einfach gehaltene Optik sieht das Spiel sowohl im Handheld-Modus auf dem Bildschirm der Nintendo Switch als auch am größeren Fernseher stets gut aus. Im Bezug auf die musikalische Untermalung lief der Entwicklungsprozess darüber hinaus nicht ganz reibungslos. Aufgrund problematischer Lizenzierungsverfahren verfügt das Remake nun je nach Markt über unterschiedliche Titel. In der westlichen Variante werdet ihr auf dem Startbildschirm jedenfalls von einer vor Glückseligkeit und Tempo nur so strotzenden Titelmelodie fast schon erschlagen, die euch direkt zu motivieren versucht. Innerhalb eines Levels fallen dann mehr die aus dem Ursprungstitel übernommenen Affenlaute auf, die euer Charakter bei gefühlt jeder Bewegung von sich gibt. Das kann im Gesamtpaket durchaus Spaß bereiten, aber auch schnell an die Nerven gehen. Ich habe es als den typischen Super Monkey Ball-Flair verbucht.

Redaktionswertung

6

Überzeugend

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Unser Fazit zu Super Monkey Ball: Banana Blitz HD

Meinung von Chris Holletschek
Eigentlich möchte ich Super Monkey Ball mögen. Super Monkey Ball: Banana Blitz HD ist allerdings ein Remaster, bei dem gerne noch die eine oder andere Stellschraube mehr hätte gezogen werden wollen. Der Titel verfügt zweifelsohne über eine gelungene Kampagne, die die Kernkompetenz der Reihe – das eigentliche Gameplay mit seinem rasant steigenden Schwierigkeitsgrad – gekonnt in Szene setzt und selbst erfahrene Spieler vor eine Herausforderung stellen wird. Die vollständige Abkehr von der Bewegungssteuerung hin zur reinen Eingabe mit dem Controller ist ein zwar drastischer, aber im Prinzip begrüßenswerter Schritt, bei dem allerdings das sich daraus ergebende Potenzial – etwa die Implementierung einer frei beweglichen Kamera – unverständlicherweise nicht genutzt wurde. Darüber hinaus wird mit den Minispielen und einem Modus für Speedrun-Freunde zwar durchaus Abwechslung geboten, allerdings bleibt auch hier der fade Beigeschmack, dass die kleineren Herausforderungen drastisch von 50 Minispielen im Wii-Original auf nunmehr zehn Herausforderungen runtergekürzt wurden. Zusammengefasst ist Super Monkey Ball: Banana Blitz HD eine zumindest aus technischer Sicht gelungene Neuauflage, mit der Fans der Spielereihe gewiss ihren Spaß haben können – das verschenkte Potenzial schmerzt dann aber doch sehr.

Kommentare 3

  • VogelSwitcher Turmheld - 02.12.2019 - 13:17

    Habe eine Frage. Kann man in dieser Switch Version die Steuerung ändern?
    Also sowohl mit Analogstick zocken als auch wie damals bei der Wii mit der Motion control?

    Insbesondere bei den Minispielen ist mir das wichtig. Bei der Kampagne ist mir das egal.
    Kann mir da jemand was zu den Minispielen sagen?
  • alfalfa Turmbaron - 02.12.2019 - 15:53

    @VogelSwitcher

    Also selbst wenn du nur das Fazit liest, dann weißt du, dass es keine Bewegungssteuerung gibt...
  • VogelSwitcher Turmheld - 02.12.2019 - 17:03

    @alfalfa
    Das war auf minigames bezogen die Frage habe es zu kompliziert ausgedrückt.
    Habe den test gelesen und dort wird die Steuerung in der Kampagne angesprochen.
    Vlt hab ich es auch übersehen falls es wirklich um die minigames stand.